Vom Mittelständler zum Weltmarktführer

So werden aus Unternehmen Weltmarktführer. Wer sind die aufstrebenden Mittelständler, die es zum globalen Champion in ihrer Nische bringen können? Was zeichnet sie aus? Welche Stärken Mittelständler brauchen, welche Unternehmen das größte Potenzial haben.

Wilfried Pfaffe ist weder Pessimist noch Nihilist, im Gegenteil, er leitet ein Unternehmen, das auf dem Weg zum Weltmarktführer ist. Trotzdem sagt er: „Der schlimmste Feind eines Unternehmens ist die Hoffnung.“ Hoffnung verneble die Fähigkeit zur kritischen Analyse, zu erkennen, was geht und was nicht, so seine Überzeugung. Viel wichtiger, als sich an Hoffnungen festzuklammern, sei „die Bereitschaft, keinen Stein auf dem anderen zu lassen“. Der langjährige Chef der Walzengießerei Coswig aus dem gleichnamigen Städtchen bei Dresden spricht aus Erfahrung. Ihm ist es gelungen, ein 123 Jahre altes Ex-DDR-Unternehmen in die Marktwirtschaft und trotz zahlreicher Niederlagen und Neuanfänge in Richtung Weltmarktspitze bei den Anbietern spezieller Gussteile zu führen. Deutschland ist nicht nur das Land der mittelständischen globalen Champions, sondern auch Heimat zahlreicher kleiner Unternehmen, die sich gerade erst aufmachen, Weltstars zu werden. Wer zu diesen „Future Champions“ gehört, hat erstmals die Schweizer Universität St. Gallen erhoben.

Sie kam dabei auf rund zwei Dutzend Unternehmen mit Stammsitz in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz. Die bisher wenig beachtete Gruppe der Aussichtsreichen ist so bunt wie die der amtierenden Champions. Sie machen bereits Umsätze zwischen 5 und 50 Millionen Euro, erzielen mehr als 40 Prozent ihrer Einnahmen im Ausland, sind bereits auf mindestens drei Kontinenten mit eigenen Produktionslinien oder Vertriebsgesellschaften tätig – und auf dem besten Weg zum globalen Player. „Sie besetzen sehr früh neu entstehende Märkte“, sagt Studienleiter Christoph Müller, Professor an der Henri B. Meier Unternehmerschule der Universität St. Gallen. „Ihre relevanten Märkte sind eng gefasste Segmente oder neue Technologien, die gerade erst den Weltmarkt erobern.“ Allein das erklärt jedoch nicht, weshalb solche Unternehmen das Zeug zum Weltmarktführer haben….
So werden aus Unternehmen Weltmarktfuehrer
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Schaffe, schaffe, Häusle baue

Mit der Familie zur Traumliegenschaft. Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden lässt sich für immer weniger Haushalte erfüllen. In vielen Fällen wäre dies dennoch möglich. Die Lösungen haben jedoch unterschiedliche Konsequenzen.

Michael Schäfer berichtet: Als Käufer eines Eigenheims hat man es schon einfacher gehabt als dieser Tage. Zwar locken seit geraumer Zeit historisch äusserst attraktive Hypothekarkonditionen, den Traum der eigenen vier Wände zu realisieren. Eine Reihe von Faktoren und Entwicklungen erschweren dies allerdings in zunehmendem Mass. So sind die Preise von Wohneigentum hierzulande über Jahre deutlich schneller gestiegen als die Löhne und Gehälter. Zudem wurden in jüngerer Zeit zur Abkühlung des in der Sicht von Regulatoren und anderen heisslaufenden Immobilienmarkts einige Vorschriften (etwa zur Beibringung der mindestens geforderten 20% Eigenkapital, zur Amortisation der Hypothek oder zur Bewertung der Immobilie) verschärft. Gleichzeitig ist so manche Bank aufgrund strengerer Eigenkapitalregeln bei der Hypothekenvergabe restriktiver geworden.

