Erwartet Amerika einen Geldregen?

Repatriierung von im Ausland parkierten Milliarden. Was werden die Unternehmen mit den repatriierten Geldern machen? Investieren, hofft Präsident Trump. In Aktienrückkäufe stecken, hoffen viele Aktionäre.

Christiane Hanna Henkel berichtet:  Amerikanische Unternehmen haben in der letzten Dekade bis zu 2,5 Bio. $ an Vermögen im Ausland angehäuft. Es sind vorwiegend Gewinne, die im Auslandsgeschäft angefallen sind und die die Firmen zur Umgehung der amerikanischen Gewinnsteuer von 35% zunächst einmal ausserhalb der USA, oft in Niedrigsteuerländern, angelegt haben. Seit geraumer Zeit wälzen die USA nun die Idee, Unternehmen die Rückführung dieser Gelder in die USA schmackhaft zu machen, und zwar, indem die Gewinnsteuer für diese Gelder gesenkt würde. Die Regierung Trump dürfte nun in diesem Jahr eine solche Steuersenkung auf rund 10% in die Wege leiten. Wie immer, wenn ein unverhoffter Geldregen niedergeht, reibt sich so mancher die Hände….NZZ

Ex-Investmentbanker Mnuchin neuer US-Finanzminister

Von Goldman Sachs ins Finanzministerium der USA: Steven Mnuchin ist als Minister in der Regierung Trump vereidigt worden. Die Demokraten stimmten im Senat gegen ihn.

Trump lobte sein neues Kabinettsmitglied bei der Vereidigung als „Finanzlegende mit einer Rekordgeschichte an Erfolgen“. Steven Mnuchin ist wegen seiner Banker-Vergangenheit umstritten. Im Wahlkampf hatte Trump Verbindungen der Politik zur Bankenwelt der Wall Street scharf kritisiert.

Bei der abschließenden Abstimmung im Senat verweigerte die große Mehrheit der oppositionellen Demokraten dem umstrittenen 54-jährigen ehemaligen Manager der Investmentbank Goldman Sachs ihre Zustimmung.

Mit OneWest stand er im Fokus der Öffentlichkeit, weil der Bank vorgeworfen wurde, säumige Immobilienbesitzer vorschnell aus ihren Häusern zu drängen. 2011 gab es Demonstrationen vor Mnuchins 25-Millionen-Dollar-Anwesen in der Nobelgegend Bel Air in Los Angeles, berichtete die „Los Angeles Times“ damals. Bis heute gibt es Beschwerden gegen OneWest.

Martin Guhl
www.w-t-w.org/en/martin-guhl

Wird Jacob Zuma in Pension gehen?

Am Finanzmarkt Südafrikas zieht ein Sturm auf.

Claudia Bröll berichtet: Jüngst kam es zu Tumulten im südafrikanischen Parlament. Die Landeswährung rutschte kurzzeitig ab. Das Land richtet sich auf ein turbulentes 2017 ein.

Südafrika richtet sich auf ein turbulentes 2017 ein. Ende des Jahres bestimmt der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) einen neuen Parteichef und damit faktisch den nächsten Staatspräsidenten. Das politische Gezerre wird am Finanzmarkt nicht spurlos vorbeigehen. Nicht nur Opposition und ANC liefern sich Machtkämpfe. Der höchst umstrittene Zuma hat auch die eigene Partei in zwei Lager zerrissen.

Bisher zeigt sich der Rand relativ stark. Seit einem Tiefpunkt im Dezember 2015 hat die Währung gegenüber dem Franken um 14 % aufgewertet. Damals hatte der Devisenmarkt einen «schwarzen Mittwoch» erlebt, als Zuma den Finanzminister durch einen ihm gewogenen Hinterbänkler ersetzte. Die Reaktion an den Märkten war so heftig, dass der Präsident nach wenigen Tagen einlenkte und den erfahrenen Pravin Gordhan auf den Posten holte. Seitdem verfolgen Investoren jeden Angriff auf den Minister mit grösster Nervosität.

