Geldwäsche-Affäre in Russland

Deutscher Bank drohen Milliarden-Bußgelder. Mitarbeiter der Deutschen Bank sollen Kunden in Russland bei der Geldwäsche geholfen haben. Behörden in vier Staaten ermitteln. Nach SPIEGEL-Informationen fürchtet man im Konzern nun Kosten von bis zu vier Milliarden Euro. Behörden in vier Staaten ermitteln

In der Deutschen Bank wächst die Sorge, dass die Geldwäsche-Affäre in Russland extrem hohe Strafen nach sich ziehen könnte. Es gibt Befürchtungen, die Kosten könnten sich zusammen mit einem laufenden Verfahren wegen Verstößen gegen US-Embargos gegen Iran und andere Länder auf vier Milliarden Dollar summieren.

Allein seitens der britischen Finanzaufsicht hält man in der Bank eine Strafe von Hunderten Millionen Euro für möglich, das größte Risiko liege aber in den USA. Weil sich aber die Ermittlungen noch in einem frühen Stadium befinden und die Höhe möglicher Strafen sehr unsicher ist, hat die Bank offenbar noch keine Rückstellungen dafür gebildet.

Mitarbeiter der Deutschen Bank sollen Kunden geholfen haben, in Russland gegen Rubel Aktien zu kaufen und gleichzeitig für diese Kunden in Großbritannien Aktien gegen Dollar verkauft haben. Über solche Spiegelgeschäfte im Volumen von sechs Milliarden Dollar könnten Gelder zweifelhafter Herkunft gewaschen und ins Ausland geschafft worden sein.

Behörden in vier Staaten ermitteln offenbar nicht nur wegen Geldwäsche, sondern auch wegen möglicher Verstöße gegen Sanktionen, die Russland wegen des Ukrainekonflikts im vergangenen Jahr auferlegt worden waren. Die russischen Behörden gehen zudem dem Verdacht nach, die Bank könnte bei der Kapitalflucht geholfen haben.

Geschäftspartner für Hunderte fragwürdiger Deals waren teils offenbar eigens dafür gegründete Zweckgesellschaften. Die Bank soll in Moskau und London in manchen Fällen den gleichen Gegenparteien gegenübergestanden haben. Dennoch brachte wohl erst ein Hinweis der russischen Zentralbank die Ermittlungen in Gang.
Deutscher Bank droht neue Millionenstrafe

Siehe hierzu auch: Frauen und Kinder leiden unter Korruption

Griechenlands Wirtschaft auf dem Wachstumspfad?

Griechenlands Wirtschaft wächst völlig überraschend
Unmittelbar vor der Pleite, der Grexit eine realistische Option: Während die Schuldenkrise in den letzten Monaten eskalierte, wuchs die griechische Wirtschaft kräftig. Analysten haben eine Vermutung.

Die Abstimmung über das neue Hilfsprogramm zieht sich hin. Noch immer diskutiert das Parlament in Athen. Für die Regierung eine Zerreißprobe. Mehrere Syriza-Abgeordnete lehnen die Sparauflagen ab. Die griechische Wirtschaft ist im zweiten Quartal trotz zugespitzter Schuldenkrise kräftig gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von April bis Juni um 0,8 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt am Donnerstag in Athen mitteilte.

Dieses Ergebnis kommt angesichts der drohenden Staatspleite und Abschieds vom Euro völlig überraschend: Von Reuters befragte Ökonomen hatten ein Minus von 0,8 Prozent erwartet.
Griechenlands Wirtschaft waechst voellig ueberraschend

by Ron Johnson

by Ron Johnson

 

Zu niedrige Bestände? Chinas Gold und die Währung

Zu niedrige Bestände: Analysten zweifeln an Chinas „offiziellen Goldreserven“Chinas Gold

Zum ersten Mal seit 2009 gab China über die Höhe seiner Goldreserven Auskunft. Wegen überraschend niedriger Bestände zweifeln Analysten an der Echtheit der Daten. Sie vermuten, dass China die Zahlen drastisch untertrieben hat, um seinen Ausstieg aus dem US-Dollar in Ruhe fortzusetzen zu können. China will den Internationalen Währungsfonds (IWF) überzeugen, den Renminbi in den Korb der Reservewährungen – die sogenannten Special Drawing Rights (SDR) – aufzunehmen. Eine Bedingung des IWF war, das China zuvor seine Goldbestände veröffentlicht. „Sie wollen zeigen, dass sie genug angehäuft haben, ohne dabei die ganze Hand zu zeigen, weil es die Märkte verschrecken könnte“, zitiert MarketWatch einen Analysten. Noch in diesem Jahr soll über eine Aufnahme entschieden werden. Der von den USA dominierte IWF versetzte den chinesischen Ambitionen jedoch bereits einen Dämpfer und erklärte, dass der US-Dollar die dominante Weltwährung bleiben werde.

