Zinskurve und Rezession

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Herri.

Wir erläutern die oft festzustellenden Zusammenhänge zwischen Zinsstruktur und Wirtschaftsaktivität. Inverse Strukturen signalisieren meistens über kurz oder lang auftauchende Konjunkturprobleme.

Meine Damen und Herren, es gibt eine interessante Beziehung zwischen der Zinskurve in einer Volkswirtschaft und der zu erwartenden wirtschaftlichen Entwicklung. Ich möchte Ihnen kurz zeigen, wie man dies darstellen kann. Wir haben in dieser Darstellung eine normale Zinsstrukturkurve mit den Zinsen oder Ertragsraten auf der linken Seite und auf der Horizontalen Achse die Laufzeit oder Haltedauer, die von Tagen, über Monaten und Jahren bis hin zu Jahrzehnten reicht. Üblicherweise bezeichnet man diesen kurzfristigen Bereich, etwa so bis zu einem Jahr, als Geldmarkt und den hinteren Bereich 5, 6, 10 Jahre, das ist der Kapitalmarkt. Die Marktteilnehmer in diesen einzelnen Bereichen sind alle Möglichen, oft aber insbesondere die Zentralbanken. Das ist der Bereich der Zentralbankpolitik. Und hier hinten, im Kapitalmarkt, haben wir den Bereich der Fiskal- und Verschuldungspolitik. Das ist u.a. dort, wo Staaten ihre Staatsanleihen auflegen und die langfristigen Investoren mit ihnen zusammentreffen.

Wollen wir uns mal ansehen wie es aussieht, wenn sich die Zentralbank entscheidet, im Geldmarkt zu intervenieren. Also beispielsweise „auf die Bremse zu treten“ und die Geldmarktzinsen zu erhöhen. Wenn das passiert, dann sieht das bildlich etwa so aus: In einer ersten Phase führt das zu einer flachen Zinsstrukturkurve, und nicht selten entsteht dann in einer zweiten Phase eine Zinsinversion, die dann wie hier gezeigt ausschaut. Wenn wir eine Inversion der Zinsstrukturkurve haben, dann sind die kurzen Zinsen – das was Sie kriegen, wenn Sie Ihr Geld für ein Jahr anlegen -, höher als die langen Zinsen, d.h. die Ertragsraten im 10-jährigen oder noch längeren Bereich. Und so sieht eine inverse Zinsstrukturkurve aus.
Interessant ist nun, dass jeder US-Rezession in den letzten Jahren eine solche inverse Zinsstruktur vorausgegangen ist. Ich möchte das anhand der folgenden Grafik illustrieren: Sie geht von 1990 bis ans aktuelle Ende. Die rote Kurve zeigt die Entwicklung der langfristigen US-Zinsen und die blaue zeigt die Entwicklung der Kurzfristzinsen. Also blau den kurzen und rot den langfristige Bereich der Zinskurve. Immer dann, wenn blau über rot ist, notieren die kurzen über den langen Zinsen und wir haben eine Zinsinversion. Unten in der Grafik sehen Sie die Entwicklung der US-Konjunktur, das Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP). Immer dann, wenn sich die Balken während zwei Quartalen unterhalb der Nulllinie befinden, haben wir eine Rezession.

Jetzt schauen wir uns die Situation mit inversen Zinsstrukturkurven an. Hier: blau ist über rot, Zinsinversion, Konsequenz: Rezession. Dann hier, Zinsinversion im Jahre 99 bis 2000. Konsequenz: Abschwung bis hin fast zur Rezession. Dann vor der Finanzkrise: Zinsinversion, blau ist oberhalb von rot, die kurzen liegen über den langen Zinsen, Konsequenz: Abschwung oder Rezession. Jetzt können Sie sagen, das sei eine relativ kurze Phase. Aber wir haben Daten zurück bis in die frühen 60er Jahre: 1959 bis heute in einer anderen Darstellung. Die schwarze Kurve zeigt die Differenz zwischen langen und kurzen Zinsen. Immer dann, wenn die schwarze Kurve unterhalb der Nulllinie ist, haben wir eine Zinsinversion. Unter Null heisst: die kurzen Zinsen sind höher als die langen Zinsen. Die roten Balken kennzeichnen Rezessionen des US Bruttoinlandproduktes. Es ist offensichtlich: jeder dieser Rezessionen ist eine Inversion der Zinsstrukturkurve vorausgegangen. Ich bin sogar noch expliziter und sage: es hat in Amerika seit dem zweiten Weltkrieg nie eine Rezession gegeben – die roten Balken -, ohne dass es vorher eine Inversion der Zinsstrukturkurve gegeben hätte.

