Jugend braucht Geldkompetenz

FINANZBILDUNG GEFRAGT:

Wenn digitale Bezahlmethoden immer mehr das klassische Bargeld ablösen, müssen der Umgang mit Geld und das richtige Gefühl dafür von jungen Menschen immer wieder neu erlernt werden. Denn durch die zunehmende Dematerialisierung schwindet die haptische Erfahrung, Geld in den Händen zu halten und aus den Händen zu geben. Früher konnten Kinder und Jugendliche miterleben, wie schnell sich das Portemonnaie beim Einkauf leert, doch dieser Lerneffekt bleibt schon heute weitgehend aus.

Es wird für junge Menschen immer schwerer, die Übersicht über ihre Finanzen zu behalten, weil sie im alltäglichen Leben nur noch mit einer Plastikkarte oder über die Eingabe des persönlichen Passworts bezahlen. Der bargeldlose Zahlungsverkehr macht aus Geld immer mehr eine rein virtuelle Größe. Neue digitale Zahlmethoden, zum Beispiel das Bezahlen via Smartphone, und die wachsende Bedeutung des E-Commerce mit Bezahlsystemen wie Paypal werden diese Entwicklung künftig noch weiter verstärken. Frühe Finanzbildung wird deshalb immer wichtiger. Denn wer keinen Bezug zu seinem Budget und seinen Ausgaben aufbauen kann, wird später große Schwierigkeiten haben, den Überblick über seine virtuellen Konten zu behalten.
Jugend braucht Geldkompetenz

Doug Pike

Doug Pike

Mütter bekommen mehr Geld

Rentenanspruch
Für viele Mütter geht es jetzt um richtig viel Geld

Kurz vor dem Start der Mütterrente ist der Ansturm auf die Rentenberater gewaltig. Geld bekommt oft nur, wer sich rechtzeitig kümmert. Dabei gibt es sogar für Väter ein lukratives Hintertürchen.

Am 1. Juli fällt der Startschuss für mehr Altersgeld für 9,5 Millionen Mütter und für die Rente mit 63. Seit die 160-Milliarden-Reform besiegelt ist, stehen die Telefone bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) und den Rentenberatern nicht mehr still. Unzählige Bürger wollen wissen, wann das erste Geld fließt, ob sie profitieren können und was jetzt zu tun ist.
Der Ansturm ist gewaltig. „Der enorme Beratungsbedarf bringt uns an die Grenzen der Belastbarkeit“, sagt Christian Koopmann, Sprecher der DRV Westfalen. Wer kann sich das Nachhaken sparen? Und wer sollte dringend aktiv werden?

Hier sind die wichtigsten Tipps: Unbedingt kümmern sollten sich ältere Mütter, die eigentlich schon im Rentenalter sind, aber bislang nie die Voraussetzung für die Mindestversicherungszeit, auch Wartezeit genannt, erfüllt haben. „Diese Gruppe liegt uns am Herzen“, rät Koopmann zum Handeln. Für sie geht es häufig um richtig viel Geld.
Fuer viele Muetter geht es jetzt um richtig viel Geld
Muetter bekommen mehr Geld

Mario Draghi macht alles neu

Geldpolitik der EZBMario Draghi macht alles neu

Die Europäische Zentralbank hat für die Ratssitzung am kommenden Donnerstag große Dinge angekündigt, damit die Südländer aus der Depression kommen. Welchen Preis zahlen die Deutschen dafür?

„Wir werden uns nicht damit abfinden, dass die Inflation zu lange zu niedrig bleibt“: Die Ansage des EZB-Präsidenten lässt die Lage rosig scheinen Mario Draghi kann wunderbar Konversation machen, doch wenn es darauf ankommt, liest er vom Blatt ab. So wie am vergangenen Montagfrüh. Da steht er am Rednerpult im portugiesischen Sintra. Draghi sagt dies und das, ein paar Sätze zur Konferenz, ein paar Sätze zur Lage in Europa und dann den 13., den entscheidenden Satz: „Wir werden uns nicht damit abfinden, dass die Inflation zu lange zu niedrig bleibt.“
Mario Draghi macht alles neu

Christiane Pfohlmann www.w-t-w.org/en/cartoon/christiane-pfohlmann www.pfohlmann.de

Christiane Pfohlmann

Wer ist die Frau auf dem Ein-Yuan-Schein?

