Die andere Seite der Münze

Respekt vor dieser Frau, die sich entschlossen hat, die andere Seite der Münze zu zeigen, die von führenden Moslems gern in Abrede gestellt wird. Die Wahrheit tut weh. Es muss aber darüber gesprochen werden, um alte Rituale aufzubrechen.

„Das archaische Frauenbild bedroht uns alle“

Gleichberechtigung muss zu einer Selbstverständlichkeit werden, die in keinster Weise, nirgendwo, weder in der Schule, noch sonstwo im öffentlichen Raum verhandelbar ist.

Die Menschen, die kommen, werden die Gesellschaft nicht immer nur positiv verändern.

Es dreht sich nur um die Kontrolle über die Frau und die Sanktionierung von Sex

Wir schaffen das, erzählen ja viele. Das weiß man erst nach 20 Jahren.

Autorin Güner Balci kritisiert antiquierten Nationalstolz von Migranten. Frauenfeindlichkeit von Muslimen sei auch im Islam begründet. Die Deutschen warnt sie vor zu viel Integrationsoptimismus.

Andrea Seibel berichtet: Was haben Sie gedacht, als Sie von den schrecklichen Geschehnissen in Köln hörten?

Güner Balci: Alles erinnert mich an den Tahrir-Platz in Kairo, wo es ja auch im Laufe der Rebellion zu unglaublichen Übergriffen gegen Frauen gekommen war. Es klingt gemein, aber ich fühle mich eigentlich nur bestätigt in dem, was ich seit Jahren erzähle. Ich hätte nur nicht gedacht, dass das in so einem Ausmaß passieren könnte, denn vereinzelte Übergriffe gibt es schon lange. Die Polizei erzählt auch, dass sich die Gewalt nicht nur auf junge westliche Frauen beschränkt, sondern mittlerweile auch Mädchen mit Kopftuch betroffen sind.

Es gibt Vermutungen über die Täter, aber auch viele Gerüchte.

Balci: Das sind keinesfalls Männer, die als Gastarbeiter oder Gastarbeiterkinder hier sind. Sie sind wahrscheinlich noch nicht so lange hier. Und es sind Menschen, die wahrscheinlich irgendwann auch Flüchtlinge waren. Aber darum geht’s gar nicht. Sondern, dass das einfach Männer sind, die ein extrem archaisches, frauenfeindliches Weltbild mit sich tragen und das auch in ihren Communitys weiter leben……
Das archaische Frauenbild bedroht uns alle

Foto: picture-alliance

Güner Balci, 40, ist Journalistin, Schriftstellerin und Filmschaffende. Sie ist in Berlin-Neukölln aufgewachsen. Dort lernte sie als Kind von einer Sinti-Familie und von Frau Arndt, einer Nachbarin, viel über die Deutschen. Sie hat unter anderem Bücher über Jugendrichterin Kirsten Heisig – die sich das Leben nahm – sowie über sexuelle Unterdrückung im Islam geschrieben. Ihr nächstes Buch „Das Mädchen und der Gotteskrieger“ wird Mitte dieses Jahres erscheinen

Das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen
Cartoon of the Month December 2015

Wird 2016 ein schwarzes Krisenjahr?

Krisengefahr. Sechs Gründe, warum 2016 ein rabenschwarzes Jahr wird

China, Saudi-Arabien, die Flüchtlingskrise. Zwölf Tage ist das Jahr erst alt, doch schon jetzt scheint klar: 2016 wird zum Schreckensjahr für die globale Ökonomie – aus sechs Gründen.

Stefan Beutelsbacher, Nando Sommerfeldt und Holger Zschäpitz berichten: In Köln gehen gerade die ersten Anzeigen wegen sexueller Belästigung ein, als Saudi-Arabien 47 Menschen hinrichtet. Nordkorea bereitet in diesen Stunden den Test einer Atombombe vor, und in China verketten sich Ereignisse, die wenig später zu einem Börsenabsturz führen, der weltweit 4,6 Billionen Dollar vernichtet: Zwölf Tage ist das Jahr erst alt, doch die Zeit hat genügt, um die Menschen zu verunsichern – vor allem in Deutschland.

Was in Köln, Riad und Peking geschehen ist, wird Folgen haben. Gesellschaftliche und politische, aber auch wirtschaftliche. Die Ökonomie steht so wackelig da wie lange nicht, der globale Handel ist bereits eingebrochen. Die ersten zwölf Tage verheißen nichts Gutes. 2016, ein Doom-Jahr? Sechs Gründe sprechen dafür.

