Was nun, Dax 10.000?

Geschafft! Erstmals in seiner Historie ist der Dax fünfstellig. Um 14:33 Uhr hat der deutsche Leitindex die magische Marke geknackt und ist auf 10.003 Punkte gestiegen – Mario Draghi sei Dank. Doch wie geht es weiter?

Seit Monaten ist der Dax seitwärts gependelt, immer wieder war die Marke von 10.000 Punkten greifbar nah, immer wieder drehte der Index vorher ab. Nun hat es der Dax endlich geschafft. Für Party-Stimmung an den Märkten hat einmal mehr Mario Draghi gesorgt. Seine Europäische Zentralbank liefert, was die Anleger sehen wollen. Sie senkt den bereits extrem niedrigen Leitzins von 0,25 auf 0,15 Prozent. Außerdem müssen Banken künftig einen Strafzins bezahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken. Dafür wird der Einlagezins erstmals unter die Nulllinie auf minus 0,10 Prozent reduziert.
Börsenrally: Dax 10.000, was nun?

Vanessa

Vanessa

Was wird aus unserem Geld?

EZB senkt Leitzins und beschließt Strafzins

Die EZB hat am Donnerstag eine Leitzinssenkung und einen Strafzins beschlossen. Diese Entscheidung war lange mit Spannung erwartet worden. Die Frage ist, wie die Börsen darauf reagieren.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins auf ein neues Rekordtief von 0,15 Prozent gesenkt. Das teilte ein Sprecher der Währungshüter am Donnerstag in Frankfurt am Main mit. Zugleich beschloss die EZB einen Strafzins von minus 0,1 Prozent für Geldreserven, die die Banken bei der EZB zwischenlagern, statt sie Unternehmen als Kredite zur Verfügung zu stellen. Diese Entscheidung war lange erwartet worden. Die Frage ist, wie die Börsen darauf reagieren. EZB-Chef Mario Draghi kündigte weitere Schritte an.
Finanzexperten hatten vor diesem Schritt gewarnt
EZB senkt Leitzins und beschließt Strafzins

Die EZB senkt die Zinsen auf Rekordtief. Was sind die Folgen für Sparer, Aktionäre und Banken?

Wer zahlt für die Niedrigzinsen?

Paolo Calleri www.paolo-calleri.de

Paolo Calleri

Warum sind die Eurozinsen zu hoch und zu niedrig?

Die EZB müsste die Geldpolitik für den Süden lockern und für den Norden straffen. Das erstere ist wichtiger

Wenn die Spitze der Europäischen Zentralbank heute über die künftige Geldpolitik entscheidet, dann steht sie vor einem altbekannten Dilemma: Für die eine Hälfte der Eurozone müsste sie die Zinsen dringend senken, für die andere aber anheben.
Die Immer-Noch-Krisen-Staaten im Süden schlittern in die Deflation und leiden unter viel zu hohen realen Marktzinsen. Sie brauchen alle Instrumente, mit denen die EZB den Zinssatz weiter hinunterdrücken kann: eine weitere Zinssenkung auf 0,15 Prozent, Strafzinsen für Bankeinlagen und Anleihekäufe (Quantitative Easing).
Schleichende Enteignung
Deutschland, Österreich, die Niederlande und andere Staaten im Norden könnten hingegen gut höhere Zinsen ertragen. Hier werden die Sparer durch negative Realzinsen schleichend enteignet, hier drohen durch zu billige Kredite so manche Blasen.
Eurozinsen sind zu hoch und zu niedrig
Zu hoch und zu niedrig

Warum wirft Frau Better das Handtuch?

Clinch mit Bund eskaliert – HRE-Chefin wirft hinManuela Better

Der Streit zwischen der Hypo Real Estate  und dem Bund über die Zukunft der notverstaatlichten Immobilienbank eskaliert.

Vorstandschefin Manuela Better wirft überraschend das Handtuch. Sie hat sich mit dem Eigentümer in der Frage zerstritten, wie sich bei der Verwertung der HRE-Reste das meiste Geld für die Steuerzahler herausholen lässt. Diese haben insgesamt 100 Milliarden Euro in den einstigen Dax-Konzern gepumpt, um die Bank in der Finanzkrise vor dem Kollaps zu retten. Die Regierung wurde vom Rückzug Betters kalt erwischt. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Wichtigste Aufgabe ist die anstehende Privatisierung der Pfandbriefbank pbb, die zum HRE-Konzern gehört. Das Institut muss auf Drängen der EU bis Ende 2015 verkauft oder an die Börse gebracht werden. Der Startschuss solle in Kürze fallen. Nun ist die Unsicherheit groß, auch wenn das Bundesfinanzministerium am Zeitplan festhält.