Ich fasse das zusammen: Die Zinsstrukturkurve ist wichtig für die Beurteilung der wirtschaftlichen Situation eines Landes. Wenn die Zinskurve sich zu drehen beginnt und in Richtung Inversion geht, dann müssen Sie sich warm anziehen. Es hat zumindest in der US-Nachkriegszeit nie eine Rezession gegeben, welcher nicht eine inverse Zinskurve vorausgegangen wäre. Aktuell – 2016 – signalisieren die Zinskurven überhaupt keine Probleme. Aber watch out: die Federal Reserve hat die kurzfristigen Zinsen bereits angehoben. Das kann der Beginn einer Inversionsphase sein. Im Mindesten hat dies aber interessante Signalwirkungen.
'That's odd, I've never seen it run backwards.'

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Zinskurve was ist das ?

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Die Zinskurve bildet die unterschiedlichen risikolosen Zinssätze über die (Lauf)Zeit ab. Sie enthält interessante Informationen über die Erwartungsbildung, die geldpolitische Strategie und den generellen Zustand einer Volkswirtschaft.

Meine Damen und Herren, was ist eine Zinskurve? Ich zeige Ihnen am besten das Bild einer Zinskurve oder Zinsstrukturkurve. Hier unten die Haltedauer eines Wertpapiers oder die Laufzeit einer Anleihe. Sie geht von einzelnen Tagen über Monate oder Jahre bis hin zu Jahrzehnten. Hier sehen sie den Zins bzw. die Ertragsrate für den Anleger. Das ist die Ertragsrate p.a. für die unterschiedlichen Laufzeiten. Dies nennt man Zinsstrukturkurve. Wie sieht die Zinsstrukturkurve üblicherweise aus? Wie wir hier gesehen haben, steigt sie normalerweise positiv an und verflacht sich gegen hinten. Wir haben verschiedene Theorien, welche diese Form der Kurve erklären können. Ein Ansatz ist die sogenannte Erwartungstheorie. Diese geht davon aus, dass in der Zinsstrukturkurve bestimmte Erwartungen über die künftige Entwicklung der Zinsen abgebildet werden. Andere Ansätze basieren auf Liquiditäts- oder Risikoprämien. Beispielsweise werden Sie, je länger Sie ihr Geld auszuleihen bereit sind, einen zunehmend höheren Zins verlangen – mit anderen Worten eine Risikoprämie. Das ist eine der Erklärungsmöglichkeiten dafür, dass die langfristigen üblicherweise über den kurzfristigen Zinsen liegen. Je nach Marktsituation kann sich dies aber relativ rasch ändern, weil die Erwartungsbildung sehr erratisch sein kann.

Die Form der Zinskurve kann sich aber auch aus anderen Gründen rasch ändern, z.B. wenn die Zentralbank entsprechend interveniert. Diese Zusammenhänge werden wir uns in einem späteren Video noch einmal ansehen. Für heute nur soviel: Die Zinskurve ist nicht selten ein Steuerungsinstrument der Zentralbanken und sie gibt sogar Hinweise auf künftige Konjunkturentwicklungen. Wir werden auf all diese Elemente zurückkommen.
Hier noch einmal: die normale Zinsstrukturkurve steigt positiv von unten links nach oben rechts. Wenn sich Erwartungen über künftige Zinsentwicklungen ändern oder die Zentralbankpolitik eine abrupte Änderung erfährt, kann sich die Kurve verflachen oder im Extremfall gar invers werden. Invers heisst dann, dass wenn Sie ihr Geld kurzfristig ausleihen, Sie einen höheren Zins bekommen als wenn Sie langfristige Ausleihungen tätigen. Wir werden einige dieser Zinsstrukturkurven nachher noch im Detail diskutieren.

Hier die Abbildung unterschiedlicher Zinsstrukturkurven zu unterschiedlichen Terminen in Deutschland. Eine davon, die Rote, vom 31. Januar 1973, eine andere, positive geneigte, aktueller, auf tieferem Niveau vom Dezember 2013. Oder eine völlig flache Kurve, die Gelbe, vom Februar 1990, oder eine der beschriebenen Extremphasen, eine inverse Zinsstruktur vom Dezember 1991. Im Prinzip gibt es natürlich jeden Tag eine neue Zinsstrukturkurve, da die Zinsen über alle Laufzeiten ja jeden Tag neu erfasst werden. Die Kurven ändern aber nicht sehr erratisch von einem Tag zum anderen.