Rückkehr der „German Angst“
In den vergangenen Jahren waren die Deutschen zuversichtlich wie selten zuvor – jetzt sorgen sie sich wieder um ihren Wohlstand. Wie eine Umfrage des Beratungshauses EY zeigt, fürchten 85 Prozent der Bundesbürger finanzielle Einbußen wegen des Zustroms der Flüchtlinge…
Sechs Gruende, warum 2016 ein rabenschwarzes Jahr wird

Frohes neues Jahr
Hierzu ein positiver Leserkommentar:

„sechs Gründe, warum 2016 ein tolles Jahr wird:
Unsere Tochter kommt zur Welt!!

In unserer Familie sind alle quasi gesund
Meine Frau und ich sind glücklich mit unserem Leben
Wir haben ein Dach über dem Kopf und können von der Arbeit gut leben
Mit unserem Urlaub wird ein Lebenstraum erfüllt
Meine Mitmenschen und Freunde sind unglaublich gute und optimistische Personen
(die negativen Punkte, welche es im Moment gibt, wollte ich hier nicht einbringen, denn lange nicht alles ist negativ. Meine Hoffnung ist, dass die Probleme die entstanden sind, uns auch zu Lösungen zwingen!!)“

Digitalisierung des Investmentbankings?

Das ist die neue Epoche des Investmentbankings. Bezahlen per Handy und App: Die technische Revolution bei den Privatkunden der Banken ist in aller Munde. Nun ist das Geschäft mit den Firmenkunden im Umbruch – eine Chance für die Geldhäuser.

Sebastian Jost berichtet:  Keine Start-up-Atmosphäre, wohin das Auge blickt. Das dunkelgraue Bürohaus am Frankfurter Westhafen ist etwas klotzig geraten, als Eingangshalle dient ein gewaltiges Atrium über alle acht Stockwerke, alles versprüht etwas unterkühlte Eleganz. Es ist kein typischer Bankenstandort in Frankfurt, vom eigentlichen Finanzviertel trennt einen hier die wenig ansehnliche Bahnhofsgegend.

Doch es ist eben auch kein Berliner Hinterhof mit Coffeeshop vor der Tür, wie man ihn derzeit mit neuen Ideen fürs Bankgeschäft verbindet, wo coole Fintechs eine Finanz-App nach der anderen kreieren. Im Frankfurter Westhafen tragen die Leute keine Hoodies, sondern Anzüge, verkneifen sich höchstens mal die Krawatte.

Und sie denken hier auch an eine andere Zukunft des Bankgeschäfts. Es sind Leute wie Michael Rundshagen. Der frühere Accenture-Berater gehörte zu den Gründern der Zahlungsverkehrs-Plattform Traxpay. Nun leitet er bei Cognizant Technology Solutions, einem Anbieter für IT- und Beratungsleistungen, das Beratungsgeschäft für Finanzunternehmen und andere Kunden im deutschsprachigen Raum.

Und er sieht das größte Potenzial für die Branche nicht dort, wo die allermeisten hinschauen. „Wir erleben derzeit einen Hype beim Mobile Banking für den Privatkunden oder bei der Vermögensverwaltung per Robo-Advising“, sagt Rundshagen. „Im Geschäft mit Firmenkunden hat dagegen bisher eher wenig Digitalisierung stattgefunden – aber genau das wird kommen.“ Digitalisierung erreicht das Geschäft mit großen Fischen….
Das ist die neue Epoche des Investmentbankings
Digitalisierung

Wie, kein Borschtsch?

Russische Banken. Basel» statt Borschtsch
Russland möchte mitten in der Rezession die Bankenregulierung nach «Basel III» vorantreiben und nicht länger ein eigenes Süppchen kochen. Die krisengeschüttelte Branche hat damit eine Sorge mehr.

