Spenden und Schmuggel ruinieren die Textilindustrie in Afrika

Die einst florierenden Kleiderfabriken in Ländern wie Nigeria wurden fast alle geschlossen. Die Gründe liegen im Schmuggel … Wie Spenden und Schmuggel die Textilindustrie in Afrika ruinieren
Der «Guardian» schätzt, dass mit dem weltweiten Handel von Gebrauchtkleidern jährlich 3,7 Mrd. $ umgesetzt werden. In Tansania kamen vor den neuen Massnahmen jeden Monat rund 40 000 Tonnen Altkleider aus dem Westen an. In Uganda machen Secondhandkleider 81% aller Kleiderkäufe aus. In den frühen neunziger Jahren gab es in Kenya 110 grosse Bekleidungsfirmen. 2006 waren es noch 55. Inzwischen existieren noch ganze 15 Textilfabriken. 
Was Altkleider aus Deutschland für Afrika bedeutet

Journalisten – Wer unerwünschte Fragen stellt oder Tabu-Themen behandelt, lebt gefährlich

Schon der Jahresbericht 2017 von
„Reporter ohne Grenzen“ schilderte die zum Teil dramatischen, manchmal lebensgefährlichen Bedingungen, unter denen weltweit Journalisten arbeiten:

Sie werden behindert durch Justiz und Geheimdienste, Behörden verweigern ihnen Auskünfte, und einzelne Politiker kritisieren öffentlich die Ergebnisse von Recherchen oder zweifeln ihre Richtigkeit an. Höhepunkt dieser Tendenz ist wohl die Erfindung der „Lügenpresse“ durch die Pegida-Anhänger und des Begriffs „Alternative Fakten“ durch die Beraterin Donald Trumps. Dazu kommen aber noch gewalttätige Angriffe aus der Bevölkerung oder von Interview-Partnern.

Insgesamt sind im Jahr 2017 weltweit 65 Journalisten und Medienmitarbeiter getötet worden, und zwar außerhalb von Kriegsregionen, 54 sind derzeit entführt und 326 befinden sich augenblicklich in Haft.

Eigentlich sind diese Fakten bekannt, aber die Zahl der tätlichen Angriffe und der Einschüchterungsversuche in den letzten Monaten und der Erfindungsreichtum der Journalisten-Hasser ist doch erschreckend.

Hier einige wenige Beispiele aus Deutschland und Italien

Tätliche Angriffe geschehen in Deutschland häufig im Kontext von Veranstaltungen der AfD oder während Pegida-Demonstrationen und ähnlichen Events. Man versucht, Medienvertreter einzuschüchtern, man bedroht sie auf jede nur erdenkliche Weise, das geht bis zu Morddrohungen. Deshalb musste z.B. das Haus von Peter Bandermann von den Ruhrnachrichten (sein Thema Rechtsextremismus) von der Polizei geschützt werden. Ein ähnliches Schicksal erlitt das gemeinnützige Recherchezentrum Correctiv, dessen Berliner Redaktion ebenfalls unter Polizeischutz gestellt werden musste, (Thema: Korruption in der Türkei, Umbau des Landes in einer Präsidialdiktatur).

Ein Journalist des italienischen Staatsfernsehens RAI interviewte in Ostia (bei Rom) Roberto Spada, den Bruder des Mafia-Bosses Carmine Spada, zu den Beziehungen des Clans mit den lokalen Faschisten. Die vielen Fragen beantwortete Spada schließlich mit einem Kopfstoß und brach dem Reporter die Nase. In einem Viertel von Bari wollte Mariagrazia Mazzola (RAI) die Frau eines Bosses interviewen, die aber die Anfrage mit einem Faustschlag an den Kopf beantwortete, so dass die Journalistin ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Eine neue Idee kommt aus Reggio Emilia, vom Maxi-Prozess gegen den `Ndrangheta-Clan Grande Aracrì „Aemilia“: Die Verteidiger der angeklagten Mafiosi haben die Einrichtung eines „Observatoriums für die Prozess-Berichterstattung“ verkündet. Die Kommission besteht aus vier Verteidigern des Prozesses. Die Maßnahme begründen sie folgendermaßen „Die Prozess-Berichterstattung wird häufig zu einem Instrument der Anklage, um sich Zustimmung in der Öffentlichkeit zu verschaffen, und um auf diese Weise die öffentliche Meinung zu beeinflussen und somit auch unweigerlich die Meinung des Gerichts.“

