Geldwäsche im Emissionshandel?

Schlußfolgerung: Solange die Bundesrepublik die Geldwäsche nicht bekämpft, sind
CO2-Zertifikate nur eine Einladung an die Organisierte Kriminalität.
Erkennung von Geldwäsche im Emissionshandel.

Schwarze Schafe machen sich überall breit, wo es lukrativ erscheint. So auch im Emissionshandel. Aus gegebenem Anlass hat das Umweltbundesamt (UBA) eine empirische Studie zur Erkennung der Risiken von Geldwäsche im Europäischen Emissionshandelssystem (EU-ETS) veröffentlicht.

Je größer der Emissionshandel wird, um so interessanter wird er für Geldwäsche, also für das Einspeisen illegaler Einnahmen in den legalen Wirtschaftskreislauf.

Eine empirische Studie untersucht die Erkennung der Risiken von Geldwäsche im Europäischen Emissionshandelssystem (EU-ETS). Die ermittelten Transaktionsmuster und wahrgenommenen Verdachtsfälle begründen einen Geldwäscheverdacht in hochgerechnet ca. 300 Fällen innerhalb eines Handelsjahres.

Es werden sechs Empfehlungen ausgesprochen: (1) Softwaregestützte Analysen des Unionsregisters, (2) Abgabe von Verdachtsmeldungen, (3) Reformierung des Unionsregisters, (4) Implementation von Compliance-Management-Systemen auf Seiten der Kontoinhaber/innen und (5) webbasierte Schulungsmaßnahmen durch die Deutsche Emissionshandeslstelle. (6) Internationale Risikoanalysen.
Erkennung von Geldwäsche im Emissionshandel/ Studie

Aus dieser Studie werden sechs Empfehlungen abgeleitet: (1) Softwaregestützte Analysen des Unionsregisters, (2) Abgabe von Verdachtsmeldungen, (3) Reformierung des Unionsregisters, (4) Implementation von Compliance-Management-Systemen auf Seiten der Kontoinhaber/innen und (5) webbasierte Schulungsmaßnahmen durch die Deutsche Emissionshandelsstelle im Umweltbundesamt (DEHSt). (6) Internationale Risikoanalysen zur Bekämpfung von Geldwäsche im EU-ETS.

Ergebnis der Studie: Der Emissionshandel ist auch weiterhin anfällig für Straftaten. Jahrelang  wurde er  von kriminellen Netzwerken genutzt, um die Umsatzsteuer zu hinterziehen. Es entstand europaweit ein Schaden von 5 bis 8 Milliarden Euro. Auch wenn das mittlerweile weitgehend nicht mehr möglich ist, ist der Emissionshandel anfällig für Geldwäsche.

Die jetzt veröffentlichte Studie der Universität Halle-Wittenberg im Auftrag des Bundesumweltamtes belegt dies. Innerhalb eines Handelsjahres sei in mindestens 300 Fällen der Verdacht auf Geldwäsche gegeben, so die Studie. Das Risikopotenzial dürfte sehr viel höher einzuschätzen sein. Für die Zukunft sieht ist Studie eine steigende Gefahr auf Geldwäsche mit dem Anstieg der CO2-Preises.

Wir erinnern uns. Der CO2-Preis pro Tonne ist ein wichtiger Baustein bei der Erreichung der bundesdeutschen Klimaziele. Ein steigender CO2-Preis soll einen Anreiz für klimafreundliches Wirtschaften geben.

Der Preis soll schrittweise ansteigen. Für das Jahr 2026 soll ein Preiskorridor von mindestens  55 und höchstens 65 Euro gelten.

Das ist fast dreimal so viel wie eine Tonne CO2 derzeit kostet.  Also steigende Anreize auch für Kriminelle?

Betrug mit CO2-Zertifikaten: Razzia bei der Deutschen Bank
Wegen möglichen Steuerbetrugs beim CO2-Emissionshandel haben Ermittler die Zentrale der Deutschen Bank durchsucht. Gegen fünf Mitarbeiter wurde Haftbefehl erlassen.

 

Weltbank: Steueroasen wohin das Auge blickt!

Ein wissenschaftlicher Aufsatz hat ein Beben in der Weltbank ausgelöst. Es geht um den Kern ihrer Tätigkeit.