Lassen Sie mich zusammenfassen: Die Zinskurve bildet die unterschiedlichen risikolosen Zinsen über die Laufzeit ab. Von einem Tag bis hin zu 30, 40, 50 Jahren. Sie enthält interessante Informationen über die Erwartungsbildung in einem Land, die verfolgte geldpolitische Strategie und generell den Zustand der Volkswirtschaft. In nachfolgenden Videos werden wir die entsprechenden Signale mit Ihnen diskutieren. Sie müssen einfach wieder kommen.
Bear Bull Paper Money
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Reichtum und Armut in Deutschland

Vermögensverteilung in DeutschlandDie Bundesbank hat zum zweiten Mal das Vermögen der Privathaushalte in Europa untersucht. Als die Bundesbank vor drei Jahren ihre erste Studie über die Vermögenssituation der Privathaushalte in Deutschland veröffentlichte, war die Empörung groß. Ausgerechnet inmitten der Euro-Krise – als mit deutscher Hilfe milliardenschwere Rettungspakete für Griechenland geschnürt wurden – stellte sich heraus, dass das Vermögen der Deutschen im europäischen Vergleich geringer und zudem besonders ungleich verteilt war.

Anja Ettel berichtet:  Mittlerweile liegt die zweite Studie dieser Art vor. Die bereits verfügbaren Ergebnisse für Deutschland und Italien legen nahe, dass sich an dem Befund von vor drei Jahren nichts Wesentliches geändert hat. „Die Vermögen sind weiterhin – gemessen an anderen Ländern im Euro-Raum – relativ ungleich verteilt“, urteilen die Bundesbank-Ökonomen in ihrer Analyse, die jetzt im aktuellen Monatsbericht der Zentralbank erschienen ist…
Reichtum und Armut in Deutschland
2016_03 Vermögen Finanzen private Haushalte

Waldemar Mandzel www.w-t-w.org/en/waldemar-mandzel/

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Robo Advisor 2

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Hier geht es um die technische Umsetzung der Asset Allokation, die Rebalancing Prozedur sowie das Reporting an den Kunden.

Meine Damen und Herren, Robo-Advisor Teil 2. Sie erinnern sich, wir haben beim Teil 1 die strategische Allokation quasi digital erarbeitet. Jetzt geht es in die Stufe 2. Zum effektiven Aufbau und verwalten des definierten Portfolios. Wie setzt man das um, bis hin zum Portfolio und dann zum Depotauszug.

Die Durchführung der Stufe 2 erfolgt ebenfalls automatisiert. Sie wird über passive Produkte, ETFs gemacht. Relativ günstig, niemand ist dazwischen geschaltet, alles automatisch. Obli ETFs, Immobilien ETFs, Aktien ETFs oder Indexfonds zu relativ günstigen Bedingungen und Konditionen. Wenn die Anlagen über die Maschine gekauft und im Depot sind, dann geht es um die Frage, wie man risikomässig umgeht, z.B. beim Re-balancing. Nehmen Sie beispielsweise an, der Aktienteil sei besonders gut gelaufen und plötzlich stösst er allokationsmässig an eine Grenze, die wir vorher definiert haben. Beispielhaft in dieser Tabelle: Strategische Allokation hier als Beispiel 40% Aktien, 30% Obligationen, 30% Immobilien, jeweils ETFs. Dann definieren Sie Bandbreiten: Der Anteil an Aktien soll nie unter 30% und nie über 50% sein. Ferner definieren sie das zeitliche Intervall. Soll wöchentlich, monatlich oder jährlich angepasst werden.

