Mit den Barbaren reiten

Aktionärsaktivisten: Die Hedge-Funds, die mit ihren Aktivisten Hedge Funds
Engagements Firmen zu Anpassungen treiben wollen, haben einen schlechten Ruf. Ihre Performance ist aber einwandfrei – Privatinvestoren können Trittbrett fahren.

Werner Grundlehner berichtet: Jetzt haben wir sie auch hier – die amerikanischen Verhältnisse. Zumindest was die Kampagnen von aktivistischen Aktionären betrifft. Diese Gruppen – meist sind es Hedge-Funds – erwerben einen kleinen Anteil eines Unternehmens und fordern Veränderungen. Die Zahl der Engagements ist gemäss der Unternehmensberatung Bain in den vergangenen fünfzehn Jahren um 34% jährlich gewachsen. Die Aktivisten verfolgen eigennützige Ziele, nämlich einen Kursanstieg an der Börse. Ist das erreicht, verabschieden sich die Fonds bald wieder. Die Strategie verzeichnet einen überdurchschnittlichen Erfolg: Gemäss Bain erzielen die Aktiven von «attackierten» Firmen im ersten Jahr eine um 1,5% bessere Rendite als der Markt. Wegen dieses Erfolgs haben die Mittel, die den Aktivisten zur Verfügung stehen, markant zugenommen. Der Privatanleger hat kaum Chancen, sich an solchen Hedge-Funds zu beteiligen. Allerdings steht es ihm frei, sich in angegriffenen Firmen zu engagieren.

Aktivisten betreiben einen grossen Aufwand für die Analyse des Unternehmens und die Erarbeitung eines ausgefeilten Kampagnen-Drehbuchs . Deshalb sei es naiv zu glauben, dass die Hedge-Funds nach kurzer Zeit aufgäben, wenn sich das Unternehmen ablehnend zeige. Dafür ist der Einsatz zu gross.
Mit den Barbaren reiten
Hedgefond Manager

Der China Schock

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“ Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Im Spätsommer 2015 schockt China die weltweiten Aktien- und Währungsbörsen mit einer Abwertung des Yuan (Renmimbi). Wir versuchen, die entstanden Turbulenzen und den entsprechenden Medienhype in eine etwas längerfristige Perspektive einzubetten.

Markus Grolik http://www.w-t-w.org/en/markus-grolik/ www.markus-grolik.de

Markus Grolik
www.w-t-w.org/en/markus-grolik/

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Schweiz, Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen

Im Hürdenlauf zur Arbeitsstelle. Der Einstieg
in den Schweizer Arbeitsmarkt ist für Flüchtlinge ArbeitsmarktFlüchtlinge nicht leicht. Doch eine langfristige Betrachtung zeigt, dass ihre Integration nicht so hoffnungslos ist, wie es zunächst scheinen mag.

Jenni Thier berichtet: Die gegenwärtige Flüchtlingswelle lässt auch die Schweiz nicht unberührt, die Anzahl der Asylgesuche steigt. Viele Flüchtlinge würden gerne arbeiten, ihr Potenzial ist für die Wirtschaft interessant und ihre Integration in den Arbeitsmarkt wichtig. Wenig ermutigend klingen indes die Zahlen aus der Asylstatistik des Staatssekretariats für Migration (SEM, früher Bundesamt für Migration, BfM). Nur 17% der anerkannten Flüchtlinge sind erwerbstätig. Bei den vorläufig Aufgenommenen sind es knapp ein Drittel, bei den Asylsuchenden nur 3%. So gesehen scheint es um die Integration der Flüchtlinge in den hiesigen Arbeitsmarkt eher schlecht zu stehen.

