Wettbewerbsfähigkeit: „Die Kritik an uns ist durchaus berechtigt“

Der ökonomische Klassenprimus schwächelt. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gibt zu, dass die Wettbewerbsfähigkeit leidet. Top-Ökonomen fordern einen wirtschaftsfreundlicheren Kurs.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hält Maßnahmen für mehr Wettwerb für nötig – „und zwar bald und konkret“

Ein Gefühl ist zuweilen stärker als abwägende Argumente. Wie in dieser Woche, als die Börsen weltweit tief ins Minus rutschten. Als Anlegern bewusst wurde, dass die schlechtere Lage der Weltwirtschaft nicht mit den hohen Kursständen zusammenpasste. Vor allem in der Euro-Zone nicht. Frankreich und Italien reformieren ihre Wirtschaft viel zu zögerlich. In Athen bleibt die politische Lage äußerst unübersichtlich. Und Deutschland tut aus Sicht der Investoren zu wenig gegen Europas Abschwung. Der Klassenprimus schwächelt.

Unternehmensvertreter verlangen von der großen Koalition, auf einen wirtschaftsfreundlicheren Kurs einzuschwenken. „Die Bundesregierung sollte einen sofortigen Stopp für sämtliche weitere Belastungen setzen“, sagt Eric Schweitzer, der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gibt zu, dass Deutschland mehr für seine Wettbewerbsfähigkeit tun müsse – „und zwar bald und konkret. Da ist die Kritik an uns durchaus berechtigt.“
Die Kritik an uns ist durchaus berechtigt
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Gebildet, arm – und weiblich

Nie waren Frauen in der Schweiz besser ausgebildet, und immer mehr von ihnen gehen einer Erwerbstätigkeit nach. Trotzdem sind sie häufiger ärmer als Männer. Der Bund zieht in einem Bericht die Bilanz aus 15 Jahren Gleichstellungs-Arbeit.

Nach dem Lehrabschluss noch die Berufsmatura gemacht, danach an der Fachhochschule studiert, Praktika im Ausland absolviert und bis zum ersten Kind Vollzeit gearbeitet. Die Lebensläufe von Frauen haben sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt: Insbesondere die Beteiligung am Erwerbsleben und das Bildungsniveau haben zugenommen. Trotzdem haben Frauen ein höheres Armutsrisiko als Männer.

Dies hat verschiedene Ursachen, wie der gerade veröffentlichte Bericht über den «Aktionsplan Schweiz für die Gleichstellung von Mann und Frau» zeigt. Er wurde vom Eidgenössischen Departement des Innern und vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten in Auftrag gegeben und zieht eine Bilanz der letzten 15 Jahre. In diesen diente der Aktionsplan als Arbeitsinstrument, um die Gleichstellung von Mann und Frau voranzutreiben.
Pflegen und gepflegt werden
Gebildet, arm – und weiblich
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Neue Köpfe bei der Credit Suisse

Leitung der Investment Bank. Neue Köpfe bei der Credit Suisse

Die Grossbank überlässt die Verantwortung ihrer Investment Bank einer drei Personen Führung.

Die Schweizer Grossbank Credit Suisse verstärkt die Führung ihrer Investmentbank. Jim Amine und Tim O’Hara werden künftig zusammen mit Gaël de Boissard die Sparte leiten, wie die Bank am Freitag mitteilte. Amine und O’Hara werden Mitglieder der CS-Geschäftsleitung und sind Konzernchef Brady Dougan unterstellt.

Amine werde weiterhin für das Beratungs- und Emissionsgeschäft zuständig sein. O’Hara bleibe Leiter des Aktien-Bereichs, hiess es. De Boissard werde weiterhin das Anleihegeschäft der Investmentbank verantworten und bleibe Chef der Credit-Suisse-Region Europa, Naher Osten und Afrika.

Chappatte

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Weitere und starke Kursverluste

Angeschlagene Börsen

Kursverluste geben den Händlern und Anlegern zu denken.  Die Kurse an Europas Börsen stehen auch am Donnerstag stark unter Druck. Der Euro-Stoxx-50 liegt am Mittag nach einmal mehr enttäuschenden Konjunkturdaten mit einem Minus von 2,9% bei 2808 Punkten, der Swiss-Market-Index verzeichnet einen Kursrückgang von knapp 3% auf 7904 Zähler und der deutsche DAX verliert knapp 2%. In Italien und Spanien fallen die Kursrückschläge sogar noch deutlicher aus. Wie schwach sich die europäische Wirtschaft derzeit präsentiert, zeigen die jüngsten Konjunkturdaten. Die jährliche Inflationsrate fiel im September auf 0,3% und damit auf den tiefsten Stand seit Oktober 2009. Zudem sank der Überschuss in der Leistungsbilanz des Euroraums.
Bankaktien unter Druck.
Weitere und starke Kursverluste
Börsenhändler

Ich bin nicht Schuld! Ich wusste von nichts!

