Herbststürme an den Aktienmärkten

Deutliche Kurseinbussen

Nach der einschläfernden Sommerruhe sind die Anleger in den vergangenen Tagen von deutlichen Kursbewegungen überrascht worden. So hat der Dollar am Devisenmarkt gegen den Euro und verschiedene Schwellenländer-Währungen wie den russischen Rubel deutlich zugelegt. An den Börsen dagegen ist es zu zum Teil markanten Kurseinbussen gekommen.
Deutliche Kursverluste
Alleine in der vergangenen Woche haben die Aktienmärkte in Schweden, Italien, Frankreich, Spanien und auch Deutschland zwischen 4% und 5% ihrer Werte verloren. Der DAX ist alleine am Freitag um 2,4% auf 8789 Zähler und damit auf den tiefsten Stand des Jahres gefallen. Noch im Juli hatte er zum ersten Mal in seiner Geschichte die Marke von 10 000 Zählern überwunden. Die Kursentwicklung des Swiss-Market-Indexes sieht im direkten Vergleich etwas weniger dramatisch aus, allerdings hat auch er auf Wochensicht 3,6% verloren. Die Kursverluste erfolgten auf breiter Front, angeführt von den Aktien des Biotech-Unternehmens Actelion mit einem Minus von 6,3%, den Papieren von Transocean, Holcim, ABB, Novartis, UBS und Roche mit Kurseinbussen zwischen 5% und 6,6%. Im breiten Markt mussten die Aktien von Perrot Duval, Bravofly, Airesis, AMS, Ems-Chemie, Kuoni, Schweizer National, Bossard und der Accu Holding Einbussen zwischen fast 35% und 10% hinnehmen.
Herbststuerme an den Aktienmaerkten
400_F_35492602_XU7g9uWKMPGHIPTuguwfv7BPqr5DZP9w

Missbraucht die EZB ihre Unabhängigkeit?

Kritiker Stark und Sinn machen mobil
«Die EZB missbraucht ihre Unabhängigkeit»

Für den früheren EZB-Chefökonomen Stark und den Ifo-Präsidenten Sinn ist klar: Die Europäische Zentralbank hat schwer gesündigt, als sie versprach, alles zu tun, um den Euro zu erhalten. Dies habe den Reformelan in den Krisenstaaten unterminiert.
cei. Berlin Wenn sich zwei scharfe Kritiker der Europäischen Zentralbank (EZB) zusammensetzen, kommt das Publikum auf seine Kosten. Der frühere EZB-Chefökonom Jürgen Stark und der Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn kamen an einer Buchpräsentation in Berlin richtig in Fahrt. Sie liessen kein gutes Haar an der Geldpolitik unter Präsident Mario Draghi. Die EZB habe ihre Unabhängigkeit missbraucht, sagte Stark. Damit spricht er Draghis Aussage von 2012 an, die Notenbank werde alles tun («whatever it takes»), um den Euro zu erhalten. Die Krisenstaaten können sich seither darauf verlassen, dass ihre Refinanzierungskosten tragbar bleiben. Ohne die EZB-Garantie wären einige Krisenländer zahlungsunfähig, sagte Stark. Die Rettung von Staaten hat jedoch mit dem Mandat der EZB, für Preisstabilität zu sorgen, nichts zu tun.
Die EZB missbraucht ihre Unabhaengigkeit
EZB

Die Generalin von Kabul

Die Generalin von Kabul ist bereit für die Taliban

Die erste Polizeichefin Afghanistans will mehr Frauen in Uniform bringen. Sie warnt vor Zugeständnissen an die Taliban und vor einer Rückkehr der „schwarzen Zeit“, in der auch sie leiden musste.

Auf afghanischen Schulbänken sitzen heute bis zu 37 Prozent Mädchen. Das ist einer der Erfolge seit der US-geführten Invasion 2001

