Euphorie ohne Bremse?

Die Jahresend-Party hat schon angefangen, Pessimismus an den Börsen ist passé –ausser es geht um Europas Aktienmärkte.

Weiter aufwärts, Euphorie ohne Bremse. Der US-Leitindex in den vergangenen Tagen mit kräftigen Gewinnen. Lediglich die Ausbrüche aus Aufwärtstrendkanälen nach oben, die eine Euphorie-Phase und somit ein Überschießen des Marktes darstellen, mahnen zur Vorsicht, dass Rücksetzer ebenso dynamisch erfolgen könnten. Noch aber ist der Bulle zu reiten. Grossanleger scheinen einem Herdentrieb verfallen. Die US-Aktien haben sich seit der Präsidentschaftswahl im November bestens entwickelt. Wer noch nicht auf den Zug aufgesprungen ist, der tut es jetzt. Das zumindest könnte einem geneigten Beobachter durch den Kopf gehen, wenn er die jüngsten Erkenntnisse aus der monatlichen globalen Fondsmanager-Umfrage von Merrill Lynch betrachtet. Die durchschnittlichen Bargeldbestände sind von sehr hohen 5,8% im Oktober auf nur noch 4,8% gesunken. In Europa betragen sie gar sehr magere 3,3%.

Der Dollar gilt als überbewertet, Japan profitiert und Europa wird von Fondsmanager als grösstes Risiko betrachtet. Die EU mit eventuellen Bankenpleiten in Europa wird als gefährlich eingestuft, einen Absturz der Obligationenmärkte und eine Stagflation (26%) sowie eine Abwertung von Chinas Währung oder einen Immobilien-Crash im Reich der Mitte (19%).
Bullish Aktienmarkt

Frauen in Finanz-Start-ups

Zu wenig Frauen in Fintechs. In Finanz-Start-ups gibt es kaum Frauen in Führungspositionen. Fintechs boomen, Frauen sind bei den Start-ups jedoch in der Minderheit. Aber wieso? Generell gibt es weniger Gründerinnen als Gründer in der Start-up-Szene, aber gerade in der Fintech-Szene gab es so gut wie keine.
Quelle: Fintech Ladies: Warum ich ein Netzwerk für Fintech-Frauen gründe.
Fintechladies.com

Deutschland, ein Fintech-Märchen? Oder hofft die Bundesregierung nur auf Boom?

Deutschland kann mit einem Fintech-Boom rechnen. Das ist zumindest das Ergebnis einer anbieterübergreifenden Studie des Bundesfinanzministeriums.
FinTech – Markt in Deutschland / Gutachten

Die Studie fokussiert sich auf die Segmente Finanzierung und Vermögensmanagement. Zu diesen FinTech-Unternehmen zählen unter anderem Internetportale für Crowdlending und Crowdin-vesting aber auch Social Trading und Robo Advice.
Powerwomen in-Fintech
Women in Fintech

Draghis-Rally geht weiter

Draghi rettet den Euro mit zusätzlichen 540 Milliarden.

Die EZB verlängert ihr Anleihekaufprogramm um weitere neun Monate. Und das muss noch nicht das Ende sein. Von einem Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik will Draghi nichts wissen. Insgesamt stocken die Währungshüter ihr Programm, das vor allem in Deutschland hoch umstritten ist, damit um über eine halbe Billion Euro auf. Es habe einen sehr breiten Konsens für die getroffenen Maßnahmen gegeben, führte der EZB-Präsident weiter aus.

Einstimmig fiel die Entscheidung indes nicht: dem Vernehmen nach haben einige wenige Ratsmitglieder gegen eine weitere Ausweitung der Käufe über März 2017 hinaus gestimmt. Doch die mahnenden Stimmen, die auf eine schrittweise Zurückführung der ultralockeren Geldpolitik in Europa drängen, konnten sich – wieder einmal – nicht durchsetzen.

Der Italiener Draghi schaffe einen Riesenspagat und werde damit allen gerecht. Seinen Kritikern könne er entgegenhalten, dass er das Kaufvolumen reduziere und den Freunden einer expansiven Geldpolitik, kann er eine weiterhin äußerst expansive Geldpolitik präsentieren. Gewissermaßen habe Draghi die eierlegende Wollmichsau der Geldpolitik erschaffen.

