Die Schweizer Nationalbank hob Anfang des Jahres den Euro-Mindestkurs, also die Kopplung des Franken an den Euro, auf. Nun hat die Nationalbank ihre Zahlen für das erste Quartal bekannt gegeben. Die SNB hat 30 Milliarden Franken Verlust gemacht.
Die sprunghafte Aufwertung des Franken gegenüber dem Euro und anderen Währungen hat der Schweizerischen Nationalbank (SNB) einen Milliardenverlust eingebrockt: Für die ersten drei Monate des Jahres verbuchte die Notenbank der Eidgenossen am Donnerstag ein Minus von 30 Milliarden Franken (28,6 Milliarden Euro).
Hauptgrund ist die am 15. Januar von der SNB verfügte Aufhebung des garantierten Mindestwechselkurses von 1,20 Franken pro Euro. Nach dieser überraschenden Entscheidung war der Kurs des als krisensicher angesehene Franken aufgrund der weltweiten Nachfrage stark gestiegen. Zeitweise erreichte er sogar Parität mit dem Euro. Schweizer Nationalbank macht 30 Milliarden Verlust
Dax bricht um 379 Punkte ein: An der Frankfurter Börse geht die Nervosität um: Kurz vor der Sitzung der US-Notenbank, erleidet der Dax den heftigsten Tagesverlust im laufenden Jahr. Am meisten verloren haben K+S, Merck, Infineon – und ein Autobauer.
Frankfurt Nach dem Kursrutsch vom Dienstag hat sich der Dax nicht erholt. Im Gegenteil, es wurde noch heftiger: Der deutsche Leitindex verlor am Mittwoch 3,2 Prozent auf 11.433 Punkte – das sind satte 379 Punkte und Tagesrekordverlust 2015. In der zweiten Reihe zeigte sich heute ein ähnliches Bild: Der MDax notierte am Ende mit einem Minus von 2,8 Prozent bei 20.342 Zählern, der TecDax mit einem Minus von 2,6 Prozent bei 1605 Stellen.
Am stärksten eingebüßt haben der Düngemittelhersteller K+S (minus 6,5 Prozent), der Pharmakonzern Merck (minus 5,4 Prozent), der Halbleiterhersteller Infineon (minus 4,8 Prozent) und der Autozulieferer Continental (minus 4,6 Prozent). Auch die Papiere von Volkswagen schlossen mit einem satten Minus von vier Prozent. Am Morgen hatte der Wolfsburger Autobauer nach guten Quartalszahlen noch um knapp zwei Prozent zugelegt.
Für Nervosität sorgte die Zinssitzung der US-Notenbank Fed, deren Ergebnis aber erst nach Handelsschluss am Abend veröffentlicht wird. Investoren hofften auf Hinweise zum Zeitpunkt der geplanten Zinserhöhung. Dax bricht um 379 Punkte ein
Russland kauft Gold, als gäbe es kein Morgen. Damit ist es nicht allein. Weltweit schmelzen Staaten Devisenreserven ab. Vor allem in Dollar. Doch die Zukunft des Goldes entscheidet vor allem ein Land.
Nursultan Nasarbajew setzt alles auf die Karte Gold. Kasachstans Präsident, der sich gerade mit 97,7 Prozent der Stimmen im Amt wiederwählen ließ, befindet sich regelrecht in einem Kaufrausch. Obwohl die rohstoffreiche Ex-Sowjetrepublik wegen der gefallenen Ölpreise in der Krise steckt und die nationale Währung Tenge schwächelt, hat Nasarbajew im März den 30. Monat in Folge die Goldreserven ausgebaut. Inzwischen ist der Edelmetallhort des Landes auf gut 198 Tonnen angeschwollen, rund 27 Prozent des Staatsschatzes sind mit Gold gedeckt.
Nicht nur Kasachstans Staatschef hat die Edelmetallreserven seines Landes kräftig aufgestockt. Nach Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) haben die globalen Zentralbanken im März netto rund 33 Tonnen Gold gekauft. Damit horten alle Länder der Welt knapp 29.000 Tonnen, so viel wie seit dem Jahr 2002 nicht mehr.
