Das britische Pfund ist plötzlich von
1,26 au1,18 Dollar gestürzt – der tiefste
Stand seit 31 Jahren. Die Währung erholte sich im Anschluss jedoch wieder. Experten nennen das „Flashcrash“.
Über den Auslöser wird noch spekuliert. Die britische Währung steht unter Druck: Kauforder für das Pfund gehen angesichts der Sorge über die Auswirkungen des Brexit spürbar zurück.
Dicke Finger
Die japanische Wirtschaftszeitung «Nikkei» zitierte einen Händler mit den Worten, da habe wohl jemand mit einem «dicken Finger» = „Fat-Finger-Trade“ auf seiner Computertastatur versehentlich eine grössere Verkaufsanweisung eingetippt als beabsichtigt.
Es kursierten daneben aber auch Spekulationen, wonach Chinesen angesichts der Schwäche des Pfunds die Währung abgestossen und dafür Dollar gekauft hätten. Andere wiederum machten für den Absturz fehlgesteuerte Computer-Algorithmen verantwortlich.
Grossbritannien nach der Brexit-Entscheidung. Was auch immer der Auslöser gewesen sein mag: Kauforder für das Pfund gehen angesichts der Sorge über die Auswirkungen des Brexit spürbar zurück. Was auch immer der Auslöser gewesen sein mag: Kauforder für das Pfund gehen angesichts der Sorge über die Auswirkungen des Brexit spürbar zurück.
Diese Spekulationen wurden durch eine Rede der britischen Premierministerin Theresa May ausgelöst, in der sie einen harten Kurs bei der Einwanderungspolitik signalisierte.
Angesichts solcher Töne fürchten die Finanzmärkte nicht mehr nur um den Zugang Großbritanniens zum EU-Binnenmarkt. Es gehe vielmehr um den grundsätzlichen wirtschaftspolitischen Kurs der britischen Regierung. Das Land könnte sich abschotten und von seiner traditionell liberalen Wirtschaftspolitik verabschieden. All dies sei schädlich für den Status des Pfund. Die Währung werde unter Druck bleiben.
Die weltweiten Schulden haben nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds IWF einen neuen Höchststand von 152 Billionen Dollar (135,5 Billionen Euro) erreicht.
Dieser Wert vom vergangenen Jahr habe 225 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung entsprochen, hieß es im Bericht. Im Jahr 2002 habe er noch bei 200 Prozent gelegen. Etwa zwei Drittel der Summe des vergangenen Jahres sei im privaten Sektor angehäuft worden. In den Betrag nicht eingerechnet sind Banken und Versicherungen. International Monetary Fund: Debt Use It Wisely
Dr. Jan Tomaschoff www.w-t-w.org/en/dr-jan-tomaschoff/
Multimilliardär ohne Einkommen
Der republikanische Präsidentschaftskandidat hat trotz rasanter Vermögenszunahme offenbar seit Jahren keine Einkommenssteuern gezahlt. Könnte Donald Trump trotzdem Präsident werden? NYtimes
Seit Richard Nixon im Weißen Haus residierte, gehört es zu den ungeschriebenen Gesetzen amerikanischer Wahlkämpfe, die Zahlen freizugeben. Dass Trump es bisher nicht tat, begründete er mit einer laufenden Steuerprüfung, die ihn leider daran hindere, auch wenn ihm die Steuerbehörde sanft widersprach. Der wahre Grund ist ein anderer: Wie die „New York Times“ in ihrer Sonntagsausgabe vorgerechnet hat, könnte der Immobilientycoon 18 Jahre lang nicht einen Cent an Einkommensteuern gezahlt haben.
Zurückzuführen ist es auf eine Pleitenserie, die ihn Anfang der neunziger Jahre am Rande des finanziellen Ruins wandeln ließ. Als seine drei luxuriösen, überdimensionierten Spielcasinos in Atlantic City nicht die Einnahmen erzielten, die er sich erhofft hatte, stand der hochverschuldete Unternehmer kurz vor dem Bankrott. Eine Fluglinie, spezialisiert auf die vergleichsweise kurzen Strecken zwischen den Metropolen der Ostküste, erwies sich als Flop. In Manhattan erlitt er Schiffbruch mit dem Plaza Hotel, einem architektonischen Juwel, bei dessen Kauf er sich übernommen hatte. Kurzum, 1995 machte Trump einen Verlust von 916 Millionen Dollar geltend.
Trump hat persönlich enorm profitiert von seinem wirtschaftlichen Zerstörungswerk“
Mit damals legalen Abschreibungsmöglichkeiten dürfte er sein zu versteuerndes Einkommen um rund 50 Millionen Dollar pro Jahr heruntergerechnet haben, vermuten Steuerexperten, die das Zahlenwerk im Auftrag der „New York Times“ analysierten. Und zwar für die drei Jahre vor und die 15 Jahre nach dem angegebenen Verlust. „Er hat persönlich enorm profitiert von seinem wirtschaftlichen Zerstörungswerk“, zitiert die Zeitung einen der von ihr befragten Experten, Joel Rosenfeld, einen auf Immobilien spezialisierten Professor der New York University.