Mit dem Mandat der EZB, für einen stabilen Euro zu sorgen, hat das alles schon längst nichts mehr zu tun. Draghi kauft den Südländern der Eurozone Zeit, indem er sie mit Milliarden und Abermilliarden alimentiert. Ich frage mich nur, ob er das aus Überzeugung tut, oder ob er im Hinterzimmer von einigen Regierungschefs darum gebeten worden ist, frägt sich ..dw.com

Cummings

Cummings

Australiens Wirtschaft schrumpft

Australien droht erste Rezession seit einem Vierteljahrhundert. Dies ist der erster BIP-Rückgang seit fünf Jahren. Die Wirtschaft Australiens ist im dritten Quartal um 0,5% geschrumpft. Nun stellt sich die Frage, ob eine Rezession verhindert werden kann.
Weniger Häuserbau und ein Export-Rückgang haben die australische Wirtschaft im dritten Quartal erstmals seit 2011 schrumpfen lassen.

Die australische Wirtschaft ist im dritten Quartal wegen sinkender Ausgaben von Unternehmen, Verbrauchern und Staat so stark geschrumpft wie seit 2008 nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt nahm zwischen Juli und September um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal ab, wie aus das den am Mittwoch veröffentlichten Daten das Statistikamtes hervorgeht. Geht die Wirtschaftsleistung im laufenden Quartal erneut zurück, steckt Australien erstmals seit einem Vierteljahrhundert in der Rezession. Das wäre ein Rückschlag für die im Juli neugewählte konservative Regierung und ihrem Chef Malcolm Turnbull, die mehr Wachstum und neue Jobs versprochen hat.

Die Regierung gab angesichts eines Haushaltsdefizits weniger Geld aus, während vor allem die Bergbauunternehmen weniger investierten. Dagegen erwies sich der Tourismus als Konjunkturstütze: Allein die chinesischen Besucher dürften in diesem Jahr für Einnahmen von etwa neun Milliarden australischen Dollar (rund 6,2 Milliarden Euro) sorgen.

Die grosse Frage lautet nun, ob Australien eine technische Rezession bevorsteht, ob die längste Wachstumsphase in der Geschichte des Landes zu Ende geht. Wirtschaftsexperten wie auch die Reserve Bank of Australia gehen davon aus, dass dies nicht passiert. Im vierten Quartal wird wieder mit einem positiven Resultat gerechnet. Die guten Oktoberzahlen des Detailhandels stützen diese Vermutung.
Australiens Wirtschaft schrumpft

Das «Nein» zur Verfassungsreform in Italien

Das Referendum über die von Ministerpräsident Renzi vorgeschlagene Verfassungsreform ist gescheitert, und zwar überaus deutlich. Renzi hat um Mitternacht die Konsequenzen gezogen und seine Demission angekündigt. Der Ausgang der Abstimmung und der Rücktritt Renzis werfen Italien in eine politische Krise im Moment einer schweren Bankenkrise. Sagt Italien damit Nein zu Korruption und Nepotismus? Oder hat der Populismus ein Opfer gefunden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bedauert die Ankündigung des italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi, nach der Niederlage beim Verfassungsreferendum zurückzutreten. Die Kanzlerin habe mit Renzi «sehr gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet» und seinen Reformkurs unterstützt

Der Euro reagiert negativ auf die Ablehnung der von Regierungschef Matteo Renzi angestrebten Verfassungsreform in einem Referendum. Im frühen Handel hat er bis zu 1,2% seines Wertes zum Dollar verloren.
Nach diesem Entscheid dürften die Geldgeber aus Katar wenig Lust haben, heute Montag bei der Monte Paschi di Siena einzusteigen und sich an einer neuerlichen Rekapitalisierung zu beteiligen. Sie hatten ihre Beteiligung für heute, dem letzten Termin, vom Ausgang der Abstimmung abhängig gemacht.