Das ist insofern bemerkenswert, als gleichzeitig die globalen Devisenreserven kräftig schrumpfen. Sie sind zuletzt auf 11,5 Billionen Dollar gefallen. Das sind 500 Milliarden weniger als noch im Sommer 2014. Erinnerungen an die Finanzkrise 2008 werden wach. Moskau will unabhängiger vom Dollar werden Gold horten gegen den Westen
In China bahnt sich offenbar eine Quantitative Lockerung im Stil der Fed und der EZB an. Die Zentralbank soll „unkonventionelle Schritte“ diskutieren, wie den Erwerb von Anleihen lokaler Provinzen. Die Vorzeichen in China sind ähnlich zu jenen der USA, bevor die Fed die Geldschwemme beschlossen hat.
Still und leise bereitet die Regierung in Peking den Aufstieg des Yuan zur Weltwährung vor. Doch die Schattenbanken bilden eine Gefahr.
Daniel Eckert, Holger Zschäpitz berichten: Peking versucht eine gefährliche Gratwanderung. Auf der einen Seite muss die chinesische Führung möglichst reibungslos etliche finanzielle Altlasten aus der Boomphase des frenetischen Wachstums entsorgen. Beobachter reden von einer gigantischen Schuldenblase, die nur zum Teil in den offiziellen Statistiken auftaucht. Auf der anderen Seite muss die Regierung von Xi Jinping höllisch aufpassen, dass das Wirtschaftswachstum nicht vollends kollabiert. Denn das würde das große strategische Ziel im Hintergrund in Gefahr bringen: Das Reich der Mitte soll die ökonomische Supermacht des 21. Jahrhunderts werden. Xi Jinping ist nicht nur Chef der Kommunistischen Partei, er kontrolliert auch die Armee und den Staatsapparat. Nun will er die Macht Chinas, der zweitgrößten Volkswirtschaft und der bevölkerungsreichsten Nation, auf die Sphäre der Finanzen ausweiten.
Voraussetzung dafür ist die Etablierung der Landeswährung Renminbi als Reservewährung. Schon diesen Sommer könnte die Volksrepublik einen wichtigen Schritt in diese Richtung machen: Im Mai findet ein informelles Treffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) statt, bei dem eine Vorentscheidung getroffen werden könnte. Läuft es gut für die Chinesen, hat der Yuan (wie der Renminbi auch genannt wird) gute Chancen, schon 2016 in den Währungskorb des IWF aufgenommen zu werden. Der Währungskorb des IWF ist eine Art globale Kunstwährung, in der der Währungsfonds rechnet und verbucht. Das Geld zum Beispiel, das Griechenland dem IWF schuldet, wird in aus dem Währungskorb abgeleiteten Sonderziehungsrechten bilanziert. Chinas Masterplan, um die USA zu überholen
Die Rating-Agentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit Japans um eine Stufe auf die Note «A» mit stabilem Ausblick herabgesetzt. Japan liegt damit fünf Ränge unter der Bestnote. Grund der Herabstufung ist die hohe Schuldenlast und die Unsicherheit, ob die Regierung wirklich die Neuverschuldung senken will. Die Rating-Agentur betonte, dass die Regierung im jüngsten Budget nicht genügend Vorsorge getroffen habe, um die Einnahmeausfälle aus einer verschobenen Erhöhung der Mehrwertsteuer auszugleichen.
Die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe hatte im vergangenen Jahr eine für Oktober 2015 angekündigte Erhöhung der Mehrwertsteuer von 8% auf 10% auf Frühjahr 2017 verschoben, nachdem eine erste Mehrwertsteuererhöhung im Frühjahr die Wirtschaft in die Rezession gestürzt hatte.
Der Yen hat als Reaktion auf die Herabstufung zeitweise nachgegeben. Fitch bezweifelt, dass es die Regierung mit der angekündigten Haushaltsanierung ernst genug ist. Die Agentur verweist darauf, dass die Regierung für 2016 eine weitere Senkung der Unternehmenssteuer angekündigt habe. Und erst im Januar habe sie unerwartete Mehreinnahmen in einem Nachtragshaushalt für Mehrausgaben genutzt. Fitch warnt auch, dass die derzeit steigenden Unternehmenssteuereinnahmen indirekt das Ergebnis des im vergangenen Jahr schwächer gewordenen Yen seien. Das werde sich nicht so fortsetzen, heisst es….
