Baby-Gangs im Drogenhandel und der Schutzgelderpressung

Blutiger Krieg unter Minderjährigen. «Baby-Gangs» terrorisieren Neapel
Nun da viele ältere Mafiabosse verhaftet oder ermordet worden sind, hat in Neapel eine blutjunge Generation das Steuer übernommen, die schiesswütiger und undisziplinierter ist.

Teenager als Mörder und Opfer

Viele der alten Camorra-Bosse sind in den letzten Jahren verhaftet oder ermordet worden. Die Altersstruktur der Banden Neapels hat sich radikal verändert. Das Fussvolk wird immer jünger, und Vierzigjährige gehören bereits zur obersten Führungsriege. Der diesjährige Bericht der Anti-Mafia-Abteilung der Staatsanwaltschaft beurteilt dieses Phänomen als höchst beunruhigend. Die blutjungen Killer seien aussergewöhnlich brutal und folgten keinen Regeln mehr, schreiben die Justizbeamten. Oft seien Mörder und Opfer noch Teenager.

Bei den Kämpfen geht es in erster Linie um die Kontrolle des Drogenhandels und der Schutzgelder von Schwarzhändlern auf bestimmten Plätzen in der Sanità und in Forcella im Stadtzentrum. Doch auch in einigen Bezirken der Peripherie brodelt es. Das Szenario ist überall dasselbe. Jugendliche Banden rasen in der Dunkelheit auf Motorrädern durch die Gassen und schiessen mit Kalaschnikows um sich. Am Morgen finden die Anwohner Schusslöcher in ihren Türen oder leere Projektile auf ihren Balkonen. Immer öfters finden solche Machtdemonstrationen freilich auch am helllichten Tag statt. Laut Polizei nehmen die Banden dabei meist Mitglieder anderer Clans ins Visier. Da der Krieg aber auf offener Strasse ausgetragen werde, kämen regelmässig auch unbeteiligte Zivilisten ums Leben.
«Hier herrscht Krieg»…
Baby-Gangs terrorisieren Neapel
Mafia Boss

Niedrigzinsen Problem für Atom-Rückstellungen

Die Rückstellungen der Atom-Konzerne könnten wegen der niedrigen Zinsen unerwartet schrumpfen. Den Energie-Riesen drohen Finanzierungs-Lücken, die auch für die Steuerzahler relevant werden können.

Deutschlands Energiekonzerne haben offenbar für das kommende Jahr zu geringe Rückstellungen gebildet. Die der vier Kernkraftwerksbetreiber E.on, EnBW, RWE und Vattenfall weisen derzeit Rückstellungen in Höhe von 39 Millionen Euro auf.
Die Atom-Konzerne rechnen mit Zinssätzen zwischen vier und 4,7 Prozent.

Doch das ist angesichts des Niedrigzins-Umfelds zu hoch gegriffen. Die Konzerne müssen ihr angesetztes Zinsniveau verringern und müssten dann höhere Rückstellungen bilden. Denn aktuell haben die Konzerne zu geringe Rückstellungen gebildet.

Das Magazin Finance berichtet: „Die Atomrückstellungen sind eine Bombe in den Bilanzen der Energiekonzerne: Schon auf dem aktuellen Niveau würde E.on laut einem Gutachten 76 Jahre brauchen, um aus dem derzeitigen Cashflow die Zahlungsverpflichtungen aus den Atom-Rückstellungen begleichen zu können. RWE würde immerhin 35 Jahre benötigen.“

Wegen des Atomausstiegs müssen die Konzerne eigentlich für die Entsorgung des Atommülls aufkommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bisher ausgeschlossen, dass die Steuerzahler mit den Folgen ihrer Entscheidung behelligt werden sollen. Doch die durch die EZB verursachte neue Lage könnte dazu führen, dass am Ende die Steuerzahler einspringen müssen.
Atomkraft

Schäuble zur Reform der Währungsunion

Aus deutscher Sicht zäumt Brüssel die Reform der Banken- und Währungsunion am Schwanz auf. Nun hat Finanzminister Schäuble einen Gegenvorschlag skizziert.

