Mikrofinanz: Kleine Kredite mit großer Wirkung?

Mikrokredite können in Zeiten von Nullzinsen eine angemessene Verzinsung bieten. Das Kapital wird an Menschen in der Dritten Welt weiterverliehen.

Nachhaltiges Investieren erfreut sich unter Anlegern seit längerem steigender Beliebtheit. Allerdings basiert dies in der Regel darauf, dass bei solchen Veranlagungen keine unerwünschten Dinge wie Umweltverschmutzung oder gar Kinderarbeit mitfinanziert werden. Wer einen Schritt weitergehen und mit dem Ersparten nicht nur Zinsen lukrieren, sondern auch explizit positive Projekte fördern will, für den könnte sich ein Blick auf den Bereich Mikrofinanz lohnen.

Menschen, die über kein regelmäßiges Einkommen oder keine Kredit-Sicherheiten verfügen, sind oftmals, nicht nur in Entwicklungsländern, vom formellen Finanzmarkt ausgeschlossen. Als einzige Alternative zum klassischen Banksystem gibt es vielerorts nur private Geldverleiher mit oft hohen Zinsen. Diese bieten aber nur Kredite. Die Möglichkeit, sich gegen Krankheit zu versichern oder Geld aus eigener Kraft anzusparen, gab es bis zum Aufkommen von Mikrofinanz-Systemen nicht. Auch heute noch legen viele Mikrofinanz-Institutionen ihren Schwerpunkt auf das Geschäftsfeld Mikrokredite. Hilfe zur Selbsthilfe. Progressoutofpoverty.org

Was ist der wichtigste technologische Fortschritt? In diesem Punkt sind sich die meisten der befragten Experten einig: Moderne Technologien können die Mikrofinanzlandschaft revolutionieren und stellen eine enorme Chance für Mikrofinanz institutionen in aller Welt dar – zum Beispiel indem sie MFI (Mikrofinanzierungsinstitutionen) Zugang zu Mikrounternehmern in nur schwer zugänglichen Regionen ermöglichen oder die Implementierung robusterer ICT*- und Risikobewertungstools sicherstellen.
Microfinance-Outlook-2016-DE
MicroFinanz*Information and communications technology (ICT)

Steuertricks: Cum-Cum Geschäfte

Bei sogenannten Cum-Cum-Geschäften wird die Dividendenbesteuerung umgangen durch Aktien-Transaktionen um den Stichtag der Ausschüttung. Aktien ausländischer Anleger werden kurz vor dem Dividendenstichtag an inländische Anteilseigner übertragen, etwa an Banken. Diese können sich dann anders als die ausländischen Anleger die Kapitalertragssteuer anrechnen lassen. Danach werden die Aktien zurückgereicht, die gesparte Steuer wird geteilt.

Die Commerzbank soll Millionenbeträge am Fiskus vorbeigeschummelt haben.Durch fragwürdige Deals schafft die Bank wohl hohe Summen am Fiskus vorbei – und das bereits seit Jahren. Dabei hatte in der Finanzkrise noch der Steuerzahler gerade stehen müssen. Demnach würden Banken, darunter besonders häufig die Commerzbank, Aktien zu bestimmten Stichtagen zwischen Deutschland und dem Ausland hin- und herschachern, damit sich Investoren die Kapitalertragssteuer sparen. Während das Geldinstitut in einer Mitteilung angibt, nach geltendem Recht zu handeln, zweifeln Experten daran, dass diese Praxis legal ist.

Besonders pikant an den Deals: Weil sich die Commerzbank in der Finanzkrise verzockt hatte, musste sie erst vor wenigen Jahren mit einer Zahlung von rund 18,2 Milliarden Euro gerettet werden. Und das Geld kam damals ausgerechnet: vom Steuerzahler.
Steuertrick jahrelang vom Gesetzgeber geduldet
Steuertricks

Was ist eigentlich eine Blockchain?