Benjamin Triebe erichtet: Ob der russische Bankensektor in einer Krise steckt, hängt davon ab, wen man fragt. Sberbank-Chef German Gref, CEO des landesweit grössten Finanzinstituts, ist bei seiner pessimistischen Diagnose eindeutig. Dabei geht es der Sberbank im Gegensatz zum Rest der Branche noch relativ gut. Doch nicht nur dort, auch bei der Zentralbank will man Grefs unangenehme Einschätzung nicht teilen. Die oberste Regulierungsbehörde hat eine eigene Agenda: die Einführung strengerer Kapitalvorschriften nach dem internationalen Standard «Basel III». Mit dem Jahreswechsel hat sie weitere wichtige Schritte in diese Richtung unternommen – und will nicht den Eindruck erwecken, eine schwankende Branche noch mehr aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Keine neue Verzögerung
Zentralbank-Chefin Elwira Nabiullina versicherte Ende Dezember abermals, der Sektor werde mit den schärferen Auflagen zurechtkommen. Sie schreiben eine neue Kalkulation der risikogewichteten Aktiven vor, an denen die Stärke des Eigenkapitals einer Bank gemessen wird. Die Risiken werden nun höher angesetzt, beispielsweise bei der Bewertung von Fremdwährungsschulden. Das bringt die russischen Regeln näher an «Basel III», das bis 2019 implementiert sein soll. Wegen der Wirtschaftsturbulenzen waren einige Schritte bereits von Anfang 2015 auf Anfang 2016 verschoben worden.
Basel statt Borschtsch
Borscht-Soup

Werden Sparer enteignet?

Niedrige Zinsen

Mechanismus zur Bankenabwicklung (SRM) Single Resolution Mechanism

Die Mär von der Bestrafung der Sparer
Harald Schumann berichtet: Keine Investitionen, kein Zins – das ist nicht die Schuld der EZB. Vielmehr wird vorhandenes Kapital nicht richtig eingesetzt. Wenn die Deutschen nach ihren Sorgen befragt werden, dann rangieren der Nullzins und die fallenden Renditen auf ihre Ersparnisse fürs Alter weit oben. Jahr für Jahr sinken die in Aussicht gestellten Auszahlungen ihrer Lebensversicherungen oder Sparpläne, und die meisten kennen dafür nur einen Schuldigen: Mario Draghi, den Präsidenten der Europäischen Zentralbank. Er und seine Kollegen verteilen seit Jahren hunderte Milliarden Euro kostenlos an die Banken, und die verleihen es billig an die Staatskassen und Unternehmen. Folglich gehen die Sparer leer aus. Offenbar, und das glauben viele, läuft da eine üble Verschwörung gegen die kleinen Leute.

Die Bestätigung für diesen Glauben liefern regelmäßig konservative Politiker und Banklobbyisten. Die EZB betreibe „eine Geldpolitik gegen die Sparer“, behauptet da etwa Bayerns Finanzminister Markus Söder. Die „verantwortungslose Niedrigzinspolitik“ gefährde „die Geschäftsmodelle unserer Lebensversicherer“, verbreitet der CSU-Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan. Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon und Bankenverbandschef Michael Kemmer beschuldigen die EZB gar der „Bestrafung“ oder „Enteignung“ der Sparer.
Die Mär von der Bestrafung der Sparer

DWN bericht: Modell für Europa:
Banken-Crash führt zur Enteignung von kleinen Sparern.
In Italien sind erstmals Klein-Sparer bei einer Banken-Abwicklung enteignet worden. Die Rechtsgrundlage ist europäisches Recht. Der Mechanismus wird künftig in allen Euro-Staaten zur Anwendung kommen.

In Italien sind erstmals kleine Sparer wegen einer Banken-Abwicklung enteignet worden. Zu Beginn des Jahres 2016 trat die europäische Bankenabwicklungs-Richtlinie (BRRD – Bank Recovery and Resolution Directive) mitsamt „bail-in“-Regeln in Kraft. Demnach werden Bankgläubiger fortan mit sogenannten „nachrangigen Anleihen“ bei der Schieflage einer maroden Bank zur Sanierung mit herangezogen. Diese Regelung trifft nun in Italien auch Regionalbanken wie die Banca Etruria und deren Kleinanleger mit voller Wucht. Die Banca Etruria und drei weitere kleine Institute wurden dadurch „gerettet“, dass die Regierung einen radikalen Schnitt durchsetzte, wie Nove da Firenza berichtet. Denn die faulen Kredite wurden in einer Bad Bank gebündelt, die werthaltigen Vermögenswerte sollten an Investoren verkauft werden. Rund 10.500 Inhaber von nachrangigen Anleihen und Aktien gingen im wahrsten Sinn des Wortes leer aus.
Banken-Crash fuehrt zur Enteignung von kleinen Sparern
Hoch lebe der Sparer

We love Europe?

EU-Schicksalswahl: 2016 – das Jahr des drohenden Brexit.

