Krise der Einkommen (2)

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Die realen Einkommen der Mittelschicht der Industrieländer stagnieren seit 20 Jahren. Ein interessantes und politisch brisantes Thema.
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Rudolf Schuppler
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Ungleichgewichte im Zahlungssystem der europäischen Notenbanken

Quartalsbericht BIZ Target-2-Salden gehen auf EZB-Käufe zurück

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich sieht keine Anzeichen einer Kapitalflucht aus dem Süden in den Norden Europas. Die wachsenden Target-2-Salden gehen demnach auf EZB-Käufe zurück.

Die Ungleichgewichte im Zahlungssystem der europäischen Notenbanken namens Target2 haben einen neuen Rekordstand erreicht, was bei einigen Ökonomen, Politikern und Notenbankern Besorgnis ausgelöst hat. Der deutsche Target2-Saldo ist erstmals über die 800-Milliarden-Marke gestiegen. Die Forderung an das Eurosystem stieg im Februar um fast 20 Milliarden Euro auf 814 Milliarden Euro, wie die Bundesbank auf ihrer Internetseite schrieb.  BIS Quarterly Review March 2017

Deutsches Historisches Museum Karikatur auf den Wiener Kongress, 1815

 

Investitieren in Startups der Internetsicherheit?

Weltweit steigt die Anzahl der Cyberangriffe rasant. Cloud-Computing, Smartphones und die Digitalisierung in den Firmen erhöhen das Risiko. Anleger können durchaus vom Boom der Sicherheitsbranche profitieren. Es gibt Startups, die mit spektakulären IPO von sich reden machten.

Die wichtigste Botschaft:
Firmen werden deutlich mehr Geld für IT-Sicherheit ausgeben. Marktforscher IDC erwartet, dass der Markt für IT-Sicherheit bis 2020 jährlich um neun Prozent auf dann gut 86 Milliarden Dollar zulegen wird. Zum Vergleich: Die Gesamtbudgets für Computertechnologie (IT) sollen 2016 nur um vier Prozent zulegen.

Der weltweite Trend der Digitalisierung, der mit internetfähigen Handys und Tablets begonnen hat, geht mit hohem Tempo weiter. Inzwischen speichern auch Unternehmen alle wichtigen Unterlagen wie etwa Patente digital.

Stellt sich daher die Frage: Soll man in die vielversprechenden kleinen Startups investieren, die an der Internetsicherheit tüfteln, oder soll man sich doch lieber an die grossen IT-Firmen halten? Aus Sicht der Wall Street bietet sich hier Möglichkeiten, in innovative Technologieunternehmen zu investieren, die sich dieser modernen Sicherheitsprobleme annehmen. Doch das ist einfacher gesagt als getan. Es gibt zwar tatsächlich einige Startups, die mit spektakulären IPO von sich reden machten.

Doch für die Anleger gibt es dabei meist nervenaufreibende Volatilität und oft auch herbe Verluste. Das böse Erwachen lauert bei vielen Internet-Hoffnungsträgern.

Neue Dienstleistungen- Drohnen und Roboter als Boten

Logistiker liefern sich bei der Zustellung einen harten Kampf. Ausser Startups übernehmen auch grosse Online-Händler mehr und mehr Logistikaufgaben, dies dürfte für die etablierten Anbieter wie die Post ein bedrohliches Szenario sein. Zalando verschickte allein in der Schweiz 2015 laut Schätzungen knapp 9 Mio. Pakete.

Paketzustellung
Christoph G. Schmutz berichte: Der Boom des Online-Shoppings führt zu einer Flut von Paketen. Logistikunternehmen lassen sich immer ausgefallenere Ideen einfallen, wie diese zum Kunden gebracht werden. Das ist auch nötig. In die Logistikbranche ist Bewegung gekommen.