Die chinesische Zentralbank hat den Devisenmarkt am Dienstag mit der Entscheidung verunsichert, den Wechselkurs im Vergleich mit dem Vortag um fast 2% höher bei 6,2298 Yuan je Dollar zu fixieren. Das entsprach der stärksten Abwertung der Währung an einem einzelnen Tag seit gut 20 Jahren und führte bei Marktteilnehmern zu stärkeren Zweifeln an der Robustheit der chinesischen Wirtschaft sowie zur Vermutung, China werde nach schwachen Exportzahlen in den Abwertungwettlauf eintreten, der in den letzten Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt hat.

Asiens Währungen geben nach. Kurzfristig sind daraufhin die Währungen konkurrierender und vom Chinageschäft abhängiger Staaten Asiens und Ozeaniens unter Druck geraten.
China scheint in den Wettlauf einzutreten

China schwächt die eigene Währung

China schwächt die eigene Währung

Weltbank prognostiziert Ölpreis-Kollaps wegen Atomabkommen mit Iran

Zehn Dollar pro Fass: Die Preise für Rohstoffe wie Rohöl stehen weltweit weiterhin kräftig unter Druck. Der Ölpreis beeinflusst die wirtschaftliche Entwicklung wie kaum ein anderer Rohstoff. Und auch die Verbraucher bemerken Veränderungen deutlich beim Tanken und bei ihrer Energierechnung. Der Ticker informiert über die aktuelle Entwicklung.

Sebastian Widmann berichtet: Die geplante Aufhebung der internationalen Sanktionen gegen den Iran im Zuge des Atomabkommens wird nach Einschätzung der Weltbank zu einem deutlichen weiteren Rückgang des Ölpreises führen. Durch eine „vollständige Rückkehr des Iran auf den Weltmarkt“ würden täglich eine Millionen Barrel Öl zusätzlich auf den Markt kommen, heißt es in einem Weltbank-Bericht, der am Montag in Washington veröffentlicht wurde.

Dadurch werde der Ölpreis kommendes Jahr um zehn Dollar (9,12 Euro) pro Fass sinken. Tritt die Vorhersage ein, würde dies einen Rückgang um 21 Prozent im Vergleich zum derzeitigen Preis bedeuten. Der Ölpreis ist derzeit wegen des großen Angebots bereits ohnehin niedrig.

Bereits am Dienstag reagieren die Preise. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September 50,16 US-Dollar. Das waren 25 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 33 Cent auf 44,63 Dollar.

Händler erklärten den Rückgang der Ölpreise mit einer deutlichen Abwertung der chinesischen Währung Yuan. Die Zentralbank in Peking hatte den Mittelkurs des Yuan im Vergleich zum US-Dollar um 1,9 Prozent herabgesetzt – so stark wie noch nie an einem einzelnen Handelstag zuvor. Der Yuan wird nicht frei wie andere Währungen gehandelt, weshalb der täglich festgelegte Mittelwert von großer Bedeutung ist.

Mit der Maßnahme sollen die zuletzt schwachen Exporte des Landes wieder angekurbelt werden. Gleichzeitig verteuert die Abwertung aber den Import von Rohstoffen und bremst damit die Nachfrage nach Rohöl in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.

'Look, a dollar! Pick it up so we can scoop up that blob of oil!'

‚Look, a dollar! Pick it up so we can scoop up that blob of oil!‘

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

Steigende Selektivität am Aktienmarkt. In den USA stützen immer weniger Einzeltitel die grossen Indizes, dazu gehören Amazon, Facebook, Google und Disney. Vorauslaufende Sektoren zeigen bereits Schwäche, und Anleger sind verunsichert.

