Ist die Finanzkrise ist auch eine Denkkrise?

Die Finanzkrise ist auch eine Denkkrise» Paul Kirchhof
Es gibt aus der Finanz- und Wirtschaftskrise, in der wir weiterhin stecken, letztlich nur zwei Auswege. Der eine ist die geordnete Rückkehr zur Normalität. Der andere Ausweg ist Weiterwursteln.

Es gibt aus der Krise, in der wir weiterhin stecken, letztlich nur zwei Auswege. Der eine ist die geordnete Rückkehr zur Normalität, zu Banken, die solide finanziert sind, zu tieferen öffentlichen und privaten Schulden, zu einer markant geschrumpften Geldmenge und zu Zinsen, die den Konsumverzicht wieder entschädigen. Das wird ohne Rezessionen und Verluste an den Vermögensmärkten, also bei Aktien und Immobilien, nicht möglich sein.

Der andere Ausweg ist Weiterwursteln. Das mag aufs Erste und vorübergehend weniger schmerzhaft erscheinen. Am Ende der derzeitigen finanziellen Repression mittels tiefer Zinsen wird dann aber eine explizite Enteignung der Gläubiger durch Schuldenschnitte und ein Zwangssparen zugunsten der überschuldeten Staaten stehen – und auch das begleitet von Rezessionen und Kurseinbrüchen. Das zeigt: «Die Finanzkrise ist auch eine Denkkrise» (Paul Kirchhof). Weil man das Unangenehme nicht denken will, wird man vor lauter Schmerzvermeidung in einer noch schmerzhafteren, chaotischeren Situation landen…Finanzkrise als Denkkrise

Infografik WELT

Positive Aussichten für Europa

Gute Aussichten für Europas Aktien?

Die Wahl Emmanuel Macrons zum Präsidenten Frankreichs hat laut Didier Saint-Georges vom französischen Fondshaus Carmignac für die europäischen Aktienmärkte viel verändert.

Politik habe nichts mit den Finanzmärkten zu tun, haben jüngst Ökonomen immer wieder behauptet. Didier Saint-Georges, Managing Director und Mitglied des Investment-Komitees des französischen Fondshauses Carmignac, widerspricht. Für ihn hat die Wahl Emmanuel Macrons zum französischen Präsidenten der Aktienhausse in Europa erst so richtig Schub verliehen. «Vorher war Deutschland mit seiner strikten Budgetdisziplin und seinem Willen, die EU zusammenzuhalten, ziemlich einsam», betont er…
Gute Aussichten für Europas Aktien/…
Politk habe nichts mit den Finanzmärkten zu tun.

Marilena Nardi
www.w-t-w.org/en/cartoon/marilena-nardi/

Flash Crash an der Wall Street

Am Montag erlebte die US-Börse einen handfesten Aktien-Crash. Für Präsident Donald Trump, der die bisherigen Rekordhochs stets als sein persönliches Verdienst verkaufte, ist das eine bittere Lektion.

Die Börse zählt zu den Lieblingsthemen von Donald Trump – kein Wunder, seine Präsidentschaft war bislang von steten Kursanstiegen begleitet. „Der Aktienmarkt hat einen Rekord nach dem anderen geknackt“, stolz zog er jüngst eine Zwischenbilanz seiner Amtszeit. Sein erstes Jahr habe acht Billionen an Börsenwert geschaffen, von dem alle Amerikaner profitierten. Am Montag dann jedoch das böse Erwachen: Der US-Aktienmarkt stürzt ab und zieht die internationalen Börsen mit nach unten. Ist die Trump-Rally vorbei?
Flash Crash an der Wall Street
Dow Jones im freien Fall 

Umweltprobleme sind ein grösseres Risiko als die Wirtschaft

Die Lektüre des «Global Risk Report» im Vorfeld des Jahrestreffens des WEF ist ungemütlich: Die Befragten sind pessimistischer als noch ein Jahr zuvor. Gar Kriege mit Beteiligung von Grossmächten werden nicht ausgeschlossen. Für Aufhellung sorgt die Wirtschaft….NZZ

Es ist auffällig, dass zur Finanzkrise 2007/2008 die Wirtschaftsrisiken überwogen haben. Jetzt werden diesen Themen, zumindest in den oberen Rängen, keine grösseren Auswirkungen mehr zugesprochen. Ab dem Jahr 2011 haben die Umweltthemen die Überhand gewonnen. Es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass die Wahrnehmung von Risiken für ein kommendes Jahr ein Kind der Erfahrungen des laufenden Jahres ist. In einer längeren Betrachtung der Entwicklung der Risiken lassen sich jedoch längerfristige Befindlichkeiten der WEF-Befragten herausfiltern.