Die Anbieter überbieten sich mit immer ausgefalleneren Optionen, wie im Internet bestellte Waren auch in Abwesenheit der Kunden ausgeliefert werden können. Das jüngste Beispiel stammt von der Post. Zusammen mit dem Autokonzern Volvo und LeShop, dem Online-Supermarkt der Migros, will sie vorerst in vier Städten Einkäufe im Kofferraum der Autos von Kunden deponieren. Der Bote ortet das Fahrzeug via Satellitennavigation und öffnet den Kofferraum mit einem digitalen Schlüssel, der nach dem einmaligen Gebrauch verfällt.

Drohne und Roboter als Bote
Eine andere Lösung bietet eine Metallbaufirma in der Schweiz an, indem sie einen intelligenten Briefkasten entwickelt hat. Der Lieferant legt das Paket in eine von verschiedenen freien Boxen. Gleichzeitig erhält der Empfänger via SMS einen Code. Kommt er nach Hause, öffnet er mit diesem Code das Fach. Im Weiteren getestet werden etwa Zustellungen mit Drohnen sowie Lieferungen am Wochenende, frühmorgens oder spätabends und in Boxen am Bahnhof. Ferner können Einkäufe bei LeShop an einigen Standorten quasi auf dem Heimweg an einer Drive-in-Station mit dem Auto abgeholt werden. Und schliesslich hat die Post 2016 selbstfahrende Lieferroboter getestet.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Geschwindigkeit. Der deutsche Online-Kleiderhändler Zalando baut beispielsweise gezielt neue Lagerhäuser, um die Kunden noch am gleichen, am nächsten oder am übernächsten Tag zu beliefern.

Mit der Eröffnung des neuesten Logistikzentrums im süddeutschen Ort Lahr erreichen mittlerweile 12% der Zalando-Sendungen noch am gleichen Tag den Konsumenten. Einen Tag später sind es 56% und nochmals 24 Stunden später 83%. Diese Werte will man bis 2020 nochmals deutlich steigern. Eine «Same-Day-Delivery» soll dann bei einem Fünftel der Pakete möglich sein. Logistiker liefern sich bei der Zustellung einen harten Kampf

Funktionieren geldpolitische Eingriffe?

Verzerrte Finanzmärkte. Die Normalisierung steht vor der Tür

Seit 2012 verfolgt die EZB eine äusserst lockere Geldpolitik. Kritiker fordern ein Ende, weil der Nutzen gering sei.

Michael Schäfer berichtet: Es gibt Experten die davon überzeugt sind, dass geldpolitische Eingriffe funktionieren. Das zeige sich am Beispiel der englischen und der amerikanischen Notenbank.Die Geldpolitik hätte dazu beigetragen, dass beide Länder auf eine Vollbeschäftigung zusteuerten. Monetäre Massnahmen würden ihre Wirkung aber nicht sofort entfalten, sondern mit einer Verzögerung von mindestens zwei Jahren.

Ist damit das Thema Rezession vom Tisch? Dies sei nun auch in Europa zu beobachten, wo die geldpolitische Lockerung erst 2012 im Zug der Euro-Krise einsetzte und damit deutlich später als in den USA. Aber auch in Europa befinden sich die Arbeitslosenquoten im Sinken, und die Konjunkturen erholen sich zusehends. Zudem werde die zunehmende Dynamik in den USA die Konjunkturen der europäischen Exportnationen beflügeln. Schliesslich sei angesichts einer vielerorts in Richtung der angestrebten 2% tendierenden Inflation die Angst vor einer Deflation gewichen, und auch das Thema Rezession sei erst einmal vom Tisch….Richard Woolnough: Verzerrte Finanzmärkte

Harm Bengen
www.w-t-w.org/en/harm-bengen
www.harmbengen.de

Tritt die Fed aufs geldpolitische Gaspedal?

Klare Worte. Die Fed peilt nur Wochen nach Trumps Amtsantritt Zinserhöhung an. Amerikas Notenbankchefin Yellen hat eine Zinserhöhung als „wahrscheinlich angebracht“ bezeichnet. Die für Mitte März erwartete Straffung dürfte jedoch erst der Anfang einer kleinen Serie sein.

