{"id":7939,"date":"2014-04-14T09:38:26","date_gmt":"2014-04-14T07:38:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.w-t-w.org\/de\/?p=7939"},"modified":"2014-04-14T09:49:45","modified_gmt":"2014-04-14T07:49:45","slug":"iwf-tagung-zeigt-zuversicht-und-gefahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/iwf-tagung-zeigt-zuversicht-und-gefahren\/","title":{"rendered":"IWF-Tagung zeigt Zuversicht und Gefahren"},"content":{"rendered":"<p>Deutsche Welle berichtet: Passend zum Beginn der <a href=\"http:\/\/www.imf.org\/\" target=\"_blank\">IWF<\/a>-Tagung kamen aus <a href=\"http:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IWF-Tagung.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7941\" alt=\"IWF Tagung\" src=\"http:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IWF-Tagung.jpg\" width=\"175\" height=\"98\" \/><\/a>Griechenland, dem Land der dunkel-dr\u00e4uenden Kassandra-Rufe, endlich einmal gute Nachrichten. Nach vier Jahren war es dem krisengesch\u00fcttelten Land gelungen, seine Staatsanleihen auf dem internationalen Finanzmarkt zu platzieren. Damit verst\u00e4rkten sich gleich zu Beginn des IWF-Treffens in Washington die positiven Signale, und das lie\u00df viele der angereisten Finanzminister und Notenbankchefs entspannter in die Zukunft blicken, als man es von den letzten IWF-Treffen gewohnt war.<\/p>\n<p>Die Eurokrise scheint \u00fcberwunden, die Industriel\u00e4nder um die USA und Deutschland finden zur\u00fcck in die Rolle der Weltwirtschafts-Lokomotive und die Schwellenl\u00e4nder trifft die restriktive US-Geldpolitik dann doch nicht so stark, wie das manche noch Wochen vor dem Treffen vorhergesagt haben. Soweit die sch\u00f6ne neue Welt von Washington.<\/p>\n<p>Risiken bleiben<\/p>\n<p>Alles bestens also? Keineswegs! Ob der Optimismus von Finanzminister Sch\u00e4uble und seinen Kollegen angesichts der positiven IWF-Vorhersagen f\u00fcr das Weltwirtschaftswachstum wirklich gerechtfertigt ist, wird sich schon sehr schnell in den n\u00e4chsten Wochen und Monaten herausstellen. Denn die 24 Regierungs- und Notenbankvertreter im IWF-Lenkungsausschuss haben recht, wenn sie einr\u00e4umen, dass weiterhin &#8222;Abw\u00e4rtsrisiken&#8220; bestehen.<\/p>\n<p>Das wohl am schwersten vorhersehbare Risiko tr\u00e4gt den Namen Ukraine. Dass IWF-Chefin Christine Lagarde ihr Tempo erh\u00f6ht und das Land noch Ende April mit einer Geldspritze in H\u00f6he von 18 Milliarden Dollar vor dem Bankrott retten will, \u00e4ndert nur wenig an dem rasch anwachsenden Schuldenberg des Landes und dem Konflikt mit Russland um drastisch erh\u00f6hte Gaspreise und unbezahlte Rechnungen.<\/p>\n<p>Die IWF-Fr\u00fchjahrstagung, an der auch Russland teilnahm, konzentriere sich auf Finanz- und Wirtschaftspolitik, h\u00f6rte man in Washington immer wieder in diesen Tagen. Mit dieser &#8211; zumindest verbalen &#8211; Selbstbeschr\u00e4nkung ist es immerhin gelungen, Russland im Boot zu halten. Dass dessen Finanzminister Anton Siluanow in den Treffen mit seinem amerikanischen und deutschen Amtskollegen ank\u00fcndigte, sich an dem Hilfsfonds f\u00fcr die Ukraine beteiligen zu wollen, mutet aber eher surreal an, nachdem Pr\u00e4sident Putin alles tut, um das Land vor Ort zu destabilisieren. Sein zeitgleich versandter Brief an 18 Staats- und Regierungschefs, in dem er mit einem Stopp der Gaslieferungen an die Ukraine droht, l\u00e4sst Ungutes erahnen.<\/p>\n<p>Problemfall Russland<\/p>\n<p>Allerdings erfuhr man in Washington weder von dem gutgelaunten Finanzminister Sch\u00e4uble noch von IWF-Chefin Lagarde etwas dar\u00fcber, wie man verhindern will, dass Russland am Ende der Hilfskette f\u00fcr die Ukraine mit Verweis auf unbezahlte Rechnungen die Hand aufh\u00e4lt und den L\u00f6wenanteil der IWF-Gelder kassiert. Dass Russland sich selbst zu einem noch viel gr\u00f6\u00dferen Risiko f\u00fcr die Weltwirtschaft entwickeln kann als die Ukraine, wurde in Washington nur hinter vorgehaltener Hand thematisiert. Experten sehen das Land bereits in die Rezession rutschen, w\u00e4hrend der IWF f\u00fcr 2014 immer noch ein Wirtschaftswachstum prognostiziert.