Ein wissenschaftlicher Aufsatz hat ein Beben in der Weltbank ausgelöst und wird in Zusammenhang mit dem überraschenden Abschied der Chef-Volkswirtin Pinelopi Goldberg gebracht. Drei Forscher, darunter ein Weltbank-Ökonom, haben starke Hinweise dafür gefunden, dass die Eliten armer Länder bedeutende Anteile der Entwicklungshilfe einkassieren und in Steueroasen schleusen.

Winand von Petersdorff-Campen berichtet: Hohe Entwicklungshilfe-Zahlungen gehen demzufolge einher mit einem hohen Anstieg der Guthaben bei Finanzinstituten in Ländern, die für das Bankgeheimnis und diskrete Vermögensberatung bekannt sind. Auffällig ist: Die Guthaben stiegen immer dann, wenn Entwicklungshilfe überwiesen wurde. Die Fachleute haben eine Reihe von alternativen Deutungen ausgeschlossen. Weder Naturkatastrophen, Finanzkrisen oder Bürgerkriege haben die Empfängerländer veranlasst, Entwicklungshilfe in Steueroasen zu parken….FAZ
Beweise von Offshore-Bankkonten
Entwicklungshilfe landet in Steueroasen

„Herr Präsident, ich dachte, dass all die Millionen von Dollars, für unsere Ausbildung , gegen Aids und Hilfe für unsere Familien ihre Pflanzen zu bewässern ist.“
-Cartoon- Derek Easterby
www.w-t-w.org/en/cartoon/derek-easterby

Narrative über die Geldpolitik der EZB

Narrative über die Geldpolitik der EZB – Wirklichkeit oder Fiktion?

Isabel Schnabel (CV Schnabel)  ist die neue Deutsche
im Direktorium der Europäischen Zentralbank. Sie will ihren Landsleuten die Geldpolitik endlich besser vermitteln und mit «Halbwahrheiten» aufräumen, damit die zum Teil deftige Kritik an der EZB abnimmt. Jüngst hielt sie dazu eine vielbeachtete Rede.

Michael Rasch brichtet: Die neue EZB-Präsidenten Christine Lagarde und Schnabel nun die Bürger besser erreichen wollen, ist ein hehres und vernünftiges Unterfangen. Schnabel beklagte vor allem die Verrohung der Sprache der Boulevardmedien

In ihrem Vortrag verwies sie zuerst auf die wirtschaftlichen Erfolge Deutschlands in den vergangenen zehn Jahren, legte dann die Weltsicht der EZB dar und rechnete schliesslich mit den angeblichen Risiken und Nebenwirkungen der Geldpolitik ab. Dabei ist wohl unbestritten, dass Deutschland eine ausserordentlich prosperierende Periode hinter sich hat, zu der allerdings deutlich mehr Faktoren beigetragen haben als die äusserst expansive Zinspolitik der EZB. Rein geldpolitisch verwies Schnabel auf den in den vergangenen Jahren stark gesunkenen realen Gleichgewichtszins. Dieser ergibt sich, wenn alle Produktionsfaktoren voll ausgelastet sind und keinen Preisdruck ausüben. Diesen Gleichgewichtszins müsse die EZB unterbieten, um die Inflation wie gewünscht zu erhöhen. Der reale Gleichgewichtszins hänge von vielen strukturellen Faktoren ab, zum Beispiel der Demografie und der Innovationsfähigkeit einer Gesellschaft. Richtigerweise erwähnte Schnabel, dass diesen Zins niemand genau kenne, sondern dass man ihn lediglich schätzen könne. Die Spanne liegt laut EZB-Schätzungen zwischen 0,5 und –2%, andere Ökonomen kommen aber auch zu weniger dramatischen Ergebnissen….NZZ.ch
FT.com
ECB.europa.eu/press

Ralph Orlowski / Reuters

Rede von Isabel Schnabel 2020
@Isabel_Schnabel / Twitter

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Münchner Sicherheitsbericht 2020

Westlessness

Politiker diskutieren über aktuelle Themen im Bayerischen Hof.
Auf der 56. Münchner Sicherheitskonferenz im Hotel Bayerischer Hof vom 14.-16.2.2020 diskutieren internationale Politiker über weltpolitische Themen. Erste Teilnehmer wurden bereits bekanntgegeben, darunter Bundespräsident Steinmeier und Frankreichs Präsident Macron. Für die Öffentlichkeit gibt es einige Veranstaltungen im Rahmenprogramm.

