Mit Donald Trump zieht einer der umstrittensten Präsidenten ins Weiße Haus, den die USA je hatten. Der Republikaner gewann die Wahl durch aufeinanderfolgende Kontroversen, und weil er sich nicht darum scherte, wie das von ihm gesagte bei den Medien aufgegriffen wurde. Noch dazu konnte Trump damit punkten, noch nie ein politisches Amt zu betiteln. Er warb damit, sich gegen das politische Establishment zu stellen.
Das Gegenteil zu Trump ist sein Vizepräsident, Mike Pence.
Über den Gouverneur von Indiana ist wenig bekannt — in Deutschland noch weniger als in den Vereinigten Staaten.
Sich selbst beschreibt Pence als „Christ, Konservativer und Republikaner.“ Nach dem Jura-Studium arbeitete er als Anwalt — aber auch als konservativer Radiomoderator.
Vor 15 Jahren wurde Pence dann in das Repräsentantenhaus in Washington gewählt, dem er zwölf Jahre lang angehörte. 2012 Jahren wurde er dann zum Gouverneur seines Heimatstaates, Indiana, gewählt. Mike Pence war einer der Kongressmitglieder, die George W. Bush in Sachen Irakkrieg berieten.
Seinem Staat, Indiana, hat Pence eine wesentlich verschlechterte Wirtschaft beschert. Obwohl der Gouverneur immer wieder behauptet, dass es seinem Bundesstaat wirtschaftlich „sehr gut“ gehe, sprechen die Zahlen dagegen. Besonders seit Pence im Amt ist, schneidet Indiana im Vergleich der 50 Bundesstaaten wirtschaftlich am schlechtesten ab. Das Durchschnittsgehalt ist seit 2000 bis 2013 von 53.500 Dollar auf 46.900 Dollar gesunken.
Zu jedem Dollar, den ein US-Amerikaner verdient, verdienen die Bürger Indianas nun nur noch 86 Cent. Doch Pence scheint das anders zu sehen, und spricht meist von einer guten Wirtschaft, sie sei „stark und wächst noch stärker.“ Insgesamt verfolgt Pence eine stark konservative Wirtschaftspolitik. Die ökonomisch-politische Denkfrabrik Cato Institute“ — mit einer libertär-minimalstaatlichen Ausrichtung — lobte ihn im Finanzpolitikreport für US-Gouverneur 2014 für seine „frugale“ Ausgaben und nannte Pence einen „Meister der Steuersenkungen“.
Mike Pence, wenn der Vizepräsident
gefährlicher ist als Donald Trump
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Der Bericht «Die Schattenwirtschaft beseitigen» Overcoming the Shadow Ec, der in Brüssel veröffentlicht wurde, hat nur 25 Seiten und enthält lediglich zwölf Empfehlungen – doch würden sie alle umgesetzt, die internationale Finanzindustrie stünde von einem Tag auf den anderen auf dem Kopf. Bislang versteckte Geldflüsse in Milliardenhöhe lägen auf einmal offen.
Lehren aus den Panama Papers. Nobelpreisträger Stiglitz und Pieth fordern Quarantäne für Steueroasen. Die bisherigen, insbesondere im OECD*-Rahmen vorangetriebenen Reformen im Steuerbereich reichen bei weitem nicht aus. Dies zumindest meinen zwei Studien – und fügen teilweise radikale Forderungen an.
Die Veröffentlichungen der Panama Papers im April dieses Jahres zeigten unter anderem die geheimen Offshoregeschäfte von über zwei Dutzend Staats- und Regierungschefs und ihrer Entourage, von Autokraten und Sanktionierten, von Drogendealern bis hin zu gewöhnlichen Schurken. Panamas Präsident rief darauf ein hochkarätiges Expertengremium zusammen, um Vorschläge zu erarbeiten, wie Panama seinen Finanzplatz sauber halten kann.
Doch letzten August schieden die beiden renommiertesten Teilnehmer des Gremiums aus dem Komitee aus: Nobelpreisträger Joseph Stiglitz und der Basler Strafrechtsprofessor und Fifa-Experte Mark Pieth. Als sie hörten, dass Panama ihren Bericht unter dem Deckel halten will, verliessen sie die Gruppe unter Protest. Heute nun veröffentlichen sie ihren eigenen Bericht.
