Ist die Welt an den Finanzmärkten nicht mehr so goldgelb?

«Sollte der Dollar schwächer werden, wäre das ein Konjunkturprogramm für alle»

Die Welt an den Finanzmärkten sei nicht mehr so goldgelb, wie sie augenblicklich noch erscheine, hiess es am NZZ-Roundtable. Es sei etwas am Köcheln. Vier Fachleute gaben ihre Einschätzungen zum derzeitigen Finanzmarktumfeld ab.

In der jüngsten Vergangenheit gab es einige gute Aktienjahre. Blieben solche aus, würde es dann nicht etwas eng in der Altersvorsorge?

Frau Puhan: Absolut. Es wird Verlierergenerationen geben, zu denen ich mich selbst auch zähle. Wenn ich in Rente gehe, wird das voraussichtlich mit Anfang 70 sein. Meine Sparquote muss höher sein als diejenige vorangegangener Generationen. Das ist etwas, was in der Gesellschaft nicht prominent genug diskutiert wird. Wir werden immer älter, wir möchten immer länger selbstbestimmt leben – aber das bedeutet auch, dass wir die finanziellen Möglichkeiten dafür haben müssen. Wir müssen vorsorgen, und da sich das niedrige Zinsumfeld auf absehbare Zeit wohl nicht ändert, ist das eine Herausforderung…..NZZ.ch

Interview mit:

Tatjana Puhan ist Leiterin Aktienanlagen Drittkundengeschäft bei Swiss Life Asset Managers. Zudem ist sie als Adjunct Faculty Member am Chair of International Finance an der Universität Mannheim sowie als Research Fellow am Hamburg Financial Research Center tätig. Frau Puhan hat am Swiss Finance Institute an der Universität Zürich in Finance promoviert.

Hans-Günter Redeker ist Chef-Währungsstratege bei der US-Investmentbank Morgan Stanley mit Sitz in London. Zuvor war er lange Jahre bei der Chase Manhattan Bank und später bei der französischen Grossbank BNP Paribas in ähnlicher Funktion tätig. Er hat an der Universität Göttingen als Ökonom graduiert.

Nannette Hechler-Fayd’herbe ist bei der Grossbank Credit Suisse Anlagechefin International Wealth Management und Global Head Economics & Research. Sie kam 1999 zur damaligen Credit Suisse First Boston. 2006 wechselte sie als Leiterin Global Fixed Income and Credit Research in das Private Banking.

Daniel Kalt ist seit dem Jahr 2010 Chefökonom Schweiz bei der Grossbank UBS. Er ist verantwortlich für alle Research-Produkte von UBS Schweiz. Seit dem Jahr 2012 ist er regionaler Chief Investment Officer Schweiz bei der Grossbank UBS. Kalt ist seit 1997 bei der UBS. Er studierte Volkswirtschaft an der Universität Zürich und promovierte an der Universität Bern.

Weak Dollar

Facebook möchte neue «Weltwährung» lancieren

Facebook lanciert die «Weltwährung» Libra
Der amerikanische Internetkonzern macht Genf zum Zentrum seiner Zukunftsvision vom «Internet of Money»: Die neue Kryptowährung Libra soll den Umgang mit Geld so einfach machen wie das Verschicken einer SMS. Hat das Projekt Erfolg, könnte es das Finanzsystem umkrempeln.

Christof Leisinger  berichtet: Gerüchte machten schon eine Weile die Runde, nun werden sie wahr. Facebook kündigt die Einführung einer Kryptowährung namens Libra an. Nicht sofort, sondern Anfang bis Mitte nächsten Jahres. Das Ziel ist ambitioniert. So soll sich die Libra als erste rein digitale «Weltwährung» überhaupt etablieren und zusammen mit der Technologie, auf der sie basiert, das Leben von Milliarden von Menschen erleichtern. Das klingt äusserst anspruchsvoll und fast wie ein Märchen ­– aber was ist dran?