Wird die Welt weniger westlich? Wird auch der Westen selbst weniger westlich? Was bedeutet der Rückzug des Westens als ordnungspolitischer Akteur? Wie könnte eine westliche Antwort auf wachsende Großmachtrivalitäten aussehen?

Der Munich Security Report 2020 wirft ein Schlaglicht auf das Phänomen der „Westlessness“. „Westlessness“ beschreibt ein weitverbreitetes Gefühl des Unbehagens und der Rastlosigkeit angesichts wachsender Unsicherheit über die Zukunft und Bestimmung des Westens. Eine Vielzahl aktueller Sicherheitsherausforderungen scheinen direkt mit dem vielbeschriebenen Zerfall und Rückzugs des Westens verknüpft zu sein. Überdies scheint das Verständnis dafür, was es eigentlich heißt, ein Teil des Westens zu sein, in westlichen Gesellschaften verloren gegangen zu sein. Es bleibt unklar, inwieweit der Westen eine Strategie und gemeinsame Antwort auf eine sich abzeichnende Ära der Großmachtrivalität finden wird – wobei darin vielleicht die größte strategische Herausforderung für die transatlantische Partnerschaft liegt.

Unter dem Titel „Westlessness“ widmet sich der MSR in diesem Jahr insbesondere der gegenwärtigen Krise des Westens. Er gibt einen Überblick über zentrale sicherheitspolitische Herausforderungen und enthält aufschlussreiche Daten und Analysen zu ausgewählten geografischen und thematischen Schwerpunkten. Zusätzlich zu ihrer Funktion als Diskussionsgrundlage für die Münchner Sicherheitskonferenz, ist die Reportserie auch zu einer wichtigen Ressource für Sicherheitsexperten und die interessierte Öffentlichkeit in aller Welt geworden. Der letzte Report wurde über 30.000 Mal heruntergeladen und stieß auf ein breites Echo in der deutschen sowie internationalen Medienlandschaft. Die Diskussion auf Twitter findet unter #MSCreport und #Westlessness statt….Munich Security Report 2020

Was Frau zur Sicherheitskonferenz wissen sollte.

Wer nimmt an der Siko teil?
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält die Eröffnungsrede – als Außenminister war er regelmäßig bei der Tagung zu Gast, zuletzt 2017. Bereits zugesagt haben rund 30 Staats- und Regierungschefs sowie 70 Außen- und Verteidigungsminister. Erstmals nimmt der französische Präsident Emmanuel Macron an der Konferenz teil, ebenso wie Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Weitere offiziell bestätigte Gäste: Justin Trudeau, (Premierminister Kanadas), Erna Solberg (Premierministerin Norwegens), Margrethe Vestager (Vize-Präsidentin der EU-Kommission).Die Veranstalter der Münchner Sicherheitskonferenz erwarten über 450 prominente Teilnehmer: Staatsoberhäupter, Regierungschefs und Minister, Vertreter von NGOs und internationalen Organisationen sowie Repräsentanten aus der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft.Worum geht es bei der Siko?

Die Münchner Siko versteht sich als „weltweit führendes Forum für Debatten zu internationaler Sicherheitspolitik“. In Reden, Diskussionsforen und nicht-öffentlichen Gesprächen besprechen und klären die Teilnehmer grundsätzliche Fragen und aktuelle Brennpunkte der Weltpolitik….München.de

Kostas Koufogiorgos
www.koufogiorgos.de/

Was Whistleblowern und investigativen Journalistinnen droht

Aufklärer unter Verdacht

 Das Feature  53 min 28.01.2020Von Charly Kowalczyk

Viele gesellschaftliche Missstände oder Verbrechen würden ohne sie nie aufgedeckt. Doch sind Whistleblower wirklich ausreichend geschützt? Und wie groß ist das persönliche und juristische Risiko für investigative Journalistinnen und Journalisten?

Die Pressefreiheit gilt als einer der Grundpfeiler der Demokratie, als vierte Macht mit Wächterfunktion. Eine der wichtigsten Quellen investigativer Journalisten sind Whistleblower.