Michael Rasch berichtet: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen – das gilt derzeit für viele Aktienindizes in den USA und in Europa. Der zähe Seitwärtstrend der letzten Monate hält weiter an, wenngleich in der Schweiz das Leitbarometer Swiss-Market-Index (SMI) in der vergangenen Woche beinahe auf ein «Allzeithoch» gestiegen wäre. Am Mittwoch fehlten einmal mehr nur ganz wenige Punkte, bevor der Index am Donnerstag wieder gen Süden drehte. In den USA kippt derweil der Dow Jones immer mehr nach unten ab. Er hat den seit März bestandenen engen Seitwärtstrend zwischen 17 500 und 18 400 Punkten inzwischen nach unten verlassen, liegt aber noch immer in der etwas breiteren Seitwärtsspanne, die bis 17 000 Punkte hinabreicht. Dabei hat der US-Leitindex inzwischen sowohl die 200- als auch die 250-Tage-Linie, also den gleitenden Durchschnitt über 200 Handelstage bzw. ein Handelsjahr, unterboten.
Amazon, Facebook, Google Co. stuetzen US-Boerse
Talfahrt an der US Börse

Malaysias Ringgit in der Krise

RinggitVon der Staats- zur Währungskrise: Malaysias Ringgit bleibt unter Druck.  Die Wertverluste des Ringgit führten zum tiefsten Stand seit siebzehn Jahren und werden mit einer Kehrtwende der Zentralbank begründet: Die Bank Negara scheint auf Stützungskäufe zu verzichten.

Die malaysische Währung ist in der vergangenen Handelswoche unter Druck geblieben. Nachdem der Ringgit zum US-Dollar schon am Montag die Marke von Rin. 3.85 durchbrochen hatte, schwächte er sich bis Freitag bis auf Rin. 3.92 ab. Gegenüber dem Greenback hat der Ringgit in den vergangenen 18 Monaten damit bereits rund einen Fünftel seines Werts eingebüsst. Bei Kuala Lumpurs Geldwechslern hat sich inzwischen eine Knappheit an US- sowie Singapur-Dollars eingestellt.

Notenbankpolitik unklar
Die politischen Wirren in Kuala Lumpur, die nachgebenden Rohwarenpreise, die wirtschaftliche Abschwächung und die Aussicht auf eine Zinserhöhung in den USA lassen nach Einschätzung von Händlern vermuten, dass die schwächelnde Valuta bis auf weiteres unter der psychologisch wichtigen Marke von Rin. 3.80 bleiben wird. Auf diesem Niveau wurde seinerzeit der Untergrenze gegenüber dem Dollar festgelegt, die zusammen mit Kapitalverkehrskontrollen 1998 dem Sturzflug der Währung Einhalt geboten hatte.

Die neuerlichen Wertverluste führten zum tiefsten Stand seit siebzehn Jahren und werden unter anderem mit einer Kehrtwende der Zentralbank begründet: Die Bank Negara, die zu Beginn der Vorwoche noch mit Dollarverkäufen eingegriffen hatte, scheint jetzt auf Stützungsmassnahmen zu verzichten. Ihre Politik bleibt undurchsichtig. Seit dem Ausbruch der Krise rund um den notleidenden Staatsfonds und den Korruptionsvorwürfen gegenüber Ministerpräsident Najib Razak hat sich Notenbankchefin Zeti Akhbar Aziz noch nicht zu Wort gemeldet. Über ihren Verbleib wird in Kuala Lumpur derzeit gerätselt.

Sie ist insofern exponiert, als sie einem Untersuchungsausschuss angehört, der die dubiosen Finanztransaktionen des in Schieflage geratenen Staatsfonds sowie die Millionen-Überweisungen auf das persönliche Konto von Najib ausleuchten soll.

Zwei Milliarden verschollen
Najib geht seit der Veröffentlichung belastender Dokumente resolut gegen Kritiker aus seiner Partei und gegen die Medien vor. Derweil bleiben zentrale Fragen über den Verbleib von umgerechnet 2 Mrd. $ unbeantwortet; über die genaue Herkunft und den Verwendungszweck von umgerechnet 700 Mio. $, die 2014 auf sein Privatkonto überwiesen worden waren, schweigt Najib. Aus Kreisen der Opposition heisst es, dass ein Misstrauensvotum gegen Najib im Parlament in Erwägung gezogen werde.

Notenbankchefin Zeti Akhbar Aziz

Zeti Akhtar Aziz

 

Suezkanal soll Ägypten Milliarden bringen

„War es war eine brillante Idee“?
Suez Canal

Ein gigantisches Bauwerk – und eine atemberaubende Demonstration der eigenen Fähigkeiten: Ägypten eröffnet am Donnerstag den Neuen Suezkanal. Eine zweite, gut 35 Kilometer lange Fahrrinne ermöglicht ab sofort einen deutlich reibungsloseren Verkehr zwischen dem Mittelmeer und dem Roten Meer. Das umgerechnet rund 7,8 Milliarden Euro teure Projekt hat Ägypten komplett ohne ausländische Hilfe finanziert. 88 Prozent der Ausgaben wurden von Privatleuten getragen.