Better hatte sich zuletzt mit dem Bund in der Frage überworfen, ob der ebenfalls zur HRE gehörende Staatsfinanzierer Depfa verkauft oder abgewickelt werden soll. Better hatte eindringlich für einen Verkauf geworben, die Bundesregierung entschied sich letztlich aber dafür, die Depfa über die nächsten Jahrzehnte in der „Bad Bank“ der HRE auslaufen zu lassen.
Clinch mit Bund eskaliert – HRE-Chefin wirft hin

ERL

ERL

UN-Arbeitsorganisation warnt vor Sozialabbau in Europa

Soziale Sicherheit gilt vielen Menschen als großes Versprechen. Doch verwirklicht ist sie nicht einmal für ein Drittel der Weltbevölkerung. Und in Europa – einst leuchtendes Vorbild – werden Sozialleistungen immer stärker gekürzt. China wird dagegen von der UN-Arbeitsorganisation ILO gelobt. Zumindest in einem Punkt.

Die Internationale Arbeitsorganisation ILO warnt eindringlich vor dem weiteren Abbau staatlicher Sozialleistungen in Ländern der Europäischen Union. „Zusammen mit anhaltender Arbeitslosigkeit, niedrigen Löhnen und hohen Steuern haben diese Maßnahmen zu mehr Armut und sozialer Ausgrenzung geführt“, kritisiert die UN-Sonderorganisation in ihrem am Dienstag veröffentlichten „Weltbericht zur sozialen Sicherung 2014/2015“. Darin beklagt die ILO auch, dass die Verwirklichung des grundlegenden Menschenrechts auf soziale Sicherheit für den größten Teil der Weltbevölkerung immer noch kaum mehr als ein Traum ist.
ILO World Social Protection Report-2014

www.emma.de/artikel/cartoon-american-dream-265940

Lahmende Wirtschaft in Kanada

Torontos Börse als Lichtblick

Kandas Wirtschaft wächst kaum. Die kanadische Wirtschaft kommt kaum vom Fleck. Im ersten Quartal ist das Wachstum bescheiden ausgefallen, und für das vorherige Vierteljahr musste es nach unten korrigiert werden.

Das Wachstum der kanadischen Wirtschaft ist im ersten Quartal bescheidener ausgefallen als erwartet und dürfte sich seither nur wenig beschleunigt haben. Auf Jahresbasis wuchs die Wirtschaft um 1,2% oder um rund 0,6 Prozentpunkte weniger, als man allgemein erwartet hatte. Der Winter ist wieder einmal schuld
Lahmende Wirtschaft in Kanada

Mike Cope copetoons.com

Mike Cope
copetoons.com

Frauen Berufsbilder im Finanzbereich / Die Unternehmensjuristin

Jobs in FINANCE: Hier kommt Nummer 9 der Serie.

Im Teil 1 hat Sabine Paulus uns den Contoller vorgestellt. Dannach folgte die Buchhalterin. Im Teil 3, und 5 ihrer Serie hat sie uns mit dem Treasurer, Cash Manager und Risikomanager bekannt gemacht. Im Teil 6,7 und 8 folgten die IR-Managerin , Compliance officer und der Interner Auditor.

Die Unternehmensjuristin

Vorstände stecken schnell mit einem Fuß in der Haftungsfalle. Das zu verhindern, ist der Job von Unternehmensjuristen. Welche Aufgaben die internen Rechtsberater von Vorstand und Aufsichtsrat sonst noch haben und wie viel als Unternehmensjurist zu verdienen ist.

Was Unternehmensjuristen verdienen können:

Junior Unternehmensjurist: 40.000 bis 80.000 Euro
Unternehmensjurist: 80.000 bis 110.000 Euro
Leiter Recht: 90.000 bis 200.000 Euro

Dies ist etwas weniger, als Berufseinsteiger in international tätigen Großkanzleien verdienen. Dort ist ein Einstiegsgehalt von 100.000 Euro (Grundvergütung und Bonus) durchaus keine Seltenheit. Dieser Gehaltsunterschied gleicht sich aber dem aktuellen 2014er Otto Henning Vergütungsbenchmark zufolge im Laufe der Zeit aus, da die Konzerne mit steigender Hierarchieebene mit zum Teil umfangreichen variablen Bestandteilen wie Aktienpakete, betriebliche Altersvorsorge und Firmenwagen überzeugen können.

