Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.
Die Altersvorsorge in der Schweiz ist im (politischen) Fluss. Wir zeigen auf, wie verschiedene politische Alternativ-Vorschläge sich mit dem Status Quo vergleichen.
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Kategoriearchiv: Finanzen
War das die geldpolitische Wunderwaffe?
Im Dezember 2012 zauberte der damalige Vorsitzende der US Notenbank, Ben Bernanke, eine neue geldpolitische Wunderwaffe aus dem Hut: die datenabhängige „Forward Guidan
Die Federal Reserve (Fed) bezeichnet Forward Guidance als Kommunikation über den „wahrscheinlichen zukünftigen Kurs der Geldpolitik“.
Die Geldpolitik Europas wird böse enden.
Michael Rasch berichtet: Die Politik der EZB war und ist erfolglos, meint der deutsche Ökonom Thomas Mayer. Er fürchtet gar, der «point of no return» für die Geldbehörde sei überschritten. Am Ende könnte es sogar zum Äussersten kommen.
Erklärungsansätze für die bisher nicht gelungene Zinswende der US Notenbank, die sich auf ihre Datenabhängigkeit beziehen, greifen zu kurz. NZZ
Erst wenn man die Fed als Prototyp eines neuen Notenbanktypus, als finanzmarktabhängige Notenbank, versteht, lassen sich Erwartungen über ihre zukünftige Geldpolitik formulieren. Als finanzmarktabhängige Notenbank
befindet sich die Fed in einem zirkulären Dilemma, das sie hemmt und die langfristigen Risiken für das Finanzsystem erhöht. Der Weg zu einer finanzmarktabhängigen Fed
Bewegt sich da etwas in Brüssel?
Das Europaparlament in Straßburg hat am
7. Oktober die Resolution der Fünfsterne-Bewegung, angenommen, die ein einheitliches europäisches Vorgehen gegen Organisierte Kriminalität, Korruption und Geldwäsche verlangt.
„Die OK ist eine Plage, die ganz Europa betrifft, nicht nur Italien.“ – so die Referentin der Resolution Laura Ferrara (Fünfsterne-Bewegung – die größte Konkurrenz für den in Italien regierenden Partito Democratico). Mit 545 Jastimmen, 91 Gegenstimmen und 61 Enthaltungen hat das Parlament in Straßburg eine Resolution verabschiedet, die auf die Einsicht aller 28 Mitgliedsstaaten setzt, dass eine effektive Bekämpfung der Organisierten Kriminalität, der Korruption, der Geldwäsche nur mit einem einheitlichen, europaweit gültigen Aktionsplan möglich ist. Auch wenn der Weg zu einer einheitlichen Gesetzgebung in diesem Bereich noch weit ist, ist ein erster Schritt gemacht.
Der Text enthält vor allem folgende Vorschläge:
1. Europaweit soll die Möglichkeit der Beschlagnahmung von Besitz ausgedehnt werden auf die sog. „vorsorgliche Beschlagnahmung“.
2. Der Schutz der Whistleblower soll bis Ende 2017 geregelt werden.
3. Die Personen, denen Geldwäsche, Korruption und andere schwere Verbrechen nachgewiesen sind, sollen sich in Zukunft nicht mehr für ein Amt in Öffentlichem Dienst und Politik bewerben können – und das gilt dann auch für Ämter in den Institutionen der EU.
4. Die Kommission soll eine schwarze Liste erstellen, auf die alle Unternehmen gesetzt werden, die erwiesenermaßen Verbindungen zur OK haben oder in Korruptionsfälle involviert sind. Damit soll ihnen die Möglichkeit genommen werden, Verbindungen zum Öffentlichen Dienst aufzunehmen oder zu unterhalten und Gelder aus Europäischen Töpfen zu beantragen.
5. Bei Europol soll eine Spezialeinheit geschaffen werden für die Bekämpfung von kriminellen Banden, die „gleichzeitig in mehreren Sektoren tätig sind“.
6. Die bisherigen Anstrengungen, den Umgang mit eingefrorenen und beschlagnahmten Besitztümern zu regeln, sollen intensiviert werden. Geklärt werden soll, wie deren Wiederverwendung zu regeln sei: Sie müsse sozialen Zwecken dienen und eine Entschädigung für die Familien der Opfer und für Unternehmen vorsehen, die Opfer von wucherischen Darlehen und von Erpressung geworden sind.