Ihr Fazit: «Die Panama Papers haben der Welt die Beweise geliefert, dass die Offshore-Finanzplätze für die schändlichsten Vorgänge benutzt werden, von Steuerhinterziehung über Korruption bis hin zu Kinderpornografie.» Die Experten kommen nach ihren Untersuchungen zum Schluss, diese Orte seien so gefährlich wie der Träger einer ansteckenden Krankheit – und sollten deshalb in Quarantäne gesetzt werden. «Sie sollten abgeschnitten werden vom globalen Finanz- und Wirtschaftssystem», ansonsten würden sie weitere Finanzplätze anstecken. Um grossen Schaden abzuwenden, helfe nur mehr Transparenz. Von den Steueroasen fordern Stiglitz und Pieth deshalb:
Die bislang geheimen Besitzer von Offshorefirmen sollen in öffentlichen Registern genannt werden. Niemand soll seine Villen, Jachten, Privatjets oder lukrativen Beteiligungen mehr hinter anonymen Firmen in der Karibik verstecken können. Weder vor dem Steueramt noch vor der Bevölkerung. Dasselbe soll für Trusts, Stiftungen und andere Vehikel gelten.
Offshorefirmen sollen deklarieren, wo sie wirtschaftlich tätig sind, wo ihre Angestellten arbeiten, welche Vermögen sie halten und vor allem: Wo sie wie viel Steuern zahlen. Die Steuererklärungen dieser Firmen sollen öffentlich gemacht werden.
Die Besitzer sollen erklären, wie sie zu den Vermögen kamen, die in ihren Offshorefirmen stecken. Dies soll insbesondere verhindern, dass Geld kriminellen Ursprungs in Scheinfirmen fliesst, die danach für ihre Eigentümer verdeckt Luxusimmobilien kaufen. Wie der «Guardian» enthüllte, halten alleine in Grossbritannien 30’000 Offshorefirmen Immobilien im Wert von 170 Milliarden Pfund.
Stiglitz und Pieth stellen auch Forderungen, die direkt die Schweiz betreffen. Die Panama Papers haben gezeigt, dass Schweizer Anwälte und Treuhänder massenweise Offshorefirmen für heikle Deals und noch heiklere Kunden errichteten oder betreuen. Zum Beispiel für das direkte Umfeld von Wladimir Putin oder politisch exponierte Personen aus Ländern wie Georgien und China. Die meisten nutzten dafür ein Schlupfloch, das es ihnen erlaubt, die Firmen zu steuern, ohne systematisch nachfragen zu müssen, wer dahintersteckt und woher das verschobene Vermögen kommt.
Man müsse die ganze Industrie angehen, schreiben nun Stiglitz und Pieth, «inklusive der Anwälte und Treuhänder, die eine entscheidende Rolle spielten beim Knüpfen der komplexen Firmengeflechte». Sie dürften sich künftig insbesondere nicht mehr hinter dem Anwaltsgeheimnis verstecken, wenn sie Offshorefirmen gründeten.
Kampf mit ungleichen Spiessen
Um zu verdeutlichen, wie viel auf dem Spiel steht, verweisen die Autoren auf den Brexit, den US-Wahlkampf und den Sieg von Trump. «Gerade Populisten wie Donald Trump oder die Befürworter des Brexit leben von der Angst und der Frustration jener Schichten, die von der Globalisierung überfahren werden», sagt Pieth. Und das Gebaren der Steueroasen sehen die Experten eindeutig als eine der grossen Schattenseiten der Globalisierung.
Diese Finanzplätze zementierten ein «inakzeptables Mass an globaler Ungleichheit», schreiben die beiden. Dank ihnen könnten die Superreichen, aber auch Kriminelle unbemerkt Gelder in Sicherheit bringen, ohne Steuern zu bezahlen wie alle anderen. «Die Menschen bemerken das», sagt Pieth. «Wenn wir unseren Bürgern nicht zeigen können, dass die Globalisierung zum Nutzen der Allgemeinheit unter Kontrolle gehalten werden kann, dann kommt die Retourkutsche, wie in den USA und Grossbritannien.» Der erste Schritt, um die Kontrolle zurückzugewinnen, so der Bericht, bestehe darin, die Schattenwirtschaft in den Offshore-Finanzplätzen «ein für allemal» stillzulegen.