Donald Trump hat nach eigenen Worten die US-Steuergesetze „auf brillante Art“ ausgenutzt. „Als Geschäftsmann und Immobilienentwickler habe ich die Steuergesetze auf legale Weise zu meinem eigenen Nutzen und zum Nutzen meiner Firma, meiner Investoren und meiner Angestellten genutzt“, so der republikanische Präsidentschaftskandidat. Steuer Unternehmer
Im Streit um hauseigene Handelsplattformen, sogenannte «Dark Pools»*, hat die Credit Suisse eine Einigung erzielt. Die Grossbank zahlt 84 Millionen Dollar und entgeht einer Anklage.
Es besteht der Vorwurf, in früheren Jahren die eigenen Leitlinien zur Neugelddarstellung im Private Banking nur bedingt eingehalten zu haben. Durch die Mängel seien die von der Credit Suisse gemachten Angaben zum Nettoneugeld «wesentlich irreführend» gewesen, teilte die Securities and Exchange Commission (SEC) am Mittwochabend mit.
Dark Pools sind ausserbörsliche Handelsplätze, an denen Investoren unbemerkt vom Rest der Anleger grosse Aktienpakete kaufen oder verkaufen können. Der Dark Pool der CS mit dem Namen Crossfinder ist gemäss den US-Behörden vermutlich der grösste in den USA sowie der zweitgrösste weltweit.
Verstösse gegen gesetzliche Vorschriften
Neben Crossfinder betreibt die Grossbank auch den kleineren Handelsplatz Light Pool, der gleichzeitig als Kommunikationsnetzwerk dient. Die US-Behörden stellten bei beiden Handelsplätzen Verstösse gegen gesetzliche Vorschriften fest. Die beiden sogenannten Alternativen Handelssysteme der CS hätten nicht so funktioniert wie beworben und zahlreiche regulatorische Vorgaben über Jahre hinweg verletzt, teilten die US-Behörden am Sonntag mit.
Die SEC und das New Yorker Justizministerium werfen der Credit Suisse vor, gewisse Händler zum Nachteil anderer Teilnehmer bevorzugt und weder den Preis für Tauschaktionen noch die Betriebsregeln für ihre Handelsplattform offengelegt zu haben. Dafür zahlt die Credit Suisse je 30 Millionen Dollar an die SEC und die New Yorker Justiz. Zudem muss die Bank 24,3 Millionen Dollar Gewinne an die SEC herausgeben, die aus Gebühren für die Ausführung illegaler Handelsaufträge stammen.
Richtlinien überarbeitet
Im Rahmen des Vergleichs räumt das Geldhaus die Vorwürfe weder ein noch weist es sie zurück. Eine CS-Sprecherin erklärte, die Bank sei zufrieden, diese Angelegenheiten mit der SEC und dem New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman abgeschlossen zu haben. Für eine Strafzahlung wegen den Dark Pools hatte die Credit Suisse nach eigenen Angaben Rückstellungen getätigt.
Um künftig weitere Bussen für Crossfinder zu vermeiden, habe die Credit Suisse schon vor der Einigung mit den US-Behörden eine Reihe von Schritten unternommen, sagte eine Sprecherin. Unter anderem lege die Bank nun mehr Details zum Betrieb der Handelsplattform offen. Weiter seien die Vertraulichkeitsrichtlinien verbessert und die Vorgaben für die Abwicklung der Aufträge überarbeitet worden, sagte sie.
Höchste Strafen bislang
Neben der Credit Suisse Securities (USA) verdonnerten die US-Behörden auch die US-Filiale der britischen Bank Barclays zu einer Strafe. Im Gegensatz zur CS gibt Barclays im Rahmen der Vereinbarung zu, gegen Gesetze verstossen zu haben und akzeptiert einen unabhängigen Aufseher. Dieser soll einen ordnungsgemässen Ablauf bei der Plattform Barclays LX sicherstellen. Barclays zahlt insgesamt 70 Millionen Dollar.
Die Zahlungen der beiden Grossbanken seien «die höchsten Strafen», die bislang im Zusammenhang mit anonymen Handelsplattformen ausgesprochen wurden», heisst es in der Mitteilung der US-Behörden.
Weitere Untersuchungen
«Bei diesen Angelegenheiten handelt es sich um die jüngsten Vorgehen in einer Serie repressiver Massnahmen gegen Dark Pools und andere alternative Gebührensysteme», wird die SEC-Vorsitzende Mary Jo White zitiert. Ihre Institution werde nicht aufhören, diese undurchsichtigen Handelsplattformen zu durchleuchten «um Investoren besser zu schützen».
Eigentlich sind Dark Pools dafür gedacht, dass Investoren unter Umgehung des öffentlichen Marktes Aktien in grossem Stil handeln und dabei einen besseren Preis erzielen, weil ihre Absichten im Dunkeln bleiben. Die Plattformen sind aber seit der Veröffentlichung des Buches «Flash Boys» in Verruf gekommen. Der Finanzjournalist Michael Lewis beklagt darin, dass der Aktienmarkt zugunsten von Hochfrequenzhändlern manipuliert wird.