Prozess gegen Raoul Weil: Erste Positionsbezüge vor der Jury

Die Anklage lässt sich im Fall Weil noch nicht in die Karten blicken. Dessen Verteidigung setzt dagegen auf eine riskante Strategie und stellt Raoul Weil als weit entfernt vom «unwichtigen» US-Geschäft dar.

Effizienz gegen Komplexität: So könnte man den Verlauf der Eröffnungsplädoyers von Anklage und Verteidigung umschreiben, die am Dienstagnachmittag im Prozess gegen den ehemaligen UBS-Spitzenbanker Raoul Weil vorgetragen wurden. Während Staatsanwalt Mark Daly in seinem rund 30-minütigen Auftritt im Wesentlichen die in der Anklageschrift vom 12. November 2008 gegen Weil vorgebrachten Punkte wiederholte und sich an ein relativ einfaches Skript hielt, verlor sich der Anwalt von Raoul Weil, Aaron Marcu, mit seinen detaillierten, beinahe zwei Stunden lang anhaltenden und von wenig aussagekräftigen Folien begleiteten Ausführungen wiederholt.

Mitgehangen, mitgefangen
Damit tat sich die Verteidigung am Ende des ersten langen Prozesstages vor einer sichtlich müden Jury wahrscheinlich keinen Gefallen. In den kommenden Tagen und Wochen wird nun die Frage vorwärts und rückwärts erörtert, zu welchem Grad ein Topmanager eines Konzerns – vorausgesetzt, dass er nicht selber Gesetze gebrochen hat – für kriminelle Handlungen von Angestellten seiner Firma, ob er nun darum gewusst hat oder nicht, zur Verantwortung gezogen werden kann.
Erste Positionsbezuege vor der Jury

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen www.harmbengen.de

Harm Bengen

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Wer ist Jean Tirole?

Wirtschaftsnobelpreis für Jean Tirole Bescheiden, freundlich, hilfsbereitJean Tirole Wirtschaftsnobelpreis

Die Themen von Jean Tirole sind Monopole und die Macht der Konzerne. Deren Auswirkungen bekommen Verbraucher oft ganz unmittelbar zu spüren.

Jean Tirole ist nicht der Popstar der Ökonomie. Er vertritt ein sperriges Fach und komplizierte Themen, die aber wichtig sind: Es geht um Macht.
Wirtschaftsnobelpreis für Jean Tirole Bescheiden, freundlich, hilfsbereit
Nobel

Steht EZB-Chef Draghi über dem EU-Recht?

Die Macht der EZB

Heute beginnt der Europäische Gerichtshof letztlich über die Stellung der Europäischen Zentralbank zu verhandeln. Wie er am Ende auch entscheiden wird, es kann nicht sein, dass EZB-Chef Draghi über dem EU-Recht steht

Gegner wie Befürworter der Europäischen Zentralbank  EZB sind sich in einem Punkt einig: Mario Draghis Ankündigung aus dem Sommer 2012, die EZB werde im Notfall unbegrenzt Anleihen der Krisenländer kaufen, war ein Wendepunkt in der Euro-Krise. Mit seinen Worten hat der EZB-Chef die Märkte zumindest kurzfristig beruhigt. Draghis-Gegner sehen darin jedoch nur ein teures Strohfeuer.

Der Streit über Anleihekäufe der EZB wird schon seit drei Jahren vor Gericht ausgetragen. Auf Draghis Ankündigung folgte das OMT-Programm („Outright Monetary Transactions“). Dieses regelt die Modalitäten für den Ankauf von Staatsanleihen der Krisenländer. Der Rechtsstreit geht es um die Frage: Wie weit kann die EZB gehen? Laut Mandat darf sie keine monetäre Staatsfinanzierung betreiben. Kritiker wie Bundesbank-Chef Weidmann sehen beim OMT-Programm diese Grenze überschritten. Ihr Argument lautet: Wenn die EZB Staatsanleihen bestimmter Euro-Länder kauft, senkt sie damit deren Refinanzierungskosten und entlastet die Staatshaushalte. Bereits 2011 gab es die erste Klage gegen Anleihekäufe der EZB. Das finale Urteil allerdings steht bis heute aus. Im Februar hat das Bundesverfassungsgericht die Entscheidung an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) verwiesen. Dort findet heute die mündliche Verhandlung statt. Bis die Entscheidung fällt, könnte es aber schon zu spät sein.

