Bargeld abschaffen?

Schleichende Abschaffung: Wer Bargeld will, soll dafür eine Gebühr zahlen

Die renommierte Financial Times macht sich zum Anwalt der Bargeld-Abschaffung. Die Existenz von Bargeld vermindere die Fähigkeit der Zentralbanken, die angeschlagene Wirtschaft zu stimulieren. Die Zeitung fordert: Wer Bargeld weiter verwenden will, soll dafür eine Gebühr zahlen. Für das Privileg der Anonymität bei Bargeld-Zahlungen soll künftig eine Gebühr gezahlt werden, schlägt die FT vor. Zudem könnten die Banknoten datiert werden und nach einer gewissen Frist verfallen.

Der größte Anteil des Geldes ist heute bereits in elektronische Form umgewandelt. Dennoch reiche der kleine Rest an physischem Bargeld, um das Wirtschaftssystem zu verzerren, so die Financial Times. Die Zeitung, die als Sprachrohr der City of London immer eine avantgardistische Rolle spielt, beschäftigt sich in einem Artikel damit, welche Vorteile es für eine Wirtschaft hätte, wenn das Bargeld gänzlich abgeschafft würde. Als ersten Profiteur macht die FT die Zentralbanken aus.

Die bloße Existenz von Cash – eine Finanzinstrument mit null Zinsen – begrenze demnach die Fähigkeit der Zentralbanken, eine angeschlagene Wirtschaft zu stimulieren. Die Sparer könnten demnach ihre Einlagen in Bargeld umwandeln, sobald die Zinsen in den negativen Bereich rutschen. Nachdem die Zentralbanken in Dänemark, Schweden und der Schweiz diesen Schritt bereits vollzogen haben, dürften andere Staaten folgen. Durch die Flucht ins Bargeld könnte den Zentralbanken die „Munition“ für neue Stimuli ausgehen, wenn es zu einem weiteren Abschwung kommt.

Die FT schlussfolgert, dass es zwar in der Post-Snowdon-Ära Bedarf an anonymen Zahlungen gäbe, um keine digitalen Fußspuren zu hinterlassen. Allerdings soll für das Privileg der Anonymität eine Gebühr gezahlt werden. Zudem könnten die Banknoten datiert werden und nach einer gewissen Frist verfallen.
Schleichende Abschaffung

Christiane Pfohlmann www.w-t-w.org/en/cartoon/christiane-pfohlmann www.pfohlmann.de

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Der Handel mit Essen

Essen – die verpönte HandelswareNahrunsmittel
Agrarprodukte und Rohstoffe werden zwar immer billiger. Die Kritik an der angeblich preistreibenden Wirkung der Nahrungsmittelspekulation ist deswegen aber nicht verstummt.

Thomas Fuster berichtet: Es liegt in der Natur der Sache, dass Agrarmärkte ein hohes Mass an Volatilität aufweisen. Ist ein Nahrungsmittel ein wirtschaftliches Gut wie jedes andere, oder sind bei Naturalien besondere Massstäbe anzulegen? Die Frage provoziert hitzige Debatten, und kaum eine Wirtschaftsaktivität sieht sich mit grösseren Verdächtigungen, Vorwürfen und Missbilligungen konfrontiert als der Handel mit Esswaren. Dass dabei Emotionen oft mehr Platz einnehmen als Fakten, hat auch religiöse und kulturelle Gründe: Speisevorschriften gibt es in fast jeder Religion, und wenn in heiligen Schriften von Brot, Wein oder einem gemeinsamen Mahl die Rede ist, dann geht es selbstverständlich um weit mehr als nur um die Zufuhr sättigender Kalorien. «Mit Essen spielt man nicht!», lautet denn auch ein Imperativ, den die meisten Kinder einmal zu hören bekommen – und den sie als Erwachsene zeitlebens in ihrem Hinterkopf behalten…
Essen – die verpoente Handelsware

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Strafen für Börsen Online-Gerüchte

Einer muss ja Schuld sein!
Ein Reporter soll die jüngsten Turbulenzen an der chinesischen Börse verschuldet haben. Nach Angaben der chinesischen Staatsmedien habe er bereits „gestanden“.
Zudem hat die Regierung in Peking fast 200 Personen wegen angeblicher Verbreitung von Gerüchten im Internet bestraft. Die chinesischen Börsen sind am Montag wieder auf Talfahrt gegangen.

