{"id":22362,"date":"2017-01-26T05:27:07","date_gmt":"2017-01-26T04:27:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.w-t-w.org\/de\/?p=22362"},"modified":"2017-01-25T14:36:52","modified_gmt":"2017-01-25T13:36:52","slug":"haben-frauen-einen-eigenen-anlagestil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/haben-frauen-einen-eigenen-anlagestil\/","title":{"rendered":"Haben Frauen einen eigenen Anlagestil?"},"content":{"rendered":"<p>Gender-Investments liegen im Trend. Anlagestrategien von Frauen. Die UBS entdeckt die reichen Frauen<\/p>\n<p>Die Grossbank UBS hat sich im Private Banking bisher eher auf M\u00e4nner ausgerichtet. Jetzt will sie reiche Frauen f\u00fcr sich gewinnen. Sie haben andere Anlagestrategien als M\u00e4nner.<\/p>\n<p>Zo\u00e9 Baches berichtet: Was unterscheidet eine verm\u00f6gende Bankkundin von einem verm\u00f6genden Bankkunden? Gem\u00e4ss Mara Harvey, Managing Director bei der UBS, m\u00f6gen es Frauen generell nicht, finanzielle Angelegenheiten in technischem Fachjargon erkl\u00e4rt zu bekommen. Sie bevorzugten einen ganzheitlichen Dialog und wollten st\u00e4rker \u00fcber den Verwendungszweck f\u00fcr ihr Verm\u00f6gen sprechen, sagt Harvey. M\u00e4nnliche Kunden stiessen sich meist nicht daran, wenn ein Berater technisch argumentiere, um so seine Kompetenz zu zeigen. Bisher h\u00e4tten sich die UBS und die Finanzindustrie generell im Private Banking auf den Mann als Kunden konzentriert. Das ist wohl der Tatsache geschuldet, dass die Ranglisten der reichsten Personen jeweils stark von M\u00e4nnern dominiert werden. Die spezifisch weibliche Sicht sei von der Verm\u00f6gensverwaltung bisher vernachl\u00e4ssigt worden. Die UBS wolle nun einen \u00abintensiveren Dialog\u00bb mit Frauen f\u00fchren, sagt Harvey.<\/p>\n<p>Frauen erben \u00f6fter zweimal<br \/>\n\u00abWir haben immer schon Frauen betreut, vielleicht aber haben wir ihnen nicht gut genug zugeh\u00f6rt\u00bb, fasst Harvey die heutige Situation zusammen. Handlungsbedarf besteht in mehreren Bereichen, so kann es heute passieren, dass ein Berater auch nach jahrelangem Mandat nicht weiss, was seine Kundin genau will, oder er nimmt sie prim\u00e4r als \u00abEhefrau von\u00bb oder \u00abTochter von\u00bb wahr anstatt als eigenst\u00e4ndige Person, oder aber er redet sie, wie angef\u00fchrt, mit schwerverst\u00e4ndlichen Fachausdr\u00fccken quasi in Grund und Boden.<\/p>\n<p>Die UBS sch\u00e4tzt, dass heute weltweit 13 Bio. $ Verm\u00f6gen im Besitz von Frauen sind. Bis in f\u00fcnf Jahren sollen sich 18 Bio. $ in Frauenh\u00e4nden befinden. Das Privatverm\u00f6gen von Frauen d\u00fcrfte somit gem\u00e4ss Sch\u00e4tzungen der Grossbank in diesen f\u00fcnf Jahren j\u00e4hrlich um 7% zunehmen und insgesamt um 1,6% rascher wachsen als dasjenige der M\u00e4nner. Dass die Verm\u00f6gen von Frauen st\u00e4rker w\u00fcchsen, h\u00e4nge mit der Demografie zusammen und damit, dass es immer mehr Unternehmerinnen gebe, sagt Harvey. Ausserdem erben Frauen auch \u00f6fter zweimal als M\u00e4nner: beim ersten Mal von den Eltern, beim zweiten Mal vom oft \u00e4lteren Ehemann, dessen Lebenserwartung zudem tiefer ist. Eine Studie von Boston Consulting Group besagt, dass nur 10% der reichen Frauen ihren Banker als \u00abentscheidenden Partner\u00bb f\u00fcr Finanzentscheide nennten. Offenbar w\u00fcrden zudem viele Frauen ihren Berater gerne wechseln, mehrheitlich, weil sie sich nicht richtig verstanden f\u00fchlten.<\/p>\n<p>Zwar unterscheiden sich die Ziele reicher Frauen langfristig nicht von denjenigen der M\u00e4nner; im Zentrum stehen der Kapitalerhalt und die geregelte Weitergabe der Verm\u00f6genswerte an die n\u00e4chste Generation. Frauen interessieren sich aber offenbar mehr daf\u00fcr, was mit ihrem Geld passiert und in welche Anlagen, oft auch zugunsten des Gemeinwohls, investiert wird.