Als 2011 der deutsche Bundestag über Whistleblower und den Informantenschutz in Betrieben debattierte, unterstellte der langjährige CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender Volker Kauder den Hinweisgebern „Blockwart-Mentalität“. Informanten werden bis heute als Verräter und Denunzianten beschimpft und mit arbeitsrechtlichen Sanktionen bestraft.

Nun soll eine EU-Richtlinie Whistleblower in Zukunft besser schützen. Reicht das aus? Wie ist es um die Pressefreiheit bestellt? Und wie ergeht es denen, die sie umsetzen wollen?

Aufklärer unter Verdacht
Was Whistleblowern und investigativen Journalistinnen droht
Von Charly Kowalczyk

Regie: Thomas Wolfertz
Es sprachen: Sigrid Burkholder und Volker Risch
Ton und Technik: Wolfgang Rixius und Katrin Fidorra
Redaktion: Wolfang Schiller
Produktion: Dlf 2020

Charly Kowalczyk, 1957 in Singen (Baden-Württemberg) geboren, schreibt Features, Reportagen und Sachbücher. Er hat die Veranstaltungsreihe „bremer hörkino“ mitgegründet. Sein Feature „Halts Maul, du lügst – Verdingkinder in der Schweiz“ (DLF/HR/SWR/WDR 2013) wurde mit dem Featurepreis ´13 der Stiftung Radio Basel ausgezeichnet, „Angelika – Annäherung an ein Kinderleben“ (DKultur/NDR 2010) mit dem Deutschen Sozialpreis und dem Robert Geisendörfer Preis.

Aufklärer unter Verdacht. Was Whistleblowern und investigativen Journalistinnen droht (PDF)

Aufklärer unter Verdacht. Was Whistleblowern und investigativen Journalistinnen droht (Textversion)

„Keine Subsidiaritäts­klage wegen EU-Richt­linie zum Schutz von Hinweis­gebern“

Berlin, 30.01.2020 – Bundestag

Der Bundestag hat den Antrag der AfD auf eine Subsidiaritätsklage gegen die EU-Whistleblower-Richtlinie abgelehnt. Nach Ansicht der Redner der AfD fördere die Richtlinie Denunziantentum, gefährde den Betriebsfrieden und diene der effizienteren Überwachung der Mitgliedstaaten auf rechtmäßige Anwendung des EU-Rechts. Für derartige Vorschriften fehle der EU die Kompetenz. Redner*innen der anderen Bundestagsfraktionen entgegneten dem, dass für die Aufklärung von grenzüberschreitenden Missständen und für einen funktionierenden Binnenmarkt ein europaweiter Whistleblowerschutz notwendig sei. … Bundestag.de/dokumente/

https://www.sportschau.de/hintergrund/Bundesregierung-will-Whistleblower-schuetzen-100.html

Kommentar: Davos – Es ist Zeit zum Handeln!

Aktionismus oder Ernsthaftigkeit?

Das kann man Aktionismus nennen. Denn diese Bäume werden kaum das Weltklima retten. Aber es kann Teil eines großen Pakets sein. Es geht darum, nachhaltig zu wirtschaften und schonend mit den knappen Ressourcen umzugehen. „Klimaschutz ist eine Frage des Überlebens“, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Davos und fand sich damit in einer Reihe mit Klimaaktivisten wie Greta Thunberg….DW.com

Warum in Davos die Antworten auf die grossen Fragen ausblieben
Die WEF-Teilnehmer wälzten die Herausforderungen der Welt. Das Treffen zeigte aber auch, warum es aktuell besonders schwierig ist, diese zu meistern….Landbote.ch

«Episode mit Trump-PK war sinnbildlich»: Was von Davos bleibt.
Donald Trump und Greta Thunberg waren am WEF 2020 die auffälligsten Figuren. Sie prägten das diesjährige Treffen in den Schweizer Bergen. Der US-Präsident fiel mit seiner Eröffnungsrede und ganz viel Eigenlob auf, die Aktivistin aus Schweden zeigte ihren unermüdlichen Einsatz in Sachen Klimadebatte…Tagesanzeiger.ch

Die Klimadebatte entzweit Manager und Politiker –
Chronik des Schlusstages am WEF Nr. 50

Klimafragen bildeten ein Hauptthema des Weltwirtschaftsforums von 2020. Greta Thunberg und andere junge Klimaaktivistinnen sorgten dafür, dass das Thema auch am letzten WEF-Tag im Fokus blieb. Die Organisatoren und der Bundesrat ziehen eine positive Bilanz…..NZZ.ch

Brandstifter/ Davos
https://www.stuttmann-karikaturen.de/karikatur/7310

Investmentstrategie Megatrend

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri. Fintool.