Geständnisse nach Börsenturbulenzen
Ein Finanzjournalist hat nach Angaben der chinesischen Staatsmedien inzwischen „gestanden“, durch seine Berichterstattung über Wertpapiere und Termingeschäfte die jüngsten Turbulenzen an der chinesischen Börse verschuldet zu haben. Wang Xiaolu von der Zeitschrift Caijing habe zugegeben, dass die von ihm verbreiteten „falschen Informationen“ zu „Panik und Unruhe“ an den Aktienmärkten geführt und das Vertrauen der Anleger „ernsthaft untergraben“ hätten, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Damit habe er dem Staat und den Investoren große Verluste verursacht. Wang war nach dem jüngsten Börsencrash wegen Verbreitens falscher Informationen festgenommen worden.
Peking macht Reporter fuer Boersen-Crash verantwortlich
Online Gerüchte

Verkaufssignale für wichtige Indizes

«Todeskreuze» am Aktienmarkt
Rund 50% Gewinn brachte ein Kaufsignal in Form eines goldenen Kreuzes Anlegern seit Februar 2012. Durch die jüngste Korrektur an den Märkten droht nun bei vielen Indizes jedoch ein Verkaufssignal…

Spekulation auf fallende Preise?
Michael Rasch berichtet: Anleger können auf das Verkaufssignal reagieren, indem sie aus dem Aktienmarkt aussteigen und die Mittel liquide halten, beispielsweise am Geldmarkt. Eine Strategie wäre aber auch, «short» zu gehen, also auf weiter fallende Kurse zu spekulieren. Bei «Todeskreuzen» gab es in der Vergangenheit aber mehr Fehlsignale als bei goldenen Kreuzen. Kommt es jedoch zu einem grossen Crash wie nach dem Platzen der Internetblase oder während der jüngsten Finanzkrise, können Verkaufssignale schnell hohe Gewinne bringen, da Kurse in einer Krise in der Regel viel schneller fallen, als sie in einer langfristigen Hausse steigen. Allerdings sind viele Anleger nicht geübt im Umgang mit fallenden Kursen, weshalb es für die meisten sinnvoll sein dürfte, vorübergehend an die Seitenlinie zu gehen – bis sich ein neues goldenes Kreuz ergibt.
Todeskreuze am Aktienmarkt
'Relax. I've come for your investment portfolio.'

Welcher Geldschein gehört zu welchem Land?

Geldschein Quiz: Gerade zurück von einer Rund- oder gar Weltreise? Dann habt ihr bestimmt noch den ein oder anderen Schein aus einem fernen Land in eurem Geldbeutel. Während die einen ihr Restgeld in Euro umtauschen, behält es der andere Teil als Andenken an eine unvergessliche Zeit. Doch welcher Schein gehört zu welchem Land? Macht mit bei unserem Quiz und findet es heraus. Damit es nicht ganz so einfach ist, haben wir die Ländernamen entfernt. Ein Tipp: Gesichter und Symbole auf den Scheinen geben Hinweise auf das Herkunftsland.
Welcher Geldschein gehoert zu welchem Land?
We can do it

Bankenlobby, Bankenlobby

Banken laufen Sturm gegen EU-Bonuseinschränkungen

Eigentlich hatte die EU Deckelungen für Banker-Boni beschlossen. Doch der Druck der Finanz-Lobby lässt nicht nach. Die Banker versuchen durch die Hintertür, die neuen Regeln aufzuweichen. Im Fokus stehen die Auseinandersetzungen der Bankenlobby mit der EU-Kommission über neue Regelungen der Bonuszahlungen.

Die EBF (der Europäische Bankenverband) glaubt, dass gezielte Ausnahmen in „einigen Fällen“ gerechtfertigt sein könnten. Die EBF beabsichtigt, die gesetzlichen Änderungen der EU-Kommission zu empfehlen, wie die FT berichtet. Das Thema ist jedoch eine Herausforderung an Brüssel, da die EU-Kommission ein gemeinsames Regelwerk für die Bankenunion implementieren will. Jede legale Änderung an dem bereits bestehenden Regelwerk benötigt Jahre, um sie umzusetzen. Doch die Frage bleibt, wie die Regeln in der Zwischenzeit angewendet werden – und welche Ausnahmen oder Schlupflöcher es bei den Boni möglicherweise geben wird.