Zehn Jahre nach der Finanzkrise zeigen die jüngsten Wirtschaftszahlen weltweit einen Aufschwung. Dies könnte eine Möglichkeit bieten, nichtökonomische Probleme beherzt anzugehen. Es könnte sich aber auch um eine Illusion handeln. Im Bericht wird deshalb auch vor Nachlässigkeit gewarnt. So sieht sich die Weltwirtschaft immer noch dem Problem des billigen Notenbankgeldes und der hohen Preise für Vermögenswerte, einem grossen Schuldenberg und Spannungen im Finanzsystem gegenüber. Ein Risiko dürfte auch die geringere Feuerkraft der Wirtschaftspolitik bei einer erneuten Krise sein. Es kommen die unsicheren Auswirkungen des technischen Wandels auf die Arbeitsverhältnisse und der aufkeimende Protektionismus hinzu.

The lovely graphic above is from The New Yorker more https://www.newyorker.com/cartoons

Geldwäsche Paradies Deutschland dank mangelnder Kontrolle

Diktatoren, Kriminelle, Konzerne, Super- und Ultrareiche – sie alle lieben Steueroasen. Schätzungsweise 130 Milliarden Euro gehen den Staaten jedes Jahr verloren, weil Geld auf Schwarzgeldkonten verschwindet oder in komplizierten Geflechten aus Briefkastenfirmen versteckt wird. Der Investigativ-Journalist Frederik Obermaier und der Steueranalyst Markus Meinzer erklären, wie das System funktioniert und warum die Staaten so wenig gegen den organisierten Steuerbetrug unternehmen.

Die Gäste im Planet Wissen-Studio mit den Moderatoren Birgit Klaus und Dennis Wilms.
Steueroasen-Betrug mit Ansage

Organisierte Kriminalität – Was geht das Frauen an?

Mit Frauenförderungs-ETF auf Kundinnen-Fang

 
Die UBS hat einen ETF lanciert, der in frauenfreundliche Firmen investiert und an die UBS Optimus Foundation spendet. Doch die Anlegerin kauft die Katze im Sack.

Claudia Gabriel berichtet:

Es klingt gut: Ein Exchange Traded Fund (ETF) auf frauenfreundliche Firmen, der noch dazu 5% seiner Verwaltungsgebühr an einen guten Zweck spendet – nämlich an die UBS Optimus Foundation, die sich mit philanthropischen Projekten für Nachhaltigkeit einsetzt. Doch gute Sache hin oder her: Ein Investment sollte immer auch rational geprüft werden, sonst kann die Anlegerin gleich direkt eine Spende tätigen. Einige Fragen gehören beantwortet, zum Beispiel, wie ein Investment zum Rest des eigenen Portfolio-Inhalts passt und welche Kosten es verursacht.

Index für Frauenfreundlichkeit…NZZ

@RaffiAnderian
www.raffianderian.com

 

 

Abschied: Janet Yellen war die erste Frau der Fed

Die promovierte Ökonomin Janet Yellen führte, als erste Frau in der fast Janet Yellen100-jährigen Geschichte die Geschicke der Fed.
 
Jetzt verabschiedet Sie sich mit einer Zinserhöhung
Die Fed-Chefin hat am Mittwoch ihren letzten grossen Auftritt. Sie wird bekanntgeben können, dass die US-Notenbank die von ihr initiierte Normalisierungspolitik fortsetzt. Die Fed-Bilanz schrumpft bereits leicht.