Was haben frühere Megatrends dem Anleger gebracht?
Nanotech als Beispiel:

Dr. Jan Tomaschoff
www.w-t-w.org/en/dr-jan-tomaschoff/

Wie Kriminelle und Terroristen Europa plündern

Durch organisierten Betrug werden pro Jahr 50 Milliarden Euro aus den Steuerkassen europäischer Staaten erbeutet – mit Scheinfirmen, die Umsatzsteuer hinterziehen. Wer stoppt den Milliardenraub?

„Weil die EU-Finanzminister schlafen, plündern Kriminelle schon seit mehr als 20 Jahren ungestört die Allgemeinheit: Mehrwertsteuer-Betrug kostet den Staat jährlich Milliarden. Doch die Politik tut sich schwer, den fatalen Systemfehler zu beheben“.
(Zitat aus einem Bericht von ntv vom 8.9.2016).

Der Betrug ist grenzüberschreitend und deshalb so schwierig zu verfolgen. Beim Umsatzsteuerkarussellbetrug nutzen die Akteure dabei die Schwächen im Umsatzsteuersystem der EU aus. Sie verkaufen Waren steuerfrei ins Ausland an sogenannte Missingtrader (Schein- oder Briefkastenfirmen) und holen sich dabei die in Rechnung gestellte Mehrwertsteuer als Vorsteuer vom Fiskus zurück. Die Scheinfirmen erstellen ihrerseits wiederum Rechnungen mit Steuerausweis und ermöglichen dem Rechnungsempfänger den Vorsteuerabzug, ohne den in Rechnung gestellten Umsatzsteuerbetrag an den Staat abzuführen. Anschließend tauchen diese Scheinfirmen unter….FinanzTreff Umsatzsteuerbetrug in der EU

Markus Grolik
www.w-t-w.org/en/markus-grolik/

Beuteland: Die Millionengeschäfte krimineller Clans

Sebastian Fiedler, Vorsitzender des Bundes deutscher Kriminalbeamter, sagt: „Wenn wir die Geldwäsche bekämpfen würde, hätten wir gar keine Clanbildung in Deutschland.“

“ Die syrischen Zuwanderer sind im Rauschgifthandel, in der Schleusungskriminalität sowie bei Steuer- und Zolldelikten aktiv. Sebastian Fiedler, Vorsitzender des Bundes deutscher Kriminalbeamter, sagt: „Natürlich ist es so, dass wir Sorge haben, dass sich ähnliche Effekte bilden wie das in der Vergangenheit bei der Zuwanderung der sogenannten M-Kurden hier war.“

Film von René Althammer und Olaf Sundemeyer
Eine Kleingartenanlage in einer deutschen Großstadt. Hier hat die Angehörige einer Clan-Familie Lebensträume vernichtet.

Die Kleingärtner wollten ihre Pachtgrundstücke kaufen, doch sie wurden einfach überboten. Die neue Eigentümerin der Kleingartenanlage lebt im Libanon, sie soll mit einem Clan-Chef verwandt sein. Nicht die einzige Immobilie, die sie erworben hat.