Ilfattoquotidiano.it
Laura Ferrante: Beppegrillo.it

Gleichstellungs Studie: Global Gender Gap
Wenn sich alles so weiter entwickelt wie derzeit, dann dauert es noch 170 Jahre, bis Männer und Frauen weltweit den gleichen Lohn für gleiche Arbeit bekommen. Das zeigt eine Studie des WEF Weltwirtschaftsforums. Global Gender Gap Report 2016
Das Weltwirtschaftsforum untersucht die Geschlechtergleichstellung jedes Jahr in vier Feldern: Bildungsniveau, Gesundheit und Lebenserwartung, wirtschaftliche Beteiligung und politische Mitwirkung. Im diesjährigen Bericht gab es einzig bei der wirtschaftlichen Beteiligung eine Rückwärtsentwicklung. Besonders gut entwickelte sich dagegen der Bildungsbereich.
Von den 144 einbezogenen Ländern kam Island wie schon in den sieben vorangegangenen Jahren auf den ersten Platz in Sachen wirtschaftliche Gleichstellung. Es folgten Finnland, Norwegen und Schweden. Deutschland kommt auf Platz 13 und schneidet damit schlechter ab als unter anderem die Philippinen, Ruanda, Nicaragua und Burundi.

Snapchat will Milliarden einsammeln
Dies wäre der größte Börsengang seit Alibaba im Jahr 2014, als der chinesische Onlinehändler für 25 Milliarden an die Börse ging.
Snapchat* und der spektakuläre Börsengang
Im Raum steht eine Bewertung von bis zu 25 Milliarden US-Dollar. Bis dahin putzt sich die App heraus – in Sachen Usability, aber auch im Bereich der Werbemöglichkeiten.
Einer der spektakulärsten Börsengänge seit Alibaba steht bevor. Snap Inc., das Unternehmen hinter der Snapchat-App, plant die Erstplatzierung (Initial Public Offering, IPO) an der Börse mit März 2017 – und könnte laut Experten mit bis zu 25 Milliarden Dollar bewertet werden. Wachstum durch Werbung
Snapchat plant den Börsengang
Wer die Profiteure eines solchen Snap-IPOs wären, ist in US-Medien inzwischen ebenfalls recht detailliert durchgesickert. So kontrollieren die Gründer Evan Spiegel und Bobby Murphy jeweils etwa 15 bis 20 Prozent des Unternehmens, berichtet CNBC mit Verweis auf eine anonyme aber angeblich gut informierte Quelle. Beide halten damit einen Anteil im Wert von rund vier Milliarden Dollar, was beachtlich ist, angesichts der Tatsache, dass Spiegel noch im Jahr 2013 eine Kaufofferte von Seiten des Facebook-Chefs Mark Zuckerberg für Snapchat im Wert von drei Milliarden Dollar zurückgewiesen hatte. Aus heutiger Sicht dürfte Spiegel das als eine der besseren Entscheidungen seines Lebens einstufen.
Der wichtigste institutionelle Investor von Snapchat ist laut CNBC die Venture Capital Firma Benchmark, die nun etwa 12 Prozent im Wert von rund drei Milliarden Dollar an Snap halte. Weitere 8 Prozent liegen bei Lightspeed Venture Partners, sowie 5 Prozent bei Institutional Venture Partners, so die Quelle von CNBC.
Snapchat ist ein kostenloser Instant-Messaging-Dienst zur Nutzung auf Smartphones und Tablets. Der Dienst ermöglicht es, Fotos, die nur eine bestimmte Anzahl von Sekunden sichtbar sind und sich dann selbst „zerstören“, an Freunde zu versenden. Es ist jedoch mit relativ einfachen Mitteln möglich, versendete Dateien innerhalb der Ordnerstruktur des genutzten Gerätes zu finden und wiederherzustellen. Snapchat wurde im September 2011 von Robert „Bobby“ Murphy und Evan Spiegel gegründet. Firmensitz ist Los Angeles, Kalifornien.
Weltspartag kein Grund zum feiern
Diesen Tag kann man sich sparen. Ende Oktober wird der Weltspartag begangen – zu feiern gibt es da aber wenig. Wer sein Geld vermehren will, muss es vielmehr vom Bankkonto nehmen.
2016 war kein gutes Jahr für die Gefühlswelt der Sparer! Die aktuelle Niedrig- bzw. Nullzins-Phase bereitet den Menschen Angst: 58 Prozent der Deutschen bezeichnen die Zinspolitik der EZB als ihre größte Sorge, wenn es um ihr Vermögen geht. Im Vorjahr waren es 41 Prozent. Nur rund ein Viertel der Deutschen (26 Prozent) hat keine Sorgen.
Das geht aus dem „Vermoegensbarometer 2016“ hervor. Pünktlich zum Weltspartag haben die Sparkassen 1810 Menschen rund um das Thema Geld und Finanzen befragt.