 REUTERS

REUTERS

Wie viel künstliche Intelligenz verträgt die Welt?

Roboter gegen Menschen. Wird künstliche Intelligenz zum Feind?

Donald Trump hat zwar dank den Stimmen von Menschen gewonnen, die um ihre Stellen bangen. Doch werden gegen Roboter weder eine Mauer noch Handelsschranken nützen. Einfachen Tätigkeiten droht das Aus.

Wie viel künstliche Intelligenz verträgt die Welt? Bewegen wir uns mit der rasanten Entwicklung von intelligenten Robotern in eine turbulente Zukunft, oder bringt der Fortschritt bessere Zeiten mit sich? Für die Freaks im Silicon Valley ist künstliche Intelligenz zum Hauptdiskussionsthema geworden. Es beschäftigt dementsprechend auch die Politik und die Anleger an der Wall Street.

Andrew Ng, ein führender Forscher im Bereich der künstlichen Intelligenz, hat kürzlich in einem Artikel in der «Harvard Business Review» einen einfachen Wegweiser geboten: Für Tätigkeiten, die der Mensch mit weniger als einer Sekunde Nachdenken ausüben kann, dürften in Zukunft Roboter eingesetzt werden, zumal diese solche Tätigkeiten besser bewältigen. Zum Leidwesen der Arbeiter fallen viele Jobs in diese Rubrik.

Ein Beispiel dafür sind Lastwagenfahrer. Das Lenken eines Trucks auf den amerikanischen Highways ist eine Tätigkeit, die laut Informatikern im Labor bereits von Robotern erledigt werden kann. Was fehlt, sind regulatorische Rahmenbedingungen, um die Transportwirtschaft von menschlichen Fahrern auf Roboter umzustellen. Für die rund 3,5 Mio. Lastwagenfahrer sind das keine guten Aussichten. Es überrascht daher nicht, dass laut ersten Wahlforschungsstudien viele aus dieser Schicht Trump gefolgt sind. Trump hat zwar den Robotern nicht direkt den Krieg erklärt, doch er hat von Jobsicherheit gesprochen, und die Lastwagenfahrer fürchten zu Recht um ihre Zukunft.

Doch die Lastwagen sind nur der Anfang. Dank Fortschritten in der künstlichen Intelligenz dürften bald zahlreiche neue Dienstleistungen betroffen sein, die den Alltag von Millionen von Menschen verändern werden.
ARTIFICIAL INTELLIGENCE AND LIFE IN 2030
@HarvardBiz

Künstliche Intelligenz Digitales Gehirn

Künstliche Intelligenz Digitales Gehirn

Eigenheim nur ein Traum?

Wie in vielen anderen Ländern wurden auch in der Schweiz die Eigenmittelvorschriften für den Kauf von Wohneigentum verschärft mit dem Ziel, eine übermässige Preisentwicklung im Immobilienmarkt zu verhindern und die Stabilität der Banken zu verbessern. Hiesige Banken verlangen bei der Vergabe eines Hypothekarkredits in der Regel 20% Eigenkapital. Vor 2012 konnten diese Eigenmittel vollumfänglich aus Pensionsguthaben zusammengestellt werden.

Seit 2012 müssen mindestens 10% des Kaufpreises mit Barmitteln des Kreditnehmers gedeckt sein. Es ist zu vermuten, dass viele Haushalte aufgrund dieser Verschärfung länger sparen müssen, bevor sie sich ein Eigenheim leisten können. Dies gilt vorab für die Haushalte, die keine Vermögenstransfers – wie etwa ein vorgezogenes Erbe – erhalten.
eigenheim

Millionäre verlassen London

Die Zahl der Millionäre in Großbritannien ist deutlich gesunken. Viele gehen in die USA, nach Deutschland und nach Japan.

Die Zahl der Dollar-Millionäre in Großbritannien ist zwischen Sommer 2015 und Sommer 2016 um etwa 15 Prozent von 2.631 auf 2.225 Personen zurückgegangen, berichtet die Schweizer Großbank Credit Suisse. Auch das Gesamtvermögen der etwa 49 Millionen Erwachsenen im Land ging in diesem Zeitraum um rund 1,5 Billionen Dollar zurück, berichtet Bloomberg.