Eine Blockchain ist eine dezentrale Datenbank, die eine stetig wachsende Liste von Transaktionsdatensätzen vorhält. Die Datenbank wird chronologisch linear erweitert, vergleichbar einer Kette, der am unteren Ende ständig neue Elemente hinzugefügt werden (daher auch der Begriff „Blockchain“ = „Blockkette“). Ist ein Block vollständig, wird der nächste erzeugt. Jeder Block enthält eine Prüfsumme des vorhergehenden Blocks.

Entwickelt wurde das technische Modell der Blockchain im Rahmen der Kryptowährung Bitcoin – als webbasiertes, dezentralisiertes, öffentliches Buchhaltungssystem aller Bitcoin-Transaktionen, die jemals getätigt wurden. Die Bitcoin-Blockchain wächst stetig, da ständig neue Blöcke mit neu abgeschlossenen Bitcoin-Transaktionen hinzukommen. Jeder Computer, der an das Bitcoin-Netz angeschlossen ist, neue Bitcoins erzeugt und/oder die bisher erzeugten verwaltet, verwaltet eine 1:1-Kopie der vollständigen Blockchain, die Ende 2015 bereits rund 50 Gigabyte groß war.

Eine Herausforderung für Banken und den Staat. Blockchain – der nächste Wohlstandsschock. Blockchain ist mehr als eine digitale Technologie. Es ist ein System, das die Chance bietet, Eigentumsverhältnisse viel einfacher und günstiger zu sichern und zu ordnen. Das wird Konsequenzen haben.

Viele Artikel werden derzeit zu Blockchains geschrieben. Den meisten ist gemein, dass sie sich mit der Komplexität der Materie schwertun. Die Leser werden anhand von immer wieder abgeschriebenen Beispielen in die Geheimnisse der eine Blockchain definierenden Kryptografie eingeweiht. Bereits existiert eine Blockchain-Sondersprache und grassiert jene Verschworenheit einer Priesterschaft von Eingeweihten, die naive Fragen ahnungsloser Laien in der Kehle ersticken lässt. Doch was ist eine Blockchain tatsächlich? Wie lässt sich der Kern dieses Phänomens beschreiben? Was wäre die kürzeste aller Definitionen?  Blockchain ist ein System, das Kraft seiner lückenlosen und nicht veränderbaren Historie Beweiskraft erlangt, um Eigentumsverhältnisse zu regeln. Was aber heisst das?

Eigentum gewährleisten. Eigentum etabliert eine herrschaftliche Beziehung zwischen Person und Sache. Ausser wenn eine Person buchstäblich auf einer Sache sitzt, ihr Eigentum also besitzt und selber verteidigt, ergibt sich die Herrschaftlichkeit der Beziehung zwischen Person und Sache erst durch den Bezug auf eine durchsetzungsfähige Instanz, die Eigentum gewährt. In den meisten Rechtssystemen der Welt gibt es deshalb auch die Unterscheidung zwischen Besitz und Eigentum, da das Besitzen nicht zwingend vom Eigentümer ausgeübt werden muss.

Eigentum kommt ohne Verankerung bei einer Instanz nicht aus. Eigentum muss erstritten werden können, sonst ist es wertlos. Die Verteidigung des Eigentums auf eigene Faust ist in einer komplexen, zivilisierten Gesellschaft impraktikabel. Um die Rechtmässigkeit des Eigentums und die Echtheit der Sache feststellen und garantieren zu können, braucht es im Alltag ordnende Institutionen, dank deren die Erwartungen in der Gesellschaft und der effektive Sachverhalt weitgehend deckungsgleich gehalten werden können.
Blockchain – der naechste Wohlstandsschock

Blocked Network

Blocked Network

Wieder Galgenfrist für Athen?

Währungskommissar Pierre Moscovici sieht das Reform- und Kreditprogramm als zu 99 Prozent fertig. Die griechische Regierung hat von seinen Gläubigern – Eurostaaten, EU-Institutionen, Internationaler Währungsfonds (IWF), Europäische Zentralbank (EZB) – eine neue Frist zur Fixierung aller Reform- und Sparmaßnahmen bekommen, um Freigabe der ersten Kredittranchen aus dem dritten Eurohilfsprogramm zu erreichen.