Der Kanal ist Chefsache
Ursprünglich waren drei Jahre für den Bau des Megaprojekts veranschlagt. Doch dann machte Präsident Abdel Fattah al-Sisi den Ausbau zur Chefsache. Nach jahrelangen Unruhen wollte er den Nationalstolz stärken und die Wirtschaft wiederbeleben.
Jetzt feiern Medien und Anhänger der Regierung den Bau als Symbol: Nach vier Jahren des Konflikts und des Sturzes zweier Staatspräsidenten sei Ägypten zurück. „Unsere Kultur kann sehr sentimental sein und dies war das erste Mal, dass Ägypter so wachgerüttelt wurden“, meinte Adel Beschai, Wirtschaftsprofessor an der American University in Cairo. „Es war eine brillante Idee Al-Sisis.“

Beschai betrachtet den Ausbau des Suezkanals als ersten Schritt in einer neuen Ära der Entwicklung. Die bedeutende Handelsroute ist schon jetzt eine der wichtigsten Devisenquellen Ägyptens. Der Kanal wird betrieben von einer teilautonomen Behörde mit 25.000 Angestellten, die als eine der kompetentesten des Landes gilt.
Neuer Suezkanal soll Aegypten Milliarden bringen

Commemerative booklet celebrating the opening of the Suez Canal. Depected: Khedive Ismail of Egypt and Sudan.

Commemerative booklet celebrating the opening of the Suez Canal.
Depected: Khedive Ismail of Egypt and Sudan.

Österreich macht Fortschritte bei Steuertransparenz

OECD: Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bescheinigt Österreich Fortschritte bei der Steuertransparenz und beim Austausch von Steuerinformationen.

Die dafür zuständige Teilorganisation Global Forum on Transparency and Exchange of Information for Tax Purposes hat Österreich zugestanden, dass die Bedingungen der Organisation inzwischen „im Wesentlichen erfüllt“ seien. 2013 waren die Kriterien erst „teilweise erfüllt“. Sieben von zehn Kriterien voll erfüllt

Das globale Forum für Transparenz und Austausch von Steuerinformationen hat zehn Kriterien definiert, von denen Österreich nun sieben voll erfüllt und drei „im Wesentlichen“. Volle Punkte bekommt Österreich nun unter anderem beim Zugang zu heimischen Bankdaten und bei der Wahrung der Vertraulichkeit. Verbesserung bei Datenaustausch

Vor zwei Jahren war ein zentraler Kritikpunkt, dass Inhaberaktien nicht konkreten Personen zugeordnet werden konnten. Da die Registrierung aber erst seit Anfang 2014 verpflichtend sei, müsse noch die Wirkung geprüft werden. Deshalb erfüllt Österreich hier erst „im Wesentlichen“ die Kriterien.

Zudem kann Österreich inzwischen vom Großteil der Partnerländer, mit denen es einen Informationsaustausch gibt, Bankinformationen erhalten. Auch hier gibt es ein „Im Wesentlichen“ erfüllt. „Im Wesentlichen“ in Ordnung ist auch das Netz von Abkommen über den Informationsaustausch.

Innerhalb von zwölf Monaten soll der nächste Bericht über weitere Fortschritte Österreichs vorliegen, Ende 2015 ist die nächste Überprüfung von Österreichs Gesetzgebung gegen Geldwäsche und im Kampf gegen die Finanzierung von Terrorismus vorgesehen.

Matson

Matson

„GR for Growth“?

Griechenland: Athener Börse öffnet wieder. Der Ausverkauf beginnt: Am ersten Handelstag nach ihrer fünfwöchigen Zwangspause ist die griechische Börse eingebrochen. Der Leitindex verlor fast 23 Prozent.

„GR for Growth“? Tag eins nach der Zwangsschließung: Am Wertpapiermarkt in Athen wird ab Montag wieder gehandelt. Börsianer erwarten einen starken Kursverfall.

Rund fünf Wochen war der Aktienhandel in Griechenland ausgesetzt. Am Montag öffnet die Athener Börse nun wieder. Der entsprechende Erlass sei von Finanzminister Euklidis Tsakalotos unterzeichnet worden, teilte das Finanzministerium in Athen mit.

