Finanzaufsicht in der Kritik

Die Bafin wird zum Thema im BundestagElke König jpg

Die Finanzaufsicht Bafin ließ die unter Betrugsverdacht stehende Anlagegesellschaft S&K lange gewähren. Anlegerschützer kritisieren die Behörde scharf. Die Ministerien mauern, nun verlangt die Opposition Auskunft.

Elke König, Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin):
Es gibt Zweifel an der Schlagkraft der Behörde.

Wenn Banken oder Versicherungen ein Schreiben von der Finanzaufsicht Bafin erhalten, ist der anschließende Aufwand oft erheblich. Dann müssen sie ihre finanzielle Stabilität nachweisen, Prospekte ändern oder lange Fragelisten beantworten. Manchmal beteiligen sich Beamte der Bafin sogar an Razzien der Staatsanwälte, etwa wenn es um Insiderhandel geht.

Jetzt ist die Bafin selbst ein Fall für die sie beaufsichtigenden Ministerien. Nach Informationen von Handelsblatt Online hat der Grünen-Bundestagsabgeordnete Gerhard Schick eine parlamentarische Anfrage zur Finanzaufsicht im Bundestag gestellt. Das Fragerecht ist ein wichtiger Kontrollmechanismus in einer Demokratie. Die Regierung antwortet in der Regel zeitnah.
Aufseher in der Kritik

Bafin Praesidentin Dr Elke KoenigBaFin-Chefin

 

Die Lehre aus dem Wolf von der Wall Street

„Quelle jeden Betrugs ist die Gier“

Nicht nur Typen wie Jordan Belfort sind Wölfe – auch Investmentbanken. Nur mit einer Vereinfachung des Finanzsystem lässt sich die Gier eindämmen.
Von Robert SkidelskyRobert Skidelsky

„Welch ein Kommentar zum Zustand des Kapitalismus im 20. Jahrhundert“, sinnierte der „Motivationssprecher“ Jordan Belfort, als er auf sein Leben von Betrug, Sex und Drogen zurück blickte. Als Leiter der Brokerfirma Stratton Oakmont erleichterte er in den frühen 1990er Jahren Investoren um Hunderte Millionen Dollar. Nachdem ich Martin Scorseses Film The Wolf of Wall Street gesehen hatte, war ich fasziniert genug, um Belforts Memoiren zu lesen, auf denen das Drehbuch basiert. Ich habe eine Menge gelernt.
Die Lehre aus dem Wolf von der Wall Street

www.leunig.com.au

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Verschleierung des wirtschaftlichen Eigentums

Österreichische Bank jagt Schweizer Schwarzgeld

Ein Banker der Wiener Meinl Bank buhlte bei Schweizer Treuhändern offensiv um Schwarzgeld-Kunden. Das Institut spricht von einem einmaligen Ausrutscher. Es sorgt aber immer wieder für Schlagzeilen.

«Grüss Gott» – mit dieser unverfänglichen Floskel stellte sich Banker Andreas Glatz von der Wiener Meinl Bank einem Treuhänder in Sankt Margrethen am 10. März per E-Mail vor. Danach kam der Mitarbeiter «Asset Management & Private Banking, Swiss Desk» im Schreiben zügig zur Sache, das dem Nachrichtenportal «Insideparadeplatz» zugespielt wurde: Die Schweizer hätten ja dank verordneter Weissgeldstrategie die Weisung, gewisse Kunden «abzubauen».

Für diese «besonderen Kunden» sei die Bank Meinl genau das richtige Institut. Denn für diese Kunden «offerieren wir spezielle Services der Meinl Bank Antigua», schrieb Glatz keck. Dazu biete man auch «Fiduaciary transaction (Escrow accounts)» an. Kurz: Glatz hat alles, was es braucht, für ein Steuerversteckspiel mit vorgeschobenen Gesellschaften in der Karibik.
Österreichische Bank jagt Schweizer Schwarzgeld

Verschleierung von wirtschaftlichem Eigentum

 

Ruhe in Frieden, Bankgeheimnis

EU-Beschluss zum Informationsaustausch

Die Italiener haben es erfunden, der Alte Fritz perfektionierte es, die Schweiz und andere verdienten damit viel Geld: Jahrhundertelang gedieh das Bankgeheimnis prächtig. Jetzt wird es abgeschafft.