Haupttreiber des Rand sind die gestiegenen Rohwarenpreise. Die Preise für Gold und Platin legen zu, der Preis für Eisenerz hat sich binnen Jahresfrist verdoppelt. Die Folgen zeigen sich auch an der Johannesburger Börse, wo die Kurse der Goldförderer seit Jahresbeginn in die Höhe klettern. Der Aktienkurs des Eisenerzförderers Kumba ist binnen Jahresfrist um 350% gestiegen.

Wem die Stunde schlägt. Falls ihn auch der ANC fallen lässt, wird Jacob Zuma nichts übrig bleiben, als in Pension zu gehen.

Foto- Rajesh Jantilal/AFP/Getty Images

Börsenprognosen

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Wir präsentieren empirische Evidenz dafür, dass das Shiller-PE gewisse Hinweise liefert für die längerfristig zu erwartende Börsenperformance.

Mehr zum obigen Video:
Die Details zur Analyse von Philipp Ochsner findet sich in seinem Buch mit dem Titel „Vermögen schützen„.

Weitere Lernvideos Finanzkompetenz

US-Topnotenbanker Daniel Tarullo tritt zurück

Amerikas einflussreichster Finanzaufseher
tritt zurück. Fed-Gouverneur Daniel Tarullo,
der sich einen Namen als harter Kontrolleur gemacht hat, tritt zurück. Die Fed-Chefin Janet Yellen verliert ihren wichtigsten Verbündeten. Das begünstigt Trumps Deregulierungspläne und bietet mehr Spielraum für Trump.

Mit Daniel Tarullo verabschiedet sich ein im geldpolitischen Ausschuss stimmberechtigtes Fed-Führungsmitglied, das Trumps Kurs kritisch gegenübersteht. Das Vorhaben des Präsidenten, die im Zuge der letzten großen Finanzkrise verschärften Spielregeln an den Finanzmärkten wieder zu lockern, dürfte nun auf geringeren Widerstand treffen. Der 64-Jährige ist in der Zentralbank für Finanzstabilität sowie die Aufsicht und Regulierung von Banken zuständig. Er gilt als Verfechter straffer Zügel für Finanzinstitute.

Tarullo war eine treibende Kraft der Gesetzesreform «Dodd-Frank Act», die sicherstellen sollte, dass Steuerzahler nicht erneut Banken vor der Pleite retten müssen. Eben dieses Regelwerk will Trump jetzt wieder zurückdrehen. Trump will auch Yellen loswerden. Er hatte angekündigt, die seit 2014 an der Spitze der Notenbank stehende Ökonomin nach Ablauf ihrer Amtszeit im Februar 2018 ersetzen zu wollen. Die Einführung strenger Stresstests für die Banken, die ihre Widerstandsfähigkeit in Krisen überprüfen sollen, war wesentlich sein Werk. Außerdem hat er den Aufbau von zentralen Abwicklungsstellen für Derivate vorangetrieben, um mehr Transparenz in diesen Markt zu bringen, der in der letzten Finanzkrise eine verhängnisvolle Rolle gespielt hat.

Fed-Chefin Janet Yellen, deren Amtszeit in rund einem Jahr endet, hat mehrfach deutlich vor einer Aufweichung der Bankenaufsicht gewarnt. Die Regierung Trump treibt dagegen entschieden einen Abbau der Kontrollen voran, wobei bisher aber nicht die Rede davon war, die Kapital- und Liquiditätsquoten herabzusetzen. wsj.com

bloomberg.com

Saudi Aramco will größten Börsengang weltweit

Saudi-Arabien schätzt seine Ölreserven auf 261 Milliarden Barrel. Dazu gehört das Ölfeld Shaybah, das unter der Rub‘ Al-Khali liegt, der größten Sandwüste der Welt.

Der saudische Ölminister und zugleich Aufsichtsratsvorsitzende von Saudi Aramco Khalid Al-Falih will keinen Zweifel aufkommen lassen. Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco soll 2018 an die Börse gehen.

Der Konzern Aramco soll 2000 Milliarden Dollar wert sein. Ein Börsengang würde dem Wahhabiten-Reich dringend nötige Mittel eintragen. Mit involviert soll ein Ex-UBS-Banker sein.

