Zu Gast im Hause Twitter

Die Probleme von CEO Costolo:  Zu Gast im Hause Twitter

Seit der Gründung vor gut zehn Jahren hat Twitter 300 Mio. Nutzer angezogen. Doch CEO Dick Costolo will die Milliardengrenze erreichen.

Vielleicht ist es nur ein Zufall, doch der Hauptsitz von Twitter in San Francisco ist eine ehemalige Wurstfabrik. Wurst eignet sich bestens als Symbol für Twitter. Es geht vieles hinein, und oft kommt auch etwas Gutes dabei heraus. Doch über den genauen Inhalt ist man im Unklaren. Für CEO Dick Costolo ist die Mission jedoch klar. Er will das Unternehmen zum grössten Medienkonzern der Welt ausbauen. Dazu muss er viel Software entwickeln und Informatikprobleme lösen. Und er muss auch den Rest der Welt davon überzeugen, dass Twitter ein einmaliges Produkt ist.

Milliardengrenze im Visier

Seit der Gründung vor gut zehn Jahren hat Twitter 300 Mio. Nutzer angezogen. Doch Costolo will die Milliardengrenze erreichen. Mehr User bedeuten mehr Werbeeinnahmen – und davon lebt Twitter. Insofern ist Costolo tatsächlich an der Spitze eines typischen Medienkonzerns. Doch trotz enormem Potenzial kratzten sich die Anleger zu Recht am Kopf bei den Aktien. Mit einer Marktkapitalisierung von etwa 20 Mrd. und einem Umsatz von rund 1,4 Mrd. $ für 2014 ist das Unternehmen stolz bewertet. Costolo und seine Mannschaft müssen Enormes leisten, um diese Bewertung zu rechtfertigen. Diesen Druck merkt man Costolo beim Besuch an. Er ist nervös, redet schnell und hat nur begrenzt Geduld für die Fragen der Analytiker, die sich jüngst bei ihm zur ersten Konferenz versammelt haben.
Zu Gast im Hause Twitter
Twitter CEO Dick Costolo

Massenproteste in Ungarn wegen Korruption

Mehr als 10.000 Menschen haben vor dem Parlament in Budapest gegen die rechts-konservative Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban demonstriert. Zum „Tag der allgemeinen Empörung“ hatten Initiativen in sozialen Netzwerken aufgerufen. Redner prangerten bei der Kundgebung am Montagabend die Korruption unter der Regierung Orban an und verlangten den Rücktritt der Chefin der Steuerbehörde, Ildiko Vida. Die oberste Finanzbeamtin des Landes war von den USA wegen Korruptionsverdachts mit einem Einreiseverbot belegt worden.

Video-Focus.de
Wegen Korruption und Russlandnähe
Massenproteste in Ungarn- Zehntausend gegen Viktor Orban
Korruption

Gefahr für Whistleblower: Tor-Netzwerk fürchtet um Anonymität im Netz

Die Geheimdienste sind möglicherweise in der Lage, die anonyme Kommunikation über das Tor-Netzwerk zu knacken. Dies halten die Macher des Tor-Projekts selbst für möglich, nachdem die Behörden aus 17 Staaten bei einer gemeinsamen Razzia mehr als 50 im Dark Web versteckte Seiten vom Netz genommen haben. Das Risiko für Whistle-Blower und Regierungsgegner ist offenbar höher als bisher angenommen.
Gefahr für Whistleblower- Tor-Netzwerk fuerchtet um Anonymitaet im Netz  Whistleblower

Plus der argentinischen Börse

Hitliste der Finanzmärkte:  Argentiniens Börse überrascht

Schwellenländer-Märkte dominieren die Listen mit den zehn besten und den zehn schlechtesten Börsen im bisherigen Verlauf des Jahres 2014.

Viele Anleger sehen Schwellenländer-Börsen als homogene Gruppe. Wie ein Blick auf die Tabelle der Börsen mit der besten und der schlechtesten Entwicklung im Jahr 2014 zeigt, sieht die Realität anders aus. In ihr sind auch Industrieländer-Märkte enthalten, Indizes von Emerging-Markets dominieren sie aber . Mit Anlagen in manche Schwellenländer-Aktienindizes haben Investoren in diesem Jahr viel Geld verdient, mit anderen viel verloren – die Spanne reicht von dem 68%igen Plus des argentinischen Merval-Indexes bis zum Minus von 22,8%, das der russische RTS-Index verbucht hat. Die Entwicklung ist jeweils in Franken gerechnet.