2016 wird für Europa zum Schicksalsjahr: Die Briten entscheiden über ihren Verbleib in der EU. Ein Austritt des Landes könnte Fliehkräfte freisetzen, die am Ende die Union als Ganzes infrage stellen.

Wolfgang Münchau berichtet: Dieses Jahr fällt eine der wichtigsten Entscheidungen über die Zukunft Europas: Großbritannien stimmt über den Verbleib in der Europäischen Union ab. Die Krise der EU würde durch einen „Brexit“ verschärft. Neben der Flüchtlingskrise, der Griechenlandkrise, der Russland/Ukraine-Krise, dem anschwellenden Nationalismus in mehreren europäischen Staaten käme es zum ersten Austritt eines Mitgliedstaates seit Gründung der Europäischen Wirtschaftsunion im Jahre 1957. Egal wie man über die Briten denkt, es wäre ein historischer Moment.

Die Dynamik, die dieser Prozess auslösen wird, steht in einem engen Zusammenhang mit der Art und Weise, wie wir mit der Eurokrise in den Jahren 2010 bis 2015 umgegangen sind. Hätte man sich für eine politische Union der Euromitgliedstaaten entschieden – zunächst mit einem kleinen gemeinsamen Haushalt und einer echten Bankenunion – dann hätte ein Austritt Großbritanniens aus der EU einen ganz anderen Effekt.
Wir würden ihn als eine Befreiung begreifen, als Sieg der europäischen Integration. Der Euroraum wäre dann in der EU derart dominant, dass die politische Biosphäre für die verbleibenden Nichtmitgliedstaaten dünner würde. Auch sie sähen sich bald vor die Wahl gestellt, dem Euro beizutreten oder es den Briten nachzumachen. In jedem Fall würde die EU zwar etwas kleiner werden, aber dafür von innen gestärkt.

Aufwind für Europaskeptiker
Hätte, könnte, wäre! Wie wir in Griechenland im vergangenen Jahr gesehen haben, ist die Eurokrise längst nicht überwunden. Politische Union, Bankenunion und Haushaltsunion sind ad acta gelegt. In diese Lage mischten sich weitere Krisen: Flüchtlinge, Ukraine, Terrorismus und das absehbare Scheitern der Politik der offenen Grenzen. Ein Brexit in dieser Situation könnte die Unsicherheit verstärken. Ein Brexit würde dem internationalen Ruf der EU schaden. Andere Länder könnten es den Briten nachmachen. Die Europaskeptiker in den Regierungen Polens und Ungarns würden sich durch ein Brexit-Votum nur bestätigt sehen.

Und dann werden auch Menschen die EU in Frage stellen, die es vorher nicht taten. Sie werden über Kosten und Nutzen der EU nachdenken. Das heißt dann nichts anderes, als dass sie die EU nicht mehr bedingungslos akzeptieren.

Möglichkeit zur Besinnung und Konsolidierung
Ich würde erwarten, dass ein demokratisch legitimierter Austritt eines Mitgliedstaates in etlichen Ländern die Debatte kippen wird – nicht in Deutschland oder Spanien, aber möglicherweise in Dänemark und Schweden sowie in einigen Ländern im Osten und Südosten der EU. Ich sehe in einer solchen Entwicklung sowohl Chancen als auch Gefahr. Vielleicht entpuppt sich ein Brexit auch als das klärende Gewitter.
Die anderen EU-Regierungen werden David Cameron jedenfalls am Ende einen guten Deal anbieten, den er zu Hause als einen Triumph britischer Diplomatie feiern wird. Aber selbst dann ist nicht garantiert, dass er das Referendum gewinnt. Viel mehr werden die anderen aber nicht mehr machen können. Die Schicksalsentscheidungen sind fast alle getroffen. Die Briten haben sich vor über 15 Jahren entschieden, am Euro nicht teilzunehmen. Und wir haben entschieden, dass wir trotz Häufung existenzieller Krisen keine politische Union akzeptieren.

Kommt der Brexit, wäre das nicht notwendigerweise eine Katastrophe für Europa. Er eröffnet auch die Möglichkeit zur Besinnung und Konsolidierung.
EU-Schicksalswahl- 2016 – das Jahr des drohenden Brexit
We love Europe

Jahresausblick 2016

Aktionäre können durchaus zufrieden auf das abgelaufene Jahr zurückblicken. Auch für 2016 rechnen die meisten Analysten mit steigenden Notierungen.

