Was ist Champagnersteuer?

Österreichs Streit über die Besteuerung von Millionären
Warum die Grundsteuer die bessere Vermögenssteuer ist

Die Kampagne von SPÖ und Gewerkschaften für eine «Reichensteuer» mag sich gut verkaufen, sie ist jedoch, was mögliches Aufkommen und Systemlogik betrifft, die schlechteste Lösung.

Der ideologische Abnützungskampf um eine «Reichensteuer» als Gegenfinanzierung für eine rasche Entlastung der niedrigen Einkommen nimmt skurrile Züge an. War schon die von einem Mitarbeiter der Österreichischen Nationalbank erstellte Studie zur Vermögensverteilung in Österreich mehr Schätzung als Erhebung, so sind die von Proponenten und Gegnern einer Vermögenssteuer erwarteten Einnahmen bestenfalls parteipolitisches Wunschdenken. Während die SPÖ aus einer als «Millionärssteuer» apostrophierten Vermögenssteuer 1,5 Mrd. € pro Jahr erlösen will, markiert das von der ÖVP geführte Finanzministerium mit bloss 125 Mio. € den absurden Gegenpol.
Die Zeichen an der Wand
Warum die Grundsteuer die bessere Vermoegenssteuer ist

Dr. Jan Tomaschoff / Slovakia www.w-t-w.org/en/dr-jan-tomaschoff www.cartoongallery.eu

Dr. Jan Tomaschoff / Slovakia

Will Facebook ins Bankgeschäft einsteigen?

Facebook könnte ins Bankgeschäft vorstoßen

Facebook holt sich Paypal-Chef David Marcus und nährt Spekulationen um einen Vorstoß ins Bankgeschäft
Menlo Park – Neue Spieler am Markt lehren die Traditionsbanken schon länger das Fürchten, machen sie sich doch vor allem mit Bezahlsystemen breit. Paypal, Amazon, Google und Co könnten die über Jahrzehnte aufgebaute Kunde-Bank-Beziehung mit ihren neuen Bezahlsystemen bedrohen. Paypal geht etwa in Deutschland aus der virtuellen in die physische Welt. Das machen Unternehmen macht einen großen Test in Oldenburg mit Händlern, damit Kunden an der Ladenkasse genauso einfach zahlen können wie im Internet.
Dass nun Facebook den Chef des Online-Bezahldienstes PayPal holt, dürfte weitere Spekulationen über eine bevorstehende Offensive im Bankgeschäft schüren. David Marcus wird den Chefsessel der schnell wachsenden eBay-Tochter am 27. Juni räumen und anschließend beim weltgrößten Online-Netzwerk anheuern. Dort soll er für Messenger-Dienste zuständig sein.
Experte im Bereich E-Commerce…
Facebook könnte ins Bankgeschäft vorstoßen

Original Conor McHale / Text W-T-W conormchale.blogspot.ch

Original Conor McHale /
Text W-T-W
conormchale.blogspot.ch

Arme Kinder reiche Kinder?

Große Unterschiede zwischen arm und reich
Familien geben bis zu 900 Euro im Monat fürs Kind aus Kinder kosten im Monat Hunderte Euro

Eltern geben immer mehr Geld fürs Kind aus. Enorm sind dabei die Unterschiede zwischen reichen und ärmeren Familien. Eltern mit Geld lassen sich Kind im Monat ihre fast dreimal soviel kosten.

Die Familien in Deutschland greifen für ihren Nachwuchs immer tiefer in die Tasche. Die Aufwendungen innerhalb von fünf Jahren für ein Einzelkind um 6,4 Prozent, für zwei Kinder um insgesamt 8,5 Prozent und für drei Kinder um sieben Prozent. Die Zeitung beruft sich auf die Studie „Konsumausgaben von Familien für Kinder“ des Statistischen Bundesamtes. Sie basiert auf der sogenannten Einkommens- und Verbrauchsstichprobe, an der im Jahr 2008 etwa 60.000 Haushalte in Deutschland teilgenommen haben.