<\/p>\n<p>Aber nicht nur geopolitische Krisen sorgen f\u00fcr Ungewissheit. Auch hausgemachte Fehler und Laschheiten k\u00f6nnen sich schnell r\u00e4chen und den derzeit aufgehellten Konjunkturhimmel wieder eindunkeln. Schwellenl\u00e4nder wie Brasilien haben die Zeiten gro\u00dfer wirtschaftlicher Erfolge nicht f\u00fcr Reformen des Steuersystems oder der Handelsregularien genutzt. Werden sie jetzt angesichts einer eingetr\u00fcbten Konjunktur ihren Ank\u00fcndigungen struktureller Reformen Taten folgen lassen? Wie wirkt sich in diesem Zusammenhang die von Peking bewusst herbeigef\u00fchrte Reduzierung des einst st\u00fcrmischen Wachstums auf die Schwellenl\u00e4nder aus? Wenn China niest, bekommen die anderen Schnupfen, hei\u00dft eine alte Regel.<\/p>\n<p>Und auch in der Eurozone lauern mit der Niedriginflation und einem starken Euro Gefahren, die sich hemmend auf die gerade einsetzende Erholung auswirken k\u00f6nnen. Ganz abgesehen von dem hohen Sockel der Arbeitslosigkeit gerade in den s\u00fcdeurop\u00e4ischen Krisenl\u00e4ndern. IWF und Europ\u00e4ische Zentralbank haben sich auch jetzt in Washington nicht auf eine gleichlautende Analyse, geschweige denn eine Strategie einigen k\u00f6nnen. IWF-Chefin Lagarde sorgt also weiterhin die \u201eLowflation\u201c, wie sie es sagt. EZB-Pr\u00e4sident Mario Draghi betrachtet eher den starken Euro als Wachstumshemmer. Tr\u00f6stlich immerhin, dass beides mit der gleichen Medizin, n\u00e4mlich einer \u201egelockerten Geldpolitik\u201c, bek\u00e4mpft werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Neue Gruppierung?<\/p>\n<p>Mehr Wachstum durch Reformen, auf diese wohlklingende Formel haben es die 188 Vertreter der Mitgliedsl\u00e4nder des IWF in ihrer Abschlusserkl\u00e4rung gebracht. Das klingt sch\u00f6n, ist aber v\u00f6llig unverbindlich. Viel wird von Kooperation und Koordination unter den Hauptakteuren abh\u00e4ngen. In Washington hat sich die IWF-Fr\u00fchjahrstagung als Format hierf\u00fcr bew\u00e4hrt, auch wenn die durch den US-Kongress blockierte Reform des W\u00e4hrungsfonds weiter auf sich warten l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Ob die nach Russlands Ausschluss verschlankten G7 oder die G20 von gleicher Effektivit\u00e4t sind, darf man bezweifeln. Viel spricht daf\u00fcr, dass man \u00fcber eine neue Gruppe nachdenken sollte, in der die f\u00fcnf wichtigsten Wirtschaftsnationen schnell und wirkungsvoll agieren k\u00f6nnen: Das w\u00e4ren dann die USA, China, Brasilien, Indien und Deutschland.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.w-t-w.org\/de\/7939\/iwf3\/\" target=\"_blank\" rel=\"attachment wp-att-7940\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7940\" alt=\"IWF\" src=\"http:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IWF3.jpg\" width=\"806\" height=\"606\" srcset=\"https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IWF3.jpg 806w, https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IWF3-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/IWF3-399x300.jpg 399w\" sizes=\"auto, (max-width: 806px) 100vw, 806px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutsche Welle berichtet: Passend zum Beginn der IWF-Tagung kamen aus Griechenland, dem Land der dunkel-dr\u00e4uenden Kassandra-Rufe, endlich einmal gute Nachrichten. Nach vier Jahren war es dem krisengesch\u00fcttelten Land gelungen, seine Staatsanleihen auf dem internationalen Finanzmarkt zu platzieren. Damit verst\u00e4rkten sich &hellip; <a href=\"https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/iwf-tagung-zeigt-zuversicht-und-gefahren\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-7939","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-finanzen"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7939","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7939"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7939\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7947,"href":"https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7939\/revisions\/7947"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7939"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7939"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7939"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}