Brigadegeneralin Dschamila Bajas, erste Polizeichefin Afghanistans, leitet den Bezirk 1 in Kabul.  „Wir brauchen einfach noch viel mehr Frauen bei der Polizei“,sagt sie.
Im Mandawi-Basar von Kabul, mitten im glitzernden, stinkenden, duftenden Chaos, steht wie eine Burg das Polizeirevier Nummer 1. Eine hohe Mauer schützt es, gepanzerte Jeeps parken im Hof. In einem kleinen, verwilderten Garten erholen sich Beamte mit Kalaschnikows. Im obersten Stockwerk sitzt ein übergewichtiger Uniformierter mit Schnauzbart auf einem Stuhl und bewacht eine Bürotür. Es muss schwer sein, im Halbdunkel des Korridors nicht einzuschlafen, doch dann fliegt die Tür auf, und der Polizist schnellt so plötzlich von der Sitzfläche empor in Habachtstellung, dass sein Sturmgewehr scheppert. Wo Brigadegeneral Dschamila Bajas erscheint, bewegen sich die Dinge. Vier Leibwächter hechten der Generalin hinterher. Einer ruft eilig Anweisungen in ein Funkgerät, während es die Treppe hinuntergeht. Dschamila Bajas wartet auf niemanden mehr.
Warum sie es als bisher einzige Frau in Afghanistan geschafft hat, Polizeichefin zu werden? Bajas spricht nicht gern über ihre Qualitäten. Ihr starker Kiefer über dem Knoten des Kopftuchs mahlt kurz hin und her. Dann antwortet sie trocken: „Weil ich eben schon sehr lange dabei bin. Schließlich arbeite ich seit mehr als 30 Jahren bei der Polizei.“ Volle drei Jahrzehnte? „Nicht ganz, natürlich. Unter den Taliban musste ich fünf Jahre zu Hause bleiben. Wie alle Frauen“, sagt die 50-Jährige.
Die Generalin von Kabul ist bereit für die Taliban
Oberst Dschamila Bajas erste Polizeichef

Strategie der EZB ist abenteuerlich

Standpunkt Hans-Werner Sinn

Nach Auffassung von Hans-Werner Sinn hat die EZB ihr Mandat überschritten, indem sie eine fiskalische Regionalpolitik macht.

In den vergangenen Wochen gab es viele Schlagzeilen über Deflationsrisiken in Europa. Möglicherweise werden diese vorgeschoben, um ein riesiges fiskalisches Subventionsprogramm lancieren zu können.

Hohe Erwartungen führen leicht zu Enttäuschungen. Diese Erfahrung musste am letzten Donnerstag auch die Europäische Zentralbank (EZB) machen. Mario Draghi, ihr Präsident, hat den Leitzins unverändert gelassen und trotz aller Kritik den Beginn der schon längere Zeit avisierten Wertpapierkäufe angekündigt. Die Notenbank werde zunächst sogenannte Covered Bonds und etwas später auch forderungsunterlegte Wertpapiere erwerben, hiess es. Dabei sollen die Qualitätsanforderungen so drastisch gesenkt werden, dass Medien die fraglichen Papiere als «Müll» bezeichnen.
Strategie der EZB ist abenteuerlich

Erl

Erl

Nachfolger der Lehman Brothers?

Finanzkrise:  Die Söhne der Lehman Brothers

In den Tiefen der Kapitalmärkte platzen genau jene Deals, die zur Finanzkrise geführt haben. Was hat das zu bedeuten?

Weitgehend unbeachtet hat sich eine Revolution im Bankenwesen vollzogen. Beim klassischen Geschäftsmodell nimmt die Bank das Geld von Sparern, die dafür mit Zinsen belohnt werden, und verleiht es zu einem höheren Zinssatz weiter – das Brot-und-Butter-Geschäft sozusagen. Dieses Geschäft gibt es zwar heute noch, aber dann entdeckten die Banker der Wall Street eine lukrativere Art, Geld zu verdienen. Man kann es die Champagner-und-Kaviar-Variante nennen. Statt selbst an die Unternehmen Geld zu verleihen, wurden sie Kapitalvermittler und halfen den Unternehmen, sich über die Ausgabe von Aktien und Anleihen die nötigen Finanzmittel zu verschaffen. Statt Zinsen kassierten sie Gebühren.
Die Soehne der Lehman Brothers
Banker

Haben EU und EZB Irland zur Banken-Rettung gezwungen?

Staatsschulden

Die Troika unter Federführung der EZB drohte Irland 2010 in einer Telefonkonferenz mit dem Staatsbankrott, sollte der Staat Überlegungen in die Tat umsetzen, Haltern von irischen Staatsanleihen mit einem Abschlag oder gar „Haircut“ zu versehen. Einzelheiten wurden nun vom Präsidenten der irischen Zentralbank enthüllt.

Der Chef der irischen Zentralbank Patrick Honohan beschuldigt die EZB und die EU, ein Komplott zur Erpressung Irlands geschmiedet zu haben.
Im Mai dieses Jahres stellte sich heraus, dass Irland soll von Deutschland, der EU und der EZB gezwungen wurde, seine Banken mit Steuergeldern zu retten. Die Iren wollten Gewissheit: Wurden sie wirklich erpresst? Doch die EZB mauerte und blieb einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss fern.
Nun stellt sich heraus, dass Verantwortliche der EU und der EZB vereinbart hatten, Irland mit einem Staatsbankrott zu drohen, sollte die Regierung beim damaligen Eintritt in die „Rettungspakete“ versuchen, Anleihegläubiger, also Halter von irischen Staatsanleihen, zu schröpfen.
EU und EZB haben Irland zu Banken-Rettung auf Kosten der Steuerzahler gezwungen

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen www.harmbengen.de

Harm Bengen
www.w-t-w.org/en/harm-bengen
www.harmbengen.de

 

Schweizer Finanzplatz wieder Profiteur der Krise

Firmengründungen: Russisches Interesse am Schweizer Finanzplatz .
In der Schweiz besteht ein grosses Interesse von russischen Personen an der Gründung von Finanzgesellschaften.

