China gestattet Pensionsfonds Investitionen in Aktienmarkt

China gewährt Pensionsfonds Zugang zum Aktienmarkt. Damit könnten zusätzlich Hunderte Milliarden Yuan in die zuletzt gebeutelten Börsen fließen. Rentenfonds, die von Kommunen verwaltet werden, dürfen künftig 30 Prozent ihrer Nettovermögen in chinesischen Aktien, Aktienfonds und Mischfonds anlegen, wie der Staatsrat am Sonntag bekanntgab. Zuvor waren die Investitionen auf Bankeinlagen und Staatsanleihen beschränkt. Insgesamt verfügen diese Fonds staatlichen Medien zufolge über mehr als zwei Billionen Yuan (rund 270 Milliarden Euro), wovon dann rund 600 Milliarden Yuan am Aktienmarkt investiert werden können.

Allein in der abgelaufenen Woche haben die Börsen in China um zwölf Prozent nachgegeben. Grund dafür ist die Sorge vor einem Wachstumseinbruch der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Auch rund um den Globus sind Anleger nervös. Die Regierung in Peking strebt in diesem Jahr ein Wachstum von sieben Prozent an. Das wäre der kleinste Zuwachs seit einem Vierteljahrhundert. Die Zentralbank versucht gegenzusteuern und ließ die Landeswährung Yuan abwerten, was chinesische Waren im Ausland billiger macht.
China will ein Wirtschaftswunder
Pension Fond

Ist Europa führend in der Digitalisierung?

Cisco-Chef Chambers im GesprächJohn Chambers- Privatsphaere und IT-Sicherheit sind ein Buergerrecht.

Beim Übergang zu einer digitalisierten Welt habe Europa die Nase vorn, sagt John Chambers. Die Umwälzungen seien so gross, dass 40% der Firmen die nächsten zehn Jahre nicht überleben würden.

Interview von Giorgio V. Müller: Herr Chambers, wie haben Sie es geschafft, in der turbulenten IT-Industrie so lange an der Spitze von Cisco zu bleiben?

Wir sind ein Unternehmen, das sich ständig neu erfindet, das ist unsere Firmenkultur. Das gilt auch für die Konzernchefs, die damit oft Mühe bekunden. Als ich meine Karriere begann, dauerten die Erneuerungszyklen fünf bis zehn Jahre, nun sind es noch drei. In den vergangenen zwanzig Jahren hat sich Cisco fünf oder sechs Mal neu erfunden und ich mit ihm. Das lernt man nicht in der Schule. Das Beispiel des Minicomputerherstellers Wang Laboratories, der unter der Führung des brillanten An Wang den Wechsel zum PC verpasste und Konkurs ging, hat mich gelernt, wie wichtig eine ständige Erneuerung der Firma, aber auch von mir selbst ist. Zudem braucht es eine gesunde Portion Paranoia sowie den Weitblick, dem Markt voraus zu sein.
Kritiker mögen anfügen, dass Sie mit Ihren Aussagen lediglich die Nachfrage nach Cisco-Infrastrukturprodukten ankurbeln wollen.

Meine Aufgabe ist, dafür zu sorgen, dass Cisco diese Digitalisierung anführt. Der Markt wird explodieren. In einigen Jahren werden 500 Milliarden Dinge mit dem Internet verbunden sein. Es wird das Gesundheitswesen, die Bildung, die Arbeitswelt tangieren, und das Kommunikationsnetz wird das Zentrum dieser Transformation sein, weshalb Cisco auch in Zukunft wachsen wird. Entschuldigen Sie meine Unbescheidenheit: Doch wie oft lag ich in den vergangenen zwanzig Jahren mit meinen Prognosen falsch? Ich bin selten daneben gelegen. Über die Jahre hat Cisco so Vertrauen aufbauen können, auch die Chinesen, die gegenüber amerikanischen Firmen zurückhaltend sind, trauen uns…..

Spürt Cisco keine Zurückhaltung ausländischer Kunden, seit die Schnüffelaktionen der US-Geheimdienste publik geworden sind?