Das bedeutet, wenn die Aktienmärkte besonders gut gelaufen sind und ihre Aktienallokation entsprechend auf 50% ansteigt, dann werden automatisch Aktien verkauft, bis sie wieder auf ihrer strategischen Allokation sind. Automatisch, emotionslos, schnell. Sie merken selber, dies bedeutet innerhalb eines systematischen buy-and-hold Ansatzes, dass man gerade dann Aktien verkauft, wenn sie besonders hoch sind und Aktien kauft, wenn sie besonders tief sind. Dieses re-balancing hilft dann natürlich auch der langfristigen Performance. All das wird automatisch abgewickelt, zu Minimalgebühren. Auf der nächsten Stufe geht es dann um das Reporting, den Steuerauszug oder was auch immer. Dies ist praktisch gleich wie heute. Je nach Wunsch elektronisch oder auf Papier. Steuerauszüge oder ähnliches müssten Sie bestellen und wird für Sie hergestellt.
Vorteile dieses strategischen Robo-Advisor: Alles automatisiert, emotionslos, tendenziell eine Buy-and-Hold Strategie, in der Regel passiv, es wird mit ETFs gearbeitet, und das Ganze ist relativ günstig, denn passive Strukturen sind günstig. In der Regel gibt es keine Sitzungen, keine sonstigen Gebühren und schliesslich kann man es auch für relativ kleine Vermögen machen. Sie brauchen keine Millionen, das läuft auch für kleine Vermögen.
Die Nachteile: Es ist natürlich kein Finanzplan, zumindest nicht in dieser simplen Darstellung die wir gemacht haben. Sie haben relativ wenig persönliche Interaktion, das kann ein Vor- oder ein Nachteil sein. Es ist natürlich keine Steueroptimierung, das müsste man speziell diskutieren. Und sie kommen nicht darum herum, ein wenig von dem zu verstehen, was hier abläuft, also etwas Finanzwissen zu haben. Aber, meine Damen und Herren, für den letzten Punkt sind Sie schliesslich Kunde bei Fintool.

Lassen Sie mich zusammenfassen. Jeder systematische Prozess lässt sich digitalisieren. Auch ein asset allocation und asset exekutionsprozess. Systematisches Vorgehen ist die Basis einer vernünftigen Anlageperformance, das haben wir schon ein paarmal gesehen. Mit anderen Worten: Vernünftige Anlageperformance lässt sich digital über Robo-Advisor herstellen. Ist das die Zukunft der Anlageberatung? Vielleicht heute noch nicht in grossem Stil, aber ich glaube da ist sehr viel Potential. Robo Advisors

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Deutschlands Start-ups fehlen die Frauen

Nur jedes 20. neue Hightech-Unternehmen wird allein von Frauen gegründet. Zugleich sind sie nur an einem Viertel der wirtschaftlich relevanten Start-ups beteiligt. Gründe gibt es mehr als einen.

Inga Michler berichtet: Frauen sind in den Gründerteams innovativer Unternehmen in Deutschland die absolute Ausnahme. Nur knapp 13 Prozent der Technologiegründungen haben in ihrer Kernmannschaft überhaupt eine Frau, zeigt eine Sonderauswertung des Mannheimer Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung ZEW. Lediglich eines von 20 Hightech-Start-ups wird demnach allein von Frauen gegründet.

Das Ergebnis der Forscher relativiert die zuletzt gewachsene Zahl von Gründerinnen in Deutschland. „Nie war das Gründergeschehen weiblicher als heute“, hatte die staatliche KfW-Bank ihre Statistik dazu kommentiert. Im Jahr 2013 seien 43 Prozent aller Gründungen „durch Frauenhand vollzogen“ worden.

Allerdings gründen Frauen häufiger aus der Not heraus, weil sie keine alternative Beschäftigung sehen, sie verfolgen seltener innovative Ideen, gründen seltener im Team, setzen weniger Kapital ein und machen folglich deutlich weniger Umsatz als ihre männlichen Kollegen.

Gute Jobaussichten bremsen Gründungsneigung.
Das ZEW klammert in seiner Untersuchung Einzelpersonen und Teilselbstständige aus – und kommt dadurch über alle Branchen hinweg (inklusive Hightech-Gründungen) auf eine Frauenbeteiligung von rund 26 Prozent in den Gründerteams.

Frauen allein sind auf Grundlage dieser Daten noch nicht einmal in 17 Prozent der Gründungen aktiv (Hightech-Sektor: 5,1 Prozent). „Allen Bemühungen zum Trotz stagniert die Zahl der Gründerinnen in den Hightech-Branchen auf sehr niedrigem Niveau“, sagte ZEW-Forscher Jürgen Egeln.