Nach rund zwei Jahren, in denen der Erdölpreis um mehr als die Hälfte gefallen ist, hat im verschwiegenen Staat ein Umdenken stattgefunden. Die Währungsreserven sind stark zurückgegangen, und die Verschuldung ist gestiegen. Die Arbeitslosigkeit beträgt fast 12%, unter jungen Menschen dürfte sie noch viel höher sein. Das Land soll nun auch mithilfe ausländischer Geldgeber wirtschaftlich attraktiv gemacht werden. Die Erlöse aus dem Börsengang sollen in neue Industrien wie Technologie oder Maschinenbau investiert werden…. Erdölgiganten aufs Börsenparkett

Alters- und Hinterlassenenversicherung -AHV- Die Ausgaben

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Die Ausgabenseite der AHV ist eine wesentliche Herausforderung für Politik und Sozialwerke generell. Wir betrachten die Vergangenheit und machen eine Projektion in die Zukunft.

www.w-t-w.org/en/nel-ioan-cozacu/

Weitere Lernvideos Finanzkompetenz

Die Mafia in Frankreich 1-3

Dieser dreiteilige Film über die Geschicht der Mafia in Frankreich ist ein unbedingtes 
„Muss“ für jede Frau
.  Die Mafia Strukturen mit ihrer geschichtlichen Entwicklung sind eine Art Blaupause für die heutige organisierte Kriminalität und die Exzesse des internationalen Finanzsystems. Es geht uns alle an, wir sind alle betroffen.*

Im Dienst Frankreichs 1945 – 1975 / Eine unsichtbare Macht entsteht
Die Mafia in Frankreich (1/3)

Alles begann 1929 in Marseille. Simon Sabiani, ein ehrgeiziger Politiker, will ins Rathaus einziehen. Paul Carbone und François Spirito, zwei Mafiabosse, verhalfen ihm zum Sieg und verlangten dafür ihren Anteil an der Macht. So entstand die erste Allianz zwischen der französischen Politik und der Mafia, die sich im Zweiten Weltkrieg fortsetzen sollte. Paul Carbone und François Spirito kollaborierten mit den Nationalsozialisten; die zweite Generation betätigte sich im Widerstand. Étienne Léandri, ein Lebemann und ehemaliger Gestapo-Mitarbeiter, floh nach Kriegsende nach Italien um dort im Verborgenen weiter zu arbeiten.

Im Dienst Frankreichs / Eine unsichtbare Macht entsteht 1945-1975
Die Mafia in Frankreich 2/3

1945 musste Frankreich die öffentliche Ordnung wieder herstellen, die Kommunisten bekämpfen und seine Kolonien verteidigen. Die Regierung erneuerte ihren verhängnisvollen Pakt mit der korsischen Mafia: Als Gegenleistung für ihre Unterstützung in Marseille, Tanger und Hanoi gewährten der französische Staat und das amerikanische CIA den korsischen Paten der zweiten Generation die Straffreiheit. Sie schmuggelte Heroin, arbeitete mit der sizilianischen Cosa Nostra zusammen, beherrschte das Glückspielmilieu und betätigen sich in den Geheimdiensten. Als die USA der „French Connection“ schließlich den Kampf ansagen, kommt ein Mann wieder einmal davon: Étienne Léandri. Dieser lebte an der Grenze zweier Welten und unterhielt enge Beziehungen zu dem Politiker Charles Pasqua.

Eine Republik mit Wundbrand 1975 – 2015
Die Mafia in Frankreich (3/3)


Nach der Entkolonialisierung lag die korsische Mafia am Boden. Die französische Regierung rettete sie, indem sie einige Paten im Mineralölunternehmen Elf platzierte. Étienne Léandri war das zentrale Element in diesem Räderwerk. Elf war ein postkoloniales Machtinstrument. Der Konzern setzte auf die Untergebenheit der afrikanischen Staatschefs und die Sprösslinge der korsischen Diaspora in Afrika. Diese machten dort ein Vermögen und siedelten sich dann in Frankreich an. Unter dem Schutz des französischen Staates knüpften sie Kontakte zu den Paten in Südkorsika und der kriminellen Organisation „Brise de mer“. Hier hofften sie auf die Zugeständnisse einiger Nationalisten, um sich ihren größten Traum zu erfüllen: Korsika in ein mafiöses Paradies zu verwandeln. Doch Verrat, Habgier und politische Veränderungen brachten ihre Pläne ins Wanken.