Als die Machenschaften der NSA an die Öffentlichkeit gelangten, verursachte dies für viele US-Technologiekonzerne Schwierigkeiten. Cisco wandte sich in einem Brief an den US-Präsidenten, dass Änderungen nötig seien. Wir von Cisco haben nie einer staatlichen Stelle Sicherheitscodes gegeben und werden es auch nie tun. Denn wer Kenntnis von diesen hat, kann sie auch knacken. In Sachen Privatsphäre sind wir wohl europäischer als andere US-Firmen. Privatsphäre und IT-Sicherheit sind ein Bürgerrecht.
In der Digitalisierung ist Europa fuehrend
Cross Media Policies

Vertreibung aus dem Paradies

Glaubwürdigkeitstest für Zentralbanken. Die überraschenden und starken Kursverluste der vergangenen Tage an den Weltbörsen haben die Ansicher verunsichert. Zurecht, denn ihnen droht die «Vertreibung aus dem Paradies».

Christoph Leisinger berichtet: Der Aktienmarkt der letzten Monate scheint die Ruhe vor dem Sturm gewesen zu sein. Die Finanzmärkte sind unberechenbar geworden. Noch vor wenigen Monaten schien es, als ob sich Anleger beinahe sorgenfrei Aktien solider Unternehmen aus den Industriestaaten mit der Aussicht auf nette Kursgewinne ins Depot legen könnten, weil die Zentralbanken die Zinsen tief hielten und die Kurstrends nach oben zeigten. Doch in den vergangenen beiden Wochen ist die Idylle abrupt zerstört worden. Aufkommende Zweifel an der Stärke der chinesischen Wirtschaft, die überraschende Abwertung des Yuan und die Sorge, die amerikanische Notenbank Fed werde bald den Leitzins erhöhen, haben die Anleger verunsichert und scheinbar aus dem Nichts zu starken Kursverlusten geführt. Der Swiss-Market-Index (SMI) ist um bis zu 13 Prozent gefallen, während andere Märkte wie etwa die chinesischen Börsen noch deutlichere Rückschläge hinnehmen mussten.
Der Schock sitzt noch tief
Vertreibung aus dem Paradies

Hat ukrainischer Oligarch Kolomoiski IWF-Kredite veruntreut?

Ukrainischer Oligarch Igor KolomoiskiUkrainischer Oligarch bereichert sich an IWF-Krediten.

Igor Kolomoiski: Graue Eminenz der Ostukraine. Der Gouverneur von Dnipropetrowsk gilt in Moskau als „Staatsfeind Nummer ein“. In seiner ostukrainischen Region hält er viele wichtige Fäden in der Hand

Der IWF hat in den letzten Monaten Milliarden ins ukrainische Finanzsystem gepumpt, um die Banken des Landes zu stabilisieren. Etwa 1,8 Milliarden Dollar standen dabei dem größten Geldinstitut PrivatBank zu, das vom Oligarchen Igor Kolomoiski kontrolliert wird. Doch statt das Geld in die ukrainische Wirtschaft zu investieren, hat Kolomoiski die Notkredite über ein Netzwerk von Offshore-Firmen ins Ausland geschafft.
Ukrainischer Oligarch bereichert sich an IWF-Krediten
Kolomoiski

Siehe hierzu auch:
Frauen und Kinder leiden unter Korruption/ Folge 6 / Verbrechen ermöglichen

OECD‑Ausblick Digitale Wirtschaft 2015

Die Digitalisierung hat inzwischen zahllose OECD Digital Economy Outlook 2015
Bereiche der Weltwirtschaft erfasst und verschiedensten Sektoren – Bankwesen, Einzelhandel, Energie, Verkehr, Bildung, Verlagswesen, Medien, Gesundheitsversorgung usw. – ihren Stempel aufgedrückt. Informations‑ und Kommunikations- technologien (IKT) verändern die Strukturen sozialer und privater Interaktion, wobei Fest‑, Mobil‑ und Rundfunknetze zu verschmelzen beginnen und Geräte zunehmend zum „Internet der Dinge“ vernetzt werden.

Wie können OECD‑Länder und Partnervolkswirtschaften das Potenzial der digitalen Wirtschaft optimal als Motor für Innovationen und inklusives Wachstum nutzen? Welchen Entwicklungen in der digitalen Wirtschaft müssen politische Entscheidungsträger ihre Aufmerksamkeit schenken und welchen neuen Herausforderungen müssen sie sich stellen?
OECD ‑ Ausblick Digitale Wirtschaft 2015
Digitale Wirtschaft

Warum kein Häusle für junge Familien?