Auf der Ebene des mittleren Managements stehen die Syndikusanwälte finanziell sogar besser dar als ihre Kollegen aus Kanzleien, da die jährlichen Nebenleistungen nicht selten einen bruttoäquivalenten Wert von 40.000 bis 50.000 Euro übersteigen. Dax-Konzerne fangen bei etwa 70.000 Euro Gesamtvergütung an.  Der Median von allen Einsteigerpositionen liege etwa bei 62.000 Euro. Ein Leiter Recht könne sicherlich mit einem Gehalt im dreistelligen Bereich rechnen.
Der Unternehmensjurist
Die Unternehmensjuristin

Nettovermögen Mann – Frau?

Vermögen zwischen Männern und Frauen ungleich verteilt.  Eine Studie zeigt: Weibliche Single-Haushalte besitzen um etwa 40 Prozent weniger Nettovermögen als männliche Single-Haushalte.

Frauen verdienen nicht nur weniger als Männer, sie besitzen auch weniger Vermögen. Das zeigt eine am Dienstag von Arbeiterkammer Wien und Wirtschaftsuniversität Wien präsentierte Studie über Singlehaushalte. Die AK sieht dadurch ihre Forderung nach der Wiedereinführung von Erbschaftssteuern ab einer gewissen Grenze sowie nach vermögensbezogenen Steuern bestätigt.

Aufgrund der derzeitigen Datenlage konnten nur die Singlehaushalte verglichen werden. Die Studienautorinnen gehen davon aus, dass die tatsächlichen Unterschiede bei der Vermögensverteilung noch größer sind. Als Nettovermögen definieren sie Sachvermögen und Finanzvermögen ohne Verschuldung.
Vermögen zwischen Männern und Frauen ungleich verteilt

Dieter Huthmacher / Text w.t.w.org

Dieter Huthmacher / Text w.t.w.org

Erst Musterschüler, dann Topverdiener

Streber im Vorteil

Am Ende gewinnen die Streber eben doch – zumindest finanziell. Einer neuen Studie zufolge gilt: Wer als Schüler gute Noten hat, verdient im Berufsleben mehr Geld. Mit jedem Notenpunkt steigt aber nicht nur das Gehalt.

In der Schule mag den Streber niemand, später wird er zumindest finanziell entschädigt: Ein Notenpunkt – auf der amerikanischen Skala von 1 bis 4 – bei der High-School-Abschlussnote bedeutet später durchschnittlich zehn Prozent mehr Gehalt. Männer bekommen pro Notenpunkt durchschnittlich 12 Prozent, Frauen sogar 14 Prozent mehr Gehalt.

Das geht aus einer Studie des Soziologen Michael French hervor. „Jeder weiß, dass die Leistung in der Schulzeit wichtig ist, um auf ein gutes College zu kommen“, so French. „Diese Studie zeigt zum ersten Mal die Verbindung zwischen den Schulnoten und dem Berufsleben viele Jahre später.“ Für seine Untersuchung analysierte er die Schulnoten von knapp 4700 Männern und 5500 Frauen. Außerdem verglich er ihre High-School-Noten von vor zehn Jahren. Dabei stieß er auf den Zusammenhang zwischen Schulnoten und Einkommen.
Früher Musterschüler, heute Topverdiener

Mele Brink www.melebrink.de

Mele Brink
www.melebrink.de

Schlechte Zeiten für Schwarzseher

Dem Untergang nah? Die vergangenen Jahre haben einen wahren Boom an Crash-Szenarien hervorgebracht.

Aktiencrash, Euro-Ende, Hyperinflation – die vergangenen Jahre haben einen Boom an Untergangsszenarien hervorgebracht. Doch die Erfolgsquote ist bescheiden. Ein echter Crashprophet lässt sich davon aber nicht beirren.

Als Untergangsprophet lässt es sich prima leben. Man hat immer Recht. Die nächste Krise kommt bestimmt. Irgendwann. Unangenehm wird es nur dann, wenn sich die Vorhersagen allzu weit und für alle offensichtlich von der Realität entfernen. Wenn man etwa den Börsencrash vorhersagt, die Aktienkurse anschließend aber auf Rekordhoch steigen, hat man ein Problem. So wie gerade jetzt.
Weltuntergang

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