Am meisten Geld je Kind geben den Statistikern zufolge Paare mit einem Einzelkind aus. Sie investieren durchschnittlich 584 Euro im Monat in ihren Nachwuchs, das sind 35 Euro mehr als im Jahr 2003. Eltern von zwei Kindern geben je Kind 515 Euro aus (plus jeweils 40 Euro), im Fall von drei Kindern betrugen die Ausgaben je 484 Euro (plus 32 Euro). Der Grund: Eltern von Einzelkindern haben höhere Erstanschaffungskosten. In Familien mit mehr als einem Kind werden beispielsweise Spielzeuge und Kleidung mehrfach genutzt, sodass die Kosten je Kind sinken.
Jeder dritte Euro fließt ins Kind
Familien geben bis zu 900 Euro im Monat fürs Kind aus
Arme Kinder reiche Kinder

Erbschaftsteuer vor Gericht

Familienunternehmen
Jetzt steht die Erbschaftsteuer vor Gericht

Das Bundesverfassungsgericht könnte Erben von Unternehmen bald viel stärker zur Kasse bitten. Was das in der Praxis bedeutet, und warum die Wirtschaft vor den verheerenden Folgen warnt.

Wenn Manfred Fuchs über sein Unternehmen redet, kommt er schnell ins Schwärmen. Die Fuchs Petrolub SE wurde 1931 gegründet, sei heute ein „Weltmarktführer“ und einer der größten Anbieter von Schmierstoffen. Die Geschäfte des Familienunternehmens liefen glänzend, die Mannheimer Firma sei an der Börse hoch bewertet. Doch nun sieht Manfred Fuchs all das in Gefahr.
Sein Lebenswerk droht in Gefahr zu geraten.

Zum 8. Juli ist vor dem Bundesverfassungsgericht die erste mündliche Verhandlung zur Erbschaftsteuer anberaumt. Der Bundesfinanzhof hatte die Steuer 2012 für verfassungswidrig erklärt, weil es Betriebsvermögen unverhältnismäßig stark von der Steuer ausnehme. Viele Experten erwarten, dass die Richter sich dem Urteil anschließen werden. Fuchs hat deshalb gehandelt. Der 75-Jährige hat seinem Sohn Stefan 2010 und 2012 in zwei Schritten sein Unternehmen übertragen. „Um das Haus zu bestellen“, wie er sagt. Aber auch als Vorgriff auf das drohende Urteil aus Karlsruhe.

Schenkungen von Betriebsvermögen schossen nach oben
Erbschaftsteuer vor Gericht
Erbschaftsteuer

 

Die EZB darf nicht die Bad Bank der Eurozone werden

Bundesbank-Chef Weidmann warnt

Bundesbank-Boss Weidmann: Sein Haus reagiert wenig begeistert auf die neuen Töne aus Paris
Jens Weidmann, Chef der deutschen Bundesbank, warnt davor, weitere Maßnahmen der Europäischen Zentralbank zu diskutieren. Zuerst müsse man abwarten, ob die angekündigten Maßnahmen wirken. Keinesfalls dürfe die EZB die „Bad Bank“ der Eurozone werden.
Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag den Leitzins auf ein Rekordtief senkte, warnt Bundesbank-Präsident Jens Weidmann davor, sofort weitere mögliche Schritte der Notenbank zu diskutieren. In einem Interview mit der „Bild“-Zeitung erklärte Weidmann: „Der EZB-Rat hat mit sehr umfassenden Maßnahmen gehandelt. Jetzt müssen wir erst mal abwarten, wie das Beschlossene wirkt. Es ist doch abwegig, jetzt gleich die nächste Runde einzuläuten.“ Weidmann betonte, die EZB dürfe „auch nicht zur Bad Bank des Euroraums“ werden. Seine Position zu Staatsanleihekäufen habe sich nicht geändert.
Bundesbank-Chef verteidigt Leitzinssenkung….

“ Der Bundesbank-Präsident mahnte zugleich weitere Reformen in den Eurostaaten an: „Entscheidend ist, dass die Wirtschaft im Euroraum jetzt wieder Tritt fasst. Das wird nur dann der Fall sein, wenn die Länder ihre Hausaufgaben machen, wettbewerbsfähig werden und die Bankbilanzen bereinigt werden.“
Die EZB darf nicht die Bad Bank der Eurozone werden

Nel / Ioan Cozacu http://www.w-t-w.org/en/nel-ioan-cozacu/ www.nelcartoons.de

Nel / Ioan Cozacu

China erlaubt erstmals kommunale Anleihen

Städte könnten heuer bis zu 47 Milliarden Euro bei Investoren einsammeln

Peking – In China dürfen erstmals Städte eigene Anleihen ausgeben. Sie können damit in diesem Jahr bis zu 400 Mrd. Yuan (46,8 Mrd. Euro) bei Investoren einsammeln, teilte das Finanzministerium mit. Experten sehen darin einen wichtigen Schritt, um die Schuldenlast der öffentlichen Hand von umgerechnet mehr als 2 Bill. Euro besser in den Griff zu bekommen.