Über 9 Prozent hat der DAX 2015 zugelegt, der Euro Stoxx 50 gut 4 Prozent, nur der US-Markt hat sich, gemessen am S&P 500, kaum bewegt.

Anna-Maria Borse berichtet: In Europa war das Jahr ein gutes Aktienjahr. Die hiesigen Anleger, die in den USA aktiv sind, profitierten vom US-Dollar-Anstieg und kamen somit ebenfalls auf ihre Kosten.

Doch auch Anleihen haben sich weiter verteuert: Der Euro-Bund-Future, das Barometer für die langfristigen Zinserwartungen, ist nach dem deutlichen Rückgang im Frühling seit Juni wieder gestiegen, aktuell liegt der Index mit 157,84 Prozent zumindest etwas über dem Niveau vor einem Jahr.

Besonders viel Bewegung gab es bei den Wechselkursen, vor einem ¬-Jahr mussten für einen Euro noch 1,22 US-Dollar gezahlt werden, im März waren es zwischenzeitlich weniger als 1,05, aktuell sind es 1,09 US-Dollar.

Rohstoffe haben sich unterdessen weiter verbilligt, der Rohstoffindex S&P GSCI ist um rund ein Drittel gefallen. Ein Barrel Öl der Sorte Brent kostete vor einem Jahr noch 57 US-Dollar, jetzt sind es nur noch 37 US-Dollar. Auch die Notierungen für Gold stehen niedriger, von 1.183 auf 1.069 US-Dollar je Unze.

Für 2016 rechnen die meisten Analysten mit weiter steigenden Aktienkursen in Europa, bezüglich der USA ist die Skepsis angesichts der angehobenen Leitzinsen größer. In den USA werden weiter anziehende Zinsen erwartet, für die Eurozone meist anhaltend niedrige Zinsen.
Dass der Euro gegenüber dem US-Dollar schwach bleiben wird, ist mehr oder weniger Konsens, ob tatsächlich die Parität, also ein 1 zu 1 Verhältnis, erreicht oder sogar unterschritten wird, ist allerdings umstritten. Kritisch bleiben die meisten Analysten gegenüber Rohstoffen und Schwellenländern…
Jahresausblick 2016
Jahreausblick

Mehr Netto 2016?

Wirtschaftsweiser sagt höhere Löhne vorher. Viele Arbeitnehmer in Deutschland können sich freuen – und 2016 mit mehr Geld im Portemonnaie rechnen. Im bevorstehenden Jahr würden nicht nur die Löhne und die Kaufkraft steigen, sondern auch die Wirtschaft wachsen. Das prophezeit der Wirtschaftsweise Christoph Schmidt.

„2016 gibt es deutlich mehr netto“, so der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in einem Interview mit der „Passauer Neuen Presse“.

Bei den Tariflöhnen erwartet Schmidt ein Plus von 2,5 Prozent oder mehr. „Die Inflation bleibt deutlich niedriger. Deshalb wird es spürbare Reallohnsteigerungen geben.“ Dass das Kindergeld und der Kinderfreibetrag steigen, sind für den Experten „gute Nachrichten für den Steuerzahler“.

„2016 wird voraussichtlich wieder ein gutes Jahr für die deutsche Wirtschaft“, sagte Schmidt, der auch Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung ist. Das RWI mit Sitz in Essen rechnet mit einem Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent im Jahr 2016 und 1,8 Prozent 2017. „Das kann sich sehen lassen.“ Die Arbeitslosenquote werde 2016 wohl bei 6,4 Prozent bleiben.

Schmidt schlägt im Interview mit der „Passauer Neuen Presse“ aber auch mahnende Worte an: „Wir brauchen eine bessere Bildungspolitik und dürfen den Arbeitsmarkt nicht überregulieren.“ Deutschland stehe vor großen Belastungen – die aber zu schultern seien. „Man sollte aber auch die Chancen nicht übersehen“, sagte der Experte: „Wenn wir die Potenziale der Flüchtlinge bestmöglich nutzen, sie qualifizieren und in den Arbeitsmarkt integrieren, wird es am Ende für Deutschland besser aussehen, als so mancher befürchtet.“
Werkvertraege

Hofft Riad auf eine Erholung des Ölpreises?

Versucht Riad die amerikanischen Saudi Arabia
Schieferöl-Produzenten wegen mangelnder
Margen vom Markt zu verdrängen? Oder
kommt es eher einem zu Rekorddefizit wegen
des niedrigem Ölpreises in Saudi Arabien?

