{"id":14021,"date":"2015-04-24T10:03:02","date_gmt":"2015-04-24T08:03:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.w-t-w.org\/de\/?p=14021"},"modified":"2015-04-24T10:32:11","modified_gmt":"2015-04-24T08:32:11","slug":"deutsche-bank-kauft-sich-frei-mit-25-milliarden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/deutsche-bank-kauft-sich-frei-mit-25-milliarden\/","title":{"rendered":"Deutsche Bank kauft sich frei mit 2,5 Milliarden"},"content":{"rendered":"<p>Eine Sparte der Deutsche Bank AG hat sich am Donnerstagabend vor einem US-Gericht des Betrugs im Zusammenhang mit ihrer Rolle bei Libor-Manipulationen schuldig bekannt. Das Eingest\u00e4ndnis ist Teil einer umfassenderen Vereinbarung mit Beh\u00f6rden in den USA und Gro\u00dfbritannien, der zufolge die Bank die rekordhohe Strafe von 2,5 Mrd. Dollar (2,3 Mrd. Euro) zahlen muss.<\/p>\n<p>Zudem ist die Bank angewiesen worden, Mitarbeiter zu entlassen. Mit der Sanktionierung kann die gr\u00f6\u00dfte deutsche Bank die Ermittlungen der US-amerikanischen und britischen Beh\u00f6rden beilegen.<\/p>\n<p>Wie das New York State Department of Financial Services (NYDFS) am Donnerstag erkl\u00e4rte, muss die Deutsche Bank sechs Mitarbeiter in London und eine Person in Frankfurt wegen Fehlverhaltens entlassen. Dabei handelt es sich nach Angaben des DFS um einen Managing Director, vier Directors und zwei Vice Presidents. Namen wurden nicht genannt.<br \/>\nBenjamin Lawsky, Superintendent des DFS, erkl\u00e4rte, &#8222;Mitarbeiter der Deutschen Bank waren in umfangreiche Bestrebungen zur Manipulation von Benchmarkzinss\u00e4tzen involviert, mit dem Ziel, finanzielle Gewinne zu erzielen&#8220;. Weiter sagte er: &#8222;Wir m\u00fcssen uns in Erinnerung rufen, dass sich M\u00e4rkte nicht einfach selbst manipulieren. Dazu ist das absichtliche Fehlverhalten von Personen n\u00f6tig.&#8220;<\/p>\n<p>Der Gesamtbetrag umfasst 600 Mio. Dollar, die an das NYDFS zu zahlen sind, 800 Mio. Dollar gehen an die Commodities Futures Trading Commission (CFTC), 775 Mio. Dollar an das US- Justizministerium (DOJ) und 227 Mio. Pfund an die britische Finanzaufsicht Financial Conduct Authority (FCA). Das Justizministerium wird f\u00fcr drei Jahre einen Aufseher bei der Bank einsetzen, der sicherstellen soll, dass die Bank sich an die Bedingungen des Vergleichs h\u00e4lt.<br \/>\nDie Strafzahlung von 2,5 Mrd. Dollar \u00fcbertrifft die 1,5 Mrd. Dollar der Schweizer UBS Group AG deutlich und ist die h\u00f6chste in der branchenweiten Untersuchung der Manipulation von Benchmarkzinsen wie dem Londoner Interbankensatz (Libor). In dem Vergleich wird nicht nur das Fehlverhalten der Mitarbeiter, sondern auch die Verz\u00f6gerungstaktik der Bank im Umgang mit den Ermittlern detailliert beschrieben. Das ist ein R\u00fcckschlag f\u00fcr die Bem\u00fchungen der beiden Co-Vorstandschefs Anshu Jain und J\u00fcrgen Fitschen um eine Neuausrichtung der Deutschen Bank.<\/p>\n<p>&#8222;Wir bedauern diese Angelegenheit zutiefst&#8220;, erkl\u00e4rten Jain und Fitschen in einer Stellungnahme. &#8222;Der Vergleich ist ein weiterer Schritt auf unserem Weg, die Vergangenheit aufzuarbeiten.&#8220; Die Ermittlungen h\u00e4tten f\u00fcr kein gegenw\u00e4rtiges oder ehemaliges Vorstandsmitglied festgestellt, dass es Kenntnis \u00fcber das Fehlverhalten im Handelsbereich hatte oder daran beteiligt war, teilte die Bank mit.<\/p>\n<p>Laut der britischen Finanzaufsicht FCA waren mindestens 29 Mitarbeiter der Deutschen Bank in das Fehlverhalten involviert, darunter Manager, H\u00e4ndler sowie Mitarbeiter, die Werte f\u00fcr die Libor-Ermittlung weitergaben. Bei ihren Bem\u00fchungen, den Libor zu manipulieren, haben die H\u00e4ndler der Deutschen Bank laut dem Vergleich mit H\u00e4ndlern bei anderen Banken zusammengearbeitet, darunter Barclays Plc, BNP Paribas SA, Citigroup Inc., Merrill Lynch, Soci\u00e9t\u00e9 G\u00e9n\u00e9rale SA und UBS.<br \/>\nMit der aktuellen Geldstrafe haben seit dem ersten Vergleich mit der britischen Barclays im Juni 2012 rund ein Dutzend Banken und Finanzfirmen insgesamt 9 Mrd. Dollar gezahlt.<\/p>\n<p>Die Deutsche Bank hat in den letzten drei Jahren bereits 7,1 Mrd. Euro f\u00fcr die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten aufgewendet. Und es stehen der Bank, die derzeit ihre Strategie \u00fcberpr\u00fcft, noch weitere Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Devisenhandel, Hypothekenanleihen und Asset-Backed-Securities sowie mutma\u00dflichen Verst\u00f6\u00dfen gegen US-Sanktionen ins Haus.<br \/>\nDie Bank hatte am Mittwoch mitgeteilt, sie rechne im ersten Quartal mit Rechtskosten im Volumen von 1,5 Mrd. Euro sowie mit einem Gewinn und rekordnahen Ertr\u00e4gen. Am 29. April stellt die Deutsche Bank ihr vollst\u00e4ndiges Ergebnis f\u00fcr das erste Quartal vor.<\/p>\n<h4><a href=\"http:\/\/www.w-t-w.org\/de\/deutsche-bank-kauft-sich-frei-mit-25-milliarden\/deutsche_bank-geheimnis_2007415\/\" target=\"_blank\" rel=\"attachment wp-att-14022\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-14022\" src=\"http:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/deutsche_bank-geheimnis_2007415.jpg\" alt=\"Deutsche Bank Geheimnis_2007415\" width=\"500\" height=\"281\" srcset=\"https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/deutsche_bank-geheimnis_2007415.jpg 500w, https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/deutsche_bank-geheimnis_2007415-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/h4>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/cUmxdJ7sC0U\" width=\"539\" height=\"313\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Sparte der Deutsche Bank AG hat sich am Donnerstagabend vor einem US-Gericht des Betrugs im Zusammenhang mit ihrer Rolle bei Libor-Manipulationen schuldig bekannt. 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