Bisher erfolgte der Verkauf der Papiere über das Ministerium, ebenso die Rückzahlung der Schulden. Städte durften keine eigenen Anleihen ausgeben. An dem Pilotprojekt beteiligen sich die Städte und Regionen Shanghai, Zhejiang, Guangdong, Shenzhen, Jiangsu, Shandong, Beijing, Qingdao, Ningxia und Jiangxi.

Die kommunalen Anleihen können entweder versteigert oder über Banken bei Investoren platziert werden. Sie sollen Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren haben. Die Bonds müssen von Ratingagenturen benotet werden. Ihr Preis soll sich an den chinesischen Staatsanleihen orientieren.
A cartoon image of  two Gods of Wealth holding Yuanbao

London: Bitcoin bietet idealen Schutz vor gierigen Ehefrauen bei der Scheidung

Männer haben offenbar erkannt, dass sie Vermögen vor ihren Frauen verstecken können, indem sie Bitcoin verwenden. Denn die Internetwährung bietet mehr Anonymität als die meisten anderen Vermögensformen, wenn man sie richtig verwendet. In England ist die Internetwährung bereits ein Fall für Scheidungsanwälte.
Bitcoin bietet idealen Schutz vor gierigen Ehefrauen bei der Scheidung

Finanzmarktaufsicht verbietet Bitcoin-Automaten in der Schweiz

Eigentlich sollte seit Mitte dieser Woche ein Bitcoin-Automat in einem Zürcher Einkaufscenter stehen. Doch die Schweizer Finanzaufsicht Finma machte den Aufstellern einen Strich durch die Rechnung.
Finanzmarktaufsicht-verbietet-Bitcoin-Automaten-in-der-Schweiz
Bitcoin 2

Was bedeutet der Zinsentscheid für unser Geld?

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum neuen Maßnahmenkatalog der Europäischen Zentralbank.

Was hat die EZB beschlossen?
Unter der Leitung von Mario Draghi hat die EZB beschlossen, den Leitzins auf einen historisch Tiefstand von 0,15 Prozent zu senken. Der Leitzins ist der Zins, zu dem sich Banken Geld bei der EZB leihen können. Darüber hinaus hat die Zentralbank einen „Negativzins“ in Höhe von 0,1 Prozent auf Einlagen festgesetzt. Zudem erhalten Banken 400 Milliarden Euro an Langfristkrediten, die sie an Unternehmen weiterreichen sollen.

Was bezweckt die EZB mit alledem?
Mit dem Maßnahmenpaket will Draghi die kränkelnde europäische Wirtschaft wieder auf die Beine bringen.
Was bedeutet der Zinsentscheid für unser Geld

janson-karikatur.de

janson-karikatur.de

Was nun, Dax 10.000?

Geschafft! Erstmals in seiner Historie ist der Dax fünfstellig. Um 14:33 Uhr hat der deutsche Leitindex die magische Marke geknackt und ist auf 10.003 Punkte gestiegen – Mario Draghi sei Dank. Doch wie geht es weiter?

Seit Monaten ist der Dax seitwärts gependelt, immer wieder war die Marke von 10.000 Punkten greifbar nah, immer wieder drehte der Index vorher ab. Nun hat es der Dax endlich geschafft. Für Party-Stimmung an den Märkten hat einmal mehr Mario Draghi gesorgt. Seine Europäische Zentralbank liefert, was die Anleger sehen wollen. Sie senkt den bereits extrem niedrigen Leitzins von 0,25 auf 0,15 Prozent. Außerdem müssen Banken künftig einen Strafzins bezahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken. Dafür wird der Einlagezins erstmals unter die Nulllinie auf minus 0,10 Prozent reduziert.
Börsenrally: Dax 10.000, was nun?

Vanessa

Vanessa

Schlechte Zeiten für Schwarzseher

Dem Untergang nah? Die vergangenen Jahre haben einen wahren Boom an Crash-Szenarien hervorgebracht.

Aktiencrash, Euro-Ende, Hyperinflation – die vergangenen Jahre haben einen Boom an Untergangsszenarien hervorgebracht. Doch die Erfolgsquote ist bescheiden. Ein echter Crashprophet lässt sich davon aber nicht beirren.

Als Untergangsprophet lässt es sich prima leben. Man hat immer Recht. Die nächste Krise kommt bestimmt. Irgendwann. Unangenehm wird es nur dann, wenn sich die Vorhersagen allzu weit und für alle offensichtlich von der Realität entfernen. Wenn man etwa den Börsencrash vorhersagt, die Aktienkurse anschließend aber auf Rekordhoch steigen, hat man ein Problem. So wie gerade jetzt.
Weltuntergang

Getty Images