Thomas Mayer berichtet: Die Finanzminister der Eurostaaten werden sich am 9. Mai in Brüssel treffen, hat Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem in der Nacht auf Freitag bekannt gegeben. Wie berichtet, haben die Regierungschefs den Wunsch des griechischen Premiers Alexis Tsipras nach „einer politischen Lösung“ abgeblockt. Es muss also einen Kompromissvorschlag auf Expertenebene geben.

Einigung bald möglich
„Es sind das sehr komplizierte technische Dinge, die zu klären sind“, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person dem STANDARD. Das brauche seine Zeit. Auf der anderen Seite gebe es aber „keinen vernünftigen Grund, den Abschluss bis in den Sommer hinein zu verzögern“ – und eine neue Debatte über den Verbleib des Landes in der Währungsunion auszulösen. Wie berichtet, dürfte der griechischen Regierung ohne frisches Geld der Partner bis Juli das Geld ausgehen.

Nach Auffassung von Währungskommissar Pierre Moscovici besteht kein Anlass zur Sorge: Das gesamte Reform- und Kreditpaket sei „zu 99 Prozent fertig“. Was seit Sommer 2015 vereinbart worden sei, müsse jetzt umgesetzt werden. Moscovici ist optimistisch, dass es „bald“ zu einer Einigung kommt, sodass die Eurogruppe nur noch einen politischen Beschluss zum Expertenvorschlag fassen muss. Pokern bis zur letzten Minute
Bis dahin werden die Regierung in Athen und die Gläubigervertreter hart weiterpokern…
Neue Galgenfrist fuer Athen

Douglas Pike

Douglas Pike

Ein rumänische Experiment

Technokraten statt Politiker. Beim International Monetary Fonds (IMF) beobachte
Anca Dragu die Wirtschaftspolitik Rumäniens. Jetzt trägt sie als Finanzministerin Verantwortung dafür.

Marco Kauffmann Bossart berichtet: Anca Dragu verwaltet ein schwieriges Erbe im Finanzministerium. 2015 genehmigte die Regierung des Linkspopulisten Victor Ponta Lohnerhöhungen im öffentlichen Dienst von bis zu 25%. Gleichzeitig beschloss ihr Vorgänger, den allgemeinen Mehrwertsteuersatz 2016 von 24% auf 20% zu senken; für Lebensmittel wurde der Tarif gar auf 9% reduziert. Für 2017 versprach Ponta abermals Steuererleichterungen. Viele Ökonomen erkannten darin fiskalpolitischen Leichtsinn, der Rumäniens Staatshaushalt in Schieflage bringt. Eine Gratwanderung….
Das rumaenische Experiment
Romania Bucharest

Finanzwissen? Interessiert mich das?

Viele Bundesbürger sehen in Sachen „Finanzbildung“ laut einer AVL-Umfrage noch erhebliche Defizite bei sich. Urteilen und entscheiden müssen sich nicht zuletzt bei der Altersvorsorge trotzdem, und das machen sie laut den Ergebnissen einer Umfrage der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft gar nicht schlecht. Sehr kritisch sehen sie laut Deutschem Institut für Altersvorsorge die vorgeschlagene „Deutschland-Rente“, und nach den Erkenntnissen der Bundesbank scheinen sie – eher erzwungenermaßen als freiwillig – ihre Risikoaversion etwas abzulegen. Die Angst vor dem „alt sein“ ebenfalls, wie die UBS herausgefunden hat.

44 Prozent der im Rahmen der repräsentativen Umfrage Anfang Februar kontaktierten 1.088 Bundesbürger über 14 Jahre ließen wissen, dass sie generell kein Interesse an Finanzwissen haben. 55 Prozent zeigten sich – insbesondere auch mit Blick auf die Altersvorsorge-Thematik – durchaus interessiert.
AVL Finanzwissen
UBS_InvestorWatch

www.schnellzeichner-egon.jimdo.com

www.schnellzeichner-egon.jimdo.com

Amazon mit Rekordgewinn

Amazon war bei Anlegern lange berüchtigt dafür, bestenfalls ein kleines Plus zu machen. Jetzt gab es über eine halbe Milliarde Dollar Gewinn – ein Rekord für das Unternehmen.

