{"id":8370,"date":"2014-05-02T12:01:45","date_gmt":"2014-05-02T10:01:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.w-t-w.org\/de\/?p=8370"},"modified":"2014-05-02T12:04:01","modified_gmt":"2014-05-02T10:04:01","slug":"folgen-der-bestechung-im-sport","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/folgen-der-bestechung-im-sport\/","title":{"rendered":"Folgen der Bestechung im Sport"},"content":{"rendered":"<p>Der Schweizer Bundesrat will Privatbestechung von Amtes wegen verfolgen.<\/p>\n<div id=\"attachment_8372\" style=\"width: 260px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.w-t-w.org\/de\/folgen-der-bestechung-im-sport\/fifa\/\" target=\"_blank\" rel=\"attachment wp-att-8372\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8372\" class=\"size-full wp-image-8372\" src=\"http:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Fifa.jpg\" alt=\"Erl Cartoon\" width=\"250\" height=\"177\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8372\" class=\"wp-caption-text\">Erl Cartoon<\/p><\/div>\n<p>Thomas Schifferle berichtet: Ein Gesetz zum Nutzen der Fifa Analyse<\/p>\n<p>Der neue Schweizer Gesetzesentwurf hilft der Fifa: Der Weltfussballverband will sich erneuern \u2013 will transparenter und glaubw\u00fcrdiger werden.<\/p>\n<p>Der Basler Strafrechtsprofessor Mark Pieth sagte gegen\u00fcber dem TA einmal: \u00ab\u00dcber der Fifa ist nur der liebe Gott.\u00bb Es war sein Bild, um die Selbstherrlichkeit des Weltfussballverbandes zu erkl\u00e4ren \u2013 dessen Abgehobenheit auch und gerade in rechtlichen Fragen. Der Korruptionsexperte st\u00f6rte sich grunds\u00e4tzlich daran, dass sich die 60 internationalen Sportverb\u00e4nde mit Sitz in der Schweiz \u00abbislang nicht ums Recht gek\u00fcmmert haben\u00bb. Er redete sogar von \u00abeinem Sumpf\u00bb.<br \/>\nDer neue Gesetzesentwurf des Bundesrates muss nach dem Geschmack von Leuten sein, die mit der Fifa dunkle Machenschaften verbinden und besonders die Rechtm\u00e4ssigkeit der Vergabe der Fussball-WM 2018 an Russland und jener 2022 an Katar anzweifeln. Das Gesetz sieht nun vor, dass Bestechung k\u00fcnftig nicht mehr erst nach einer Anzeige verfolgt wird, sondern von Amtes wegen. Die Fifa mag sich zu einem fr\u00fcheren Zeitpunkt daran gest\u00f6rt haben, ihr Generalsekret\u00e4r J\u00e9r\u00f4me Valcke redete pikiert von einer \u00abLex Fifa\u00bb. Dabei hat sie mit dem neuen Gesetz kaum etwas zu verlieren, sondern nur zu gewinnen.<\/p>\n<p>Was der Bundesrat will, hilft der Fifa bei ihrem Bestreben, sich zu erneuern, sich transparenter und glaubw\u00fcrdiger zu geben. Keiner profitiert mehr davon als Sepp Blatter, ihr oft kritisierter Pr\u00e4sident und Reformeiferer. Er m\u00fcsste dem Bundesrat gar dankbar sein. Der liefert ihm das beste Argument, um aller Welt zu verk\u00fcnden, dass die Fifa nicht mehr ausserhalb des Rechts steht.<\/p>\n<p>Das ist die eine, die psychologische Seite. Die andere ist die Realit\u00e4t, die f\u00fcr zwielichtige Absichten entscheidender ist. Um daf\u00fcr ein Beispiel zu geben: Der Thail\u00e4nder Worawi Makudi soll seine Stimme f\u00fcr 10 Millionen Dollar an Katar verkauft haben. Wie aber will die Schweiz beweisen, was sich zwischen Doha und Bangkok abgespielt hat, welche Gegengesch\u00e4fte damit verbunden sind, um diese Zahlung zu verschleiern?<\/p>\n<p>\u00abKeine Wunderdinge\u00bb<\/p>\n<p>Auch Ernst Gn\u00e4gi vom Bundesamt f\u00fcr Justiz sagt, dass man vom neuen Gesetz \u00abkeine Wunderdinge\u00bb erwarten d\u00fcrfe. Zuerst m\u00fcsse der \u00abAnkn\u00fcpfungspunkt an die Schweiz\u00bb gegeben sein, um handeln zu k\u00f6nnen. Das ist der Fall, wenn, um beim Beispiel zu bleiben, die Wahl in Z\u00fcrich stattfindet und Makudi sich dort f\u00fcr Katar ausspricht. Dann kann die Schweiz t\u00e4tig werden \u2013 sofern sie denn einen Beweis f\u00fcr ein strafrelevantes Vergehen des Mitgliedes der Fifa-Exekutive besitzt. Gn\u00e4gi bringt es illusionslos auf den Punkt: \u00abKorruption ist ein Delikt unter T\u00e4tern und das Entdeckungsrisiko nicht hoch.\u00bb<br \/>\nDas wohl beste Instrument, um die Bestechung bei milliardenschweren Entscheiden wirksam zu bek\u00e4mpfen, hat sich die Fifa darum schon selbst an die Hand gegeben. Ab der WM 2026 wird nicht mehr die 25-k\u00f6pfige Exekutive dar\u00fcber entscheiden, wo sie stattfinden wird, sondern der Kongress mit seinen 209 Verb\u00e4nden. Es war Blatters Idee gewesen, nach dem Motto, je gr\u00f6sser der Kreis, desto komplizierter die Manipulation.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Mittel-gegen-die-Korruption.pdf\" target=\"_blank\">Mittel gegen die Korruption<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.w-t-w.org\/de\/folgen-der-bestechung-im-sport\/fifa-ethik-kommission\/\" target=\"_blank\" rel=\"attachment wp-att-8374\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-8374\" src=\"http:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/FIFA-Ethik-Kommission.jpg\" alt=\"FIFA Ethik Kommission\" width=\"506\" height=\"329\" srcset=\"https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/FIFA-Ethik-Kommission.jpg 506w, https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/FIFA-Ethik-Kommission-300x195.jpg 300w, https:\/\/www.w-t-w.org\/de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/FIFA-Ethik-Kommission-461x300.jpg 461w\" sizes=\"auto, (max-width: 506px) 100vw, 506px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Schweizer Bundesrat will Privatbestechung von Amtes wegen verfolgen. 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