Ohne finanzielle Unterstützung aus der Verwandtschaft bleibt der Traum vom Eigenheim oft unerfüllt. Als Käufer eines Eigenheims hat man es schon einfacher gehabt als dieser Tage. Zwar locken seit geraumer Zeit historisch äusserst attraktive Hypothekarkonditionen, den Traum der eigenen vier Wände zu realisieren. Eine Reihe von Faktoren und Entwicklungen erschweren dies allerdings in zunehmendem Mass. So sind die Preise von Wohneigentum hierzulande über Jahre deutlich schneller gestiegen als die Löhne und Gehälter. Zudem wurden in jüngerer Zeit zur Abkühlung des in der Sicht von Regulatoren und anderen heisslaufenden Immobilienmarkts einige Vorschriften (etwa zur Beibringung der mindestens geforderten 20% Eigenkapital, zur Amortisation der Hypothek oder zur Bewertung der Immobilie) verschärft. Gleichzeitig ist so manche Bank aufgrund strengerer Eigenkapitalregeln bei der Hypothekenvergabe restriktiver geworden.
Mit der Familie zur Traumliegenschaft

Staatsfonds und Vermögende unter Verdacht

Turbulenzen an Börsen. Der Sturz am Aktienmarkt wird stark durch Staatsfonds aus Nahost getrieben, wie sich am WEF erfahren liess. Auch reiche Privatkunden reduzieren Risiken. Sorge bereitet Beobachtern auch die Geldpolitik.

Michael Ferber und Michael Rasch berichten: Teil des Problems sei die Politik der Zentralbanken. Der drastische Kurszerfall an den Aktienbörsen, der einbrechende Erdölpreis und die Sorgen über eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft gehörten beim 46. World Economic Forum (WEF) in Davos zu den wichtigsten Gesprächsthemen. Die ersten drei Wochen des Jahres seien an der Börse der schlechteste Jahresauftakt der Geschichte gewesen, sagte Tidjane Thiam. Der Konzernchef der Credit Suisse gab sich dennoch berufsoptimistisch. Seine Bank gehe davon aus, dass es in China zu einer sanften Landung der Konjunktur komme und dass der niedrige Erdölpreis einen positiven Effekt auf die Weltwirtschaft habe…
Staatsfonds und Vermoegende unter Verdacht
Wohin

Vermögen ungleich verteilt

Soziale Ungleichheit wächst. Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst. Die Schere zwischen Arm und Reich wächst weltweit rasant. Auch in Deutschland sind Vermögen zunehmend ungleich verteilt. Der Grund für diese Entwicklung sei eine unzureichende Besteuerung. Deshalb fordert die Linke die Einführung einer Millionärssteuer.

Hendrik Schmidt berichtet: Die Vermögen in Deutschland sind einem Zeitungsbericht zufolge zunehmend ungleich verteilt. Zehn Prozent der Haushalte verfügten im Jahr 2013 über 51,9 Prozent des Nettovermögens, berichtete die „Passauer Neue Presse“ am Montag unter Berufung auf Zahlen zur Vermögensverteilung des Bundessozialministeriums. Im Jahr 1998 seien es noch 45,1 Prozent des Nettovermögens gewesen. Grundlage sei die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS), die alle fünf Jahre erhoben wird. Linke fordert Millionärssteuer…
Vermoegen in Deutschland immer ungleicher verteilt
Nahrungsmittel

Hektische Börsenwoche

Blutbad in den Finanzwerten.  Am Freitag half der Erdölpreis der Schweizer Börse, eine hektische Woche im Plus zu beenden, der Finanzsektor gibt aber einen Vorgeschmack, wie es weitergehen könnte.