Das Unternehmen Amazon profitiert von seinem erfolgreichen Geschäft mit Cloud-Diensten – und hat nun einen Rekordgewinn verkündet: Der Online-Händler verdiente demnach im ersten Quartal dieses Jahres 513 Millionen Dollar, das sind umgerechnet etwa 452 Millionen Euro. Der Gewinn war damit nahezu doppelt so hoch wie von Analysten erwartet. Im Vorjahresquartal hatte Amazon Chart zeigen noch 57 Millionen Dollar verloren.

Der Umsatz stieg den Angaben zufolge im Jahresvergleich um 28 Prozent auf 29,1 Milliarden Dollar. Allein die Cloud-Sparte AWS fuhr bei einem Umsatz von gut 2,5 Milliarden Dollar einen operativen Gewinn von 604 Millionen Dollar ein – im Vorjahreszeitraum waren es noch 195 Millionen Dollar gewesen.

Amazon bietet Unternehmen Rechenleistung aus dem Netz, viele Start-ups und auch etablierte Firmen greifen auf Cloud-Dienste von AWS zurück. Der Umsatz der Sparte stieg im Jahresvergleich um 64 Prozent.

Amazon-Chef Jeff Bezos investierte in den vergangenen Jahren viel in die Entwicklung des Geschäfts und in neue Produkte, so dass bestenfalls schmale Gewinne übrig blieben.

Amazon setzt aktuell auch massiv auf das Geräte-Geschäft mit neuen Tablet-Computern, E-Book-Lesegeräten und vernetzten Lautsprechern. Konkrete Zahlen zum Geräteabsatz nennt Amazon traditionell nicht. Bezos erklärte lediglich, die Verkäufe der Tablets hätten sich im Jahresvergleich mehr als verdoppelt…
Amazon verkuendet Rekordgewinn
Amazon

Frau wird Chefin bei Deutschlands größten Hafenkonzern

HHLA: Frau führt Deutschlands größten Hafenkonzern. Daimler und Deutsche Post: Angela Titzrath hat schon für Großkonzerne gearbeitet. Kommendes Jahr startet sie bei der HHLA, Deutschlands größtem Hafenbetreiber – als Chefin.

Deutschlands größter Hafenkonzern, die Hamburger Hafen- und Logistik-AG ( HHLA ) wird künftig von einer Frau geleitet. Angela Titzrath werde Anfang 2017 die Nachfolge von Klaus-Dieter Peters antreten, der im Dezember angekündigt hatte, seinen Vertrag nicht zu verlängern, teilte die HHLA mit.

Die heute 49 Jahre alte Titzrath war von 2012 an knapp zwei Jahre lang Personalvorstand der Deutschen Post , ehe sie Mitte 2014 überraschend „aus persönlichen Gründen“ zurücktrat. Vorher hatte die Wirtschaftswissenschaftlerin gut 20 Jahre lang für den Autohersteller Daimler gearbeitet, zuletzt als Managerin in der Bus-Sparte. Erfahrung in der Schifffahrtsbranche oder im Hafensektor kann sie nicht vorweisen.

Titzrath bekommt, wie heute in vielen Unternehmen üblich, zunächst einen Vertrag für drei Jahre. Sie übernimmt die Führung in einer schwierigen Phase. Der Containerumschlag des Hafenkonzerns ging 2015 um zwölf Prozent zurück. Gründe dafür waren die Krise in Russland und der Konjunkturabschwung in China …
Frau fuehrt Deutschlands groeßten Hafenkonzern
HHLA

Staatsverschuldung und kein Ende

Implizite Staatsverschuldung. Das versteckte Schuldendilemma
Michael Ferber berichtet: Ungedeckte Versprechen drohen die hohen Schuldenberge vieler Industriestaaten in Zukunft noch zu vergrössern. Was sind die Folgen für Kapitalanlagen?