Journalisten-Vereinigungen reklamieren den eindeutig „einschüchternden Charakter“ dieser Kommission, während die Politik auf lokaler und nationaler Ebene sich vornehm zurückhält und wie so oft schweigt.

Dies ist übrigens nicht der erste Versuch der Verteidiger und der Mafiosi, die Presseorgane vom Prozessgeschehen auszuschließen: Der Verteidiger Stefano Vezzadini hatte während einer Gerichtsverhandlung die anwesenden Medienvertreter beschuldigt, nur Lügen über den Prozess zu verbreiten – ohne jedoch anzugeben, welche Presse-Informationen angeblich Lügen gewesen seien. Ein anderer Verteidiger hatte im Januar 2017 den offiziellen Antrag gestellt, die Medien des Gerichtssaals zu verweisen, was drei Mafiosi dazu ermunterte, wiederholt „Ab in den Knast“ zu rufen und damit den Antrag ihres Verteidigers zu unterstützen.

Mutige Journalisten verdienen unsere uneingeschränkte Solidarität!

Schwarwel.de

Ist die Finanzkrise ist auch eine Denkkrise?

Die Finanzkrise ist auch eine Denkkrise» Paul Kirchhof
Es gibt aus der Finanz- und Wirtschaftskrise, in der wir weiterhin stecken, letztlich nur zwei Auswege. Der eine ist die geordnete Rückkehr zur Normalität. Der andere Ausweg ist Weiterwursteln.

Es gibt aus der Krise, in der wir weiterhin stecken, letztlich nur zwei Auswege. Der eine ist die geordnete Rückkehr zur Normalität, zu Banken, die solide finanziert sind, zu tieferen öffentlichen und privaten Schulden, zu einer markant geschrumpften Geldmenge und zu Zinsen, die den Konsumverzicht wieder entschädigen. Das wird ohne Rezessionen und Verluste an den Vermögensmärkten, also bei Aktien und Immobilien, nicht möglich sein.

Der andere Ausweg ist Weiterwursteln. Das mag aufs Erste und vorübergehend weniger schmerzhaft erscheinen. Am Ende der derzeitigen finanziellen Repression mittels tiefer Zinsen wird dann aber eine explizite Enteignung der Gläubiger durch Schuldenschnitte und ein Zwangssparen zugunsten der überschuldeten Staaten stehen – und auch das begleitet von Rezessionen und Kurseinbrüchen. Das zeigt: «Die Finanzkrise ist auch eine Denkkrise» (Paul Kirchhof). Weil man das Unangenehme nicht denken will, wird man vor lauter Schmerzvermeidung in einer noch schmerzhafteren, chaotischeren Situation landen…Finanzkrise als Denkkrise

Infografik WELT

Steuern? Tricksen wie die Großen!

Film von Gesine Enwaldt und Malte Heynen

Der Mittelstand ist zu recht verärgert. Während Großkonzerne wie Starbucks, Google, Apple oder IKEA, trickreich Milliardengewinne in ferne Steuerparadiese verschieben und ihren Steuersatz Richtung Null drücken, trägt der ehrliche Mittelständler bald die ganze deutsche Steuerlast allein. Allerhöchste Zeit, ein Experiment zu wagen: Können es die „Kleinen“ nicht einfach auch so machen wie die „Großen“?