GrunderwerbsteuerImmobilienkauf: Eine junge Familie ohne groß Eigenkapital kann sich so etwas nicht leisten. Sie sind darauf angewiesen, sich etwas auf dem Wohnungsmarkt zu suchen. Dort sind sie aber, wenn sie Einkommen generieren nicht privilegiert … Eine bezahlbare Wohnung in Arbeitsnähe zu finden ist fast aussichtslos, so dass z.B. in Berlin nochmals 80-100 EUR für die Monatskarte dazu kommen …bei 2 Verdienern 160-200€.   Kein Wunder, dass immer weniger junge Deutsche bereit sind, eine Familie mit Kindern zu gründen.

Der Milliarden-Wahnsinn mit der Grunderwerbssteuer
Michael Fabricius berichtet: Der Staat verdient am Immobilienkauf fleißig mit: Dieses Jahr erreichen die Einnahmen aus der Grunderwerbssteuer mehr als zehn Milliarden Euro. Jetzt wird die Einführung neuer Freibeträge gefordert. Die Steuerquellen sprudeln, und der Staat feiert neue Einnahmerekorde. Ganz besonders freuen dürften sich die Bundesländer. Sie haben im ersten Halbjahr so viel Grunderwerbsteuer eingenommen wie noch nie. Mit der Grunderwerbsteuer beteiligt sich der Fiskus an jedem einzelnen Immobilienkauf, bei Neubauten ebenso wie im Bestand. Seitdem die Steuer eine Sache der Länder ist, haben diese kräftig zugelangt und regelmäßig die Steuersätze erhöht.

Das Ergebnis: Im ersten Halbjahr stiegen die Grunderwerbsteuer-Einnahmen auf 5,3 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt errechnete. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr 2015 dürften die Einnahmen damit erstmals über der Marke von zehn Milliarden Euro liegen. Innerhalb von zehn Jahren bedeutet das mehr als eine Verdoppelung. Im Jahr 2005 lagen die Einnahmen noch bei 4,7 Milliarden Euro.

Keine andere relevante Steuerart wurde vom Staat mit einer solchen Geschwindigkeit nach oben geschraubt. „Deutschland dürfte damit im europäischen Vergleich in die Spitzengruppe bei den Erwerbsnebenkosten aufgestiegen sein“, sagt Rolf Kornemann, Präsident des Eigentümerverbands Haus & Grund. Nebenkosten in Deutschland: Spitzenwert in Europa….
Der Milliarden-Wahnsinn mit der Grunderwerbssteuer
American country painting

Anatomie einer Finanzkrise

Vermutete Zwangsliquidationen:  Die Analyse früherer Krisen bietet Anhaltspunkte zur Bewältigung der jüngsten Panik. Fondsmanager haben eine Befürchtung, was zum Absturz beigetragen haben könnte.

Zur Analyse der Krise lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit. Beispiele für Turbulenzen finden sich 1987, 1998, 2001 und 2008. Selbst Sir Isaac Newton ist angesichts von Finanzkrisen verzweifelt. Als er zu Lebzeiten durch die Südsee-Blase ein Vermögen verlor, soll er gesagt haben: «Ich kann die Bewegung der Sterne berechnen, aber nicht die Verrücktheit von Menschen.» Würde Newton noch leben, würde er heute vielleicht ähnlich reden. Die Aktienmärkte haben von Ende Juli bis Anfang August rund 15% eingebüsst, und viele individuelle Aktien sind noch stärker gefallen. Dazu kommt der Crash an den Rohwarenmärkten, wo der Erdölpreis unter 40 $ je Fass gefallen ist und Kupfer, Eisenerz und Stahl ebenfalls massiv unter Druck stehen.

Ratlosigkeit an der Wall Street
An der Wall Street herrscht Ratlosigkeit. Führend auf der Liste der Problemkinder ist China und die vermutete Konjunkturverlangsamung. Doch diese ist eigentlich keine Überraschung. Es fällt schwer, die Turbulenzen bloss auf die Abkühlung in China zurückzuführen. Die massiven Bewegungen der Aktienindizes riechen laut Fondsmanagern eher nach Zwangsliquidationen von Marktteilnehmern. Wo diese sitzen und was sich genau in ihren Portfolios befindet, ist die grosse Frage.