Viele Industriestaaten versinken in Schulden. Laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ist die Staatsverschuldung in fortgeschrittenen Volkswirtschaften im Zeitraum 2007 bis Ende 2015 von 75% auf rund 120% gestiegen. Erschreckend ist dabei, dass diese Zahlen sozusagen nur die halbe Wahrheit abbilden. Sie zeigen nur die sogenannte explizite bzw. offiziell ausgewiesene Staatsverschuldung. Die impliziten Schulden der Staaten berücksichtigen sie hingegen nicht. Diese umfassen unter anderem die künftigen Kosten der sozialen Sicherungssysteme sowie Pensionsansprüche von Bürgern – also zugesagte, aber nicht finanzierte Versprechen staatlicher Leistungen. Diese ungedeckten Versprechen drohen wegen der demografischen Alterung der Bevölkerung in vielen Ländern noch zu steigen. Schliesslich führt die steigende Lebenserwartung bei gleichzeitiger Reformunfähigkeit der Politik dazu, dass die sozialen Sicherungssysteme zusätzlich belastet werden.

Die Berliner Stiftung Marktwirtschaft erstellt regelmässig Rankings für die Länder der EU, in denen neben den expliziten Schulden der 28 EU-Staaten auch absehbare künftige Defizite der öffentlichen Haushalte – eben die impliziten Schulden – berücksichtigt werden (vgl. Grafik). Bei dem im November vergangenen Jahres publizierten EU-Nachhaltigkeitsranking stellte die Stiftung Marktwirtschaft fest, dass sich die explizite Staatsverschuldung in vielen EU-Ländern jüngst stabilisiert habe. Ausserdem sei die Gesamtschuldenlast aus expliziten und impliziten Schulden im Vergleich mit dem Vorjahr im EU-Durchschnitt gesunken. Allerdings sei die Fiskalpolitik weiterhin in keinem EU-Staat tatsächlich nachhaltig. Es bestünden mehr oder weniger grosse «Nachhaltigkeitslücken», die sich aus der Summe der expliziten und der impliziten Verschuldung errechnen. Für die Gesamt-EU lag diese «Nachhaltigkeitslücke» 2015 bei 266% des Bruttoinlandprodukts (BIP) der 28 Länder. Das Problem hat also ein gewaltiges Ausmass.
Das versteckte Schuldendilemma

Waldemar Mandzel www.w-t-w.org/en/waldemar-mandzel/

Waldemar Mandzel www.w-t-w.org/en/waldemar-mandzel/

Kann ein Kühlschrank flüstern?

Chancen der Digitalisierung. Das Flüstern der Dinge. Die digitale Welt verspricht ein gewaltiges Geschäft. Auguren nennen zweistellige Billionenbeträge, wenn sie das Potenzial des Internets der Dinge abschätzen.

Thomas Ribi berichtet:  Die Prozessoren lernen, die Dinge werden intelligent. Wir delegieren nicht nur Arbeit an Computer, sondern immer mehr auch Entscheidungen. Das verändert unser Selbstverständnis….

Der Kühlschrank löst beim Grossverteiler eine Bestellung aus, sobald Butter, Joghurt und Salat zur Neige gehen. Er wird sich merken, dass wir im Sommer gern Kirschen essen und im Winter weniger Bier trinken. Er wird Veränderungen in unserem Essverhalten registrieren und auf sie reagieren. Vielleicht macht er uns darauf aufmerksam, wenn unser Lieblingskäse im Angebot ist. Aber er wird auch vernetzt sein mit der mobilen App um unser Handgelenk und den Einkauf von Süssigkeiten drosseln, sobald diese meldet, unser letztes Training liege schon über zwei Wochen zurück.

Wir werden nicht mehr nur mit unseren Computern und mobilen Geräten über das Internet kommunizieren. Die Geräte selber werden miteinander kommunizieren und selbständig unseren Alltag regeln. Die Vorboten dieser digitalen Zukunft sind bereits da. Selbstfahrende Autos sind in geschützten Umgebungen seit einiger Zeit erfolgreich unterwegs – deutlich sicherer, als wenn Menschen sie steuern…
Das Fluestern der Dinge

Felix Mussil 1987

Felix Mussil 1987