Die Gründe dafür sind vielfältig. „Einerseits studieren immer noch sehr wenige Frauen Ingenieur- und Technikwissenschaften, Physik, Chemie und insbesondere Informatik.“ Andererseits sind die Studienabsolventinnen am Arbeitsmarkt immer stärker gefragt und haben gute Einkommens- und Aufstiegsmöglichkeiten als Angestellte. „Das senkt ihre Neigung, ein Unternehmen zu gründen, erheblich“, sagte Egeln.
Deutschlands Start-ups fehlen die Frauen
Gruendungen von FrauenStart-up Gruenderinnen – ein seltenes Phaenomen

Robo Advisor 1

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Das Video klärt einige Begriffe und zeigt auf, was ein Robo-Advisor im Kontext einer strategischen Asset Allokation tut. Grundsätzlich kann jeder systematische Prozess digitalisiert werden, das ist das, was ein Robo-Advisor tut.

Meine Damen und Herren wir reden heute über etwas ganz Modernes. Da haben meine Kollegen gemeint, das müsse man ohne Krawatte präsentieren. Robo-Advisor. Im Fintech- oder im finanziellen Industriebereich hat sich einiges getan. Wir kennen viele Begriffe: Fintech, Robo-advisor, Algo-trading, Algo-Allokation etc. etc. Ich möchte mich bei dieser Robo-Advisor-Diskussion zunächst auf etwas relativ Einfaches konzentrieren. Nämlich die Frage, ob Roboter über kurz oder lang die Anlageberater überflüssig machen? Wir wollen einmal schauen. Die Frage, die wir heute zunächst stellen ist, kann der Robo-Advisor für uns Mischungen unterschiedlicher Anlagekategorien vornehmen?

Wir wollen uns zunächst ansehen, wie dieser Prozess heute abläuft: Sie rufen ihren Anlageberater an, machen dann ein Meeting mit ihm und er zeigt Ihnen, wie im Risiko-/Ertragskontext die einzelnen Anlagekategorien, z.B. Aktien, Immobilien und/oder Obligationen aussehen. Er zeigt, wie man sie vernünftig mischt um innerhalb eines bestimmten Risikosegmentes eine für Sie optimale Allokation zu bekommen. Er klärt dann mit Ihnen im Gespräch ab, was ihre Risikoneigung und Risikofähigkeit ist. Dann geht er hin und definiert für einen Anleger mit dieser Risikoneigung die optimale Mittelallokation. Als Beispiel: für diesen konservativen Anleger, ist das hier die optimale Allokation. Oder wenn wir einen eher aggressiven Investor haben, dann wählt er diese höhere Risikoneigung, Volatilität, bekommt dann diese Allokation und das ist dann für den Anleger optimal. Und dies wird dann umgesetzt.

Der Robo-advisor macht etwas Ähnliches. Das Obige ist ja ein völlig systematischer Prozess und der Robo-advisor sagt, jeder systematische Prozess ist digitalisierbar. Mit anderen Worten: das hier ist die Stufe 1 des Robo-advisors, der dem Anleger im Zweifelsfall eine App zur Verfügung stellt, mit welcher der Anleger selber bestimmen kann, wie seine Risikoneigung ausschaut. Innerhalb dieses Prozedere werden komplexe Fragestellungen über Algorithmen bearbeitet, welche die Risikoneigung und –fähigkeiten des Anlegers definieren. Und damit wird auch die Art und Weise definiert, wie der Anleger idealerweise seine Anlagen auf die einzelnen Anlagesegmente aufteilt. Der Robo-advisor errechnet dann die für den Anleger optimale Mittelallokation. Völlig systematisch, eine Maschine, ein Roboter, emotionslos. Keine Menschen, keine Sitzungen, günstig.
Ich fasse das zunächst einmal zusammen. Merke: Jeder systematische Prozess lässt sich digitalisieren. Systematisches Vorgehen ist die Basis einer vernünftigen Anlageperformance. Natürlich müssen Sie für all das noch ein bisschen Anlagewissen haben, meine Damen und Herren, aber das bekommen Sie ja bei Fintool. Ergo lässt sich vernünftige Anlageperformance digital herstellen. Stufe 1 ist die Definition einer Asset Allokation. Das haben wir Ihnen gezeigt. Stufe 2 ist dann die Umsetzung dieser Allokation in ein konkretes Portfolio, und eben dies zeigen wir im nächsten Video.
Robo Advisor

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Deutscher Schokoladen-Geschmack

Die seltsame Liebe der Deutschen zur Nuss-SchokoladeChocolate
Der deutsche Schokoladen-Geschmack ist einzigartig. Das Land ist voller Vollmilch-Fanatiker und Exotenfüllungs-Liebhaber. Diese Eigenarten kommen die Deutschen nun teuer zu stehen.