Das grösste Risiko für Japans Wirtschaft sei ein möglicher Vertrauensverlust und rapide steigenden Zinsen. Diesem Risiko steht entgegen, dass der Löwenanteil der japanischen Staatsschuld im Inland finanziert ist, durch die Spargroschen privater Haushalte und zunehmend durch die Anleihekäufe der Bank von Japan. Fitch stuft Japan herab
Kirgistans Beitritt zur Eurasischen Wirtschaftsunion: Moskau bittet zur Zwangsehe
Benjamin Triebe berichtet: Der Weiterverkauf chinesischer Produkte ist ein wesentliches Standbein der kirgisischen Wirtschaft. Das von Armut geprägte Kirgistan soll den Beitritt zur Eurasischen Wirtschaftsunion vollziehen. Viele Sorgen prägen den Ausblick – und etwas Hoffnung.
In einem hässlichen Sowjetbau in Kirgistans Hauptstadt Bischkek, in einem Durchgangszimmer zwischen Verkaufsraum, Atelier und Schneiderei, beugt sich Michail Ribalkin in einem durchgesessenen braunen Sofa vor, offeriert Tee und kann es kaum erwarten. «Im Moment haben wir etwa tausend Aufträge pro Woche. Das kann sich verdoppeln!», sagt er. Wir, das sind Michail und seine Frau Olga. Sie ist Namensgeberin für «Olga Classic», eine Textilmanufaktur für Damenbekleidung. Seit neun Jahren produzieren und verkaufen die Ribalkins unter dieser Marke Jacken und Mäntel, inzwischen mit über hundert Angestellten. Es sind hübsche Stücke, nichts Abgehobenes, geschnitten für eher stämmige Kundinnen. 70% der Ware wird nach Russland exportiert. Deshalb setzt Ribalkin solche Erwartungen in den Beitritt Kirgistans zur Eurasischen Wirtschaftsunion. «Sie eröffnet uns grosse Möglichkeiten, die Grenzen werden fallen», sagt er.
Im Zeichen des Sowjet-Sieges
Damit meint Ribalkin die direkte Grenze zu Kasachstan und die Hürden im Weitertransport nach Russland. Beide Länder bilden zusammen mit Weissrussland und Armenien die Eurasische Wirtschaftsunion, die bis heute primär aus einer Zollunion besteht – und von der Kirgistan der fünfte Teil wird, falls das kleine zentralasiatische Land wie geplant am 9. Mai den Beitritt vollzieht. Nach einigen Verzögerungen unterzeichnete Präsident Almasbek Atambajew vergangenen Dezember die Mitgliedschaft, den tatsächlichen Beitritt aber schob er nochmals auf. Der soll jetzt an jenem symbolträchtigen Tag stattfinden, an dem in Moskau auf dem Roten Platz der Kremlchef Wladimir Putin die Parade zum Sieg der Sowjetunion über Hitlerdeutschland abnimmt….. Moskau bittet zur Zwangsehe
UNICEF gives Kyrgyzstan its first cartoon in 20 years.
Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“ Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.
Allenthalben wird uns das Gefühl vermittelt, die Börsen würden sich seit ein paar Jahren auf einer noch nie gesehenen Achterbahn bewegen. Das heutige Video relativiert diesen Eindruck. Was wir in den letzten Jahren gesehen haben unterscheidet sich nicht wesentlich von dem, was die Aktienbörsen auch schon in den letzten annähernd hundert Jahren gezeigt haben.
Paketlösungen der Banken: Viele Banken stellen zurzeit im Privatkundengeschäft auf neue Leistungspakete um. Bei einigen geht es dabei unter anderem um den Ersatz von Einnahmen aus Retrozessionen. Was die Kunden wissen sollten.
