Sind Regierungen schlecht vorbereitet?

Beispiellose geldpolitische Stimuli und rekordverdächtige Schuldenlasten führen dazu, dass die Regierungen schlecht darauf vorbereitet sind, den nächsten wirtschaftlichen Abschwung zu bewältigen.

Die Presse berichtet: Der ist nur eine Frage der Zeit. Die nächste Rezession wird wahrscheinlich nicht so schlimm wie die letzte, aber die Industrieländer wären viel besser darauf vorbereitet, wenn sie die Geldpolitik schrittweise wieder normalisieren und in der Zwischenzeit ihre Haushalte konsolidieren würden.

Die wirtschaftlichen Prognosen für 2017 deuten weiterhin auf eine schwache Weltwirtschaft und unterdurchschnittliches Wachstum für die meisten Länder und Regionen hin. Zu den offensichtlichen Problemen gehören dabei die schwachen europäischen Banken, Chinas verzerrter Immobilienmarkt, politische Unsicherheit im Westen, private und öffentliche Schulden in Rekordhöhe (laut dem Internationalen Währungsfonds 225 Prozent des BIP) und der Unwille der schwer verschuldeten Länder wie Griechenland und Portugal, sich an IWF-Programme zu halten.

Nicht so offensichtlich und daher weniger beachtet sind zusätzliche globale Wirtschaftsrisken wie eine große Umwälzung des Ölmarkts, was zu steigenden Preisen führen kann. Ökonomen nennen solche Ereignisse „Schocks“, da sie unerwartet kommen und weitreichende Folgen haben können.

Igor Żakowski  www.izakowski.pl

Igor Żakowski
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Schwarmfinanzierung (Crowdinvesting)

Definition: Schwarmfinanzierung Crowdinvesting bezeichnet eine Finanzierungsform, bei der eine Vielzahl von Geldgebern ein konkretes Projekt finanziert. Die Anleger erhalten für das Investment einen festen Zinssatz oder werden über einen erfolgsabhängigen Zinssatz an zukünftigen Gewinnen des finanzierten Projekts beteiligt. Die Einsammlung der Gelder über Internet-Dienstleistungsplattformen ist dabei die Regel.
Kleinanlegerschutzgesetz : Mehr Transparenz auf dem Grauen Kapitalmarkt

Dank § 2a VermAnlG ist es kleinen und mittelgroßen Unternehmen und gerade auch Start-Ups möglich, sich auf relativ unkomplizierte und schnelle Weise mit Kapital auszustatten, um ihren Geschäftsbetrieb zu starten, zu erweitern oder neue Projekte anzustoßen. Denn so können sie Kapital von Kleinanlegern einwerben, ohne den hohen Kosten ausgesetzt zu sein, die mit einem Prospekt verbunden sind. Die Gebühr für dessen Billigung und Aufbewahrung beträgt zwischen 1.500 und 15.000 Euro; hinzu kommen die Kosten, die Kanzleien für die Erstellung eines Prospekts verlangen und die häufig im fünfstelligen Bereich liegen.

Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die Regeln für Schwarmfinanzierungen, erläutert, was Anbieter beachten müssen, wenn sie die Ausnahme von der Prospektpflicht in Anspruch nehmen wollen, und berichtet von ersten Erfahrungen aus der Praxis. BaFin
crowdinvesting

Wirtschaftsweise kritisieren Reformbilanz

Die Top-Wirtschaftsberater der Bundesregierung haben eine Reformoffensive in Deutschland gefordert und der amtierenden schwarz-roten Koalition Versäumnisse vorgeworfen. Sachverstaendigenrat

Auch in Europa muss es Reformen geben

„Die zugrunde liegende Wachstumsdynamik bleibt im Wesentlichen erhalten“, heißt es in dem Gutachten. Mit ihren Schätzungen liegen die Experten nicht weit von den Prognosen der Bundesregierung entfernt. Diese erwartet für 2016 ein Wachstum von 1,8 Prozent und für 2017 von 1,4 Prozent.

Auch in Europa müssten Reformen angegangen werden, wird gefordert. Die weltweit lockere Geldpolitik deute auf eine falsche Aufgabenverteilung hin: Dauerhaft höheres Wachstum lässt sich mit geldpolitischen Maßnahmen nicht erzielen.
„Die Verschleppung der Probleme gefährdet das europäische Projekt“

Im Euro-Raum habe die außergewöhnlich lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zwar wesentlich zum Aufschwung beigetragen. Das Ausmaß der Lockerung sei aber angesichts der wirtschaftlichen Erholung nicht mehr angemessen, schreiben die Professoren.