Mit ihrer Dokumentation „Steuern? Tricksen wie die Großkonzerne!“ liefern Gesine Enwaldt und Malte Heynen einen tiefen Einblick in die Welt der Steuervermeider. Nach dem Vorbild der internationalen Konzerne versuchen sie, für ihre kleine mittelständische Produktionsfirma ein Steuerschlupfloch zu buddeln. Die Wege der Global Player ins Steuerparadies sind hochkomplex und die Autoren sammeln für ihren Versuch jede Menge Sachverstand und Informationen. Sie treffen ehemalige Steuerfahnder, Whistleblower, Finanzexperten. Dabei entwirren sie die dreisten Methoden der Konzerne – und ganz nebenbei lernen sie einiges über die Macht der Finanzlobby. Außerdem finden die Autoren Antworten auf die Frage, warum eigentlich die Politik die Steuerschlupflöcher nicht schließt.

Großunternehmen entziehen sich mit Dreistigkeit ihrer Steuerpflicht
Der Weg ins selbstgebastelte Steuerparadies ist für Gesine Enwaldt und Malte Heynen voller Hindernisse: Bekommen die finanzschwachen Journalisten überhaupt einen Beratungstermin bei den Steuerexperten der sogenannten „Big Four“, den einflussreichsten Unternehmensberatungsfirmen der Welt? Wie kann es gelingen, auf eigene Faust in Amsterdam eine Briefkastenfirma aufzumachen und dann noch eine Niederlassung in einem Null-Prozent-Steuerparadies in der Südsee? Was muss getan werden, damit das Finanzamt die für Mittelständler ungewöhnliche Gewinnverschiebung mitmacht?

Der Selbstversuch zeigt nachvollziehbar, mit welcher Dreistigkeit sich Großunternehmen ihrer Steuerpflicht entziehen. Der Film liefert Antworten auf die Frage, warum für Große möglich ist, was den Kleinen verwehrt bleibt. Wie konnte es zu diesem Riesenspielplatz der Tricks und Schlichen kommen, auf dem sich nur die Superreichen tummeln und nach ihren eigenen Gesetzen spielen?  

 

Design Rachel Gold
www.w-t-w.org/en/rachel-gold
www.goldcartoons.at

Phoenix
Organisierte Kriminalität – Was geht das Frauen an?

Crash durch Manipulation ausgelöst?

Börsenaufsicht eingeschaltet.

In der vergangenen Woche rauschten die Aktienbörsen weltweit in die Tiefe. Immer noch sind die Anleger verunsichert: Was löste den Crash aus? Ein Whistleblower behauptet nun, Betrüger hätten den Kursrutsch gezielt herbeigeführt. ..
Manipulation soll Crash ausgelöst haben

Ein Insider aus der Finanzbranche führt den Börsen-Crash der vergangenen Woche auf zweifelhafte Machenschaften zurück. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten seien auf Manipulationen eines an den Börsen vielbeachteten „Angstbarometers“ zurückzuführen, heißt es in einem Schreiben des US-Anwalts Jason Zuckerman an die Finanzregulierungsbehörde CFTC.

llustration by Christoph Niemann

Gehört das Finanzsystem in die Schuldenberatung?

Die jüngsten Turbulenzen an der Wall Street haben viele aufgeschreckt. Das ist gut so, auch wenn die grossen Gefahren nicht von den Aktienbörsen ausgehen.

Jürg Müller berichtet: Plötzlich ist die Angst wieder da. Im Trubel um die Kryptowährungen ist der traditionelle Finanzsektor fast ein wenig in Vergessenheit geraten. An den Aktienmärkten ging es schliesslich mit beständiger Langeweile nach oben. Letzte Woche haben dann jedoch zwei Kursstürze an den amerikanischen Börsen der Lethargie ein Ende bereitet. Jetzt sind die Scheinwerfer der öffentlichen Aufmerksamkeit wieder auf das klassische Finanzsystem gerichtet – zu Recht, denn dort ist einiges im Argen….NZZ

by Erl

Wer ist Olaf Scholz?

So tickt der künftige Finanzminister Olaf Scholz.
Nüchtern, pragmatisch und sehr, sehr selbstbewusst: Hamburgs Noch-Bürgermeister dürfte im Berliner Finanzministerium eine prägende Figur der großen Koalition werden.