Rund die Hälfte der etwa 140.900 superreichen Individuen auf der Welt – jene, die mehr als 50 Millionen Dollar besitzen – leben in den USA. China landet auf dem zweiten Platz – hier leben etwa 10.000 Personen, die mindestens 50 Millionen Dollar kontrollieren. In Europa leben etwa 21 Prozent der Superreichen – insbesondere in Großbritannien, Deutschland, der Schweiz, Frankreich und Italien.

Die höchsten Abgänge an Millionären verzeichnete neben Großbritannien die Schweiz. Hier sank die Zahl von 774 auf 716 Personen und in China von 1.633 auf 1.590 Personen. Bis Juni 2016 stieg das weltweite Vermögen um 1,4 Prozent auf 256 Billionen Dollar. …
The U.K. Lost 15% of Its Millionaires Because of Brexit/ Blomberg
Brexit

Streit um „Trump University“ endet mit Millionenvergleich

Vergleich im Rechtsstreit. Im Streit um eine von ihm gegründete „Universität“ zahlt der künftige US-Präsident Donald Trump 25 Millionen Dollar (23,6 Millionen Euro) an ehemalige Studenten. Das entschied der Generalstaatsanwalt von New York, Eric Schneiderman.

Mehr als 6000 Studenten sollen seinen Angaben zufolge mit dem Geld entschädigt werden. Trump entgeht damit kurz vor seinem Einzug ins Weiße Haus einem Prozess.
Verstöße gegen Bildungsgesetze

Die außergerichtliche Einigung sei „ein wichtiger Sieg für die mehr als 6000 Opfer seiner betrügerischen Universität“, erklärte Schneiderman mit Blick auf Trump. Der Milliardär müsse wegen Verstößen gegen die Bildungsgesetze zudem bis zu eine Million Dollar an den Bundesstaat New York zahlen.
images-Drew Sheneman

Fintechs Bank oder nicht Bank?

Regulierung von Fintech.

Die digitale Revolution hat die Finanzwelt durchgeschüttelt. Muss das Regelwerk deshalb grundlegend angepasst werden? Oder sollte die Bankenregulierung lediglich etwas zurückgefahren werden. Da gehen die Meinungen noch ausseinander.

Die Bandbreite der Kooperationen zwischen Fintechs und Banken ist inzwischen enorm.

Fintechs brauchen Banken als Partner. Interessant ist, dass viele Technologie-Start-ups ihre kundenfreundlichen Finanzdienstleistungen und Produkte nur mit einer Banklizenz anbieten können, die sie zunächst nicht haben. Folglich brauchen sie zwingend eine Bank als Partner. So hat sich eine Reihe von Kooperationen zwischen meist nur in der Fachwelt bekannten Fintechs und Banken etabliert.

Sollte innerhalb des Finanzwesens eine klare Trennung vorgenommen werden? Auf der einen Seite steht das traditionelle Bankwesen, das systemrelevant ist und deshalb implizite Staatsgarantien geniesst, aber auch strikten Regeln unterworfen ist. Auf der anderen Seite gibt es die Nichtbanken, die weder Fristen transformieren noch Geld schöpfen. Die Lizenz für Nichtbanken sollte sicherstellen, dass keine systemischen Risiken eingegangen werden; weiterführende Bedingungen sind kontraproduktiv.

Das alles klingt radikal. Doch ein solcher liberaler Vorschlag scheint nur mutig in einer Welt, in der der Staat schon seit Jahrzehnten enorme Risiken im Finanzwesen auf sich nimmt. Ob das auf Dauer gutgeht, ist alles andere als gewiss. Hier liegt denn auch der Reiz einer neuen Lizenz. Damit hat künftig jeder die Wahl: Er kann weiterhin dem «Public-Private-Bankwesen» seine Ersparnisse anvertrauen. Oder er kann im unregulierten Bereich des Finanzwesens Risiken frei eingehen, die er im Krisenfall aber selber tragen kann – und auch muss.
Banks vs Fintech