Clans funktionieren wie Wirtschaftsunternehmen

Der Film zeigt, arabische Clans sind nicht nur national, sondern international vernetzt. Sie funktionieren wie Wirtschaftsunternehmen. Gelder werden da angelegt, wo sie sicher sind und Gewinne erwartet werden. Das gilt auch für kriminell erwirtschaftetes Vermögen. Es wird in den legalen Wirtschaftskreislauf eingebracht und angelegt. Der deutsche Immobilienmarkt bietet dafür beste Möglichkeiten und das schon seit langem. Die Berliner Oberstaatsanwältin Petra Leister ermittelt seit Jahren gegen kriminelle Clans in der Hauptstadt. Sie stellt fest, dass es schon seit geraumer Zeit „zu Firmengründungen gekommen ist“ und dass die Ermittler immer wieder auf Immobilien stoßen, von denen die Polizei nicht wusste, dass sie den Clans gehören. Öffentlichkeitswirksame Razzien in Shisha-Bars, die vorübergehende Beschlagnahme von Luxusautos, die Politik der „Nadelstiche“ ändern daran nur wenig. Allein die Mieteinnahmen der Clans aus Immobilienbesitz sichern oft ihre Existenzgrundlage und den Zusammenhalt. Nordrhein-Westfalen ist dabei einer der Schwerpunkte krimineller Familienbanden. Von deutschlandweit 27 Ermittlungsverfahren gegen Clans im Rahmen organisierter Kriminalität wurden im vergangenen Jahr allein 17 in NRW geführt.

Neue Clanstrukturen

Bislang liegt das Augenmerk der Öffentlichkeit vor allem auf den Alt-Clans, doch nun könnte sich die Geschichte wiederholen. Waren es in den 1970er Jahren die Mhallamiye-Kurden aus dem Libanon, so beobachtet die Polizei inzwischen, dass auch ein Teil der syrischen Zuwanderer vergleichbare Strukturen bildet. Was beide Gruppen verbindet, sind Familie, Herkunft, Sprache. Noch ist der Anteil der Tatverdächtigen aus diesem Bereich gering, aber im aktuellen Lagebild des Bundeskriminalamtes zur Organisierten Kriminalität heißt es: „Die nunmehr bekannte Auswirkung der Zuwanderung auf die OK gilt es dennoch weiter zu beobachten und die Bildung neuer bzw. die Verfestigung etablierter OK-Strukturen zu verhindern.“ Die syrischen Zuwanderer sind im Rauschgifthandel, in der Schleusungskriminalität sowie bei Steuer- und Zolldelikten aktiv. Sebastian Fiedler, Vorsitzender des Bundes deutscher Kriminalbeamter, sagt: „Natürlich ist es so, dass wir Sorge haben, dass sich ähnliche Effekte bilden wie das in der Vergangenheit bei der Zuwanderung der sogenannten M-Kurden hier war.“

Auf der Spur des Geldes

Die Reportage begibt sich bei alten und neuen Clans auf die Spur des Geldes, das die Basis der kriminellen Familienbanden bildet. So zeigt der Film, wie sie Gesetzeslücken gezielt ausnutzen und damit in die Schwachstellen des Staates stoßen. Die Autoren berichten, wie leicht Notare, Banken und Behörden es den Tätern machen, indem Geldwäsche und Steuerhinterziehung nicht konsequent angezeigt und verfolgt werden. Beschlagnahmungen zeigen zwar Wirkung, aber viele Straftaten können kaum verfolgt werden, denn oft fehlt es an Zeugen. Einschüchterungen und Bedrohungen lassen viele Opfer schweigen. Doch der Staat bündelt nun seine Kräfte. Nicht nur die Landeskriminalämter, sondern auch das Bundeskriminalamt ist in den Kampf gegen die Clankriminalität eingestiegen…Phönix

Sebastian Fiedler, @fiedelseb  Vorsitzender des Bundes deutscher Kriminalbeamter, sagt: „Wenn wir die Geldwäsche bekämpfen würde, hätten wir gar keine Clanbildung in Deutschland.“

Geldwäsche/ Money Laundering

www.w-t-w.org/en/rodrigo-de-matos

Nur mit Bildung erreicht man den Aufstieg!

Kaum Freizeit im Grundschulalter
Chinesische Kinder sind gut in Mathe.
Nur mit Bildung durch „Chiku“ erreicht man den Aufstieg, heißt es in China. Das erfahren schon die Kinder in der Kita. „Chiku“ heißt frei übersetzt: „leiden“.

Ning Wang berichtet: Schulische Leistungen gelten als Voraussetzung für den sozialen Aufstieg

Bildung gilt Eltern in asiatischen Ländern und besonders in China als Voraussetzung und Garant für sozialen Aufstieg und eine solide Karriere ihrer Kinder. „Chiku“ – frei übersetzt „leiden“ – gehört dazu. Nur durch harte Arbeit kann man alles erreichen.