«Das einzige, was beim Investieren je sicher ist, sind die Kosten», sagt die US-Fondsgesellschaft Vanguard, die auf kostengünstige Produkte spezialisiert ist. Mit dieser Aussage ärgert sie andere Fondsgesellschaften, Banken und Vermögensverwalter. Recht hat sie trotzdem. Natürlich gibt es eine kleine Minderheit von Investmentspezialisten, die herausragende Renditen erzielen, obwohl sie teuer arbeiten. Für die grosse Mehrheit gilt das aber nicht. Zumal die Zeit gezeigt hat, dass das in den neunziger Jahren propagierte «ideale Portfolio» eine Illusion der Wissenschaft war. In der Praxis können die Anleger häufig nicht viel Klügeres machen, als sich über ihre eigenen finanziellen Bedürfnisse genau im Klaren zu sein und darauf abgestimmt ein vernünftig breit diversifiziertes Portfolio zusammenzustellen oder zusammenstellen zu lassen. Das bedeutet, sich bewusst zu sein, welche Investitionen riskant sind und welche offenen und verdeckten Unterhalts-Kosten das Portfolio verursacht. Warum sich das Nachrechnen lohnt
Die Brasilianerin Carla Grasso ist für den Stellvertreterposten hinter Christine Lagarde, der geschäftsführenden Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), vorgeschlagen. Zudem solle sie ab Februar die administrative Leitung des IWF übernehmen, wie der Währungsfonds gegenüber der Presse bekanntgab.
Die frühere Vize-Präsidentin für Personalfragen und Unternehmensleistungen des weltweit aktiven Bergbauunternehmens Vale sei von der Nummer 1 des IWF, Christine Lagarde, für die beiden Positionen vorgeschlagen worden, wie die Zeitung Valor Econômico berichtet. Dabei werde Carla Grasso den neu geschaffenen Posten der administrativen Leitung bekleiden, „um die Betriebsführung des IWF den Ansprüchen und Verantwortlichkeiten dieser Institution innerhalb einer Weltwirtschaft im schnellen Wandel anzupassen“, wie es in der Begründung des IWF heißt.
Brasilien hatte 2005 Aufsehen erregt, als es unter dem Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva vorzeitig seine Schulden beim IWF beglich. In der Folge wurde Brasilien zu einem wichtigen Geberland des Wärungsfonds Brasilianerin wird Stellvertreterin von IWF-Chefin
Devisenmarkt-Spekulationen: Unheimliche Avancen des Rubels
Allmählich wird auch dem Regierungschef mulmig. Dmitri Medwedew sagte diese Woche in der Staatsduma, Russland brauche einen vorhersagbaren, verlässlichen Rubel-Wechselkurs, keine «exzessive Stärke». Wer hätte gedacht, dass solch eine Mahnung nötig ist, nachdem die russische Währung im vergangenen Jahr 46% zum Dollar und 40% zum Euro an Wert verloren hat. Und eigentlich ist sie auch nicht stark, denn noch heute ist der Rubel zum «Greenback» rund einen Drittel schwächer als Anfang 2014.
Seit Februar hat sich der Rubel allerdings deutlich erholt. Der Regierung ist das unangenehm. Zum einen schmälert ein stärkerer Rubel grundsätzlich die Ertragskraft russischer Exporteure, zum anderen die Staatseinnahmen. Die stützen sich zu einem grossen Teil auf Steuern aus dem Verkauf von Erdöl. Dessen Dollarpreis ist seit Mitte 2014 zwar stark gefallen, aber wegen des maladen Rubels war ein Fass der Nordseesorte Brent im Februar 2015 zeitweise mehr wert als im April 2014. Inzwischen liegt der Rubelpreis pro Fass jedoch um rund 14% tiefer als im Frühjahr 2014. Das russische Produktionsniveau ist derweil stabil bei 10,7 Mio. Fass pro Tag und damit auf dem höchsten Stand seit Ende der Sowjetunion. Die Kapazitätsgrenze ist erreicht, durch erhöhte Förderung lässt sich das Loch im Staatsbudget, das dieses Jahr geschätzt 3,7% des Bruttoinlandprodukts (BIP) erreichen wird, nicht stopfen…
Selten waren sich Analytiker so einig, dass der Rubel überbewertet ist – immerhin steuert Russland in eine Rezession, im ersten Quartal ist das BIP laut Medwedew um rund 2% zum Vorjahreszeitraum gefallen. Die Zentralbank hat diese Woche zum dritten Mal seit Ende März die Zinsen für die Devisen-Repos angehoben, um den Gewinn aus den Carry-Trades zu schmälern. Der Rubelkurs reagierte jeweils mit Tagesrückgängen von bis zu 4%, aber eine substanzielle Korrektur blieb aus. Die Blicke richten sich nun auf die Sitzung der Zentralbank Ende kommender Woche, bei der sie den in einer Notaktion im Dezember dramatisch angehobenen Leitzins weiter senken könnte. Unheimliche Avancen des Rubels