Werner Grundlehner berichtet: Sind denn Aktionäre nie zufrieden? Der wichtige Energieträger Erdöl – der den Motor der Weltwirtschaft am Laufen hält – ist so günstig wie lange nicht mehr, China nähert seine Expansionsrate den anderen grossen Wirtschaftsnationen an, und die Notenbanken versprechen, die Märkte weiterhin mit Liquidität zu fluten. Trotzdem ist die Nervosität an den Märkten fast mit Händen zu greifen. Vielleicht ist Erdöl zu günstig geworden und reisst den ganzen Energiesektor ins Elend, zudem verlangsamt sich das Wachstum in China zu rasant, und die Wirksamkeit der Notenbankinterventionen wird je länger, je mehr in Zweifel gezogen. Die 60 Mrd. €, welche die EZB monatlich in die Märkte pumpt, zeigen jedenfalls kaum Wirkung.
Blutbad in den Finanzwerten
Oelkatastrophe

OECD- prognostiziert neue folgenschwere Finanzkrise

Sparguthaben: Europa steht vor einer massiven Finanz-Krise

Der OECD-Aufseher William White erwartet für Europa eine Finanzkrise, die wesentlich gravierender sein könnte als jene von 2007. Der Grund: Die sich abzeichnende Rezession wird Kredite von 1.000 Milliarden Dollar fauler Kredite uneinbringlich machen. Die Zentralbanken haben ihr Pulver verschossen und scheiden als Retter aus.
Erst vor kurzem erlebte China einen Börsencrash, nun könnte das nächste große Wirtschaftsdebakel bevorstehen. Eine weitere Finanzkrise wird kommen, wenn es nach dem OECD-Aufseher William White geht. Und sie wird nicht etwa den asiatischen Raum erschüttern, sondern Europa. Doch damit noch nicht genug: Der Experte geht davon aus, dass eine sich bereits jetzt schon abzeichnende Rezession wesentlich schlimmer als der letzte große Crash im Jahr 2007 werden könnte.

Im Gespräch mit dem „Telegraph“ beim World Economic Forum in Davos nannte William White faule Kredite als Ursache für die kommende Finanzkrise. Demnach hätten die europäischen Banken bereits zugegeben, auf einem Schuldenberg von 1.000 Milliarden US-Dollar zu sitzen, für die es keine Rücklagen gibt. „Die Schulden haben sich binnen der letzten acht Jahre weiter gehäuft und nun einen solchen Level in allen Teilen der Welt erreicht, dass sie ein mächtiger Anlass für Unheil sind“, so der Finanzexperte. Diese Schulden können White zufolge nicht bedient oder zurückgezahlt werden. „[…] Das wird für eine Menge Leute unangenehm, die denken, dass ihre eigenen Anlagen etwas wert sind“, mahnt der OECD-Aufseher. Zudem seien in der EU lediglich Spareinlagen von unter 100.000 Euro vor einem Zugriff geschützt.

William White, der diese Situation bereits 2005 hatte kommen sehen und vor der Finanzkrise warnte, bezeichnet das Weltfinanzsystem als „gefährlich instabil“. Die Frage sei nun, ob man sich der Realität und bevorstehenden Finanzkrise in einer geordneten Weise stelle oder ob die Bekämpfung der Rezession erneut im Chaos ende, weil man den drohenden Kollaps nicht wahrhaben wolle. Und selbst wenn: Die Bewältigung des kommenden Crashs wird nicht einfach – auch aufgrund der Zentralbanken, die wie etwa die EZB in Staatsanleihen investierten, um die Wirtschaft zu stärken. Mit diesen sogenannten Geldschwemmen hätten sie das Grundsatzproblem der schuldgetriebenen Wirtschaft gestärkt. „Es war immer gefährlich, sich darauf zu verlassen, dass die Zentralbanken ein Solvenzproblem lösen können. Alles was sie können, ist ein Liquiditätsproblem zu lösen. Alles andere führt zur Unordnung. Und diesen Punkt haben wir jetzt erreicht“, so White.
Neue folgenschwere Finanzkrise?

Wef Übersicht

Weltwirtschaftsforum in Davos. Vom 20. bis 23. Januar trifft sich die Welt im kleinen Schweizer Ort Davos. Was sind die Themen? Wer ist zu Gast? Eine Übersicht. Auch bei der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums wird die Flüchtlingskrise eines der beherrschenden Themen sein.

Was sind die Themen?
Die Flüchtlingskrise gehört zu den herausragenden Themen – neben den Risiken durch die Konjunkturschwäche in weiten Teilen der Weltwirtschaft sowie den Folgen der Digitalisierung. Das Programm hat mehr als 100 Seiten. Übergreifendes Motto: „Die Meisterung der vierten industriellen Revolution“.