Doch auch die beiden Experten machen sich wenig Illusionen, dass ihre Forderungen tatsächlich umgesetzt werden. «Die Transparenz hätte wohl einen enormen Nutzen für die Allgemeinheit, doch dafür gibt es keine Lobby», schreiben Stiglitz und Pieth. Hier werde eben mit ungleichen Spiessen gerungen. Jene, die für eine lasche Kontrolle kämpfen, hätten dafür sehr viele Ressourcen. Tages-Anzeiger Studie: Answers to written questions to Joseph Stiglitz Artikelserie: Frauen und Kinder leiden unter Korruption * Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und EntwicklungOECD
Eigentlich sollte Mary Jo White die SEC noch drei Jahre lang führen – doch daraus wird nichts. Zum Amtswechsel im Weißen Haus verlässt die Juristin die US-Börsenaufsicht. Nun kann Trump einen Wunschkandidaten benennen. White kennt die Klientel, der sie als Chefin der US-Börsenaufsicht SEC auf die Finger haut: Sie hat in ihrer Karriere sowohl als Staatsanwältin Wirtschaftskriminelle verfolgt als auch in einer Kanzlei Finanzjongleure vertreten.
Mary Jo White war für Obamas Wall-Street-Reform zuständig. Wenige Tage nach dem Sieg von Donald Trump bei der Präsidentenwahl hat die Chefin der US-Börsenaufsicht SEC ihren Rücktritt erklärt.
Es ist der erste Rücktritt einer einflussreichen politischen Persönlichkeit nach der Wahl Trumps. White hatte ihr Amt im April 2013 mit dem Auftrag angetreten, die vom scheidenden US-Präsidenten Barack Obama unter dem Eindruck der globalen Finanzkrisen angestoßene Wall-Street-Reform zum Abschluss zu bringen.
White erklärte, sie sei stolz darauf, in ihren drei Amtsjahren zahlreiche Reformen und Regeln durchgesetzt zu haben, die für einen besseren Schutz der Anleger und mehr Finanzmarktstabilität gesorgt hätten. Der Immobilienmilliardär Trump hatte während des Wahlkampfes angekündigt, die Spielregeln an den Börsen ändern zu wollen.
Vor ihrer Zeit als Chefin der Börsenaufsicht hatte White als Bundesstaatsanwältin in New York gegen das organisierte Verbrechen ermittelt. Auch war sie für die juristische Aufarbeitung des Anschlags auf das World Trade Center im Jahr 1993 sowie der Anschläge auf US-Botschaften in Afrika 1998 zuständig. Handelsblatt
Bargeld rationiert.
In Indien findet ein negativer Bank-Run statt: Die Kunden bringen ihr Geld zur Bank – und retten die Banken.
In Indien soll es zu zahlreichen Prügeleien gekommen sein, weil die Inder in langen Schlangen warteten, um an die Schalter zu kommen. Doch anders als vor einigen Jahren in Zypern oder Griechenland drängten die Leute nicht in die Banken, um ihr Geld abzuheben – sondern um es auf die Bank zu bringen.
Bloomberg berichtet, dass mit den über Nacht ungültigen Geldscheinen 86 Prozent des Bargelds, das in Indien im Umlauf ist, seinen Wert verloren habe. Allein die State Bank erhielt 7,1 Milliarden Dollar in Cash von ihren Kunden.
Die radikale Maßnahme wurde vordergründig als Kampf gegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung dargestellt. Tatsächlich verlieren viele Inder nun über Nacht ihr Geld, weil sie es nicht versteuert haben. Sie können es nicht zur Bank bringen, weil ihnen ab einer gewissen Höhe Steuerstrafverfahren drohen.
Ist der Zwangsumtausch Indiens in Kombination mit der effektiven Rationierung von Bargeld die raffinierstete Banken-Rettung seit langem? Die Lage hat sich bei den staatlichen Banken im Jahr 2016 dramatisch verschlechtert. Mint berichtet, dass sich die Lage bei allen indischen Banken im September zugespitzt habe.
Mit dem Zwangsumtausch erhalten die Banken etwas Luft. Eine dauerhafte Lösung ist die Maßnahme nicht. Denn die Wirtschaft wird mindestens sechs Monate unter einer Depression im Konsum leiden. Die Müllabfuhr habe ganze Geldsäcke mit wertlosem Geld gefunden.