„Wir verbieten bey unserer Königlichen Ungnade allen und jenen, nachzuforschen, wie viel ein anderer auf seinem Folium zu gute habe.“ (Friedrich d. Gr., 1765)

Klappe zu, Affe tot, Bankgeheimnis vorbei. So kann man die Nachricht aus Brüssel lesen, dass es am Donnerstagabend eine Einigung über ein lückenloses Informationssystem über Zinserträge in der Union gegeben hat.
Ruhe in Frieden, Bankgeheimnis

Chappatte www.globecartoon.com

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Spätfolgen der Finanzkrise

Die Credit Suisse schliesst einen teuren Vergleich

Die Credit Suisse kann einen der grossen Rechtsfälle abhaken, in die die Finanzbranche verwickelt ist. Sie zahlt der Federal Housing Finance Agency (FHFA) im Rahmen eines Vergleichs 885 Mio. $. Die Organisation ist unter anderem für die Beaufsichtigung der beiden halbstaatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac zuständig. Die amerikanische Regierung musste beide im Sommer 2008 mit Krediten stützen, um deren Zusammenbruch zu verhindern. Wie häufig in den vergangenen Jahren ist es in der Auseinandersetzung mit der FHFA um Obligationen gegangen, die mit amerikanischen Wohnbauhypotheken (Residential Mortgage-Backed Securities, RMBS) unterlegt waren und von den beiden Immobilienfinanzierern übernommen worden waren. Der Credit Suisse wurde von der FHFA vorgeworfen, dass sie Papiere emittiert habe, über deren Risiken die Käufer falsch und irreführend informiert worden seien. So sei etwa von der Bonität der Hypothekarschuldner ein zu positives Bild gezeichnet worden. Betroffen waren Obligationen im Umfang von 16,6 Mrd. $.
Weil die Credit Suisse die Vereinbarung vor der angekündigten Publikation des Geschäftsberichts vom 3. April 2014 getroffen hat, belastet die Vergleichssumme das Ergebnis des Geschäftsjahres 2013. Die Bank hat teilweise bereits Rückstellungen getätigt, so dass der negative Effekt auf das Ergebnis bei 275 Mio. Fr. liegt.

Von den 18 Banken und Finanzunternehmen hat inzwischen die Hälfte eine Übereinkunft mit der FHFA getroffen. Die Deutsche Bank zahlte dabei 1,9 Mrd. $ und die amerikanische J. P. Morgan sogar 4 Mrd. $, bei einer Anleihesumme von 33 Mrd. $.
Die Credit Suisse schliesst einen teuren Vergleich

Pavel Constantin, Romania

Pavel Constantin, Romania

Datscha-Freunde auf einer gemeinsamen Liste

Amerikanische Sanktionen

Die von den USA verhängten Sanktionen zielen weniger auf hohe politische Würdenträger als auf das engste Umfeld des russischen Präsidenten Putin.
Als Mitte der 1990er Jahre acht Personen die Datscha-Kooperative «Osero» in der Nähe von St. Petersburg gründeten, ahnte wohl keiner von ihnen, dass knapp zwanzig Jahre später mehrere der Gründungsmitglieder gemeinsam auf einer Sanktionsliste der Vereinigten Staaten stehen würden. Die am Donnerstag von den USA verhängten Massnahmen im Zug der Krim-Krise zielen denn auch weniger auf hohe politische Würdenträger als auf das engste Umfeld des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Wladimir Jakunin, Andrei Fursenko und Juri Kowaltschuk sind allesamt auf der amerikanischen Liste aufgeführt und gehören wie auch Putin zu den Mitgründern der Feriensiedlung
Datscha-Freunde auf einer gemeinsamen Liste
Whitehouse.gov/the-press-office/2014/03/17/fact-sheet-ukraine-related-sanctions

ConnectionsSanktionen-gegen-putins-freunde

Transparenz: Bundestag veröffentlicht Nebeneinkünfte

Der Bundestag veröffentlicht die Nebeneinkünfte der Abgeordneten nun in zehn statt früher drei Gehaltsstufen. Allein vier Parlamentarier von CDU und CSU geben zusätzliche Einnahmen von über 250.000 Euro an.