Wer kommt nach Davos?
2500 Politiker, Manager und Wissenschaftler aus mehr als 100 Ländern. Bundespräsident Joachim Gauck spricht am Mittwochmittag bei einer Plenarsitzung zum Thema „In der Hoffnung auf Wohlstand: Flucht und Migration nach Europa“.

Auch Hollywood-Stars sind vor Ort: Dienstagabend bekam Schauspieler Leonardo DiCaprio den „Crystal Award“. Damit würdigte das WEF seinen ehrenamtlichen Einsatz für den Schutz der Umwelt. Mit seiner 1998 gegründeten „Leonardo DiCaprio Foundation“ habe der Schauspieler mehr als 30 Millionen Dollar zur Förderung von 70 innovativen Umweltprojekten in 40 Ländern gesammelt, erklärte das Weltwirtschaftsforum. Dabei gehe es zum Beispiel um den Schutz der Weltmeere sowie von bedrohten Tierarten.

Für soziales Engagement auf verschiedenen Gebieten wurden auch die chinesische Schauspielerin Yao Chen, der dänisch-isländische Künstler Ólafur Elíasson und der amerikanische Rapper und Hip-Hop-Produzent will.i.am mit „Crystal Awards“ geehrt.

Wie wird für Sicherheit in Davos gesorgt?
1000 Polizisten und 3000 Soldaten sind im Einsatz, 2000 weitere in Reserve. Kampfjets sichern den gesperrten Luftraum, am Boden gibt es Flugabwehrwaffen, Straßensperren und Sicherheitsschleusen.

Was ist in Davos bei Nacht los?
Es gibt gut ein Dutzend Partys pro Nacht, die begehrtesten mit Vertretern des Hochadels und Hollywoods. Gastronomen haben den Gesamtumsatz voriges Jahr auf 35 Millionen Euro geschätzt.

Was kostet das alles?
Dem WEF gehören 1000 der weltgrößten Unternehmen an. Der WEF-Jahresbeitrag liegt – je nach Firmengröße und Umfang der Beteiligung – zwischen 50.000 und 500.000 Franken (458.000 Euro).

Davos – aus welchem Roman kommt mir der Ort noch bekannt vor?
Thomas Mann (1875-1955) verhalf Davos mit seinem 1924 erschienenen Roman „Der Zauberberg“ zu Berühmtheit. Im darin beschriebenen Waldsanatorium wurde seine Frau Katia gepflegt. Es ist heute ein Luxushotel.
Who is to blame

IWF-Weltwirtschaftsausblick

Die große Bremse.. Der Internationale Währungsfonds erwartet 2015 weniger Wachstum der Weltwirtschaft als in diesem Jahr. Besonders eine Entwicklung bremst die Konjunktur rund um den Globus aus – mit unabsehbaren Folgen.

Angesichts vieler Krisen fällt der Wirtschaftsausblick des Internationalen Währungsfonds überraschend optimistisch aus. Doch unter der Oberfläche zeigen sich Risse im Gefüge der Weltwirtschaft.

Die Welt ist in Unordnung geraten. Da ist der Wunsch nach Normalität besonders ausgeprägt. Offensichtlich haben sich auch die Ökonomen des Internationalen Währungsfonds (IWF) davon leiten lassen. Nach dem schwärzesten Jahresauftakt seit Jahrzehnten kommt die aktualisierte Ausgabe des „World Economic Outlook“ diesmal reichlich harmlos daher. Insgesamt 3,4 Prozent Wachstum sagt der IWF für dieses Jahr voraus, das sind gerade einmal 0,2 Prozentpunkte weniger als noch im Herbst 2015 errechnet.

