Der Bär und das Schweigen: Rudolf Elmer war Teil eines Systems, das Diskretion zur Tugend und Schweigen zur Währung machte. Als langjähriger Banquier privé im globalen Offshore-Geschäft sah er, wie Macht, Geld und Moral ineinandergriffen und wie Wahrheit zur Gefahr werden konnte.
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Kategoriearchiv: Korruption
Selten habe ich so viel Empörung und Wut mitbekommen
Interview Cum-Ex-Jägerin Brorhilker
„Selten habe ich so viel Empörung und Wut mitbekommen“
Lange saß Anne Brorhilker Finanzkriminellen im Nacken. Am Ende warf die Ex-Oberstaatsanwältin desillusioniert hin. Denn Deutschland hat denen, die den Fiskus im großen Stil ausnehmen, wenig entgegenzusetzen. Woran das liegt – und wie es besser ginge.
Lars Klingbeil wählte Ende Februar markige Worte: „Der Rechtsstaat verschärft die Gangart und er lässt sich nicht mehr auf der Nase herumtanzen“, sagte er bei der Ankündigung eines Aktionsplans gegen Organisierte Kriminalität.
Dass ausgerechnet der Finanzminister darüber spricht, mag zunächst befremdlich wirken. Doch gerade in seinem Feld tanzen Kriminelle dem Staat besonders auf der Nase herum: Jährlich entgehen ihm durch Steuerhinterziehung und ähnliche Vergehen Milliarden.
Viele Jahre hat Anne Brorhilker genau solche Täter zur Rechenschaft gezogen. Mit ihren Ermittlungen zum Cum-Ex-Steuerraub brachte sie sogar Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz in Bedrängnis. Doch 2024 war für die ehemalige Oberstaatsanwältin und Cum-Ex-Chefermittlerin Schluss.
web.de/magazine
Interview Cum-Ex-Jägerin Brorhilker
Früher ermittelte Anne Brorhilker gegen Finanzkriminelle. Inzwischen positioniert sie sich bei der Bürgerbewegung Finanzwende gegen die Finanzlobby.
© dpa
Teilgeständnis in Panama-Papers-Prozess
Finanzkriminalität: Teilgeständnis in Panama-Papers-
Anne Brorhilker/ Finanzwende: Warum läuft die Cum-cum-Aufklärung so schlecht?
Anne Brorhilker/ Finanzwende: Warum läuft die Cum-cum-Aufklärung so schlecht?
Deutschlandfunk Beitrag von |

Anne Brorhilker, die als Oberstaatsanwältin der Staatsanwaltschaft Köln jahrelang und unerschrocken die Cum/Ex-Ermittlungen geleitet hat, kennt das komplexe Verhältnis zwischen Wirtschaftskriminalität und Justiz wie keine andere. Hier schildert sie erstmals ihre erstaunlichen Erfahrungen mit der Finanzelite, blickt hinter die Kulissen der Großbanken und entlarvt die Selbstgefälligkeit vieler Steuerhinterzieher: Weshalb war die Aufklärung trotz jahrelanger Ermittlung und auch zahlreicher Urteile so mühsam? Warum tut sich der Staat so schwer, die Milliarden zurückzufordern? Geld, das den ehrlichen Steuerzahlern zusteht? Mit ihrem Entschluss, den Staatsdienst zu quittieren und als Teil der Zivilgesellschaft für Aufklärung zu sorgen, hat Anne Brorhilker ein Zeichen gesetzt: Der Kampf für Gemeinwohl und Gerechtigkeit geht uns alle an – und mit Mut können wir etwas bewegen!

Harm Bengen
www.w-t-w.org/en/harm-bengen/
Dirty Money: Geldwäsche Paradies Deutschland
„Dirty Money – Geldwäsche-Paradies Deutschland“ zeigt, wie Milliarden aus Drogenhandel, Terrornetzwerken und organisierter Kriminalität täglich in den deutschen Wirtschaftskreislauf fließen. Der Film verfolgt die Spur des schmutzigen Geldes, enthüllt Tricks der Geldwäscher und gewährt exklusive Einblicke in die Arbeit von BKA, Zoll und Steuerfahndung. Eindrücklich wird klar, warum konsequente Geldwäschebekämpfung mehr ist als Finanzpolitik – sie ist eine Frage der nationalen Sicherheit. Außerdem macht der Film klar, warum Deutschland eines der größten Geldwäsche-Paradiese weltweit ist, wie Ermittler an Grenzen stoßen und warum illegales Geld Terrorismus und Kriege begünstigt.
