Probleme mit der Geldwäsche-Bekämpfung

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Lasche Gesetze und löchrige Überwachung: Der deutsche Immobilienmarkt lädt Kriminelle geradezu ein, Geld aus Verbrechen zu waschen. Finanzexperten und Kriminalbeamte kritisieren vor allem die Politik.

„Der Immobilienmarkt ist der zweitgrößte Wirtschaftszweig in der Bundesrepublik Deutschland. Mit knapp einer Million Transaktionen im Jahr, mit einem Geldvolumen von rund 150 Milliarden. Das zeigt schon, hier kann unbemerkt viel Geld durchgeschleust werden von der Organisierten Kriminalität.“

„Weiterhin muss man natürlich sagen, dass die Globalisierung der Märkte, das heißt, ausländische Investoren investieren nach Deutschland, natürlich auch die ganzen Transaktionen komplizierter und schwerer ermittelbar machen.“

„Man weiß von abgehörten Telefonaten aus den 90er-Jahren, dass zum Beispiel die Mafia Gelder in den neuen Bundesländern damals investiert hat. Also, von daher klar: Im Immobilienbereich wird Geld gewaschen, ja, auch in Deutschland.“

Ermittler, etwa vom Bund der Kriminalbeamten, zeichnen dagegen ein kritisches Lage-Bild: Deutschland reagiere bei der Geldwäschebekämpfung immer nur auf Druck. Kritiker Andreas Frank, der inzwischen mehrfach als Sachverständiger bei Anhörungen im Bundestag aufgetreten ist, wünscht sich eine deutsche Vorreiterrolle im Kampf gegen kriminelle Immobilien-Investoren.

„Im Moment ist es so, dass die Bundesrepublik meistens hinten dran ist. Wir können nicht von Zypern oder Griechenland erwarten, dass sie die Gesetze umsetzen oder sich an Verträge halten, solange Deutschland weiterhin wichtige, ganz wichtige internationale Vereinbarungen nicht umsetzt.“


Wolfgang Schäuble Biographie

Zwei Leben/ Kapitel 21

 

Andreas Frank

 

 

 

Operation weiße Weste: Der Vormarsch der Mafia in Europa

Audio:

Experten streiten über Geldwäscheprävention / Deutscher Bundestag



Deutscher Bundestag
PDF-Stellungnahme  -zur Anhörung Finanzausschuss Geldwäsche 2011

Frank, Andreas – Deutscher Bundestag