Nach Abschluss einer umfassenderen Überprüfung will die EU-Kommission festlegen, wie gut die Bonus-Regeln in der Praxis funktionieren. Bis Mitte nächsten Jahres soll die Bewertung abgeschlossen sein. Ein Sprecher der Kommission erklärte: „Für einen gut funktionierenden, europäischen Kapitalmarkt ist es wichtig, dass die Regeln in einer kohärenten und gleicher Weise in allen Mitgliedstaaten angewendet werden.“
Banken laufen Sturm gegen EU-Bonuseinschraenkungen
Bank Bonus

IS Preisliste für seine Sexsklavinnen

Der Islamische Staat hält Tausende junger jesidischer Frauen als Sklavinnen. Jilan und Bahar gelang die Flucht. Nun berichten sie vom Grauen ihrer Gefangenschaft, die von langer Hand geplant war.

Bahar ist 25 Jahre alt. Monatelang wurde sie von Kämpfern des Islamischen Staates gefangen gehalten. Es war fast Mitternacht, als der Emir in die Halle kam, in die man die gefangenen Frauen und Mädchen gebracht hatte. Dort warteten sie, auf dem Boden sitzend. Die Kämpfer des Islamischen Staates (IS) zwangen sie, ihre Schleier ablegen. Abu Mohammed, ein großer, magerer Mann mit einem weißen Bart, traf seine Wahl.
Als er vor Jilan*, einem jungen Mädchen von 15 Jahren, stehen blieb, musste diese sich erheben, damit er sie inspizieren konnte. Anschließend packte er sie bei ihrer Kleidung und nahm sie und eine andere junge Frau mit. Auch seine Männer bedienten sich. Jilan, das Mädchen mit dem kindlichen Gesicht und dem langen Zopf, beschreibt die Szene mit einer monotonen Stimme.

Der Islamische Staat hält Tausende junger jesidischer Frauen als Sklavinnen. Jilan und Bahar gelang die Flucht. Nun berichten sie vom Grauen ihrer Gefangenschaft, die von langer Hand geplant war.
Video Die Welt
Sex Slaves

China gestattet Pensionsfonds Investitionen in Aktienmarkt

China gewährt Pensionsfonds Zugang zum Aktienmarkt. Damit könnten zusätzlich Hunderte Milliarden Yuan in die zuletzt gebeutelten Börsen fließen. Rentenfonds, die von Kommunen verwaltet werden, dürfen künftig 30 Prozent ihrer Nettovermögen in chinesischen Aktien, Aktienfonds und Mischfonds anlegen, wie der Staatsrat am Sonntag bekanntgab. Zuvor waren die Investitionen auf Bankeinlagen und Staatsanleihen beschränkt. Insgesamt verfügen diese Fonds staatlichen Medien zufolge über mehr als zwei Billionen Yuan (rund 270 Milliarden Euro), wovon dann rund 600 Milliarden Yuan am Aktienmarkt investiert werden können.

Allein in der abgelaufenen Woche haben die Börsen in China um zwölf Prozent nachgegeben. Grund dafür ist die Sorge vor einem Wachstumseinbruch der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Auch rund um den Globus sind Anleger nervös. Die Regierung in Peking strebt in diesem Jahr ein Wachstum von sieben Prozent an. Das wäre der kleinste Zuwachs seit einem Vierteljahrhundert. Die Zentralbank versucht gegenzusteuern und ließ die Landeswährung Yuan abwerten, was chinesische Waren im Ausland billiger macht.
China will ein Wirtschaftswunder
Pension Fond

Ist Europa führend in der Digitalisierung?

Cisco-Chef Chambers im GesprächJohn Chambers- Privatsphaere und IT-Sicherheit sind ein Buergerrecht.

Beim Übergang zu einer digitalisierten Welt habe Europa die Nase vorn, sagt John Chambers. Die Umwälzungen seien so gross, dass 40% der Firmen die nächsten zehn Jahre nicht überleben würden.

Interview von Giorgio V. Müller: Herr Chambers, wie haben Sie es geschafft, in der turbulenten IT-Industrie so lange an der Spitze von Cisco zu bleiben?