Dirty Money Geldwäsche Paradies Deutschland / Video ARD

Dirty Money – Geldwäsche-Paradies Deutschland
In Deutschland werden täglich Milliarden von Euros von dem illegalen in den legalen Wirtschaftskreislauf überführt. Und das ist in fast keinem Land so einfach wie in Deutschland. Die Doku „Dirty Money — Geldwäsche-Paradies Deutschland“ zeigt, warum Deutschland weltweit als einer der Hotspots für Geldwäsche bekannt ist.
Drogenkartelle, Terrornetzwerke und Oligarchen benutzen Geldkuriere, Nobelrestaurants und Immobilien-Investments, um ihr Geld zu waschen. Sie nutzen Schlupflöcher im deutschen System aus, um aus illegalem Geld legales Geld zu machen.
Die Schlupflöcher machen den Kriminellen das Leben einfach und stellen BKA, Zoll und Steuerfahnder vor Herausforderungen. Das Team der Doku begleitet die Ermittlerinnen und Ermittler und zeigt wie sie immer wieder an Grenzen stoßen.
Ein Schlupfloch mit fatalen Konsequenzen
Der Film zeigt, welche negativen Konsequenzen die Geldwäsche für die gesamte Gesellschaft eines Landes haben kann. Sie sorgt nämlich nicht nur für explodierende Immobilienpreise, kollabierende Unternehmen und einen geschwächten Rechtsstaat. Sie begünstigt auch Terrorismus und Kriege.
„Dirty Money — Geldwäsche-Paradies Deutschland“
könnt ihr jetzt in der ARD-Mediathek sehen.
Moneyland: Die dunklen Geschäfte der Finanzindustrie
„Moneyland“ taucht tief ein in die Welt der Banken und beleuchtet die Schattenseiten der internationalen Finanzindustrie.
Ehemalige Banker, Whistleblower und Finanzexperten berichten über Finanzskandale, zum Beispiel bei der Deutschen Bank. Ein aufrüttelnder Film über die dunkle Seite der Finanzindustrie und die Frage nach persönlicher Verantwortung in der Chefetage. In der schillernden Welt von ʺMoneylandʺ verwandelt sich schmutziges Geld auf Knopfdruck in sauberes. Regisseur Marc Wiese taucht tief ein in die Welt der Banken und beleuchtet die Schattenseiten der internationalen Finanzindustrie.
Er spricht mit ehemaligen Bankern und Finanzexperten über die Finanzskandale rund um die Deutsche Bank. Zinsmanipulationen, Geldwäsche und risikoreiche Derivate – Wetten auf Kreditausfälle – nennt der Film als Beispiele für ein System, in dem der Profit moralische Fragen in den Hintergrund drängt. So unterhielt die Deutsche Bank jahrelang Geschäftsbeziehungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein – selbst nachdem die Bank JPMorgan Chase, bei der Epstein zuvor Kunde war, die Zusammenarbeit beendet hatte. Seit der Finanzkrise von 2008 gelten strengere Regeln für die Branche.
Doch reichen diese aus? Wer trägt die Verantwortung, wenn Vorschriften gebrochen oder umgangen werden? Regisseur Wiese will mit seinem Film auf die dunklen Seiten der Finanzwelt aufmerksam machen – und stellt dabei die Frage nach der persönlichen Verantwortung in den Chefetagen der Banken.
Dokumentation: ARD
Der mächtigste Mafioso Deutschlands
Ein Pizzabäcker aus Stuttgart soll eine zentrale Figur der weltweit größten italienischen Mafia-Organisation sein. Was steckt dahinter?
Vielen Dank an Helena Piontek und Sandro Mattioli für die spannenden Interviews!