Banknoten

Einst wurde Liang Jun als Heldin des Sozialismus gefeiert und ihr Konterfei sogar auf eine Banknote gebannt. Heute ist sie alt und krank – und es ist ein Streit um ihre einstige Rolle entbrannt.

Freude strahlend sitzt sie auf dem Traktor, stiebt über die Felder, ficht den Kampf um Ernte und Sozialismus: die erste chinesische Traktoristin, die 1962 auf dem Ein-Yuan-Schein des Landes verewigt wurde. Und das Mädchen, das hier zu sehen ist, hat sogar einen Namen: Liang Jun. Zumindest glaubt das Liang Jun selbst.
Aber der Reihe nach: 1930 wurde Liang Jun in der Provinz Heilongjiang als Kind armer Bauern geboren. Mit zwölf wurde sie schon an einen Großgrundbesitzer als Kindsbraut vergeben, der kommunistische Umsturz war für sie eine echte Befreiung.
Wer ist die Frau auf dem Ein-Yuan-Schein

Die Frau auf dem Ein-Yuan-Schein

Alte Rezepte

Großbritannien

Die britische Wirtschaft wächst besonders schnell. Aber kann das so bleiben?

Großbritannien hat’s geschafft. Die Wirtschaft wächst stärker als jene der anderen im G-8-Club der großen Wirtschaftsnationen. Schatzkanzler George Osborne fühlt sich bestätigt. Trotz seiner Sparpolitik prescht die britische Wirtschaft mit einem Jahreswachstum von 3,1 Prozent voran. Die Bank von England wird die erste der großen Zentralbanken sein, die nach der jüngsten Krise über eine Normalisierung ihrer Geldpolitik nachdenken muss und darüber, die Zinsen zu erhöhen.
Wer hätte das gedacht? Als sich die Konservativen David Cameron und George Osborne vor vier Jahren zur Wahl stellten, warnte Notenbankgouverneur Mervyn King, dass – wer immer das Land durch die notwendige Sanierung der Staatsfinanzen führen werde – auf lange Zeit nicht wiedergewählt werde. So hart würden die Einschnitte ausfallen müssen, die Befürworter der Politik damit begründeten, dass ein Land mit saniertem Haushalt und wettbewerbsfähiger Wirtschaft langfristig bessere Wachstumschancen habe. Doch nun sind viele von Osbornes Kritikern verstummt, die nach mehr Ausgaben und weniger Kürzungen gerufen hatten.
Alte Rezepte
Alte Rezepte

Befürchtet die Zentralbank den nächsten Absturz der Märkte?

Die Europäische Zentralbank ist alarmiert angesichts der Höchststände an den Börsen. Sie befürchtet bald eine scharfe Korrektur. Dabei wäre die EZB sogar mitverantwortlich für den drohenden Absturz.

Die Europäische Zentralbank  warnt angesichts der Rekordjagd an den Börsen vor steigenden Risiken für die Finanzstabilität. Die Suche der Investoren nach Rendite könnte die „Möglichkeit eines scharfen und ungeordneten Abbaus der jüngsten Kapitalflüsse“ auslösen, hieß es im aktuell veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht der Notenbank.
Die zuletzt in vielen Ländern erreichten Höchststände der Börsenindizes alarmierten die Währungshüter. So steht beispielsweise am deutschen Aktienmarkt der Daxnur noch knapp unter der 10.000er-Marke. Experten sprachen zudem von größeren Spekulationsblasen an den Anleihemärkten.
Zentralbank fürchtet nächsten Absturz der Märkte

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen www.harmbengen.de

Harm Bengen

Schießt Geld Tore?

Der Wert der WM-Teams: Geld schießt Tore

Das nächste Fußballfest ist die Weltmeisterschaft in Brasilien – ab Mitte Juni.
Geld trägt ungeheuer viel dazu bei, dass im Fußball Tore fallen und Spiele entschieden werden. Das wird auch bei der Weltmeisterschaft in Brasilien wieder so sein. Am Ende werden daher wohl jene Teams triumphieren, die in der Summe die besten und gleichzeitig wertvollsten Einzelkönner im Kader haben. Dieses einfache Prinzip funktioniert zwar nicht immer, doch häufiger als viele denken.
Geld schießt Tore

Richard and Slavomir Svitalsky svitalsky@seznam.cz

Richard and Slavomir Svitalsky

Zu viele kennen sich mit Geld nicht aus

In der modernen Welt ist es nötig, sich in Finanzbelangen auszukennen. Doch ein gewisser «Analphabetismus» in diesem Bereich ist weit verbreitet.