Wo liegen die Grenzen der Krisenpolitik
OMT-Klage vor dem EuGH Eine juristische Farce
Beim Thema Anleihekäufe kommen die Gerichte seit Jahren zu keinem Urteil.

Finanzminister und Notenbanker wollen globale Wirtschaft stärken

Konjunktur

IMF-Chefin Lagarde erklärt ihren Standpunkt am Samstag in Washington.
Die globale Finanzwelt macht sich Sorgen über die Kraft der Weltwirtschaft. Finanzminister und Notenbankchefs aller Welt haben sich daher für ein entschlossenes Handeln zur Stärkung der globalen Konjunktur ausgesprochen.

Man wolle das Wachstumspotenzial erhöhen, um eine Wirtschaft zu schaffen, die kräftiger, nachhaltiger und ausgeglichener sei sowie mehr Arbeitsplätze biete, erklärte der Lenkungsausschuss des Internationalen Währungsfonds (IMFC) am Samstag in Washington.

Es sollten «kühne und anspruchsvolle» Massnahmen ergriffen werden, um die Nachfrage neu zu beleben und ökonomische Engpässe zu beheben, hiess es im Abschlusspapier des Gremiums bei der Jahrestagung des IWF und der Weltbank. «Unsere höchste Priorität muss sein, das heutige tatsächliche Wachstum und das morgige Wachstumspotenzial zu unterstützen, während die Widerstandsfähigkeit und Nachhaltigkeit gesichert wird.»
Strukturreformen gefordert
Finanzminister und Notenbanker wollen globale Wirtschaft staerken

Erl

Erl

 

Vor neuen Verwerfungen auf den Finanzmärkten wird gewarnt

Der Präsident des Deutschen Sparkassen-Verbandes hat bei der Herbsttagung von Weltbank und iWF vor einer neuen Krise auf den internationalen Finanzmärkten gewarnt. Schuld an einem neuen Ungleichgewicht sei das hemmungslose globale Gelddrucken jenseits der Bedürfnisse der Realwirtschaft.

Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes DSGV, Georg Fahrenschon, hat bei der Herbsttagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds in Washington vor einer neuen Krise auf den internationalen Finanzmärkten gewarnt. „Viele Probleme auf den Finanzmärkten sind nicht gelöst, sondern mit zu viel billigem Geld zugedeckt worden. Gleichzeitig steigen die globalen Ungleichgewichte. Dies alles ist nicht zuletzt Ergebnis von geld- und finanzpolitischen Maßnahmen zur Eindämmung der Krise“, so Fahrenschon.

Im siebten Jahr der Wirtschafts- und Finanzkrise sei es Zeit, weg von kurzfristig wirkenden Krisenmaßnahmen zu kommen. Stattdessen müssten langfristig wirkende strukturelle Veränderungen geschaffen werden. „Es muss darum gehen, solche Krisen künftig weniger wahrscheinlich zu machen“, so Fahrenschon.

Zentrale politische Gestaltungsaufgabe der Zukunft sei es, eine stärkere realwirtschaftliche Anbindung der Geld- und Währungspolitik, der Haushaltspolitik und nicht zuletzt der Finanzmärkte sicherzustellen. „Trotz der Erfahrungen der Finanzkrise haben sich die Finanzmärkte weiter von den Bedürfnissen von Millionen Menschen nach wirtschaftlicher Teilhabe entfernt. Hier muss umgesteuert werden“, sagte der DSGV-Präsident. So sei es beispielsweise eine ungewollte Nebenwirkung der intensiven Bankenregulierung, dass der Schattenbankensektor immer weiter wachse. „Geschäfte werden in Strukturen ausgelagert, die immer noch weitgehend unreguliert sind. Statt die Märkte sicherer zu machen, werden so neue Stabilitätsrisiken geschaffen“, sagte der DSGV-Präsident.
Sparkassen-Praesident warnt vor neuen Finanzmarkt-Krisen

Erl

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