Das Internet verändert die Welt, nur nicht die des Geldes

Die Überlegungen gehen zunächst von der Beobachtung aus, dass man heute aufgrund des Internets und moderner Kommunikationsmöglichkeiten praktisch nur noch ein günstiges Smartphone benötigt, um sich zu informieren, um Nachrichten beinahe kostenlos auszutauschen oder um sich den Alltag mit der Inanspruchnahme allerlei günstiger Dienstleistungen hoher Qualität zu versüssen…

Woher der Wind weht, lässt sich an den Beispielen der chinesischen Unternehmen Tencent und Alibaba ablesen. Noch im Jahr 2013 kaum bekannt, wickeln ihre Apps Wechat und Alipay heute im Zahlungsverkehr jährlich Transaktionen im Gegenwert von mehreren Billionen Dollar ab. Längst sind die Chinesen dazu übergegangen, ihre Expertise, ihre Technologien und ihre operativen Möglichkeiten zu exportieren – etwa nach Indonesien, auf die Philippinen, nach Pakistan, Thailand und in andere Länder. In Indien stecken sie hinter dem Wallet PayTM, das bis im Jahr 2020 etwa 500 Millionen Kunden anstrebt….Facebook lanciert die «Weltwährung» Libra/ NZZ

Shutterstock/BI

 

Die Kluft Arm – Reich

Viele Menschen beklagen sich heute über den Verlust des Zusammengehörigkeitsgefühls.

Die Kluft zwischen urbanen Eliten und Abgehängten wird zur Gefahr für die Demokratie
Das Fundament unserer Gesellschaften ist brüchig geworden. Die wachsende Kluft zwischen Gebildeten und Abgehängten, urbanen Eliten und dem Rest der Bevölkerung wird zur Gefahr für die Demokratie.

In weiten Teilen Europas und darüber hinaus stehen die Zeichen auf Polarisierung, Unruhe und Konflikt. Es liege ein Wandel in der Luft, auf den niemand vorbereitet sei, meint «Bloomberg Businessweek». Der Kapitalismus sei zu weit gegangen, er funktioniere nur noch für wenige, klagt Larry Fink, CEO des weltgrössten Vermögensverwalters Blackrock. Der Siemens-Chef Joe Kaeser warnt vor einer Spaltung der Gesellschaft. Die Milliardäre Jamie Dimon (JP Morgan Chase), Howard Marks (Oaktree) und Ray Dalio (Bridgewater) malen eine Revolution an die Wand und fordern eine Reform des Kapitalismus.

Laut OECD reichen mittlere Qualifikationen nicht mehr aus, um mittlere Einkommen zu erzielen. In Deutschland treiben wachsende Lohnungleichheit, Überforderung am Arbeitsplatz und der Mangel an bezahlbarem Wohnraum immer mehr Menschen um, während Vorschläge zur Kollektivierung von Konzernen und zur Enteignung grosser Immobilienfirmen auf unerwartetes Verständnis treffen…NZZ.ch

Schwarwel Karikatur

Gefahr durch hohe Verschuldung von Unternehmen

Die Kapitalmärkte sind in der risikoreichsten Phase aller Zeiten
Die Hohe Verschuldung von Unternehmen gefährdet den Markt. Spezialisten befürchten eine ähnliche Dynamik wie vor der Subprime-Finanzkrise.

Insbesondere der Verschuldungsgrad der US-Firmen ist derzeit sehr hoch.

Andreas Uhlig
berichtet: Über die Gesundheit der Finanzmärkte machen sich immer mehr Kapitalverwalter wachsende Sorgen. Zu dieser Gruppe gehört auch Scott Maher, US-Anlagechef von Pimco. Er hat unlängst in einem Fernsehinterview betont, dass die Kapitalmärkte für Unternehmen sich gegenwärtig in der möglicherweise riskantesten Phase befänden, die es jemals gab.