<\/p>\n<p>Eigentlich scheint das Thema Frauen und Finanzen abgegriffen. Bei fast jeder Schweizer Bank gibt es spezifische Anl\u00e4sse und Angebote nur f\u00fcr Frauen. Die Basler Kantonalbank beispielsweise macht das seit vielen Jahren. Auch sollte es eigentlich l\u00e4ngst normal sein, dass eine Bank ein Kundenbed\u00fcrfnis geschlechtsunabh\u00e4ngig abkl\u00e4rt. Frauen wollen oft nicht speziell behandelt werden nur aufgrund ihres Geschlechts.<br \/>\nAllein unter Frauen<\/p>\n<p>Und dennoch ortet die UBS einen entsprechenden Bedarf aufseiten der Frauen. So organisiert die Bank weltweit Seminare ausschliesslich f\u00fcr reiche Kundinnen, beispielsweise zum Thema \u00abNachfolge\u00bb. \u00abDerart geschlechtergetrennte Anl\u00e4sse waren bei uns fr\u00fcher intern umstritten\u00bb, sagt Harvey. Doch die Resultate waren bisher eindeutig. Unabh\u00e4ngig von Alter, Herkunft oder Region: Erst allein unter Frauen konnten diese eigentlich so privilegierten Kundinnen ihre tats\u00e4chlichen W\u00fcnsche an die eigene Verm\u00f6gensverwaltung klar artikulieren. Und zwar gem\u00e4ss UBS oft ehrlicher und klarer als in der tats\u00e4chlichen Beratung. Den UBS-Betreuern soll zudem stets beschieden worden sein, diese Anl\u00e4sse nicht etwa f\u00fcr M\u00e4nner wie die Ehepartner zu \u00f6ffnen, man wolle unter sich bleiben.<\/p>\n<p>Was heisst das konkret f\u00fcr die Banker? M\u00f6glicherweise werden k\u00fcnftig Frauen vermehrt von Frauen betreut. Offen ist ausserdem, wie ein Private Banker mit der neuen Welt zurechtkommt, der sich bisher auf \u00abm\u00e4nnliche Bed\u00fcrfnisse\u00bb bei der Betreuung konzentriert hat, beispielsweise den \u00fcblichen gemeinsamen Barbesuch. Letztlich d\u00fcrften aber auch m\u00e4nnliche Kunden profitieren, wenn man auch ihnen besser zuh\u00f6rt, einfacher spricht und mehr Anlagem\u00f6glichkeiten etwa in Bezug auf Nachhaltigkeit zeigt. <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/weitere-initiative-zum-thema-frau-die-ubs-entdeckt-die-reichen-frauen-ld.141636\" target=\"_blank\">NZZ<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_19913\" style=\"width: 822px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.w-t-w.org\/de\/spiegleinspieglein-wer-hat-das-meiste-geld\/anlageberaterin-erklaert-verstaendlich\/\" target=\"_blank\" rel=\"attachment wp-att-19913\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-19913\" class=\"size-full wp-image-19913\" src=\"http:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Anlageberaterin-erklaert-verstaendlich.jpg\" alt=\"\" height=\"812\" width=\"812\" srcset=\"https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Anlageberaterin-erklaert-verstaendlich.jpg 812w, https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Anlageberaterin-erklaert-verstaendlich-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Anlageberaterin-erklaert-verstaendlich-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Anlageberaterin-erklaert-verstaendlich-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Anlageberaterin-erklaert-verstaendlich-64x64.jpg 64w\" sizes=\"auto, (max-width: 812px) 100vw, 812px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-19913\" class=\"wp-caption-text\">Rudolf Schuppler<br \/>www.w-t-w.org\/en\/cartoon\/rudolf-schuppler<br \/>www.grafik-schuppler.at<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gender-Investments liegen im Trend. 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