Zur Analyse der Krise lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit. Beispiele für Turbulenzen finden sich 1987, 1998, 2001 und 2008. Die Korrekturen von 1987 und 1998 sind laut Beobachtern vorwiegend auf das Verhalten von bestimmten Marktteilnehmern zurückzuführen gewesen…
Die Anatomie einer Finanzkrise
Finanzkrise

Frauen haben scheinbar in Österreich nichts zu melden

Frauen bleiben Ausnahme in der Chefetage. Mehr als eine Frau im Vorstand findet sich in keinem der heimischen börsennotierten Unternehmen, in fast 90 Prozent der Vorstandsgremien sitzen überhaupt nur Männer

„Gemischtgeschlechtliche Führungsteams sind nachweislich erfolgreicher.“ Elfriede Baumann, Partnerin bei EY Österreich spricht aus, was ohnehin bekannt ist. Vorgedrungen ist diese Erkenntnis hierzulande bislang erst in einige wenige Branchen, wie das Beratungsunternehmen EY in einer aktuellen Studie erhoben hat.

Mehr als eine Frau im Vorstand findet sich in keinem der heimischen börsennotierten Unternehmen, in fast 90 Prozent der Vorstandsgremien sitzen ausschließlich Männer. Weibliche Vorstandsvorsitzende gibt es überhaupt nur in zwei Unternehmen – bei der BKS Bank AG und dem Kräuterlikörhersteller Gurktaler AG.

Vergleicht man die Branchen, ist der Frauenanteil derzeit im Immobilienbereich mit zehn Prozent am höchsten. Mit je fünf Prozent stehen die Automobilbranche und der Bereich Konsumgüter gleichauf auf Platz zwei. Dürftige vier Prozent sitzen in der Industrie und im Rohstoffbereich im Vorstandssessel. In den Bereichen Energie, Informationstechnologie, Telekommunikation und Transport/Logistik gibt es hingegen kein einziges weibliches Vorstandsmitglied.

Höherer Anteil im Aufsichtsrat
Etwas besser sieht es hingegen in den Aufsichtsräten aus: Von insgesamt 612 Aufsichtsratsmitgliedern sind 100 Frauen – das entspricht einem Anteil von 16 Prozent. In zwei von drei Unternehmen schaffte es zumindest eine Frau in das Aufsichtsgremium. Bei zwei von fünf Unternehmen (39 Prozent) sind mindestens zwei Aufsichtsratsmitglieder weiblich.

„Unternehmen suchen mittlerweile aktiv nach weiblichen Aufsichtsräten. In diesem Bereich passiert momentan viel, und es eröffnen sich neue Chancen für Frauen“, ist Baumann positiv gestimmt. Die meisten weiblichen Aufsichtsratsmitglieder finden sich erstaunlicherweise in der eher als männlich geltenden Transport-und-Logistik-Branche (26 Prozent), gefolgt von der Finanzbranche (21 Prozent) und dem Bereich Telekommunikation (20 Prozent). In der Autobranche bleiben die männlichen Aufsichtsorgane offensichtlich gerne unter sich: Der Frauenanteil liegt dort bei acht Prozent.
Österreich hinkt nach

Was die Gesamtzahlen der Frauen in den Vorstandsetagen betrifft, so bleiben sie die Ausnahme. Mit dem Stichtag 30. Juli 2015 waren nur neun von insgesamt 214 Vorstandsmitgliedern weiblich. Das entspricht einer Quote von 4,2 Prozent. Österreich liegt beim Frauenanteil in den Chefetagen börsennotierter Unternehmen sogar hinter Deutschland. Dort liegt der Anteil weiblicher Führungspersonen nach aktuellen Zahlen bei 5,4 Prozent.