Aus Sicht von Nanette Hechler Fayd’herbe von der Credit Suisse (CS) sind vor allem zwei Faktoren für die unterschiedliche Entwicklung der Schwellenländer-Börsen verantwortlich. Erstens sei es wichtig, ob ein Land netto ein Rohwaren-Exporteur oder -Importeur sei. Die Märkte der Länder, die netto Rohstoffe importieren, hätten in diesem Jahr von fallenden Preisen profitiert – etwa beim Erdölpreis. Im Gegenzug habe diese Entwicklung negative Folgen für die Börsen «rohstofflastiger» Länder gehabt. Ein zweiter wichtiger Faktor ist die Euro-Schuldenkrise. Die Börsen von wirtschaftlich eng mit der schwächelnden Euro-Zone verbundenen Ländern hatten in diesem Jahr Nachteile, wie das Beispiel Ungarn zeigt. Sehr schlecht entwickelten sich auch die Leitindizes in den zur Euro-Zone gehörenden Krisenländern Portugal (–22,4%) und Griechenland (–18,7%). Die Börsen der Euro-Länder Malta und Lettland verbuchten mit –11,8% bzw. –10,6% ebenfalls deutliche Verluste.
Argentiniens Boerse ueberrascht
Stock Market

Wie werden angeblich kostenlosen Dienste bezahlt?

Währung: Information: Wer viel über uns weiß, hat auch Macht über uns und unser Leben.Final
Die Währung in der digitalen Welt sind Informationen über die Nutzer

Iris Braun berichtet:  Das Internet scheint längst zu einem unkontrollierbaren Kosmos geworden zu sein, der alles zur Schau stellt – und nichts vergisst. In ihrem Buch „Datenfresser“ zeigen die beiden Sprecher des Chaos Computer Clubs, wer von den persönlichen Spuren im Netz wirtschaftlich profitiert.

Freunde treffen, Fotos tauschen, Straßen finden – die digitalen Dienstleister Google, Facebook und Co machen das Leben leichter. Ganz klar. Und dafür bezahlen wir noch nicht einmal Geld. Denn die Währung in dieser digitalen Welt sind Informationen über uns, die Nutzer. Wie das genau funktioniert und zu einem Milliardengeschäft geworden ist, beleuchten Constanze Kurz und Frank Rieger in ihrem Buch „Die Datenfresser“. Dafür stellen die beiden Sprecher vom Chaos Computer Club verschiedene Geschäftsmodelle vor und blicken hinter die Kulissen der blinkenden Oberflächen. Denn auch wenn vieles im Netz als kostenlos beworben wird – der Kommunismus ist dort keinesfalls ausgebrochen:

Wenige wissen, wie sich die Anbieter der digitalen Annehmlichkeiten finanzieren. Womit bezahlen wir die angeblich kostenlosen Dienste? Denn eine Gratis-Ökonomie ist es mitnichten. Wie funktioniert die magische Umwandlung von Klicks und Teilnehmerzahlen, von Freunden und hochgeladenen Bildern in Geld? Die meisten Nutzer haben eine vage Ahnung, dass sich das alles über Werbung finanziert, aber kaum jemand mag sich richtig mit den Details befassen. Constanze Kurz und Frank Rieger: „Die Datenfresser“
Währung- Information

Zwischen Finanzstabilität und Wettbewerb

Regulierung des Derivatehandels

Der Fall der Investmentbank Lehman Brothers hat die Risiken der mangelnden Markttransparenz aufgezeigt.
Im Zuge der Finanzkrise sind nicht nur grosse Banken ins Visier der Regulatoren geraten, sondern auch der ausserbörsliche Handel von Derivaten. Der Fall der Investmentbank Lehman Brothers hat die mangelnde Transparenz auf diesen Märkten aufgezeigt, die die Finanzstabilität gefährden kann. Seitdem bemühen sich internationale Gremien wie der Rat für Finanzstabilität (FSB) um Richtlinien, die mehr Transparenz und weniger Risiko bringen sollen. Die Diskussion zeigt aber auch einen Interessenkonflikt zwischen Finanzstabilität und Bewahrung der Wettbewerbsfähigkeit.
Zwischen Finanzstabilitaet und Wettbewerb

Bill Proud

Bill Proud

 

Wirtschaftliche und politische Auswirkungen der Geschlechterkluft

2095: Das Jahr der Geschlechtergleichstellung am Arbeitsplatz?
Neun Jahre Datenerhebung des Global Gender Gap Report lassen darauf schließen, dass es noch 81 Jahre bis zur Geschlechtergleichstellung am Arbeitsplatz dauern wird

Die Gesamterfolge in der Geschlechtergleichstellung weltweit seit 2006 werden durch Umkehrtrends in ein paar Ländern geschmälert

Nordische Länder dominieren den Global Gender Gap Index 2014; Nicaragua, Ruanda und die Philippinen unter den Top 10
German Gender Gap/ Presse
Laden Sie hier den vollständigen Bericht herunter/CompleteReport 2014

Cartoon by Bennett

Cartoon by Bennett

 

„Luxemburg-Leaks“: Steuerdeals holen Juncker ein

Luxemburger Vereinbarung mit Konzernen Steuerdeals holen Juncker ein

Nach Berichten über Steuerschlupflöcher für multinationale Konzerne in Luxemburg wächst der Druck auf das Großherzogtum – und auf EU-Komissionspräsident Jean-Claude Juncker, der als Ministerpräsident viele Jahre das Land regiert hatte.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel kritisierte, Staaten dürften Steuerdumping nicht zum Geschäftsmodell erheben. Wer das dennoch tue, „legt die Axt an die europäische Solidarität“, sagte der SPD-Chef der „Süddeutschen Zeitung“ und forderte: „Dieser Spuk muss so schnell wie möglich aufhören.“ Die neue EU-Kommission forderte er auf, die Verhinderung von Steuerdumping zu einer ihrer zentralen Aufgaben zu machen.

NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ hatten berichtet, dass das Großherzogtum deutschen und internationalen Konzernen jahrelang so weit entgegenkommen sei, dass manche nur ein Prozent Steuern auf ihre Gewinne hätten zahlen müssen. Viele der Praktiken fielen in die Zeit, als der neue EU-Kommissionspräsident Juncker Premierminister von Luxemburg war.

Juncker führt also nun die EU-Behörde, die bereits seit längerem gegen Luxemburg und andere Staaten wegen umstrittener Steuerregelungen ermittelt. Die Kommission beteuerte nun, bei den Untersuchungen stehe Juncker in keinem Interessenkonflikt. Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager leite die Überprüfung, sagte ein Sprecher der EU-Kommission und fügte hinzu: „Frau Vestager wird ihren Job machen und niemand kann ihr sagen, was sie zu tun hat.“

Juncker gibt sich gelassen

Juncker werde nicht in die Untersuchungen eingreifen. Sollte es in dem Fall im Kollegium der Kommissare zu einer Abstimmung kommen, werde Juncker als Vorsitzender des Gremiums daran teilnehmen. „Im Übrigen haben auch die ehemaligen Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso und Romano Prodi Dutzende Verfahren gegen Portugal beziehungsweise Italien zugelassen“, sagte der Sprecher. Juncker ließ erklären, er sei „sehr gelassen“, was die Vorwürfe betreffe.

Der Finanzexperte Sven Giegold von den Grünen griff Juncker an: „Juncker hat sich zum Komplizen von Steuerdrückern gemacht und damit andere EU-Staaten um Steuermilliarden gebracht. Er hat damit Europa geschadet.“ Der Kommissionspräsident müsse nun ein glaubwürdiges Programm gegen aggressives Steuerdumping vorlegen.

Der Linken-Abgeordnete Fabio De Masi forderte Juncker auf, politische Verantwortung zu übernehmen.

Junckers Nachfolger als Ministerpräsident Luxemburgs, Xavier Bettel, wies die Kritik an der Steuerpraxis in seinem Land zurück. Luxemburg breche keine Regeln und sei nicht das einzige Land mit einem Steuersystem, das von Großkonzernen genutzt werde.
Unternehmen weisen Vorwürfe zurück

Auch einige der betroffenen Konzerne wiesen die Kritik zurück. E.ON arbeite völlig transparent mit den Steuerbehörden zusammen und komme allen Berichtspflichten vollständig nach, teilte der Düsseldorfer Energiekonzern auf Nachfragen der Nachrichtenagentur AFP mit. Das Unternehmen habe alle steuerlichen Pflichten im In- und Ausland vollständig erfüllt. Auch ein Sprecher des Gesundheitskonzern Fresenius Medical Care sagte, das Unternehmen habe „alles transparent und öffentlich gemacht“.

Die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC), die die Steuermodelle entwickelt hatte, sieht die „Luxemburg-Leaks“-Berichte als „massive Kampagne gegen das Großherzogtum“. Der Manager des Unternehmens in Luxemburg, Didier Mouget, bestätigte, dass die Veröffentlichungen „sehr wahrscheinlich auf Unterlagen aus unserem Haus“ beruhten.

Schon 2012 habe PWC wegen Diebstahls von Dokumenten eine Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Manager seien verpflichtet, „die Verpflichtungen ihres Unternehmens gegenüber dem Fiskus bestmöglich zu strukturieren“, betonte er. Die Steuerberater von PWC hätten nichts Illegales getan.

Christian Louis,

Christian Louis,

Here are the links to the ICIJ-reports:
www.icij.org/project/luxembourg-leaks

You find an excellent pot cast “lux leaks” in the Irish times  article below:
www.irishtimes.com/business/economy/luxleaks

W-T-W Luxembourg, a Tax Haven

 

Enteignung – wie, was, wann?

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“ Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Im heutigen Video zeigen wir, wie man bei Inflation den Grad der realen Enteignung über die Zeit errechnen kann. Eine nicht ganz triviale aber umso bedeutendere Erkenntnis.

Beachten Sie dazu auch unsere Videos „Was ist eigentlich Inflation?“ und „Wir werden enteignet!“

Alle weiteren Videos Kategorie Finanzkompetenz

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen www.harmbengen.de

Harm Bengen