Denn vor allem die „kleinen Leute“ sind von der brachialen Maßnahme betroffen. Die Hindustan Times schreibt, dass der Obst- und Gemüsemarkt in Dehli erwägt, den Betrieb einzustellen – weil die Leute kein Bargeld mehr haben. In Mumbai haben sich die Preise für Salz über Nacht verzehnfacht. Indien erklärt wichtige Banknoten für wertlos
Auswahl des Vermögensverwalters. Den Bankern auf den Zahn fühlen
Wer nicht bei einem mediokren Verwalter landen will, muss zweierlei beachten: die richtigen Fragen richtig stellen und nicht lockerlassen. Dabei hilft ein Instrument, das grosse Investoren nutzen.Wenn ein Vermögensverwalter nicht auf den Mund gefallen ist, wird er auf die Frage, warum gerade er der geeignetste seines Fachs sein soll, schon einmal antworten: «Ich habe Rendite im Blut.» In der Regel werben die Akteure der Branche jedoch etwas weniger pfiffig damit, dass Anleger auf eine grosse Kompetenz zählen können, von erfahrenen Investmentspezialisten an die Hand genommen werden und sich somit um ihre Anlagen keine Sorgen machen müssen. Allerdings: Wer sich beim ersten Anbieter, mit dem er spricht, von solchen Versprechungen überzeugen lässt, lässt sich auf ein Lotteriespiel ein.
Ausschreibungen (Request for Proposal, RfP). Institutionelle Anleger nutzen dieses Instrument von jeher, um den Anbietern auf den Zahn zu fühlen. In einer abgespeckten Form kann es aber auch von Privatanlegern eingesetzt werden.
Im Kern lädt ein Anleger dabei mehrere Anbieter ein, ihm auf Basis seiner Anforderungen eine schriftliche Offerte zu senden. In der Regel genüge es, drei bis fünf Anbieter anzugehen. Diese sollten sich nicht zu sehr ähneln, d. h., aus dem Spektrum von Gross-, Regional- und Privatbanken sowie unabhängigen Vermögensverwaltern gelte es verschiedene Typen zu berücksichtigen. Aus der Anfrage müsse hervorgehen, um welche Summe es sich handle, ob die Gelder verwaltet werden sollten, oder ob man selbst die Anlageentscheide treffen wolle, ob es zusätzliche Wünsche gebe, wie die Beachtung von nachhaltigen Anlagekriterien, und welche Strategie es zu verfolgen gelte…. NZZ
Start-up-Szene: Mehr Gründungen im digitalen Bereich, weniger Frauen.
Im Rahmen der europaweiten Initiative „European Startup Monitor“ veröffentlicht das WU Gründungszentrum aktuelle Zahlen zur Gründerszene in Österreich.
In einer Studie wird ein Rückgang bei der Anzahl von Gründungen durch Frauen belegt.
Woher kommt das nötige Geld
Wie sieht es bei der Finanzierung aus. 86 Prozent der Gründer wenden ihr Eigenkapital für die Unternehmen auf, mehr als ein Viertel sogar ausschließlich. Eine weitere wichtige Finanzquelle sind öffentliche Fördertöpfe, auf die bislang von 55 Prozent zugegriffen wurde. Business Angels halfen in 21 Prozent der Gründungen aus. 30 Prozent waren in einem Inkubator- oder Accelerator-Programm. 24 Prozent weisen eine Venture-Capital-Finanzierung aus. Crowdfunding wurde von fünf Prozent der Start-ups genutzt. Um das Wachstum und die Entwicklung weiter voranzutreiben, planen mehr als drei Viertel der Start-ups innerhalb der nächsten zwölf Monate eine Finanzierungsrunde durchzuführen, etwa ein Drittel der Start-ups sucht Investments von über 500.000 Euro.
Die Wunschliste.
77 Prozent der Start-ups blicken ihrer künftigen wirtschaftlichen Entwicklung positiv entgegen. Als größte Herausforderungen empfinden die GründerInnen Vertrieb und Kundenakquise, gefolgt vom Management des Wachstums, der Produktentwicklung und der Sicherstellung der Finanzierung. Von der Politik wünscht man sich insbesondere mehr finanzielle Unterstützung, 45 Prozent erhoffen sich Steuererleichterungen für Neugründungen und Investments, Unterstützung bei der Suche nach Investoren, insbesondere bei der Wachstumsfinanzierung. Auch Bürokratieabbau und die erleichterte Anstellung von Nicht-EU-BürgerInnen, nennen 20 Prozent. Elf Prozent wünschen sich ein positiveres gesellschaftliches Klima zu Unternehmertum. Startup Szene
Die digitale Revolution hat die Finanzwelt durchgeschüttelt. Muss das Regelwerk deshalb grundlegend angepasst werden? Oder sollte die Bankenregulierung lediglich etwas zurückgefahren werden. Da gehen die Meinungen noch ausseinander.
Die Bandbreite der Kooperationen zwischen Fintechs und Banken ist inzwischen enorm.