„Der Reformeifer ist erlahmt, und einige Mitgliedstaaten lassen die notwendige Haushaltsdisziplin vermissen“, heißt es. Die Geldpolitik verdecke die Probleme und gefährde zunehmend die Finanzmarktstabilität. Ein Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik werde immer schwieriger. „Die Verschleppung der Probleme gefährdet das europäische Projekt“, warnen die „Wirtschaftsweisen“. Ohne die Bereitschaft zu grundlegenden Reformen könne die langfristige wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der EU nicht gesichert werden.
Zukunftsfähigkeit in den Mittelpunkt
Wirtschaftsweise

Roboter – Kollege oder Konkurrent?

Rechner, Roboter, Maschinen, Software, Algorithmen und künstliche Intelligenz werden künftig mehr zum Einsatz kommen.

Der „Job-Futuromat“ findet für Sie heraus: In diesen Jobs könnten Maschinen bald Menschen ersetzen. Viele Tätigkeiten in der metallverarbeitenden Industrie könnten bereits heute weitgehend von Maschinen erledigt werden.

Immer häufiger greifen Roboter in unser Leben ein. In Zeiten einer wachsenden Digitalisierung fragen sich viele Beschäftigte: Übernimmt bald eine Maschine meinen Job? Eine neuartige Datenbank gibt Auskunft. Interessierte an der Datenbank job-futuromat können dort ihren Beruf eingeben – der „Job-Futuromat“ liefert dann Angaben zur „Automatisierbarkeit“ ihrer Arbeit als Prozentzahl.

Ob automatisierbare Arbeiten tatsächlich von einer intelligenten Computersoftware oder einem Roboter erledigt werden, ist nach Einschätzung von Arbeitsmarkt-Experten allerdings nicht nur eine technische Frage. Menschliche Arbeit könne eben manchmal wirtschaftlicher, flexibler und besser sein als die eines Roboters.

Nachfolgend noch die Automatisierbarkeit von menschlicher Arbeitskraft in den sieben wichtigsten Berufsfeldern nach Angaben des „Job-Futuromats“, gemessen an der Zahl der Beschäftigten:

BÜROKRAFT/KAUFMÄNNISCHE FACHKRAFT: Der Automatisierungsgrad liegt in diesen Berufen heute schon heute bei 83 Prozent und ist damit sehr hoch. Nach Einschätzung von Arbeitsmarktforschern könnten von sechs klassischen Tätigkeiten der 1,627 Millionen Beschäftigten in diesem Bereich schon heute fünf von Maschinen erledigt werden.

LAGER- UND TRANSPORTARBEITER : Rein technisch ist auch hier ein Großteil der Arbeiten automatisierbar. Schon heute lassen sich 71 Prozent der klassischen Lagerarbeiten maschinell erledigen – nämlich fünf von sieben Tätigkeiten, sind Arbeitsmarktforscher überzeugt. Ob sich am Ende die Chefs auch dafür entscheiden, ist eine andere Frage.

BERUFSKRAFTFAHRER : Beim bisherigen Stand der Technik brauchen Angehörige dieser Berufsgruppe erst einmal nicht zu befürchten, dass ein Computer ihren Job übernimmt. Der Automatisierungsgrad etwa von der Tourenplanung bis zum Steuern der Fahrzeuge liegt laut „Job-Futuromat“ bei null. Mit dem automatisierten Fahren könnte sich das aber schnell ändern.

KRANKENSCHWESTER/-PFLEGER: Ein Pflegeroboter am Krankenhausbett – das ist in den Augen von Forscher zur Zeit ebenfalls schwer vorstellbar. Entsprechend sehen sie den Automatisierungsgrad beim Job der bundesweit rund 673 700 Krankenpfleger bei null.

VERKÄUFER: Dagegen sind die 870 000 Verkäufer und Verkäuferinnen keineswegs sicher vor Rationalisierungen. Für sie sehen Experten eine Automatisierbarkeit von immerhin 67 Prozent. Dass Roboter Kunden beim Modekauf beraten könnten, halten auch sie für zweifelhaft. Andere Arbeiten könnten aber auch gut Maschinen erledigen.