Löcher in der saudischen Kasse. Fallende Erdölpreise und kriegerische Abenteuer haben dem Königreich ein Rekorddefizit beschert. Riad kündigt Reformen an, doch diese könnten die Stabilität gefährden.

Jürg Bischoff berichtet:  Petrodollars haben der Hafenstadt Jidda in den letzten Jahrzehnten einen Boom beschert, jetzt ist Sparen angesagt.
Vor den Tankstellen der saudischen Hauptstadt Riad haben sich am Montagabend lange Autoschlangen gebildet. Aufgeschreckt durch die Veröffentlichung der letzten Budgetzahlen und die Ankündigung von happigen Subventionskürzungen, drängten die Autofahrer zur Benzinpumpe, um ihren Tank ein letztes Mal zum alten Preis zu füllen. Am Dienstag kostete das Benzin schon 40 Prozent mehr, und in den kommenden Monaten sollen die Treibstoff-, Strom- und Wasserpreise weiter steigen. Für das vom Erdölreichtum verwöhnte Land zeichnen sich magere Jahre ab.

Der Prinz hat einen Plan
Für das Jahr 2015 rechnet das Finanzministerium mit einem Defizit von umgerechnet 97 Milliarden Franken, für das kommende Jahr mit 87 Milliarden. Die Einnahmen des Staats, die zu drei Vierteln aus dem Ölexport stammen, dürften von 160 Milliarden auf 135 Milliarden Franken sinken, die niedrigsten seit sechs Jahren. Hauptursache der schwindenden Einnahmen ist der Ölpreis, der seit Mitte 2014 um 60 Prozent auf heute 37 Dollar pro Fass gesunken ist.

König Salman, der im letzten Januar den Thron bestiegen hatte, sagte am Montag der Regierung, die Wirtschaft des Landes habe «das Potenzial und die Kraft, diese Herausforderung zu meistern». Der Herrscher kündigte umfassende Reformen an, die sein Sohn Mohammed bin Salman als Vorsitzender des saudischen Wirtschafts- und Entwicklungsrats entworfen hat. Das Programm ziele darauf, die Einnahmen zu diversifizieren, den Privatsektor zu stärken, Verschwendung in den Griff zu bekommen, Subventionen zu reduzieren und Arbeitsstellen zu schaffen, erklärte der König.
Das Vorhaben des 30-jährigen Prinzen, gleichzeitig oberster Wirtschaftsreformer, Verteidigungsminister und Vize-Thronfolger des Königreichs, ist ehrgeizig. Es hebelt den geltenden Gesellschaftsvertrag des Hauses Saud aus, der die politische Passivität der Untertanen bis anhin mit finanziellen Vergütungen belohnte. Die Streichung von vielen unproduktiven Jobs in der Verwaltung und die Erhöhung der Preise für Energie und staatliche Dienstleistungen könnten bei vielen Saudi auf Unverständnis stossen und Proteste hervorrufen. Aufwind für die Jihadisten?….
Loecher in der saudischen Kasse
Saudi Arabia Oil Pice War

Von Negativzinsen zur Bankenkrise?

Beim Finanzmarkt-Roundtable diskutieren Experten über die Geldpolitik der Notenbanken und geben einen Ausblick auf Chancen und Risiken an den Börsen im kommenden Jahr.

Das sagt die Kristallkugel.Christof Leisinger und Michael Rasch berichten: In den USA steigen die Zinsen, in Europa und Japan bleiben sie tief. Was machen die Anleger am besten daraus?

Jochen Felsenheimer: Ich glaube nicht, dass das im kommenden Jahr das zentrale Problem sein wird. Betrachtet man die langfristigen Zinsen in den USA, dann ist nicht viel passiert. Die Märkte erwarten einen geringen Zinsanstieg und keinen Turnaround.

Jens Ehrhardt: In Amerika wird es nicht die übliche Bremspolitik der Vergangenheit geben. Die Inflation ist gleich null und die Stimmung in der produzierenden Wirtschaft nicht überragend; das würde eher dafür sprechen, Gas zu geben. Trotzdem musste die amerikanische Zentralbank (Fed) den Leitzins erhöhen, um das Gesicht zu wahren. Mit der Begleitmusik, datenabhängig zu agieren, ist nun die Unsicherheit verschwunden – und das ist für die Börsen eher leicht positiv als negativ.
Von Negativzinsen zur BankenkriseNegativzinsen