Bildung schützt zwar vor Dummheit nicht. Ist sie jedoch zu gering, kann es teuer werden. Etwa dann, wenn sich Anleger über Verluste beklagen, nachdem sie sich von scheinbar lukrativen, aber offensichtlich dubiosen Investments haben blenden lassen – oder dann, wenn künstlich zu tief gehaltene Zinsen zu viele Personen mit zu geringem Einkommen und Eigenkapital zum Kauf zu teurer Immobilien verleitet haben und wenn die so entstandene «Preisblase» schliesslich platzt.
Ernüchternde Studie

Laut Wissenschaftern wie Annamarie Lusardi und Olivia Mitchell von der George Washington University und der University of Pennsylvania sind solche Phänomene nur möglich, weil sich viele Konsumenten mit Geld nicht gut genug auskennen. In ihrer Literaturstudie mit dem Titel « The Importance of Financial Literacy: Theory and Evidence » stellten sie auf drei einfache Fragen ab:
Zu viele kennen sich mit Geld nicht aus

caritas-schuldenberatung.ch

caritas-schuldenberatung.ch

Mehr Einkommen muss nicht mehr Glück heißen

 Interview | Günther Strobl: Permanentes Wachstum ist für die Marina Fischer- Kowalski
Sozialökologin Marina Fischer-Kowalski etwas, das man sich in Europa abschminken muss

Standard: Europa und die USA driften wirtschaftlich auseinander. Teilen Sie diesen Befund?
Fischer-Kowalski: Ich würde das Wachstum in Amerika nicht überschätzen. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen wächst da wie dort nicht. In den USA werden aber mehr Kinder geboren, auch die Einwanderungspolitik ist viel liberaler als in Europa – das erhöht die Gesamtnachfrage.
Standard: Wirtschaft ankurbeln ist das Mantra der Politik. Zu Recht?
Fischer-Kowalski: Wir arbeiten mit führenden europäischen Wirtschaftsforschungsinstituten in einem EU-Projekt zusammen, bei dem es um Wohlfahrt, Reichtum und Arbeit geht (engl. Welfare, Wealth and Work for Europe; WWW for Europe). Grundtenor: Wir brauchen etwas Neues, zurück zu dem, was war, geht nicht.
Standard: Ressourcenverbrauch ist ein ganz großes Thema.
Fischer-Kowalski: Es ist gelungen, Wachstum und Verbrauch dank technologischen Fortschritts und Effizienzgewinn zu entkoppeln.
Standard: Effizienz ist wichtig, weil Europa arm an Rohstoffen ist?
Fischer-Kowalski: Nicht nur. Rohstoffe werden seltener und auch teurer. Stichwort Erzminen: Der Metallgehalt je Tonne sinkt massiv, neue Minen mit hohem Metallgehalt werden keine gefunden. Schon vor der Krise 2008 sind die Rohstoffpreise gestiegen, mit der Krise haben sie nachgegeben. Viele haben gedacht, der Boom sei vorbei. So ist es aber nicht, die Preise steigen weiter.
Standard: Wie effizient kann man ohne Technologiesprünge werden?
Mehr Einkommen muss nicht mehr Glueck heißen

Karsten Schley

Karsten Schley

Auch Julius Bär Bank droht eine hohe Busse.

Auch Julius Bär muss in den USA mit hoher Busse rechnenBaer

Unterlagen der US-Justiz legen nahe, dass Julius Bär beim Abschied aus den USA nicht immer konsequent war. Schon seit den späten siebziger Jahren besass der vermögende US-Bürger aus South Carolina ein Schwarzgeldkonto bei Julius Bär. Im November 2009 meldete sich sein Kundenberater aus Zürich per Telefon: Das Konto müsse geschlossen werden. Der Druck aus den USA auf Schweizer Banken werde zu gross. Bis hier entlastet die Einzelfallschilderung aus einer Klageschrift der US-Staatsanwaltschaft die Privatbank. Im Jahr 2009, nach dem Vergleich der UBS im Steuerstreit, versuchte Julius Bär genau wie andere Banken, amerikanische Schwarzgeldkunden vor die Tür zu setzen.
Auch Julius Baer muss in den USA mit hoher Busse rechnen
Julius Bär