Wenig aussagekräftige Daten
Doch die Lage ist nicht gar so eindeutig, wie es die Zahlen nahelegen. Bei genauerer Betrachtung sind Bestandesaufnahmen wie solche der Asylstatistik wenig aussagekräftig, um die Entwicklung der Arbeitsmarktintegration über einen längeren Zeitraum aufzuzeigen. Die Fluktuation innerhalb der einzelnen Gruppen des Asylbereichs wird dabei beispielsweise nicht einberechnet.
Aufschlussreicher ist eine Studie von 2014, die das damalige BfM in Auftrag gegeben hat. Sie betrachtet unter Einbeziehung weiterer Daten wie aus der AHV über einen Zeitraum von zehn Jahren den Verlauf der Erwerbstätigkeit von Flüchtlingen. Das Ergebnis zeichnet ein differenzierteres Bild als der Vergleich der Bestandsdaten. Es zeigt sich, dass anfangs sowohl anerkannte Flüchtlinge als auch vorläufig Aufgenommene und Härtefälle mit einer sehr niedrigen Erwerbsquote starten, die in den ersten Jahren kontinuierlich steigt (vgl. Grafik). Danach entwickelt sich die Erwerbstätigkeit unterschiedlich: Während sie bei vorläufig Aufgenommenen nicht über ein Drittel hinauskommt, steigt sie bei anerkannten Flüchtlingen nach zehn Jahren auf knapp 50%, bei Härtefällen auf gut 60%…
Arbeitsmarktintegration von Fluechtlingen
Dein Chef

Bargeld abschaffen?

Schleichende Abschaffung: Wer Bargeld will, soll dafür eine Gebühr zahlen

Die renommierte Financial Times macht sich zum Anwalt der Bargeld-Abschaffung. Die Existenz von Bargeld vermindere die Fähigkeit der Zentralbanken, die angeschlagene Wirtschaft zu stimulieren. Die Zeitung fordert: Wer Bargeld weiter verwenden will, soll dafür eine Gebühr zahlen. Für das Privileg der Anonymität bei Bargeld-Zahlungen soll künftig eine Gebühr gezahlt werden, schlägt die FT vor. Zudem könnten die Banknoten datiert werden und nach einer gewissen Frist verfallen.

Der größte Anteil des Geldes ist heute bereits in elektronische Form umgewandelt. Dennoch reiche der kleine Rest an physischem Bargeld, um das Wirtschaftssystem zu verzerren, so die Financial Times. Die Zeitung, die als Sprachrohr der City of London immer eine avantgardistische Rolle spielt, beschäftigt sich in einem Artikel damit, welche Vorteile es für eine Wirtschaft hätte, wenn das Bargeld gänzlich abgeschafft würde. Als ersten Profiteur macht die FT die Zentralbanken aus.

Die bloße Existenz von Cash – eine Finanzinstrument mit null Zinsen – begrenze demnach die Fähigkeit der Zentralbanken, eine angeschlagene Wirtschaft zu stimulieren. Die Sparer könnten demnach ihre Einlagen in Bargeld umwandeln, sobald die Zinsen in den negativen Bereich rutschen. Nachdem die Zentralbanken in Dänemark, Schweden und der Schweiz diesen Schritt bereits vollzogen haben, dürften andere Staaten folgen. Durch die Flucht ins Bargeld könnte den Zentralbanken die „Munition“ für neue Stimuli ausgehen, wenn es zu einem weiteren Abschwung kommt.

Die FT schlussfolgert, dass es zwar in der Post-Snowdon-Ära Bedarf an anonymen Zahlungen gäbe, um keine digitalen Fußspuren zu hinterlassen. Allerdings soll für das Privileg der Anonymität eine Gebühr gezahlt werden. Zudem könnten die Banknoten datiert werden und nach einer gewissen Frist verfallen.
Schleichende Abschaffung

Christiane Pfohlmann www.w-t-w.org/en/cartoon/christiane-pfohlmann www.pfohlmann.de

Christiane Pfohlmann
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Der Handel mit Essen

Essen – die verpönte HandelswareNahrunsmittel
Agrarprodukte und Rohstoffe werden zwar immer billiger. Die Kritik an der angeblich preistreibenden Wirkung der Nahrungsmittelspekulation ist deswegen aber nicht verstummt.