Dennoch verortet Baumann einen Mentalitätswandel. Das Thema Gleichstellung sei in den Mittelpunkt gerückt, Unternehmen hätten ihre Bemühungen diesbezüglich verstärkt.
AK-Studie mit ähnlichem Ergebnis

Bereits Anfang 2015 kam die Arbeiterkammer-Studie „Frauen.Management.Report“ zu einem ähnlichen Ergebnis. Der Frauenanteil in der Geschäftsführung der 200 umsatzstärksten Unternehmen in Österreich lag damals bei 5,9 Prozent. Selbst in Branchen wie dem Handel, wo viele Frauen beschäftigt werden, ist die Spitze männerdominiert. Am besten schnitt laut der AK-Untersuchung noch der Dienstleistungssektor ab, wo der Anteil von Frauen an der Unternehmensspitze elf Prozent betrug.
Frauen Management Report 2015
Frauen Ausnahme in der Chefetage

Platzen Startup-Träume beim Börsen-Beben?

Business Woman JugglingDie Korrektur an den Aktienmärkten gefährdet die hochfliegenden Träume einiger Start-ups. Die Skepsis gegenüber hoch bewerteten Tech-Unternehmen nimmt deutlich zu.

Eine Gefahr für die „Einhörner“?
Karsten Seibel berichtet: Unicorns – Start-ups, die schon vorbörslich mehr als eine Milliarde Dollar wert sind. Gerade noch einmal gut gegangen, wird sich manch ein Gründer im Silicon Valley denken. Der Einbruch der Aktienkurse konnte aufgehalten werden, die Börse steht weiterhin als Verkaufskanal für das eigene Unternehmen offen. Bei einem möglichen Börsengang von Start-ups wie dem Taxidienst Uber und dem Wohnungsvermieter Airbnb ist von Milliardenbeträgen die Rede. Doch für einige Gründer dürfte mit der Korrektur an den weltweiten Börsen der Traum von hohen Erlösen zerplatzt sein. Die Demut in der Technologiebranche ist spürbar gestiegen, die große Euphorie verflogen. Mehr und mehr dämmert es den Beteiligten, dass die hohen Bewertungen, die von Kapitalgebern in den vorbörslichen Finanzierungsrunden angesetzt wurden, übertrieben waren, die Bewertungen auf ein niedrigeres Niveau schrumpfen müssen.
Boersen-Beben laesst Start-up-Traume platzen
Start Up Träume

Chinas Absturz nur ein stolpern?

Chinas Aufstieg als Segen und Fluch. Die Reaktion
auf die Kurseinbrüche an Chinas Schwellenländer GrafikBörsen ist vor allem in Südostasien und in rohstoffabhängigen Schwellenländern heftig ausgefallen.

Erfährt die Asienkrise von 1997/98 nun eine Neuauflage? Nein, die meisten Beobachter erwarten wegen China nicht gleich einen Absturz wie damals. Die chinesische Regierung sieht sich von dramatischen Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten und am heimischen Aktienmarkt, die einen starken Einbruch der Konjunktur im Reich der Mitte vorwegnehmen, zusehends in die Ecke gedrängt. Davon zeugt die Senkung des Leitzinses durch die People’s Bank of China am Dienstag um 0,25 Punkte auf 4,6% in Reaktion auf einen neuerlichen Ausverkauf an den Aktienmärkten. Der chinesische Masterplan hat schweren Schaden genommen. Bisher wollte man am laufenden Reformkurs eisern festhalten mit wohldosierten geldpolitischen und fiskalischen Impulsen zur Belebung der Konjunktur.

Einige Schwächen übertüncht
Jetzt nehmen die Märkte einen krisenhaften Einbruch der Wirtschaft vorweg, für den es aufgrund der laufenden Konjunkturdaten aber (noch) kaum konkrete Anzeichen gibt. Peking hält, wie nicht anders zu erwarten, an der Losung fest, die Wachstumsrate des Bruttoinlandprodukts (BIP) für 2015 nahe an die offizielle Zielmarke von 7% zu bringen. Hierbei wird auf eine Belebung des Aussenhandels in der zweiten Jahreshälfte gesetzt. Jüngste Daten zur Industrieproduktion und zu den Anlageinvestitionen im Juli sowie vorläufige Einkaufsmanager-Zahlen für August, zeigen aber, dass das verarbeitende Gewerbe seit Jahresmitte einen neuerlichen Rückschlag erlitten hat….
Chinas Aufstieg als Segen und Fluch
Chinas Aufstieg als Segen und Fluch