Für den ersten Handelstag erwarten Analysten einen starken Einbruch. „Die Wahrscheinlichkeit, dass auch nur eine einzige Aktie steigen wird, ist gleich Null“, sagte ein griechischer Händler. Vor allem die Papiere von Banken dürften unter Druck geraten. „Realistisch ist ein Preisabschlag von 15 bis 20 Prozent zur Markteröffnung“, sagte der Vermögensverwalter eines griechischen Fonds.

Die Inhaber griechischer Aktien hätten über Wochen nicht auf schlechte Nachrichten reagieren können und daher gebe es nun entsprechend Nachholbedarf, sagten Händler. Allerdings können griechische Staatsangehörige vorerst Aktien nur mit Geld von Auslandskonten oder mit Bargeld bezahlen. Für ausländische Investoren sollen keine Einschränkungen gelten.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte der Wiedereröffnung des Aktienmarktes bereits Anfang vergangener Woche zugestimmt. Die Börse in Athen wurde im Zuge der Finanzkrise am 26. Juni geschlossen. Damals wurden auch die Banken des Landes dichtgemacht, weil Kunden aus Sorge vor einer Staatspleite ihre Konten räumten. Um die Kapitalflucht zu begrenzen, wurden Kapitalverkehrskontrollen eingeführt. Mittlerweile sind die Banken seit zwei Wochen wieder geöffnet, es gelten aber noch Einschränkungen.
Griechenlands Chefstatistiker tritt zurück
Griechenland- Athener Boerse oeffnet wieder
Stock Markets

Russland und die westlichen Sanktionen

Ein Jahr Sanktionen: Vor einem Jahr sind die Sanktionen gegen Russland bedeutend verschärft worden. Die Wirkung ist markant. Ein Ende ist nicht in Sicht, Washington zieht jetzt sogar die Zügel an.

Ebenso wenig wie ein Ende des Ukraine-Konflikts ist ein Ende der westlichen Sanktionen gegen Russland absehbar. Die USA haben in der Nacht auf Freitag ihre Strafmassnahmen ausgeweitet, die sie wegen Moskaus völkerrechtswidriger Annexion der Halbinsel Krim und der militärischen Aggression in der Ostukraine verhängt hatten. Washington baute die Liste leicht aus und nahm mehr Personen sowie vor allem Tochtergesellschaften bereits sanktionierter Unternehmen aufs Korn – dies rund ein Jahr, nachdem die bis heute schwersten Strafen gegen das Schwellenland erlassen worden waren. Der Preis, den Russland durch die Auflagen zahlen muss, ist markant.

Relativ harmloser Beginn
Der Ukraine-Konflikt spitzte sich langsam zu, das Sanktionsregime ebenso. Auf den Anschluss der Krim reagierten Brüssel und Washington im vergangenen Frühjahr schrittweise mit primär personenbezogenen Strafmassnahmen. Von Mitte März bis Mitte Juli 2014 wurden immer mehr ukrainische Separatisten und russische Politiker, aber auch russische Magnaten und einflussreiche Freunde Präsident Wladimir Putins zu Zielpersonen. Inzwischen stehen über einhundert Personen auf den Listen. Ihre Konten in der EU und den Vereinigten Staaten (sofern sie welche besassen) wurden eingefroren, Geschäftsbeziehungen mit ihnen untersagt.

Der wirtschaftliche Schaden war zunächst gering: Igor Setschin, Putin-Vertrauter und Chef des weltgrössten börsenkotierten Erdölproduzenten Rosneft, mag auf der US-Liste stehen – aber das allein hielt amerikanische Konzerne juristisch nicht davon ab, mit Rosneft Geschäfte zu machen. Auch die kurzweilige Sperrung der Visa- und Mastercard-Kreditkarten einer Bank, die sanktionierte Anteilseigner hat, sorgte eher für Verwirrung und Unmut als für ökonomische Turbulenzen. Der Fall des Putin-Freundes Gennadi Timtschenko blieb die Ausnahme: Er verkaufte einen Tag, bevor er im März 2014 Ziel der US-Sanktionen wurde, seinen Anteil am Rohstoffhändler Gunvor , um das Unternehmen zu schützen.

Im Sommer 2014 allerdings änderten sich die Bedingungen für die Geschäftswelt drastisch.
Russland leidet im Griff der Strafen

www.schwarwel.de

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