Thomas Fuster berichtet: Es liegt in der Natur der Sache, dass Agrarmärkte ein hohes Mass an Volatilität aufweisen. Ist ein Nahrungsmittel ein wirtschaftliches Gut wie jedes andere, oder sind bei Naturalien besondere Massstäbe anzulegen? Die Frage provoziert hitzige Debatten, und kaum eine Wirtschaftsaktivität sieht sich mit grösseren Verdächtigungen, Vorwürfen und Missbilligungen konfrontiert als der Handel mit Esswaren. Dass dabei Emotionen oft mehr Platz einnehmen als Fakten, hat auch religiöse und kulturelle Gründe: Speisevorschriften gibt es in fast jeder Religion, und wenn in heiligen Schriften von Brot, Wein oder einem gemeinsamen Mahl die Rede ist, dann geht es selbstverständlich um weit mehr als nur um die Zufuhr sättigender Kalorien. «Mit Essen spielt man nicht!», lautet denn auch ein Imperativ, den die meisten Kinder einmal zu hören bekommen – und den sie als Erwachsene zeitlebens in ihrem Hinterkopf behalten…
Essen – die verpoente Handelsware

Christiane Pfohlmann www.w-t-w.org/en/cartoon/christiane-pfohlmann www.pfohlmann.de

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Strafen für Börsen Online-Gerüchte

Einer muss ja Schuld sein!
Ein Reporter soll die jüngsten Turbulenzen an der chinesischen Börse verschuldet haben. Nach Angaben der chinesischen Staatsmedien habe er bereits „gestanden“.
Zudem hat die Regierung in Peking fast 200 Personen wegen angeblicher Verbreitung von Gerüchten im Internet bestraft. Die chinesischen Börsen sind am Montag wieder auf Talfahrt gegangen.

Geständnisse nach Börsenturbulenzen
Ein Finanzjournalist hat nach Angaben der chinesischen Staatsmedien inzwischen „gestanden“, durch seine Berichterstattung über Wertpapiere und Termingeschäfte die jüngsten Turbulenzen an der chinesischen Börse verschuldet zu haben. Wang Xiaolu von der Zeitschrift Caijing habe zugegeben, dass die von ihm verbreiteten „falschen Informationen“ zu „Panik und Unruhe“ an den Aktienmärkten geführt und das Vertrauen der Anleger „ernsthaft untergraben“ hätten, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Damit habe er dem Staat und den Investoren große Verluste verursacht. Wang war nach dem jüngsten Börsencrash wegen Verbreitens falscher Informationen festgenommen worden.
Peking macht Reporter fuer Boersen-Crash verantwortlich
Online Gerüchte

Verkaufssignale für wichtige Indizes

«Todeskreuze» am Aktienmarkt
Rund 50% Gewinn brachte ein Kaufsignal in Form eines goldenen Kreuzes Anlegern seit Februar 2012. Durch die jüngste Korrektur an den Märkten droht nun bei vielen Indizes jedoch ein Verkaufssignal…

Spekulation auf fallende Preise?
Michael Rasch berichtet: Anleger können auf das Verkaufssignal reagieren, indem sie aus dem Aktienmarkt aussteigen und die Mittel liquide halten, beispielsweise am Geldmarkt. Eine Strategie wäre aber auch, «short» zu gehen, also auf weiter fallende Kurse zu spekulieren. Bei «Todeskreuzen» gab es in der Vergangenheit aber mehr Fehlsignale als bei goldenen Kreuzen. Kommt es jedoch zu einem grossen Crash wie nach dem Platzen der Internetblase oder während der jüngsten Finanzkrise, können Verkaufssignale schnell hohe Gewinne bringen, da Kurse in einer Krise in der Regel viel schneller fallen, als sie in einer langfristigen Hausse steigen. Allerdings sind viele Anleger nicht geübt im Umgang mit fallenden Kursen, weshalb es für die meisten sinnvoll sein dürfte, vorübergehend an die Seitenlinie zu gehen – bis sich ein neues goldenes Kreuz ergibt.
Todeskreuze am Aktienmarkt
'Relax. I've come for your investment portfolio.'