Die EZB-Geldpolitik wirkt sich auch auf die Zufriedenheit mit der eigenen finanziellen Lage aus: Nur 52 Prozent der Befragten bezeichnen sich als zufrieden mit dem Ersparten, 2015 waren es noch 56 Prozent, 2014 sogar 58.
Frauen in Armut
Der Frauen und Selbstständige Bericht, der Bundesregierung, sieht ein großes Risiko von Altersarmut. Frauen müssen im Rentenalter mit wesentlich weniger Geld auskommen als Männer, Geringverdienern und ehemals Selbstständigen droht ebenfalls Armut. Manche sichern sich zusätzlich ab.
Viele Bürger werden im Ruhestand nicht ausreichend finanziell abgesichert sein, wenn sie nicht selbst mehr für ihre Altersvorsorge tun. Dies berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf den „Alterssicherungsbericht 2016“ der Bundesregierung. Das Versorgungsniveau der zukünftigen Rentner werde „ohne zusätzliche Altersvorsorge in den kommenden Jahren deutlich zurückgehen“. Es bestehe vor allem für Geringverdiener „ein erhebliches Risiko. Wird in diesem Einkommensbereich nicht zusätzlich für das Alter vorgesorgt, steigt das Risiko der Bedürftigkeit im Alter stark an“, zitiert die Zeitung aus der Analyse.
Die gesetzliche Rente habe die größte Bedeutung für die Versorgung älterer Menschen, stellt der Bericht laut „SZ“ fest. Anfang 2015 waren etwa 17 Millionen Personen in Deutschland 65 Jahre oder älter. Fast drei Viertel aller an diese Generation gezahlten Altersleistungen stammten aus der Rentenkasse. Viele hätten aber Zusatzeinkünfte, knapp ein Drittel zum Beispiel aus der betrieblichen Altersvorsorge. Im Durchschnitt erhielten sie dadurch monatlich brutto 418 Euro. Auf diesem Niveau bewegten sich auch die ausgezahlten Zusatzrenten aus privaten Versicherungen.
Frauen im Nachteil
Das Zahlenwerk beruht auf der Erhebung „Alterssicherung in Deutschland“, die laut Bundesregierung „umfangreichste repräsentative Datenquelle zur Einkommenssituation der deutschen Bevölkerung im Alter“. Dafür hat TNS Infratest Sozialforschung 2015 mehr als 30.000 Bürger befragt und deren Angaben auf die Bevölkerung hochgerechnet.
Der Untersuchung zufolge gebe es große Einkommensunterschiede: So haben Männer mit einem Alterseinkommen von netto durchschnittlich gut 1700 Euro fast 600 Euro mehr als Frauen. Erwähnt wird ebenfalls das „überdurchschnittliche Alterseinkommen“ von Beamten. Deren Pensionen seien mit durchschnittlich netto 2300 Euro höher als die Leistungen anderer Versorgungssysteme.
Das Alterseinkommen ist bei Selbständigen deutlich ungleichmäßiger verteilt als bei abhängig Beschäftigten. Fast die Hälfte ehemals Selbstständiger verfüge über ein Nettoeinkommen von weniger als 1000 Euro.
Armutsbericht
Armuts Reichtums Bericht

Volatilität ist gigantisch
Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.
Wieder einmal hat man das Gefühl, was wir gerade jetzt erleben, sei einzigartig. Zumindest bei den langfristigen Volatilitäten ist das nicht so. Déjà vu. Die kurzfristigen Schwankungen allerdings, sind gefährlich hoch.

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Die Mafia sitzt in Spanien mit am Tisch!
Rosy Bindi, Präsidentin der italienischen Antimafia-Behörde in Rom, hat nach vielen Bemühungen erreicht, dass die spanischen Restaurant-Kette „La Mafia“ mit inzwischen ca. 40 Restaurants in ganz Spanien ihren Namen ändern muss.
Seit dem Jahr 2000 werden immer neue Filialen unter dem Namen „La Mafia“ eröffnet, die italienische Küche bieten und u.a. mit den Slogans werben „Die Mafia sitzt mit am Tisch“, „Die Mafia schafft Arbeitsplätze“ (Über 400 Leute arbeiten inzwischen bei der Kette).
Es mutet schon absurd an, dass Antimafia-Behörde und italienische Botschaft in Madrid mit ihrer inhaltlichen Beschwerde 2014 keinen Erfolg hatten, als sie argumentierten, dass die Namensgebung der Restaurant-Kette ein europaweit aktives Verbrechersyndikat verharmlose und fragten „Wie würden die Spanier es finden, wenn man in Italien Trattorien aufmachte, die die Terroristen der Eta verherrlichten?“ Der Erfolg kam erst, als Italien sich an das Amt für Geisteseigentum in der EU wandte und den Einspruch so begründete: Der Name Mafia beschädige den Ruf der italienischen Küche und sei mit moralischen Prinzipien nicht vereinbar!