Die Situation sei vergleichbar mit den Jahren unmittelbar vor dem Ausbruch der Finanzkrise. Allerdings ist heute der Verschuldungsgrad der US-Firmen – bezogen auf das Bruttosozialprodukt – mit 47% noch höher als damals. Maher weist auch darauf hin, dass der steigende Verschuldungsgrad begleitet werde von einer abnehmenden Kreditqualität und tieferen Standards bei der Kreditvergabe. Zudem sinke die Marktliquidität….NZZ.ch

mainvalue

 

Mafia in Deutschland

„Das ist ein gewaltiges Sicherheitsrisiko“
Die ’Ndrangheta gilt als gefährlichste Mafiaorganisation. Laut neuesten Schätzungen der Bundesregierung hat sie 1000 Mitglieder in Deutschland, von denen nur gut ein Drittel den Behörden bekannt sind.

David Klaubert berichtet: Die `Ndrangheta, die als gefährlichste der italienischen Mafiaorganisationen gilt, hat nach aktuellen Schätzungen der Bundesregierung 800 bis 1000 Mitglieder in Deutschland. Man gehe davon aus, dass hierzulande mindestens 18 bis 20 sogenannte „locale“, also feste Stützpunkte der kalabrischen Mafia, existierten, heißt es in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen, die dieser Zeitung vorliegt.

Da jedem einzelnen Stützpunkt bis zu 50 Mitglieder zugerechnet werden könnten, schreibt die Regierung von einem „erheblichen Dunkelfeld“. Bekannt sind den deutschen Sicherheitsbehörden den Angaben zufolge nur 344 mutmaßliche ´Ndrangheta-Mitglieder. „Die Bundesregierung muss einräumen, dass es in örtlichen Stützpunkten in Deutschland mindestens dreimal so viele Mitglieder gibt, wie bisher bekannt war“, sagt Irene Mihalic, die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. „Das ist ein gewaltiges Sicherheitsrisiko und ein Dunkelfeld, das es zu erhellen gilt.“…Faz.net

Paolo Calleri

Achtung! Finger weg vom Plus Token

„Eine klare Warnung muss ausgesprochen werden,
vor einer neuen Vertriebsmasche, die sich derzeit wie ein Lauffeuer zu verbreiten scheint. Ich habe allein in diesem Monat über 30 Anfragen zu einer angeblichen Multi-Wallet für Kryptowährungen erhalten mit dem Namen „Plus Token“. Dabei soll es sich angeblich um einen Arbitrage- bzw. Trading-Roboter handeln, der für Sie im Schlaf große Erträge mit Ihren Kryptowährungsbeständen erzielt.

Einige Leser waren dabei ganz offensichtlich so begeistert, oder besser – ganz offen und ehrlich gesagt – verblendet, dass sie mich fragten, warum ich diese lukrativen und einfachen Möglichkeiten denn noch nicht vorgestellt habe? Die Antwort ist ebenso einfach wie deutlich: Weil es ein Betrug ist!“….krypto-x.biz

Der Plus Token und die Plus Token Wallet basieren auf einem Schneeballsystem.

Über 50.000 Datenbank-Server über Uralt-Windows-Bug mit Krypto-Minern infiziert.
Mit raffinierten Methoden haben Hacker zehntausende schlecht gesicherte Windows-Server gekapert und schürfen dort heimlich Monero…Heise.de

https://medium.com/@PlusToken/gedanken-zu-den-ersten-angriffen-auf-plustoken-229f539f2dee

Neue 100- und 200-Euro Scheine

Whistleblowing- Korruption, Bestechung, Diebstahl

Whistleblower werden wenig geschätzt
Hinweisgeber können Missstände aufdecken und Schaden für ihren Arbeitgeber abwenden. Viele haben das jedoch noch nicht erkannt.

Korruption, Bestechung, Diebstahl.
Viele deutsche Firmen sind schlecht auf Whistleblowing vorbereitet

Unternehmen in Deutschland sind oft nicht gut genug darauf eingestellt, wenn Mitarbeiter Missstände aufdecken wollen. Eine Studie zeigt: Das kann zum finanziellen Risiko werden… Hinweisgeber können Missstände aufdecken..
Hinweisgeber können Missstände aufdecken/FAZ

In Deutschland am häufigsten Missstände auf. Das zeigt der „Whistleblowing Report 2019“ der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur und des Münchner Technologieanbieters EQS Group…Spiegel.de
Whistleblowing Report_2018
WhistleblowingReport2019_DE
Meldekanäle für internes Whistleblowing
EU Whistleblower-Schutz

Doaa Eladl
www.w-t-w.org/en/doaa-eladl
@doaaeladl

 

Staatsschulden

Explodieren in der nächsten Rezession die Zinsen?