Angesichts der Vielzahl an Krisen, die sich in den vergangenen Wochen verschärft haben – von der Flüchtlingskrise über den Börsenabsturz in China bis hin zum Ölpreisverfall – wirkt diese Korrektur erstaunlich zurückhaltend. Zumal der IWF für das kommende Jahr weiterhin von einer leichten Aufwärtstendenz ausgeht und ein Wachstum von dann 3,6 Prozent erwartet.
IWF Wirtschaftsausblick
IWF

Klosterbruder trifft Wirtschaft

Wirtschaft im Gespräch: Anselm Bilgri
Was Firmenführer vom Klosterbruder lernen können
Anselm Bilgri war während 30 Jahren Benediktinermönch. Vor zwölf Jahren verliess er den Orden im Streit. Heute vermittelt er modernen Managern die mittelalterliche Benediktsregel.

Gerhard Bläske berichtet: Anselm Bilgri versteht es, die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen, wenn er vor mittelständischen Managern oder am Kundenabend einer genossenschaftlichen Bank über die 1500 Jahre alte Benediktsregel referiert. Er weiss, wovon er spricht. Bilgri war 30 Jahre lang Benediktinermönch. Während 18 Jahren leitete er als Cellerar und Prior die Wirtschaftsbetriebe des Klosters Andechs, in der Nähe von München, verliess Institution und Orden 2004 allerdings im Streit und betätigte sich fortan als Unternehmensberater und Buchautor. Gern würzt er seine Vorträge mit Anekdoten und gestaltet sie kurzweilig. Er sei Entertainer, meint er, dabei geht es um ernste Themen, wie wertorientierte Unternehmensführung und darum, wie aktuell die in 73 Kapitel unterteilte Regel heute noch ist. Worte wie Demut, Gehorsam oder Dienen klingen verstaubt; Bilgri «übersetzt» sie. Es gehe darum, als Chef am Boden zu bleiben, zuzuhören, den Rat auch jüngerer Mitarbeiter einzuholen, Dinge zu delegieren und anderen den Erfolg zu gönnen.

Karges Rüstzeug
Das klingt einfach. Und Bilgri weiss, wie schwierig es ist, die Regel in der Praxis anzuwenden. Er habe Jahre gebraucht, bis ihm selbst das gelungen sei. 1986 wurde der damals 32-jährige Kaplan zum «CFO des Klosters Andechs» gewählt. Einziges Rüstzeug des Gastwirtssohns aus dem Münchner Vorort Unterhaching waren ein Studium der Philosophie und Theologie an den Universitäten München, Rom und Passau sowie, nach der Priesterweihe durch den späteren Papst Benedikt, die Tätigkeit als Jugendseelsorger. Das war nichts, was Firmenchefs üblicherweise mitbringen…
Was Firmenfuehrer vom Klosterbruder lernen koennen
Benedikt von Nurcia

Gründung der asiatischen Infrastrukturbank

Chinas diplomatischer Erfolg. Die USA hatten nichts unversucht gelassen, um ihre AIIBBündnispartner von einem Beitritt zur von China dominierten asiatischen Investitionsbank auszureden – ohne Erfolg. Diese nimmt nun ihre Arbeit auf.

Matthias Müller berichtet: China hat die Eröffnung der asiatischen Investitionsbank AIIB (Asian Infrastructure Investment Bank) am Samstag in Peking mit der grossen Kelle angerichtet. Staats- und Parteichef Xi Jinping sowie Ministerpräsident Li Keqiang liessen es sich nicht nehmen, zu den Delegierten zu sprechen. Ihre Anwesenheit zeigt, welchen Stellenwert diese neue Finanzinstitution aus Sicht der Machthaber in Peking hat und die bereits als Gegenentwurf zum von Washington dominierten Status quo mit Internationalem Währungsfonds, Weltbank und Asiatischer Entwicklungsbank (ADB) gesehen wird.

Xi sprach denn auch von einem «historischen Moment». Als die von China lancierte Idee aufkam, die AIIB zu gründen, legte Peking den Fokus darauf, möglichst viele asiatische Länder für die Teilnahme zu gewinnen, um die Region durch Investitionen in die marode Infrastruktur auf Vordermann zu bringen. Allerdings weckte diese neue Institution wegen der grossen wirtschaftlichen Chancen, die in Asien schlummern, Begehrlichkeiten bei anderen Ländern ausserhalb der Region, was den USA ein Dorn im Auge war.
Gründung der asiatischen Infrastrukturbank
AIIB