Fintechs brauchen Banken als Partner. Interessant ist, dass viele Technologie-Start-ups ihre kundenfreundlichen Finanzdienstleistungen und Produkte nur mit einer Banklizenz anbieten können, die sie zunächst nicht haben. Folglich brauchen sie zwingend eine Bank als Partner. So hat sich eine Reihe von Kooperationen zwischen meist nur in der Fachwelt bekannten Fintechs und Banken etabliert.
Sollte innerhalb des Finanzwesens eine klare Trennung vorgenommen werden? Auf der einen Seite steht das traditionelle Bankwesen, das systemrelevant ist und deshalb implizite Staatsgarantien geniesst, aber auch strikten Regeln unterworfen ist. Auf der anderen Seite gibt es die Nichtbanken, die weder Fristen transformieren noch Geld schöpfen. Die Lizenz für Nichtbanken sollte sicherstellen, dass keine systemischen Risiken eingegangen werden; weiterführende Bedingungen sind kontraproduktiv.
Das alles klingt radikal. Doch ein solcher liberaler Vorschlag scheint nur mutig in einer Welt, in der der Staat schon seit Jahrzehnten enorme Risiken im Finanzwesen auf sich nimmt. Ob das auf Dauer gutgeht, ist alles andere als gewiss. Hier liegt denn auch der Reiz einer neuen Lizenz. Damit hat künftig jeder die Wahl: Er kann weiterhin dem «Public-Private-Bankwesen» seine Ersparnisse anvertrauen. Oder er kann im unregulierten Bereich des Finanzwesens Risiken frei eingehen, die er im Krisenfall aber selber tragen kann – und auch muss.
Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.
Indexfonds und ETFs sind passive Anlageprodukte, die einfach nur versuchen, einen Index zu replizieren. Trotzdem gibt es aber wesentliche Unterschiede, die es sich anzusehen lohnt. Weitere Lernvideos Finanzkompetenz
Nach dem ersten «Schock reagierten die Märkte heftig auf die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten. Einen Tag danach war die Normalität zurück – nur noch einzelne Ausschläge erstaunten.
„Der Aktienmarkt wird in 10, 20 oder 30 Jahren höher als jetzt sein“, sagte der Milliardär Warren Buffett am Freitag in einem CNN-Interview. Dies werde mit Trump als Präsidenten geschehen und wäre bei einem Sieg Hillary Clintons genauso gewesen. Buffett äußerte sich auch über die Zukunftsaussichten der USA insgesamt optimistisch. Die Marktwirtschaft helfe nicht jedem, funktioniere aber insgesamt. An den weltweiten Aktienmärkten war nach dem unerwarteten Erfolg Trumps der von vielen Experten erwartete Einbruch ausgeblieben. Der Dow Jones kletterte sogar auf ein Rekordhoch.
Vor der US-Präsidentenwahl lagen nicht nur die Prognostiker mit dem Wahlresultat daneben, auch die Entwicklung der Finanzmärkte im Fall eines Trump-Sieges wurde falsch vorhergesagt. Die beschworene Unsicherheit an den Märkten war nur ein kurzer Gast. Dies lässt sich am Goldpreis und am Volatilitätsindex ablesen: In der Nacht auf den 9. November legte der Goldpreis um fast 5% zu, der Volatilitätsindex VIX avanciert um über 30%. Als der Sieg des Republikaners zur Gewissheit wurde, normalisierten sich diese Werte wieder – die Volatilität sank sogar unter das Niveau vor den Wahlen.
Wer hat Angst vor Trump? Die Investoren nicht
Alles kommt anders als gedacht – nach dem Wahlsieg Donald Trumps schließt der Dax mit Gewinnen. Vor allem Pharmahersteller haussieren – sowie der Baustoffkonzern HeidelbergCement, der sich für den Mauerbau an der mexikanischen Grenze empfiehlt.
Pharmawerte sind gefragt, da mit Trump die Preisobergrenzen für Medikamente nicht kommen. Der Trump Sieg ist für die Branche im Hinblick auf die Medikamentenpreise positiv. Die unterlegene demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hatte Maßnahmen gegen hohe Medikamentenpreise geplant.
Dazu kommt noch der Tabubruch bei der Demenz-Forschung in Deutschland. Gesundheitsminister Gröhe hat dieses ethisch höchst umstrittene Gesetz befürwortet. Die Pharmaindustrie darf Medikamente an Demenzkranken testen auch wenn die Patienten nichts davon haben.