Nun muss nicht nur der Name der Kette geändert werden, auch die Bilder von bekannten Mafia-Bossen müssen abgehängt werden. Es braucht neue Ideen, wie man schon kleine Kinder statt mit „Mafia-Bonbons“, mit Kinderschürzen mit der Aufschrift „Little Chef La Mafia“ und einer Spiel-Ecke (Zona Infanti – Per los Piccolinos de la Mafia) zu einem weiteren Besuch animieren könnte. Auch die zahlreiche Menus, die nach Mafia-Bossen benannt sind, müssen jetzt umgetauft werden. Repubblica.it
Spanien hat bereits Widerspruch gegen die Entscheidung der EU eingelegt.
Ob dieser Erfolg der Antimafia-Behörde der Mafia völlig egal ist, wie manch einer überlegt, darf bezweifelt werden. Immerhin lässt sich doch europaweit eine Strategie erkennen, Mafia als sizilianische Folklore zu verharmlosen und vielmehr zum Trend zu erheben. Die Musik-CDs „Il canto di malavita“ – Musik der Mafia z.B. werden in Deutschland fleißig beworben, während Vertrieb und Verkauf in Italien verboten sind, weil in den Texten Mafia-„Werte“ und z.B. die Ermordung des Carabinieri-Generals Carlo Alberto Dalla Chiesa verherrlicht werden – und die Begleitmusik lädt ein zum Tarantella-Tanzen!
Musica della Mafia
Auch das in großen Hotels deutschlandweit angebotene Mafia–Musical verbindet wie die spanische Restaurant-Kette ein italienisches Menu mit „interaktiven“ Mafia-Spielen, während in der Schweiz zu einer Mafia-Party eingeladen wird („Mafia-Dresscode!!!“).
Nicht zu vergessen deutsche und amerikanische Reisebüros, die bei ihrer Sizilienreise ein Mafia-Kostümfest auf dem Programm haben, die „Wohnen bei der Bestie“ (gemeint ist der Boss der Bosse aus Corleone, Totò Riina) anbieten oder einem Sohn Riinas erlauben, seinen Vater als den besten aller Väter darzustellen, obwohl dieser nicht nur hunderte Morde angeordnet, sondern auch die Attentate auf die Antimafiarichter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino organisiert hat.
Mega Fusion in den USA
Die geplante Übernahme von Time Warner durch AT&T stösst in Amerika auf Vorbehalte in der Politik. Der US-Senat kündigte am Sonntag eine sorgfältige Prüfung des Vorhabens über 85 Milliarden Dollar an. Zu viel Macht in den Händen von zu wenigen? Die Transaktion könnte schwerwiegende Wettbewerbsbedenken hervorrufen, sagte der Vorsitzende des zuständigen Ausschusses der Kongress-Kammer. Der neue Konzern wird fast die gesamte Bevölkerung der USA zu seinen Kunden zählen.
AT&T bezahlt für Time Warner rund 85 Mrd. $ in Cash und eigenen Aktien. AT&T hatte am Freitag, bevor das «Wall Street Journal» von einem allfälligen bevorstehenden Merger berichtet hatte, einen Marktwert von 233 Mrd. $ und Time Warner von 68 Mrd. $. Die Time Warner-Aktien waren dann am Freitag nach Auftauchen erster Merger-Gerüchte mit einem Plus von 8% aus dem New Yorker Handel gegangen
Finanzielles Wagnis für AT&T
Für AT&T stellt der Zukauf durchaus ein finanzielles Wagnis dar. Der Konzern ist bereits mit 120 Milliarden Dollar verschuldet und muss sich bei dem Deal weitere Time-Warner-Schulden von mehr als 20 Milliarden Dollar aufbürden. Aktionäre hatten nach den ersten Medienberichten über eine mögliche Übernahme skeptisch reagiert und den Kurs der AT&T-Aktie sinken lassen. Das Unternehmen hatte 2015 bereits für fast 50 Milliarden Dollar den Satelliten-TV-Anbieter DirectTV gekauft.
Eckdaten zum Geschäft von AT&T im vergangenen Quartal, die der Telekom-Konzern am Samstag zusätzlich veröffentlichte, machten auch den Druck auf sein Kerngeschäft deutlich. Der Umsatzanstieg von 4,6 Prozent auf 40,8 Milliarden Dollar lag unter den Erwartungen der Analysten.