Wenn in den kommenden Wochen nichts Aussergewöhnliches passiert, wird Janet Yellen am Mittwochnachmittag Punkt 14 Uhr 30 (Ortszeit) letztmals nach einer Sitzung des Fed-Offenmarktausschusses (FOMC) als Chefin der US-Zentralbank vor die Presse treten. Dabei wird sie mit grösster Wahrscheinlichkeit eine neuerliche leichte Leitzinserhöhung um 25 Basispunkte bekanntgeben und darlegen, ob und wie im kommenden Jahr die geldpolitische Normalisierung in den USA weitergehen könnte.

Jerome H. Powell wird im Februar das Zepter übernehmen.

Was sind eigentlich Bitcoin Wale?

Bitcoin Whales
Warum die mächtigsten Bitcoin-Investoren den Markt mit einem Achselzucken zum Einsturz bringen könnten. Am 12. November 2017 hatte jemand fast 25.000 Bitcoins im Wert von etwa 159 Millionen US-Dollar auf eine Online-Tauschbörse transferiert. Die Nachricht kursierte bald durch diverse Foren, Bitcoin-Händler stritten darüber, ob der Besitzer diese riesige Menge verkaufen wollte.

Besitzer solch großer Mengen von Bitcoin werden oft als Wale bezeichnet. Und sie machen Anlegern zunehmend Angst. Denn die mächtigen Inhaber können die Preise sinken lassen, indem sie nur einen Teil ihrer Bestände verkaufen. Diese Verkäufe sind immer wahrscheinlicher, jetzt, da die Kryptowährung seit Januar fast um das Zwölffache gestiegen ist…Bitcoin Investoren könnte Markt stürzen

Krypto-Wale sind vermutlich gut vernetzt
Schätzungsweise 40 Prozent von Bitcoin sind im Besitz von rund 1.000 Nutzern. „Und bei den aktuellen Preisen möchte wohl jeder etwa die Hälfte seiner Anteile verkaufen“, sagte Aaron Brown, ehemaliger Geschäftsführer und Leiter der Finanzmarkt-Recherche bei AQR Capital Management, der amerikanischen Wirtschaftsnachrichtenseite Bloomberg.
The Bitcoin Whales: 1,000 People Who Own 40 Percent of the Market

Bitcoin Achterbahn

Wahnsinn! Anders lässt sich der Aufstieg des Bitcoins nicht mehr beschreiben. Seit dem Jahresanfang ist der Preis der Cyberwährung um sagenhafte 1.000 Prozent nach oben geschossen.

Bitcoin-Kaufpanik: Digitalwährung gewinnt in 24 Stunden 40 Prozent an Wert – doch „Wild-West-Tage könnten bald vorbei sein“. Naja, bestimmt ist nicht der Stomverbrauch für Kryptogeld Schuld an den Kursschwankungen.

Bedroht der Bitcoin-Boom die globale Energiewende? Erstmals haben Bitcoins die 15.000-Dollar-Marke durchbrochen. Eine Schattenseite der steigenden Nachfrage: Die Produktion der virtuellen Währung verbraucht enorme Strommengen, die mithilfe mongolischer Kohle erzeugt werden….Stromverbrauch/ Der Spiegel

Das ist der Tanz auf dem Vulkan: Am Donnerstag übersprang der Bitcoin drei Tausender-Marken, in der Nacht zu Freitag verlor die Kryptowährung einen Großteil der Gewinne – und steigt Freitagvormittag wieder. Kurz vor Einführung der Terminkontrakte werden die Bitcoin-Glücksritter immer nervöser. Jetzt pfuschen ihnen noch die Hacker ins Handwerk.

Kurz vor dem Start von Terminkontrakten auf die Digitalwährung Bitcoin steigt die Nervosität am Markt von Minute zu Minute. Der Höhenflug des Bitcoin fand am Freitag zunächst ein Ende. Die Kryptowährung verbilligte sich um einen zweistelligen Prozentbetrag und stürzte auf rund 14.500 Dollar – um dann am Vormittag wieder zu steigen.

Am Donnerstag war der Kurs noch um fast 3000 Dollar gestiegen, die Kryptowährung hatte auf dem größten Marktplatz Bitstamp mit fast 16.000 Dollar so viel wie noch nie gekostet.

Arcadio Esquivel
Costa Rica

Twitter: Arcadio Esquivel