BANKKAUFMANN/-FRAU : Für nur teilweise ersetzbar halten Forscher hingegen Geldgeschäfte bei Banken. Hier sehen sie eine Automatisierbarkeit von 38 Prozent. Drei von acht klassischen Tätigkeiten eines Bankkaufmanns könnten technisch schon heute Maschinen übernehmen.

HELFER IN DER METALLINDUSTRIE: Vor Umwälzungen stehen den Forschern zufolge auch die Arbeitsplätze in der Metallindustrie. Zumindest einfachere Arbeiten lassen sich dort bereits heute zu 79 Prozent ersetzten. Egal ob Stanzen, Abkanten, Entgraten, Pressen oder Polieren – vieles leisten bereits heute Maschinen oder könnten es zumindest, wenn es Chefs denn wollen.

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Weltspartag kein Grund zum feiern

Diesen Tag kann man sich sparen. Ende Oktober wird der Weltspartag begangen – zu feiern gibt es da aber wenig. Wer sein Geld vermehren will, muss es vielmehr vom Bankkonto nehmen.

2016 war kein gutes Jahr für die Gefühlswelt der Sparer! Die aktuelle Niedrig- bzw. Nullzins-Phase bereitet den Menschen Angst: 58 Prozent der Deutschen bezeichnen die Zinspolitik der EZB als ihre größte Sorge, wenn es um ihr Vermögen geht. Im Vorjahr waren es 41 Prozent. Nur rund ein Viertel der Deutschen (26 Prozent) hat keine Sorgen.

Das geht aus dem „Vermoegensbarometer 2016“ hervor. Pünktlich zum Weltspartag haben die Sparkassen 1810 Menschen rund um das Thema Geld und Finanzen befragt.

Die EZB-Geldpolitik wirkt sich auch auf die Zufriedenheit mit der eigenen finanziellen Lage aus: Nur 52 Prozent der Befragten bezeichnen sich als zufrieden mit dem Ersparten, 2015 waren es noch 56 Prozent, 2014 sogar 58.

(Foto: dpa)

(Foto: dpa)

Kontaktlos Bezahlen und digitale Geldbeutel

Nicht nur Industrie und Wirtschaft sind von der immer weiter voranschreitenden Digitalisierung betroffen – auch die Bezahlmethoden hat der digitale Wandel erfasst und führt zu disruptiven Veränderungen.

Mobile Bezahlsysteme. Das Smartphone als Portemonnaie
Tageskarte für das Tram, Supermarkteinkauf oder Restaurantbesuch – fast überall kann man mit dem Smartphone zahlen. Und was soll das bringen.

Anne-Barbara Luft berichtet: Frau Molitor spaziert in die Strassenbahn mit ihrem Smartphone in der Hand und tippt «1 Ticket kaufen. Sie sitzt im Tram mit ihrem Ticket auf dem Smartphone. Billettautomat in der Tasche

Sie ist eine von 80 000 ZVV-Kunden, welche die Ticket-App des Verkehrsbetriebs heruntergeladen haben. Seit Oktober vergangenen Jahres ist sie im Angebot und wurde im März erfolgreich mit einer Rabattaktion beworben. Die ZVV-App ist ein gutes Beispiel dafür, wie mobiles Bezahlen für den Kunden einen echten Mehrwert bieten kann.

Wer die App nutzen möchte, muss sich einmal anmelden, ein Zahlungsmittel hinterlegen und die Anwendung herunterladen. Alle üblichen Kredit- und Debitkarten sowie die Postfinance-Karte werden akzeptiert. Der Ticketkauf erfolgt dann ohne weiteres Einloggen. Tatsächlich reichen zwei Klicks für den Kauf.

Häufig gekaufte Billetts erscheinen auf dem Startbildschirm. Das Ticket wird sofort nach dem Kauf auf das Smartphone geladen. Dort ist es auch dann noch sichtbar und gültig, wenn keine Internetverbindung besteht. Wie bei einem Ticketautomaten können mit dem Smartphone auch ermässigte Produkte gekauft werden. Besitzer eines Halbtax-Abonnements müssen dieses bei einer Kontrolle vorweisen.