Der Mann vorne am roten Pult strahlte Souveränität und Beherrschung aus. Kritische Fragen? Wurden mit kühler Schärfe retourniert, mit ironischer Beiläufigkeit abgebügelt, hier und da sogar ein klein wenig belächelt. Tja, Fachkenntnisse müsste man haben… Nichts, gar nichts sah nach Wackeln oder Wanken aus. Die Botschaft war klar: Kurs setzen – und halten….Euractiv

Man hätte im Sommer 2017 schon ahnen können, was auf Olaf Scholz zukommt. @OlafScholz

KITTIHAWK-Christiane Lokar
www.kittihawk.de

Positive Aussichten für Europa

Gute Aussichten für Europas Aktien?

Die Wahl Emmanuel Macrons zum Präsidenten Frankreichs hat laut Didier Saint-Georges vom französischen Fondshaus Carmignac für die europäischen Aktienmärkte viel verändert.

Politik habe nichts mit den Finanzmärkten zu tun, haben jüngst Ökonomen immer wieder behauptet. Didier Saint-Georges, Managing Director und Mitglied des Investment-Komitees des französischen Fondshauses Carmignac, widerspricht. Für ihn hat die Wahl Emmanuel Macrons zum französischen Präsidenten der Aktienhausse in Europa erst so richtig Schub verliehen. «Vorher war Deutschland mit seiner strikten Budgetdisziplin und seinem Willen, die EU zusammenzuhalten, ziemlich einsam», betont er…
Gute Aussichten für Europas Aktien/…
Politk habe nichts mit den Finanzmärkten zu tun.

Marilena Nardi
www.w-t-w.org/en/cartoon/marilena-nardi/

Crash, Baisse oder nur Korrektur?

Dow:
An den Börsen kommt es alle paar Jahre zu grösseren Turbulenzen. Dann ist schnell von einem Crash die Rede – auch in diesen Tagen. Ist das angemessen? Aktienkurse die in diesem Umfeld nur schon um 20 Prozent runtergehen, haben einen gewaltigen Einfluss auf die gesamte Wirtschaft…NZZ

In Davos klopfte sich die Welt-Elite auf die Schultern. Planet Erde blüht.

14 Tage später steht der Globus vor einem Black Tuesday. Panik greift um sich.

Das war der grösster Punkte-Absturz des Dow Jones seit langem, zwischenzeitlich nah an minus 7 Prozent; dem Moment, an dem die Märkte unterbrochen würden. Wenn das so weiter geht, dann wird es kritisch. Denn den Notenbanken fehlt die Munition für wirksame Interventionen.

Bitcoin ringt mit dem Tod

Fällt Krypto unter 8000 Dollar, droht schneller Niedergang. Die 10jährigen US-Staatsoblis nähern sich 3 Prozent Rendite. Gleiche Schweizer Bundes-Anleihen durchschritten die Nulllinie. In Deutschland sind 1 Prozent in Sicht. Die Aktien tauchen, minus 2 und mehr Prozent in Asien. Und Bitcoin? Crasht der Krypto-Hype, könnte das ein Fanal sein.
„Es gab schon viele Crashs bei Bitcoin, aber das Coin kam immer wieder zurück“. So lautete ein Satz, der kritischen Stimmen gerne entgegengehalten wurde.

Aber der Crash seit dem Allzeithoch von Bitcoin vom Dezember 2017 ist anders. Er ist der erste wirkliche „Mainstream-Crash“ – und er passiert zu einer Zeit, in der Bitcoin eigentlich stark gefragt sein sollte.

Erleben wir gerade einen Crash, eine Baisse oder nur eine Korrektur?

Marian Kamensky
www.w-t-w.org/en/cartoon/marian-kamensky
www.humor-kamensky.sk/

Arbeitslosigkeit

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen
im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Obwohl die Konjunktur brummt, bleiben die Arbeitslosenzahlen auf einem beängstigenden Niveau. Insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit gibt zu denken.

Nel Ioan Cozacu
www.w-t-w.org/en/nel-ioan-cozacu
www.nelcartoons.de

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