Wir sind ein Unternehmen, das sich ständig neu erfindet, das ist unsere Firmenkultur. Das gilt auch für die Konzernchefs, die damit oft Mühe bekunden. Als ich meine Karriere begann, dauerten die Erneuerungszyklen fünf bis zehn Jahre, nun sind es noch drei. In den vergangenen zwanzig Jahren hat sich Cisco fünf oder sechs Mal neu erfunden und ich mit ihm. Das lernt man nicht in der Schule. Das Beispiel des Minicomputerherstellers Wang Laboratories, der unter der Führung des brillanten An Wang den Wechsel zum PC verpasste und Konkurs ging, hat mich gelernt, wie wichtig eine ständige Erneuerung der Firma, aber auch von mir selbst ist. Zudem braucht es eine gesunde Portion Paranoia sowie den Weitblick, dem Markt voraus zu sein.
Kritiker mögen anfügen, dass Sie mit Ihren Aussagen lediglich die Nachfrage nach Cisco-Infrastrukturprodukten ankurbeln wollen.

Meine Aufgabe ist, dafür zu sorgen, dass Cisco diese Digitalisierung anführt. Der Markt wird explodieren. In einigen Jahren werden 500 Milliarden Dinge mit dem Internet verbunden sein. Es wird das Gesundheitswesen, die Bildung, die Arbeitswelt tangieren, und das Kommunikationsnetz wird das Zentrum dieser Transformation sein, weshalb Cisco auch in Zukunft wachsen wird. Entschuldigen Sie meine Unbescheidenheit: Doch wie oft lag ich in den vergangenen zwanzig Jahren mit meinen Prognosen falsch? Ich bin selten daneben gelegen. Über die Jahre hat Cisco so Vertrauen aufbauen können, auch die Chinesen, die gegenüber amerikanischen Firmen zurückhaltend sind, trauen uns…..

Spürt Cisco keine Zurückhaltung ausländischer Kunden, seit die Schnüffelaktionen der US-Geheimdienste publik geworden sind?

Als die Machenschaften der NSA an die Öffentlichkeit gelangten, verursachte dies für viele US-Technologiekonzerne Schwierigkeiten. Cisco wandte sich in einem Brief an den US-Präsidenten, dass Änderungen nötig seien. Wir von Cisco haben nie einer staatlichen Stelle Sicherheitscodes gegeben und werden es auch nie tun. Denn wer Kenntnis von diesen hat, kann sie auch knacken. In Sachen Privatsphäre sind wir wohl europäischer als andere US-Firmen. Privatsphäre und IT-Sicherheit sind ein Bürgerrecht.
In der Digitalisierung ist Europa fuehrend
Cross Media Policies

Vertreibung aus dem Paradies

Glaubwürdigkeitstest für Zentralbanken. Die überraschenden und starken Kursverluste der vergangenen Tage an den Weltbörsen haben die Ansicher verunsichert. Zurecht, denn ihnen droht die «Vertreibung aus dem Paradies».

Christoph Leisinger berichtet: Der Aktienmarkt der letzten Monate scheint die Ruhe vor dem Sturm gewesen zu sein. Die Finanzmärkte sind unberechenbar geworden. Noch vor wenigen Monaten schien es, als ob sich Anleger beinahe sorgenfrei Aktien solider Unternehmen aus den Industriestaaten mit der Aussicht auf nette Kursgewinne ins Depot legen könnten, weil die Zentralbanken die Zinsen tief hielten und die Kurstrends nach oben zeigten. Doch in den vergangenen beiden Wochen ist die Idylle abrupt zerstört worden. Aufkommende Zweifel an der Stärke der chinesischen Wirtschaft, die überraschende Abwertung des Yuan und die Sorge, die amerikanische Notenbank Fed werde bald den Leitzins erhöhen, haben die Anleger verunsichert und scheinbar aus dem Nichts zu starken Kursverlusten geführt. Der Swiss-Market-Index (SMI) ist um bis zu 13 Prozent gefallen, während andere Märkte wie etwa die chinesischen Börsen noch deutlichere Rückschläge hinnehmen mussten.
Der Schock sitzt noch tief
Vertreibung aus dem Paradies