Die USA seien so verschuldet, dass die Märkte beim nächsten Konjunktureinbruch mit einem Zinsanstieg reagierten, sagt der Investor Jeff Gundlach. Dieses ökonomische Argument spricht jedoch dagegen.

Patrick Herger berichtet: Warnungen vor steigenden Staatsschulden haben Konjunktur. So hat der von manchen Medien als «King of Bonds» bezeichnete Grossinvestor Jeffrey Gundlach vor wenigen Tagen die US-Staatsschulden als «völlig ausser Kontrolle» bezeichnet. Es besteht allerdings eine auffällige Diskrepanz zwischen den aufgeregten Warnungen mancher Kommentatoren und dem kollektiven Gähnen der Finanzmärkte.

Gundlach prognostiziert, dass die langfristigen Zinsen aufgrund der Höhe der Schuldenquote in der nächsten Rezession steigen und nicht etwa sinken (mit der Einschränkung, dass das Fed den Zinsanstieg eventuell verhindere). Allerdings haben sich schon einige von Gundlachs warnenden Prognosen für seine Anleger als schmerzhaft falsch erwiesen. Dies hat er mit dem als «Bond King» bekannten Bill Gross gemeinsam. Gross hatte vor einigen Jahren gegen US-Staatsanleihen gewettet, mit katastrophalem Ergebnis. Seine Anleger verloren viel Geld, Gross seinen Job…..Staatsschulden „Explodieren“ in der nächsten Rezession die Zinsen?

«Schuldenuhr» in New York zeigt die Staatsschuld der USA an und wieviel dies umgerechnet pro Familie bedeutet.

BKA warnt vor Tschetschenen-Mafia

Organisierte Kriminalität

Banden aus Tschetschenien sind in Deutschland auf dem Vormarsch – zu dieser Einschätzung kommt das Bundeskriminalamt in einer vertraulichen Analyse. Ermittler besorgt die hohe Gewaltbereitschaft der Männer.

Roman Lehberger berichtet:  Hohe Eskalations- und Gewaltbereitschaft

Die Beamten analysierten Informationen zu mehr als 200 Schlüsselpersonen aus der Szene. Vor wenigen Wochen stellten die Ermittler ihren vertraulichen Abschlussbericht fertig. Die Ergebnisse der Auswertung, die der SPIEGEL einsehen konnte, sind alarmierend. Während in der Öffentlichkeit vor allem arabischstämmige Familienclans als Bedrohung für den Rechtsstaat wahrgenommen werden, können tschetschenische Banden, die ebenfalls häufig familiär verbunden sind, bislang oft im Verborgenen agieren.
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Auf 44 Seiten beschreibt das BKA in seiner Analyse nun, wie tschetschenische Kriminelle inzwischen ganze Deliktsbereiche dominieren und dabei mit äußerster Brutalität vorgehen. „Sie weisen eine überdurchschnittlich hohe Eskalations- und Gewaltbereitschaft auf und treten zunehmend in Verbindung mit Tötungsdelikten in Erscheinung“, heißt es in dem Papier. Gemeint sind damit Vorfälle wie in Berlin im März 2016….
Bandenkriminalität: BKA warnt vor Tschetschenen-Mafia

Wie die tschetschenische Mafia in Deutschland agiert

Straftäter aus Tschetschenien sind in Deutschland auf dem Vormarsch. Wegen ihrer großen Brutalität verdrängen sie zunehmend andere Gruppen aus kriminellen Geschäftsfeldern. Das geht aus einem aktuellen BKA-Bericht hervor.

Illustrationen: Peter M. Hoffmann