Mobiles Bezahlen wird von den Anbietern solcher Systeme gerne als wichtiger und Nutzen bringender Trend dargestellt. Tatsächlich wächst der Markt für Finanztechnologie seit einigen Jahren besonders dynamisch. Im vergangenen Jahr wurden weltweit 19 Mrd. $ in diesen Sektor investiert, in diesem Jahr sind es bereits 26 Mrd. $ – 50% davon flossen in neue Zahlungssysteme. Es sei unvermeidbar, dass eines Tages kein Bargeld mehr verwendet werde.

Davon sind die heutigen Angebote allerdings noch weit entfernt, und niemand kommt heute drumherum, etwas Bargeld bei sich zu haben. So auch Frau Molitor, die kürzlich bei einer Billettkontrolle eine Busse von 90 Fr. wegen Fahrens ohne gültigen Fahrausweis zahlen musste. Was war passiert? Der Akku ihres Smartphones war plötzlich leer – und der Kondukteur hatte dafür leider keinerlei Verständnis.
Das Smartphone als Portemonnaie
Kontaktlos bezahlen: Per Funk mit Karte zahlen – so funk­tioniert‘s
Smartphone

Was ist eigentlich ein Digital Gap?

global_digital_divideDigitale Kluft (englisch digital gap) beschreibt Unterschiede im Zugang zu und der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie, insbesondere dem Internet, zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen aufgrund von technischen und sozioökonomischen Faktoren

Durch die Digitalisierung könnte sich eine Kluft auftuen zwischen bildungsnahen und bildungsferneren Gruppen . Es könnte ein sogenannter „Digital Gap“ entstehen.

Lisa Breit berichtet: Die Arbeitslosenquote von Personen mit Hauptschulabschluss war 1999 neun Prozent, die von jenen mit Lehre sechs. Heute ist die Arbeitslosenquote von jenen mit Lehre etwa sieben und die von Personen mit Pflichtschule etwa 27. Das geht immer weiter auseinander. Wir sollten also möglichst niemanden mehr aus unserem Bildungssystem entlassen, der nur einen Pflichtschulabschluss hat.

Die Ausbildungspflicht bis 18 ist ein guter Anfang dafür, aber es braucht noch mehr Maßnahmen im Bereich der frühkindlichen Erziehung. Kinder mit schwierigerem sozialem Hintergrund haben erst ähnliche Chancen, wenn man sie mehr fördert. Kindergärten müssten massiv gestärkt, Pädagogen besser weitergebildet und bezahlt werden. IT-Kenntnisse sind da natürlich auch ein besonderes Thema. In allen Branchen, bei denen wir die Qualifikationen der Zukunft analysiert haben – wie Tourismus, Metall, Elektro, Chemie, Bau – ist vor allem eines gefragt, und das sind IT-Kenntnisse.

Weil Lernen und Informationsgewinnung zunehmend darüber funktionieren, sind sie als Handwerk unverzichtbar – so wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Und zu glauben, die Kinder spielen eh alle mit dem Smartphone, deshalb lernen sie das von allein, ist völliger Unsinn.

„Digital Natives“ können gut mit Youtube, Instagram oder was auch immer umgehen, haben aber oft nicht die für den Arbeitsmarkt notwendigen IT-Kenntnisse. Aber es fehlt ihnen an noch viel mehr als an technischem Know-how: nämlich an der Fähigkeit, Informationen, die man im Netz findet, richtig zu beurteilen. Da brauchen wir kein Unterrichtsfach, son- dern IT muss den gesamten Unterricht durchdringen. Wir brauchen völlig andere Bildungskonzepte.

Dazu sagte unlängst ein Professor der Technischen Uni Wien, man solle Smartphones für den Unterricht einsetzen. Was halten Sie davon?  ….derstandard
Die neue „Digital Divide“ Studie
Bridge

Finanzplatz Genf lässt Federn

Der Schweizer Finanzplatz mit den ganz banalen Sorgen der Genfer Banken. Einst hüllten sich traditionsreiche Häuser wie Pictet, Lombard Odier oder Mirabaud in Schweigen, was den Geschäftsgang betrifft. Mittlerweile zeigen die Abschlüsse aber sektortypische Schwächen.