Kriminalhauptkommissar Wolfgang Rahm, wird nicht etwa befördert, sondern er wird von seinen Aufgaben entbunden und versetzt – oder wie die beiden Autoren des SZ-Artikels formulieren „kaltgestellt“. Weitere Angaben zu diesem doch schockierenden Vorgang seien, so die Autoren, weder vom LKA noch von der Staatsanwaltschaft Stuttgart gemacht worden.
Waren Donald Trump und Elon Musk Ziel russischer Agenten?
Elon Musks Putin-Connection
Elon Musk soll Ziel russischer Agenten gewesen sein, berichtet ein Ex-FBI-Agent im ZDF. Es soll auch Kontakt mit Putin gegeben haben. Was dahinter steckt, zeigt ZDFheute live.
Russische Geheimdienst-Operation: Elon Musk wohl Ziel von Putin-Agenten
Ex-FBI-Mann: Musk war Ziel russischer Agenten
US-Milliardär Elon Musk soll das Ziel russischer Agenten gewesen sein. Sie sollen sich in sein Umfeld geschleust haben, am Ende soll es sogar Kontakt mit Putin gegeben haben.
by Nick Anderson / Houston Chronicle & Hearst Papers (WPWG 2016)

Die Affäre Cum-Ex
Ein kriminelles Netzwerk aus wohlhabenden Investoren, Bankern und Anwälten hat einen Steuerbetrug in Höhe von 146 Milliarden Euro in ganz Europa inszeniert und damit den größten finanziellen Raubzug des Kontinents an den Steuerzahlern begangen.
The Cum Ex scandal with taxpayers’ money is now on television.
Die Affäre Cum Ex
Other people’s money (CUM EX Scandal) 
Staat und Wirtschaft wollen ihre Geheimnisse hüten. Was der Gesellschaft bleibt, sind Whistleblower.
Mit dem Koalitionsvertrag verabschiedet sich die künftige Bundesregierung von der „Aufklärung“. CDU/CSU wollen das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) von 2005 „reformieren“. Die SPD, die einmal „mehr Demokratie wagen“ wollte, macht mit. Die Gefahr ist klar: In den kürzlich geleakten Papieren aus der Koalitionsverhandlung stand anstelle von „reformieren“ noch „abschaffen“. Eine Welle der darauffolgenden zivilgesellschaftlichen Empörung hat die Formulierung weichgespült. Das IFG ist bisher ein Instrument, durch mehr Transparenz den freien demokratischen Willensbildungsprozess zu stärken, Missstände aufzudecken und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Diese Aufgaben werden künftig verstärkt Whistleblower übernehmen müssen.
Die Wirtschaft soll „entlastet“ werden. Zur Entlastung zählt die Abschaffung der Berichtspflichten des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes und der Sanktionen, mit denen menschenrechtswidrige Praktiken der globalen Zulieferer von deutschen Unternehmen verhindert werden sollten.
Verstöße gegen Menschenrechte und Humanität, Arbeits- und Umweltschutz ohne Sanktionsandrohungen dürften denjenigen nun egal sein, die von billigeren Produkten der Zulieferer profitieren. Aber den Arbeitskräften im globalen Süden wird damit wieder ein Stück Hoffnung auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen genommen.Sie sind auf mutige Whistleblower angewiesen, die Elend, Missstände und Rechtsverstöße öffentlich machen.Die deutschen Nachrichtendienste dürfen laut Koalitionsvertrag schon bald offiziell aus dem Füllhorn der Vorratsdatenspeicherung und Chatnachrichten schöpfen! Den Diensten soll die anlasslose Überwachung der „nationalen Sicherheit“ immer leichter gemacht werden.
Darum braucht die Gesellschaft gerade auch in diesem Bereich Whistleblower, die Übergriffe und Verstöße melden.Annegret Falter, Vorsitzende von Whistleblower-Netzwerk, appelliert daher an alle Beschäftigten:
„Die Entwicklungen in den USA zeigen, dass eine wehrhafte Demokratie die Kontrolle der Mächtigen braucht. Das gilt auch für uns in Deutschland. Lassen Sie uns gemeinsam den Abbau von Kontrollmechanismen in Staat und Wirtschaft ein Stückweit ausgleichen. Melden Sie sich mit Informationen über Verstöße gegen Recht, ethische Gebote und sonstige Missstände auf unserer Plattform!“