Welcher Geldschein gehört zu welchem Land?

Geldschein Quiz: Gerade zurück von einer Rund- oder gar Weltreise? Dann habt ihr bestimmt noch den ein oder anderen Schein aus einem fernen Land in eurem Geldbeutel. Während die einen ihr Restgeld in Euro umtauschen, behält es der andere Teil als Andenken an eine unvergessliche Zeit. Doch welcher Schein gehört zu welchem Land? Macht mit bei unserem Quiz und findet es heraus. Damit es nicht ganz so einfach ist, haben wir die Ländernamen entfernt. Ein Tipp: Gesichter und Symbole auf den Scheinen geben Hinweise auf das Herkunftsland.
Welcher Geldschein gehoert zu welchem Land?
We can do it

Bankenlobby, Bankenlobby

Banken laufen Sturm gegen EU-Bonuseinschränkungen

Eigentlich hatte die EU Deckelungen für Banker-Boni beschlossen. Doch der Druck der Finanz-Lobby lässt nicht nach. Die Banker versuchen durch die Hintertür, die neuen Regeln aufzuweichen. Im Fokus stehen die Auseinandersetzungen der Bankenlobby mit der EU-Kommission über neue Regelungen der Bonuszahlungen.

Die EBF (der Europäische Bankenverband) glaubt, dass gezielte Ausnahmen in „einigen Fällen“ gerechtfertigt sein könnten. Die EBF beabsichtigt, die gesetzlichen Änderungen der EU-Kommission zu empfehlen, wie die FT berichtet. Das Thema ist jedoch eine Herausforderung an Brüssel, da die EU-Kommission ein gemeinsames Regelwerk für die Bankenunion implementieren will. Jede legale Änderung an dem bereits bestehenden Regelwerk benötigt Jahre, um sie umzusetzen. Doch die Frage bleibt, wie die Regeln in der Zwischenzeit angewendet werden – und welche Ausnahmen oder Schlupflöcher es bei den Boni möglicherweise geben wird.

Nach Abschluss einer umfassenderen Überprüfung will die EU-Kommission festlegen, wie gut die Bonus-Regeln in der Praxis funktionieren. Bis Mitte nächsten Jahres soll die Bewertung abgeschlossen sein. Ein Sprecher der Kommission erklärte: „Für einen gut funktionierenden, europäischen Kapitalmarkt ist es wichtig, dass die Regeln in einer kohärenten und gleicher Weise in allen Mitgliedstaaten angewendet werden.“
Banken laufen Sturm gegen EU-Bonuseinschraenkungen
Bank Bonus

IS Preisliste für seine Sexsklavinnen

Der Islamische Staat hält Tausende junger jesidischer Frauen als Sklavinnen. Jilan und Bahar gelang die Flucht. Nun berichten sie vom Grauen ihrer Gefangenschaft, die von langer Hand geplant war.

Bahar ist 25 Jahre alt. Monatelang wurde sie von Kämpfern des Islamischen Staates gefangen gehalten. Es war fast Mitternacht, als der Emir in die Halle kam, in die man die gefangenen Frauen und Mädchen gebracht hatte. Dort warteten sie, auf dem Boden sitzend. Die Kämpfer des Islamischen Staates (IS) zwangen sie, ihre Schleier ablegen. Abu Mohammed, ein großer, magerer Mann mit einem weißen Bart, traf seine Wahl.
Als er vor Jilan*, einem jungen Mädchen von 15 Jahren, stehen blieb, musste diese sich erheben, damit er sie inspizieren konnte. Anschließend packte er sie bei ihrer Kleidung und nahm sie und eine andere junge Frau mit. Auch seine Männer bedienten sich. Jilan, das Mädchen mit dem kindlichen Gesicht und dem langen Zopf, beschreibt die Szene mit einer monotonen Stimme.

Der Islamische Staat hält Tausende junger jesidischer Frauen als Sklavinnen. Jilan und Bahar gelang die Flucht. Nun berichten sie vom Grauen ihrer Gefangenschaft, die von langer Hand geplant war.
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