„Es ist gut, dass die Öffentlichkeit nun detaillierter über Nebeneinkünfte ihrer Abgeordneten informiert wird“, sagt Timo Lange von der Organisation LobbyControl. Weitere Schritte seien aber nötig. So sei es weiterhin möglich, zugleich Mandatsträger und bezahlter Lobbyist zu sein. „Das ist nicht akzeptabel.“

Kurz zuvor hatte die Antikorruptions-Organisation Transparency International Deutschland Aufklärung gefordert, warum die Veröffentlichung der Nebeneinkünfte noch ausstehe. Bundestagssprecher Ernst Hebeker führte den Termin der Veröffentlichung unter anderem darauf zurück, dass nach der Bundestagswahl im Herbst über ein Drittel neue Bundestagsabgeordnete dazugekommen seien, deren Unterlagen mit hohem Beratungsbedarf der Verwaltung erstmalig zur Verfügung gestellt worden seien.
Abgeordnetenwatch.de/blog/nebeneinkuenfte2014
Bundestag veroeffentlicht Nebeneinkuenfte

Nebeneinkünfte

Geschäfte mit Wasserrechten

Recht auf Wasser:
Wütende Proteste gegen Arroganz der EUKommission

Die Bürger-Initiative „Right2Water“ ist erbost: Knapp zwei Millionen Menschen haben eine
Petition unterschrieben, der zufolge Wasser zum Menschenrecht erklärt werden sollte. Die EU blockt jedoch ab. Offenbar taktiert die Kommission wegen des Freihandelsabkommens TTIP: Der Verkauf ihrer Wasserbetriebe käme manch einer verschuldeten Kommune gerade recht.

„Der Umgang mit dieser ersten erfolgreichen Europäischen Bürgerinitiative ist ein Schlag ins Gesicht der Bürger“, so Giegold /   @sven_giegold

Die EU-Kommission  verweigert jede Gesetzesinitiative und erklärt das Volksbegehren mit ihrer Stellungnahme für erledigt.

„Wir werden keine Gesetzgebung vorschlagen, die die Mitgliedstaaten verpflichtet zu sagen, dass Wasser ein Menschenrecht ist“, sagte ein Mitarbeiter der Kommission auf der Pressekonferenz.

Die EU-Kommission betonte, dass sie auch bei einer erfolgreichen Bürger-Initiative -also mehr als einer Million Unterschriften aus mindestens sieben verschiedenen Mitgliedsstaaten – nicht zu einer Änderung der Gesetze verpflichtet. Sie muss dann lediglich eine öffentliche Stellungnahme zu dem Volksbegehren machen. Damit ist die Initiative für die EU-Kommission offiziell beendet.
Recht auf Wasser

Water is a Human Right

Sanktionen gegen «Putins Freunde»

Timtschenko verkaufte vor Sanktionen Gunvor-Anteile

Gennadi Timtschenko ist einer der Gründer des in der Schweiz domizilierten
Rohwarenhändlers Gunvor und war bis vor kurzem noch Miteigentümer.

Auf der neuen amerikanischen Sanktionsliste, mit der Washington auf das engste Umfeld von Präsident Wladimir Putin zielt, erscheint auch der Name Gennadi Timtschenko. Timtschenko, der im Kanton Genf wohnhaft ist, ist einer der Gründer des in der Schweiz domizilierten Rohwarenhändlers Gunvor und war bis vor kurzem noch Miteigentümer. Laut einer Mitteilung des Unternehmens wurden Sanktionen antizipiert, dennoch sei das Unternehmen vom Timing überrascht worden. Um die Geschäftstätigkeit Gunvors nicht zu gefährden, verkaufte Timtschenko bereits am 19. März seine Anteile an Kompagnon Torbjorn Törnqvist, der jetzt 87% am Unternehmen hält. Der Rest ist im Besitz von höheren Angestellten des Unternehmens. In einer ersten Stellungnahme hatte Gunvor betont, dass Präsident Putin nie Anteile am Unternehmen besessen habe. Eine Beteiligung Putins an Gunvor war häufig vermutet worden, Timtschenko und Gunvor hatten dies immer verneint. Das amerikanische Aussenministerium wiederholte diese Spekulationen.
Timtschenko verkaufte vor Sanktionen Gunvor-Anteile

Good Friends

Kompromiss im Streit um Pleitebanken

EU beschließt in Nachtsitzung Bankenunion

Die EU hat sich bei der Bildung einer Bankenunion auf einen einheitlichen Abwickungsfonds geeinigt. Dieser soll nun innerhalb von acht Jahren stehen. Die Entscheidung fiel offensichtlich aus Sorge, dass das EU-Parlament nach der EU-Wahl die Integration der EU bremsen könnte.
Fünf Dinge, die man über die neue Bankenunion wissen muss
Durchbruch in Brüssel

www.horschcartoons.de

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Bankenrettung-leicht-gemacht