Nach Angaben eines Schwyzer Finanzdienstleisters steigert die EU-Politik gegenüber Russland das Interesse von Russen, Gelder in die Schweiz zu verschieben.Über 60 neue Gesellschaften seien bereits geplant.

Die Schweiz übernimmt die EU-Sanktionen gegenüber Russland zwar nicht direkt, will aber auch nicht zum Platz für Ausweichmanöver werden. Im Finanzbereich hat auch die Schweiz die Aufnahme von Geschäftsbeziehungen mit Kunden verboten, die auf der schwarzen Liste der EU stehen. Keine direkten Vorgaben gibt es bei Schweizer Finanzdienstleistungen für russische Kunden, die nicht auf der Sanktionsliste stehen.
Russisches Interesse am Schweizer Finanzplatz

Raymond Burki

Raymond Burki

 

Euro-Zone könnte an Italien und Frankreich zerbrechen

Die nackten Zahlen:

Joachim Jahnke: Die prekäre Entwicklung in Frankreich und Italien treibt die Euro-Zone tiefer in die Krise. Arbeitslosigkeit und Verschuldung der beiden zweit- und drittgrößten Euro-Länder steigen unaufhaltsam. Immer neue Sparkurse bringen die Bürger gegen die Politik auf. Bald könnten die Länder unregierbar werden – und damit zu einer existenziellen Gefahr für die Euro-Zone.
Euro-Zone koennte an Italien und Frankreich zerbrechen
Euro zerbricht

Was bürgerliche Frauen -angeblich- zur Frauenquote sagen

Frauenquoten für Unternehmen

Frauen sind in der Chefetage untervertreten. Deshalb soll neu mindestens eine Frau dem Verwaltungsrat angehören, trägt Economiesuisse seinen Mitgliedern auf. In rund 60 Prozent der kotierten Gesellschaften in der Schweiz sitzt keine Frau im Verwaltungsrat.
Schweizer Frauen bezweifeln -angeblich- ob sich überhaupt so viele qualifizierte Verwaltungsrätinnen finden lassen. Frauen sind in der Chefetage untervertreten. Deshalb soll neu mindestens eine Frau dem Verwaltungsrat angehören, trägt Economiesuisse seinen Mitgliedern auf
Was buergerliche Frauen zur Frauenquote sagen
Vorstandsbeschluss Frauenquote1Endlich halbe halbe! Von Jutta Limbach

Economiesuisse und die Frauenfrage

Economiesuisse und die Frauenfrage
Die Wirtschaft bewegt sich

Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse ist mit seinem Kodex zu den Führungsregeln von Publikumsgesellschaften ein gebranntes Kind. Economiesuisse hatte es im vergangenen Jahrzehnt vor allem wegen des Widerstands gewisser Grosskonzerne versäumt, rechtzeitig die Aktionärsabstimmung über den Vergütungsbericht zum Standard zu machen. Der Grosserfolg der «Abzocker-Initiative» war die Quittung dafür. Nun sieht sich die Wirtschaft bei einem anderen Thema – Vertretung der Frauen – wieder mit einer steigenden Regulierungslust der Politik konfrontiert, steht doch die Idee einer Frauenquote von mindestens 30% für Verwaltungsräte zur Diskussion.

Aus liberaler Sicht ist ein solch weitgehender Eingriff in die Gestaltungsfreiheit von Unternehmen nicht zu rechtfertigen – ebenso wenig wie eine Quote für Ältere, Tessiner, Nichtakademiker, Brillenträger oder für die Leisen (welche im Leben gegenüber den Lauten leider oft diskriminiert sind).

Vielen Unternehmen könnte eine stärkere Frauenvertretung auf der Chefetage wohl guttun, doch man muss die Firmen nicht zu ihrem Glück zwingen. Es wirkt immer anmassend zu behaupten, den Weg zum Glück des anderen besser zu kennen als der Betroffene selbst. Bewegt sich die Wirtschaft aber in der Frauenfrage überhaupt nicht, droht erneut ein stärkerer Eingriff via Gesetzeshammer.
Economiesuisse und die Frauenfrage

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen www.harmbengen.de

Harm Bengen