René Höltschi berichtet: Die Diskussion über Reformen der Europäischen Währungsunion einschliesslich der Bankenunion gewinnt an Fahrt – aber auch an Dissonanz. Mit Blick auf eine einschlägige Debatte am Samstag, dem zweiten Tag eines informellen Treffens der EU-Finanzminister in Luxemburg, hat das deutsche Finanzministerium in einem Non-Paper einen Diskussionsbeitrag skizziert. Dessen Botschaft ist klar: Aus Sicht von Finanzminister Wolfgang Schäuble zäumen die EU-Kommission, die fünf Präsidenten der EU-Organe (im «Fünf-Präsidenten-Bericht») und manche Euro-Staaten das Pferd am Schwanz auf.
Jetzt eine Diskussion über eine weitere Vergemeinschaftung von Bankrisiken über eine gemeinsame Einlagensicherung oder Einlagen-Rückversicherung zu beginnen, sei «inakzeptabel», heisst es im Papier. Demgegenüber hat EU-Kommissions-Präsident Juncker am Mittwoch angekündet, in einem ersten Schritt werde Brüssel noch dieses Jahr einen Vorschlag für eine Einlagen-Rückversicherung für den Euro-Raum vorschlagen.

Auch für ein gemeinsames finanzielles Sicherheitsnetz (Backstop) für den europäischen Abwicklungsfonds (SRF) ist die Zeit aus Berliner Sicht noch nicht gekommen. Der über Bankenabgaben finanzierte SRF wird ab 2016 aufgebaut und kann zur Finanzierung der Abwicklung maroder Banken beitragen, wenn das Bail-in der Aktionäre und Gläubiger nicht ausreicht. Vor allem in der Aufbauphase könnte er an Grenzen stossen, sollten sehr grosse Banken in Schieflage geraten. Deshalb plädiert der «Fünf-Präsidenten-Bericht» dafür, dem SRF eine Kreditlinie des Euro-Krisenfonds ESM einzuräumen. Das deutsche Finanzministerium hingegen will es zunächst bei nationalen Kreditlinien für die nationalen «Kammern» des SRF belassen.
Teufelskreis zwischen Banken- und Staatsschuldenkrisen

Bevor über weitere Schritte zur Vergemeinschaftung von Bankrisiken diskutiert werden kann, müssen aus Schäubles Sicht eine Reihe anderer Massnahmen ergriffen werden, um den Teufelskreis zwischen Banken- und Staatsschuldenkrisen aufzubrechen. Hierzu regt das Papier unter anderem Schritte in Richtung eines Verfahrens zur Restrukturierung von Staatsschulden an, also eine Art Insolvenzordnung für Euro-Staaten. Zu den möglichen Optionen gehöre die automatische Verlängerung der Laufzeit von Staatsanleihen, wenn ein Staat Unterstützung des ESM erhalte, heisst es. Ähnliche Vorschläge gibt es von Ökonomen, nicht aber im «Fünf-Präsidenten-Bericht».

Auch müssten die Staaten dafür sorgen, dass die Banken genug «bail-in-fähiges» Fremdkapital vorhalten, fordert das Berliner Papier. Schliesslich plädiert es dafür, der europäischen Bankenaufsicht und der Bankenabwicklungsbehörde mehr Unabhängigkeit von der Europäischen Zentralbank bzw. der EU-Kommission zu gewähren. Bis jetzt ist dies aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Das Papier räumt ein, dass hierzu eine Revision der EU-Verträge (Primärrecht) nötig wäre. Eine solche erfordert ein schwerfälliges Verfahren mit Einstimmigkeit aller EU-Staaten, weshalb der «Fünf-Präsidenten-Bericht» grundsätzlichere Reformschritte erst für eine spätere Phase (nach 2017) vorsieht.

Das Schäuble-Papier sieht es umgekehrt: Erst wenn eine Vertragsreform vereinbart und die übrigen geforderten Schritte umgesetzt seien, könne man an einem gemeinsamen Backstop für den SRF arbeiten, stellt es klar.
Familie Euro

Treffen in Dalian China 2015

Radio China International. Premier sendet positive Signale. Radio China International
Das Davos-Sommerforum 2015 wurde am Donnerstag in Dalian eröffnet. In einer Rede auf der Eröffnungszeremonie analysierte Chinas Ministerpräsident Li Keqiang eingehend die Situation der chinesischen Wirtschaft und bekräftigte erneut, dass es keine „harte Landung“ für die Ökonomie der Volksrepublik geben werde. China werde auf keinen Fall, so Li, einen Währungskrieg starten. Zudem sollten innovative Unternehmen die Rolle der „New Champions“ übernehmen.