Finanzplatz Genf gehört nicht mehr zur Weltspitze. Die Genfer Banken haben eine schwache erste Hälfte 2014 mit mehrheitlich rückläufigen Gewinnen hinter sich. Im internationalen Vergleich büsst der Standort Plätze ein. Haben sich die fragwürdigen Geschäftspraktiken der Schweizer Vermögensverwaltungen, die nur unter dem Deckmantel des Steuergeheimisses zu betreiben waren überholt? Geneve Finance.ch

Es ist ein Warnruf vom Genfersee. Die europäische Kundschaft bleibt aus. Dadurch sinken die verwalteten Vermögen. Was wollen die Bankiers dagegen unternehmen?
Vor allem die Lage von Genfer Banken, die in der Vermögensverwaltung tätig sind, sieht nicht mehr so rosig aus wie vor Ausbruch der Finanzkrise. Dennoch blieb die Zahl der Finanzinstitute in den vergangenen zwölf Monaten relativ stabil, und der leichte Rückgang beim Volumen der verwalteten Vermögen ist verkraftbar. Der Standort Genf erfreut sich zudem weiterhin grosser Beliebtheit bei Kunden aus Asien und den traditionell eng mit Genf verbundenen Ländern des Nahen Ostens.Sorgen bereiten dagegen die europäischen Staaten und die Länder Lateinamerikas. Der unbefriedigende Zugang zum EU-Markt und der kommende automatische Datenaustausch wirken sich negativ auf den Neugeldzufluss aus. Kunden aus den Ländern Süd- und Zentralamerikas scheinen sich vermehrt nordamerikanischen Banken zuzuwenden. Wie den übrigen Schweizer Vermögensverwaltern dürften aber schliesslich auch den Genfer Banken vor allem die schrumpfenden Margen im Vermögensverwaltungsgeschäft zusetzen.
Genf rutscht in Finanzplatz-Ranking ab

Aaron Bacall

Aaron Bacall

Die Macht des billigen Geldes

Die Folgen eines überdrehten Geldhahns. Im Anleihensektor hat sich mittlerweile das Verhältnis von Risiko zu Rendite massiv verschlechtert. Der Ruf nach Strukturreformen wird lauter.

Die Politik des billigen Geldes hat Konsum bisher nicht angeschoben, das Geschäft für Banken und Versicherungen aber massiv verschlechtert Wien – Es mehren sich die Stimmen, welche die Geldpolitik am Ende ihrer Leistungsfähigkeit angelangt sehen. Dazu zählt auch Wolfgang Habermayer, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Merito Financial Solutions: „Wir haben Probleme, die Geldpolitik nicht lösen kann.“

Fiskalpolitik wie ein Infrastrukturprogramm könne dadurch nicht ersetzt werden, auch wenn dieses die Staatsschulden erhöhen würde. „Für eine Investition braucht man Optimismus“, betont Habermayer. Daran mangelt es seiner Ansicht nach in Europa. Dazu leiste auch die EZB ihren Beitrag, „weil wir nicht mehr auf klassische volkswirtschaftliche Entwicklungen ausgerichtet sind, sondern alles nur noch der Geldpolitik unterliegt.“ Dies sei aufgrund der negativen Begleiterscheinungen bedenklich. Wankende Geschäftsmodelle.

Als Beispiel führt Habermayer, früher Vorstand der Bank Austria und Chef der Deutschen Bank in Österreich, Europas Geldhäuser an. Deren Geschäftsmodell werde von der Geldpolitik durchkreuzt, da im Zinsgeschäft kaum mehr verdient werden könne. In Europa ortet der Merito-Chef folglich ein Überangebot an Banken: „Es wird durch Fusionen oder Schließungen in Europa zu einem massiven Konsolidierungsprozess kommen – nicht nur national, sondern auch grenzübergreifend.“….der standard
Geld

Höchststand bei den weltweiten Schulden

Die weltweiten Schulden haben nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds IWF einen neuen Höchststand von 152 Billionen Dollar (135,5 Billionen Euro) erreicht.

Dieser Wert vom vergangenen Jahr habe 225 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung entsprochen, hieß es im Bericht. Im Jahr 2002 habe er noch bei 200 Prozent gelegen. Etwa zwei Drittel der Summe des vergangenen Jahres sei im privaten Sektor angehäuft worden. In den Betrag nicht eingerechnet sind Banken und Versicherungen. International Monetary Fund: Debt Use It Wisely

Dr. Jan Tomaschoff www.w-t-w.org/en/dr-jan-tomaschoff/

Dr. Jan Tomaschoff
www.w-t-w.org/en/dr-jan-tomaschoff/