Nur wenige Wochen nach dem Amtsantritt des amerikanischen Präsidenten Donald Trump steuert die Notenbank Fed auf die erste Zinserhöhung in diesem Jahr zu. Nach Signalen anderer Währungshüter ließ Fed-Chefin Janet Yellen am Freitag in Chicago keinen Zweifel an ihrer Entschlossenheit, die Zügel noch diesen Monat zu straffen. Eine Erhöhung sei „wahrscheinlich angebracht“, falls sich die Daten vom Arbeitsmarkt und zur Inflation wie gewünscht entwickelten. Zugleich betonte die für ihr vorsichtiges Agieren bekannte Top-Währungshüterin, dass dieses Jahr wahrscheinlich noch weitere Schritte zu erwarten seien.

Die Finanzmärkte stellen sich nunmehr darauf ein, dass die Währungshüter Mitte des Monats handeln werden und mindestens zwei weitere Straffungen noch in diesem Jahr folgen lassen. Die Fed hat den Leitzins im Dezember und damit nur wenige Wochen nach der Wahl Trumps zum Präsidenten auf das aktuelle Niveau von 0,5 bis 0,75 Prozent gehievt…FAZ

Snap erobert die Wall Street

Evan Spiegel kann beim Debüt von Snapchat an der Wall Street reüssieren. Der Kurs der Aktie steigt am ersten Handelstag um 44 Prozent. Das Start-up ist auf einen Schlag mindestens 28 Milliarden Dollar wert.

Britta Weddeling berichtet: Die Aktie des Snapchat-Betreibers ist am Donnerstag bei ihrer Premiere an der Wall Street durchgestartet. Die Papiere des Messaging-Dienstes verteuerten sich bei hohen Umsätzen gegenüber dem Ausgabepreis zeitweise um rund die Hälfte. Erster Kurs war 24 Dollar. Es ging dann bis auf 26,05 Dollar nach oben. Das Papier beendete den ersten Handelstag mit 24,48 Dollar, was einem Aufschlag von 44 Prozent gegenüber dem Emissionspreis entspricht. Die New Yorker Börsen schlossen dagegen im Minus.

Es ist einer der größten Börsengänge in der Technologiebranche überhaupt. Snap hatte am Mittwoch 200 Millionen Aktien zu jeweils 17 Dollar bei Investoren untergebracht – deutlich mehr als die eigentlich erwarteten 14 bis 16 Dollar.

Snapchat wird vor allem von jungen Menschen unter 30 Jahren genutzt, die es schätzen, dass ihre Nachrichten schnell wieder gelöscht werden. Ende 2016 kam der Dienst auf 158 Millionen aktive Nutzer, 48 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Nettoverlust summierte sich auf knapp 515 Millionen Dollar nach 373 Millionen im Jahr 2015.

Snapchat’s logo is named Ghostface Chillah, based on Ghostface Killah of the Wu-Tang Clan.

 

EZB warnt britische Banken vor Briefkastentricks

Regeln für EU-Geschäfte: Britische Banken müssen nach dem Brexit in einem EU-Land eine Lizenz erwerben, erklärt die EZB und warnt vor Tricksereien. Ziel sei ein sicheres und stabiles Bankensystem.

In Großbritannien ansässige Geldhäuser müssen laut EZB eine Lizenz in einem EU-Land erlangen, wenn sie nach dem Brexit weiter Geschäfte in der Europäischen Union betreiben wollen. Ziel sei es, das Bankensystem sicher und stabil zu machen, sagte EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger auf einer Veranstaltung in London. „Ich erwarte daher, dass Banken, die eine Lizenz in der Euro-Zone erhalten wollen, unsere Standards erfüllen“, sagte sie. In der Bankenaufsicht werde es keinen Wettlauf nach unten geben. Lautenschläger forderte die Institute auf, sich frühzeitig um eine Lizenz zu bemühen.

Die EZB-Direktorin, die auch stellvertretende Vorsitzende der EZB-Bankenaufsicht ist, warnte Geldhäuser zudem davor, zu tricksen….WiWo
Acquisition of qualifying holdings