Mehrere Forumsteilnehmer meinten gegenüber CRI, dass Li Keqiang die Entschlossenheit und Zuversicht der chinesischen Regierung zur Anpassung der Struktur, Stabilisierung des Wachstums und Förderung der Entwicklung gut zum Ausdruck gebracht habe. Zudem seien mit seinen Worten Investoren weltweit beruhigt worden.

Der Vizechef des Internationalen Währungsfonds, Zhu Min pflichtete Li bei, dass Innovationen weltweit ein wichtiger Aspekt zur technologischen Entwicklung und Erhöhung der Arbeitseffizienz seien. Die chinesische Regierung treibe aktiv Innovationen voran, betonte Zhu gleichzeitig:

„Ich glaube, die chinesische Regierung kann mit ihren groß angelegten Innovationen die technologische Entwicklung fördern und die gesamte industrielle Produktivität erhöhen. Dies wird die ökonomische Struktur des Staates erheblich verändern.“

In seiner Rede bekräftigte Li Keqiang erneut, dass die Situation der chinesischen Wirtschaft trotz Schwankungen nicht besorgniserregend sei. Mittlerweile wachse die High-Tech-Branche deutlich schneller als die restliche Industrie. Auch Energieeinsparung, Umweltschutz und grüne Wirtschaft befänden sich, so Li weiter, in einem Aufschwung. Außerdem erwähnte der Premier neue Wachstumsquellen und prognostizierte eine positive Entwicklungstendenz der chinesischen Wirtschaft. Dabei betonte er, dass dies kein blinder Optimismus sei. Seine Äußerungen würden auf bestimmten Fundamenten, Bedingungen und Impulsen basieren. Havard-Professor Fahmy Tarazi ist der Ansicht, dass die Rede Li Keqiangs der ganzen Welt ein positives Signal gesendet habe:

„Das [die Rede] hat die Zuversicht der Investoren für Chinas Ökonomie und die künftige Entwicklung des Staates erhöht. Gleichzeitig kann auch der internationale Markt beruhigt werden. Li hat klar darauf hingewiesen, dass die chinesische Wirtschaft weiter stark bleibt. Trotz Herausforderungen ist die Regierung zuversichtlich, die Probleme zu lösen. Die Vielfältigkeit und Internationalisierung der Volkswirtschaften sind eine zwangsläufige Tendenz. Reformmaßnahmen können dabei eine fördernde Rolle spielen. Wir erwarten langfristige Auswirkungen solcher Maßnahmen.“
weforum.org / Annual Meeting of the New Champions 2015, Dalian, People’s Republic of China

Kapitalgarantie- Gibt’s das?

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“ Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.


Wir zeigen ein einfaches Rezept, wie man sich ein Anlageprodukt schustern kann, dass eine (nominelle) Vermögensgarantie mit einer Partizipation am Aufwärtspotential einer beliebigen Anlageklasse liefert. Nach oben dabei, nach unten nichts verlieren.
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Ignorieren Anleger das Zinsänderungsrisiko?

Vermögensverwaltungsgesellschaften setzen für die EZB einen Teil des Wertpapier-Kaufprogramms umStan Beckers ist als CEO nicht nur in Diensten von NN Investment Partners, sondern derzeit auch der EZB. NN setzt einen Teil des Wertpapier-Kaufprogramms um. Im Gespräch erläutert der Belgier u. a. die Arbeit für die Zentralbank.

In den USA rückt die erste Zinserhöhung seit 2006 immer näher, doch viele Kunden scheint das wenig zu kümmern. Diese Beobachtung macht jedenfalls Stanley Beckers, CEO des niederländischen Vermögensverwalters NN Investment Partners. Sein Unternehmen habe ein ganzes Spektrum von Anlagefonds im Portfolio, bei denen das Zinserhöhungsrisiko abgesichert sei, sagt der 63-Jährige im Gespräch. Doch bis jetzt gebe es wenig Nachfrage. Im Prinzip rase ein Zug mit hoher Geschwindigkeit auf Anleger zu, doch diese machten keine Anstalten, auszuweichen. Das hänge vielleicht damit zusammen, dass eine Zinserhöhung durch die Zentralbank primär in den USA das Thema der Stunde sei. In Europa scheine ein Zinsschritt der Europäischen Zentralbank (EZB) noch entfernt, weswegen dies bei Kunden in Europa noch nicht im Denken verankert sei. Eine Zinsabsicherung von Produkten mit Futures oder Zinsswaps sei derzeit relativ günstig zu haben, für etwa 5 bis 10 Basispunkte.
Die Anleger ignorieren das Zinsaenderungsrisiko
Anleger ignorieren das Zinsaenderungsrisiko