Das ist die chinesische Variante des amerikanischen Traums „vom Tellerwäscher zum Millionär“. Allerdings geht es nicht nach der Vorstellung des Selfmade-Millionärs. Die Mühen, die es zu bewältigen gilt, beziehen sich auf die schulischen und akademischen Leistungen. Nur dann hat man Aussicht auf einen guten Job und ein gutes Einkommen.

Lange galt das Bildungssystem als starr, mit zu viel Frontalunterricht, bei dem die Lehrer ihren Stoff runterreißen und kaum auf das Lerntempo der Schüler eingehen können. Freizeit kennen die Kinder kaum. Spiel und Spaß kommen nach westlicher Sichtweise viel zu kurz.

Auch wenn im Kindergarten behutsam umgesteuert wird, hat sich insgesamt wenig geändert. So zeigt eine aktuelle OECD-Studie (OECD Education Study), dass Chinas Schüler in Sachen Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen weltweit am besten abgeschnitten haben. Mit Peking und Shanghai sowie den Provinzen Zhejiang und Jiangsu hat China in der aktuellen Pisa-Studie überall die Spitzenplätze weltweit belegt.
Einen Großteil der Hausaufgaben macht Mathematik aus

Das aktuelle Curriculum des Bildungsministeriums für die Primarstufe sieht für die erste Klasse pro Woche vier Stunden Mathematikunterricht vor. Das klingt erst mal nicht viel. Aber nicht nur die Herangehensweise ist unterschiedlich, auch die Komplexität und die Zeit, die für Matheaufgaben aufgewendet wird, unterscheiden sich vom Westen.

Während Chinas Grundschulkinder im Schnitt etwa drei Stunden Hausaufgaben machen – dreimal mehr als ihre französischen Altersgenossen –, verbringen sie den Hauptanteil der Zeit damit, Matheaufgaben zu rechnen.

Es gibt auch Kritik an der Pisa-Studie. Bemängelt wird, dass die Ergebnisse nicht für das ganze Land repräsentativ sind. Sicherlich findet man das Niveau der Pekinger Schulen nicht überall im Land. Doch Andreas Schleicher, der deutsche Kopf hinter dem standardisierten Pisa-Test, ist der Überzeugung, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die anderen Städte und Provinzen aufholen.
7,5 Millionen Uni-Absolventen

Was heute Shanghai ist, sind morgen Shenzhen oder Nanjing. Pekings Regierung investiert stark in Bildung. So ist die Zahl der Universitäten im Land von 2008 bis 2018 um 400 auf 2663 gestiegen.

Im vergangenen Jahr absolvierten 7,5 Millionen Studenten die Universität. Vor zehn Jahren waren es noch fünf Millionen. Die chinesische Regierung gab im vergangenen Jahr 3,7 Billionen Yuan (umgerechnet 520 Milliarden Dollar) für Bildung aus. Insgesamt werden, schon sieben Jahre in Folge, vier Prozent des BIP in Bildung investiert.

Gerade bei den Kleinsten wurde in den vergangenen Jahren das Budget angehoben. 2018 stiegen, laut der jüngsten Zahlen Pekings, die Ausgaben für Kindergärten pro Kind um über zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Volkssport Bildung

„Lasst uns mal biyibi“, ruft die Kindergärtnerin. Milde übersetzt heißt das „vergleichen“, aber eigentlich ist es eine Wettbewerbssituation, in der sich chinesische Kinder immer wieder vorfinden. Von klein auf heißt es dann: Schau dir die anderen Kinder an, die sitzen schön und artig. Später dann: Sie können schon so gut Gedichte aufsagen, so gut rechnen, so gut dies und das. Es ist eine Gesellschaft, in der die Jüngsten darauf getrimmt werden, dass sie besser sein müssen als der

Ging es lange vor allem darum, einen guten Platz in den Schulen und dann in den Universitäten des Landes zu ergattern, um hoffentlich einen guten Job zu bekommen, vergleichen sich die in den 1990er Jahren geborenen und die Millennials meist nur noch des Vergleichs wegen. Sie haben es ihr Leben lang nicht anders gelernt. Das betrifft dann nicht mehr nur die Disziplinen Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften. Es ist ein Volkssport geworden….Tagesspiegel