*Frauen und Kinder leiden unter Korruption

Kritik am Reformpapst – inzwischen auf Stammtischniveau

In einer Welt, in der Rechtsbrüche, Gewalt, Verbrechen, Lügen, Finanzskandale und hemmunslose Habgier die Herrschaft übernommen zu haben scheinen, ist der Papst eine positive Gegenkraft. Er sieht sich Kritik und Anfeindungen ausgesetzt.

Anfang Februar tauchen in Zentrum von Rom anonyme Poster auf, die einen finsteren Papst Franziskus zeigen und im Textteil Maßnahmen des Papstes kritisieren:
 

 

 

 

 

 

(etwa): „Hallo Franz, du hast Bruderschaften unter kommissarische Leitung gestellt, Priester abgesetzt, dem Orden von Malta und den Franziskanern der Immacolata die Führung genommen, du hast Kardinäle ignoriert… Wo bleibt da deine Barmherzigkeit?“ Der Text ist mit Anklängen an den römischen Dialekt formuliert, so als ob hier das Volk von Rom spräche. Die DIGOS (Sektion der Staatspolizei) hat Ermittlungen aufgenommen und geht jedoch davon aus, dass die Autoren im Kreis der Kurie zu suchen sind.

Die Unterstützer des Papstes im Vatikan spielen den Vorfall herunter und tun nichts. Der Vatikan-Experte des „fattoquotidiano“, Marco Politi, meint jedoch, dass es sich hierbei um eine genau geplante brutale Attacke der Papstgegner im Vatikan handele und dass es ein gravierender Fehler sei, sie zu ignorieren, denn sie richte sich gegen die zentralen Punkte von Franziskus`Reformen: gegen den direkten Kontakt zwischen Papst und Volk und gegen das Herzstück seiner Politik, die Barmherzigkeit,

Die Methoden, mit denen hier versucht wird, den Papst und sein Vorgehen lächerlich zu machen, so der Autor, erinnern an die tweets von Donald Trump oder an die Beleidigungen, die in den Fußballstadien an der Tagesordnung sind. Letztendlich sei dies der Versuch, den Papst auf Stammtischniveau herabzuwürdigen.

Außerdem, so Politi, sei dieser Vorfall im Zusammenhang mit der weltweiten Kritik am Papst zu sehen, die ihm vorwirft, ein Demagoge, ein Populist, ein Kommunist, ein Feminist, ein Ketzer zu sein. Der Vorfall sei ein wirklich alarmierendes Zeichen dafür, dass der Krieg im Innern derkatholischen Kirche inzwischen mit brutaler Gewalt geführt wird.

Deshalb sei die Linie des Papstes, eine solche Attacke einfach zu ignorieren, völlig falsch. Es gehe nämlich nicht nur um die Person des Papstes, sondern auch um den Teil der Kirche weltweit, der Reformen wünscht.
Der Widerstand gegen Papst Franziskus wird immer offener ausgetragen

Waldemar Mandzel
www.w-t-w.org/en/waldemar-mandzel

Unternehmen wachsen nicht so stark, wie die Kurse steigen

Aktienmärkte im Hoch, ist ein bitteres Ende in Sicht? An den Aktienmärkten kennt der Optimismus scheinbar keine Grenzen mehr. Dabei sind viele Papiere bereits hoch bewertet, und viele Warnzeichen leuchten hell.

Christof Leisinger berichtet: Schon jetzt warnen einzelne Marktteilnehmer vor einer massiven Spekulationsblase an den Finanzmärkten, die nur auf eine herumschwirrende Nadel treffen müsse, um zu platzen. Allerdings sind das Argumente, die gerne überhört werden, solange die Musik noch spielt.

Sollten sich die normalen, unbedarften Privatanleger in diesem Stadium nach langem Zögern doch noch zum Kauf von Aktienanlagen animieren lassen, können die Kurse zwar selbst auf erhöhtem Bewertungsniveau noch weiter steigen. In der Vergangenheit jedoch war die «Dienstmädchen-Hausse» oft der Kulminationspunkt einer Aufwärtsbewegung.
Tanzen bis die Musik aufhört.

www.w-t-w.org/en/heinz-schwarze-blanke