Carsten Dierig berichtet: Der große Tisch im Testlabor von Milka steht voll mit kleinen Schüsseln. Dutzende Zutaten für die nächste Innovation. Ganz links verschiedene Nüsse, daneben Kekskrümel, Streusel und Schokoladentropfen, rechts ein paar Fruchtstücke und sogar einige Saaten und salzige Snacks. Experten mit geschultem Gaumen arbeiten hier an neuen Geschmacksvarianten für die Schokolade der Zukunft. Alleine 15 Forscher beschäftigt Marktführer Milka am Stammsitz in Lörrach, um neue Kompositionen und Texturen zu erfinden. Denn zwei bis drei Neuheiten pro Jahr müssen es schon sein, unabhängig von den Saisonsorten. Das verlangt der Handel – und vor allem der Verbraucher.

Rund 1,7 Milliarden Euro Umsatz
Dennoch setzen Handel und Industrie große Stücke auf die Tafelschokolade. Zumal sie so beliebt ist wie kein anderes Produkt im Süßwarenregal und im vergangenen Jahr ein Wachstumsbringer, wie es beim Zentralverband Gewerblicher Verbundgruppen heißt. Allein von den 100-Gramm-Tafeln werden hierzulande rund zwei Milliarden Stück pro Jahr verzehrt, meldet Sweets Global Network – so viele wie nirgends sonst auf der Welt.

Dazu kommen noch die großen Tafeln mit mehr als 100 Gramm Gewicht und schließlich kleine Täfelchen mit weniger als 100 Gramm. Den Umsatz beziffert der Verein auf knapp 1,7 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die dahinter folgenden Schokoriegel kommen laut SG auf knapp 1,3 Milliarden und Kartoffelchips auf knapp 650 Millionen Euro….
Die seltsame Liebe der Deutschen zur Nuss-Schokolade
Kinderriegel

Teilzeitarbeit

Pia Tischhauser, Boston Consulting GroupPia Tischhauser
«Teilzeitmitarbeiter sind unglaublich strukturiert»
Firmen schwören öffentlich gerne auf die Vorteile flexibler Arbeitszeitmodelle. Hinter vorgehaltener Hand hält sich dann aber die Freude der Firmen- und Teamchefs über die Teilzeitarbeit in engen Grenzen. Im Video-Interview erklärt Pia Tischhauser von der Boston Consulting Group, warum.
Video bei NZZ

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Südafrikas Finanzsektor im Umbruch

Barclays und Old Mutual mit grundlegenden Änderungen. Nach der Bank Barclays hat auch der Finanzdienstleister Old Mutual eine Neuordnung seines Geschäfts angekündigt, die erhebliche Folgen für den südafrikanischen Finanzsektor haben dürfte.

In Südafrikas Finanzsektor werden die Karten neu gemischt. Am Freitag gab der einst südafrikanische, jetzt in London beheimatete Finanzdienstleister Old Mutual bekannt, seine vier sehr unterschiedlichen Geschäftsbereiche – eine südafrikanische Bank, ein afrikanischer Versicherer, ein amerikanischer und ein britischer Vermögensverwalter – bis 2018 voneinander zu trennen. An der südafrikanischen Grossbank Nedbank will Old Mutual nur noch einen Minderheitsanteil halten, der Rest soll unter den Old-Mutual-Aktionären aufgeteilt werden. Nur eineinhalb Wochen zuvor hatte Barclays angekündigt, seinen 62,3%igen Anteil an Barclays Africa stark zu reduzieren oder ganz zu verkaufen. Damit geht für die britische Bank eine fast 100 Jahre lange Geschichte auf dem Kontinent zu Ende.

Beide Finanzdienstleister verweisen als Grund auf die strikteren Banken-Regulierungen in der EU nach dem Ausbruch der Finanzkrise 2008. Sie machen höhere Kapital- und Liquiditätspuffer zur Risikoabsicherung nötig. Gleichzeitig schneiden die afrikanischen Tochtergesellschaften wegen rapider Währungsverluste in den in Pfund konsolidierten Geschäftsberichten immer schlechter ab…
Suedafrikas Finanzsektor im Umbruch
Suedafrika

Warum wir hohe Zinsen haben

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Natürlich leben wir in einem Tiefzinsumfeld. Tiefe Nominalzinsen. Aber Hand aufs Herz: ist nicht der eigentlich relevante Zins der Realzins, sprich: Nominalzins minus Inflationsrate. Hier sieht die Geschichte…
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