Kein geldpolitisches Doping

«It’s the Fed, stupid»!Boersenradar
Die Turbulenzen in China gelten bei vielen auch als die Ursache des Kurszerfalls in den USA. Manche erachten China aber nur als Auslöser und verweisen auf die US-Geldpolitik.

«The economy, stupid» (auch bekannt unter: «It’s the economy, stupid»), war 1992 ein eingängiger Wahlkampf-Slogan von Bill Clinton, mit dessen Hilfe er schliesslich Amtsinhaber George W. Bush Senior als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ablöste. Gemeint war mit dem Satz «Es ist die Wirtschaft, Dummkopf», dass die immer noch harzende Konjunktur das grösste Problem der USA ist, was wohl auch von vielen Bürgern so wahrgenommen wurde. Damals war das Umfeld in den USA von der Rezession 1990/91 sowie vom Einmarsch in den Irak mit Bodentruppen im Frühjahr 1991 geprägt. Derzeit entwickelt sich die Konjunktur in den Vereinigten Staaten mittelmässig, eine baldige Rezession erwarten Marktbeobachter aber kaum. Die viel grössere Sorge ist gegenwärtig der Einbruch am Aktienmarkt. Im Hinblick auf diese Situation könnte man mit Blick auf Grafik 1 sagen: «It’s the Fed, stupid.»
Its the Fed, stupid
Stupid-Economy

Wolfram – Ein glühender Rohstof

Wolfram verfügt über ausserordentliche Eigenschaften und ist oft nicht substituierbar. Die Furcht vor Versorgungsengpässen angesichts der Dominanz Chinas im Markt hat dem Recycling Auftrieb gegeben.

Heidi Gmür berichtet: Im weltweiten Netz kursieren immer wieder Räubergeschichten zu gefälschten Goldbarren und Goldmünzen. Gemein ist ihnen in der Regel eines: dass die vermeintlich edlen Stücke mit deutlich billigerem Wolfram gestreckt worden sind. Als 2012 eine angebliche Fälschung auftauchte und einmal mehr wild über die mögliche Verbreitung solcher Fälschungen spekuliert wurde, meldete sich auch die australische Münzprägeanstalt Perth Mint zu Wort. Sie schloss zwar nicht aus, dass Fälschungen existieren; erfahrungsgemäss seien diese jedoch selten.

Ein täglicher Begleiter
Sicher ist, dass man um Wolfram (englisch Tungsten) nicht herumkäme, wenn man einen Goldbarren so fachgerecht wie möglich fälschen wollte. Es ist nämlich das einzige Metall, das eine vergleichbare Dichte wie Gold aufweist. Allerdings liegt sein Schmelzpunkt drei Mal höher und ist damit der höchste aller Metalle. Dies ist wiederum eine Eigenschaft, die Wolfram für verschiedene Anwendungen unentbehrlich macht. Ein bekanntes Beispiel aus dem Alltag ist der Glühfaden in Glühbirnen.
Wolfram Ein gluehender Rohstoff
Wolfram

Sell in May …..

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“ Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Ein weiteres Video zu (vermuteten) Saison-Anomalien. Viele empirische Arbeiten zeigen, dass Aktienportfolios über die Wintermonate eine bessere Rendite erbringen als „Sommerportfolios“ – deswegen der Claim „Sell in May and go away“. Wir zeigen die Zusammenhänge auf und präsentieren die Fakten.
stockmarket-cartoon

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Der China Schock

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“ Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Im Spätsommer 2015 schockt China die weltweiten Aktien- und Währungsbörsen mit einer Abwertung des Yuan (Renmimbi). Wir versuchen, die entstanden Turbulenzen und den entsprechenden Medienhype in eine etwas längerfristige Perspektive einzubetten.

Markus Grolik http://www.w-t-w.org/en/markus-grolik/ www.markus-grolik.de

Markus Grolik
www.w-t-w.org/en/markus-grolik/

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