Die US-Aufsichtsbehörden haben mehrere Ermittlungen zu Transparenz und möglicher Bevorzugung von Hochfrequenzhändler lanciert. Letztere nutzen automatisierte Systeme, um Aktien unmittelbar zu handeln, während andere Marktteilnehmer noch keinen Zugang haben.
Im Januar hatte bereits die UBS im Rahmen eines Vergleichs in den USA in eine Zahlung von 14,4 Millionen Dollar eingewilligt. Die Tochter der Grossbank, UBS Securities LLC, habe Hochfrequenzhändler bevorzugt. Gemäss Statistiken der US-Finanzmarkt-Regulierungsbehörde betreibt die UBS gemessen an den Transaktionen den drittgrössten Dark Pool. Hochfrequenzhandel
*Als Dark Pool (auch Dark pool of liquidity) wird eine bank- und börseninterne Handelsplattform für den anonymen Handel mit Finanzprodukten bezeichnet, der außerhalb des offenen Wertpapierhandels der Börsen abgeschlossen wird. Zu den Dark Pools gehören Bereiche wie Forex (Kassa oder Spot-Währungshandel), CFD (Contract for Difference) und OTC (Over the counter). Dark Pools unterliegen nicht den Regeln und der Aufsicht der europäischen Börsen. Das zentrale Merkmal der Dark Pools ist die fehlende Transparenz.
Die Wirtschaft beklagt zähe Verhandlungen mit Iran. Deutsche Unternehmen wollen gern mit iranischen Partnern ins Geschäft kommen. Die Hürden dafür sind aber vielen zu hoch. So setzen Sie auf Gabriels Besuch im Land.
Die Volkwirtschaft des Iran erlebt nach Aufhebung der internationalen Wirtschaftssanktionen einen Aufschwung. Die wirtschaftlichen Bedingungen im Iran „verbessern sich deutlich“, heißt es in einem Bericht des Internationalen Währungsfonds, der am Montag in Washington veröffentlicht wurde. Die Behörden würden nötige Reformen verantreiben, um das Wachstum zu stützen, heißt es in dem Bericht. Iran
Jetzt stell sich die Frage, wie es um die Rechtssicherheit für deutsche Investoren stehe?
Die Revolutionsgarden und große Stiftungen beherrschten große Teile der Wirtschaft. Geschäfte mit ihnen kämen nicht dem Staatshaushalt, „sondern parallelen Machtstrukturen zugute“. Demnach würde eine wirtschaftliche Öffnung auch nicht zwangsläufig den politischen Wandel zum Besseren bedeuten, sondern mitunter sogar Rückschritte. Nouripour fordert vom Iran eine Wirtschaftspolitik, die den Menschen und nicht den inoffiziellen Machtstrukturen zugute komme.
In der Vergangenheit hatte die deutsche Wirtschaft eine gute Beziehung zum Iran. In den 1970er Jahren war der Iran laut DIHK der zweitwichtigste deutsche Exportmarkt außerhalb Europas und lag damit nur hinter den USA. Vor den Sanktionen – im Jahr 2005 – hat Deutschland Waren im Wert von 4,4 Milliarden Euro exportiert. Die internationalen Sanktionen haben sie um zwei Drittel reduziert.
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Acht Jahre nach dem Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers und der folgenden globalen Rezession ist die Politik der wichtigsten Notenbanken noch immer im Krisenmodus. Es drohen erneut Bankenzusammenbrüche oder umfassende Rettungsmassnahmen. Viele Industrieländer haben noch nicht den Weg zurück zur konjunkturellen Normalität gefunden. Gleichzeitig herrscht an den globalen Finanzmärkten die Furcht vor einem Anstieg der Zinsen – weniger vor höheren kurzfristigen Notenbankzinsen als vor einem Schub bei den längerfristigen Kapitalmarktzinsen. Weltwirtschaft und Finanzmaerkte gestoppte kreative Zerstoerung
Nel Ioan Cozacu www.w-t-w.org/en/nel-ioan-cozacu www.nelcartoons.de
Der Ölpreis hat in den vergangenen Jahren eine rasante Talfahrt hingelegt. Auch das Vermögen vieler Superreicher weltweit hat das arg dezimiert.
Schere zwischen arm und reich ist weit geöffnet. Das Gesamtergebnis erscheint zunächst wenig spektakulär: Laut Wealth-X stieg die Zahl der UHNWIs (ultra high net worth) 2015 weltweit um 0,6 Prozent, während deren Vermögen um 0,8 Prozent auf einen Rekordwert von insgesamt 30 Billionen Dollar zunahm. Zusammen machen diese Superreichen damit lediglich 0,004 Prozent der Weltbevölkerung aus, während sie jedoch gleichzeitig über 12 Prozent des globalen Vermögens verfügen.
Soweit, so bekannt und auch so unerfreulich: Die Schere zwischen arm und reich in der Welt ist weit geöffnet, und sie scheint sich nach und nach immer noch weiter zu öffnen.
Bemerkenswert ist allerdings, was Wealth-X in Bezug auf den Ölpreisrückgang der vergangenen Monate und Jahre ermittelt hat: Die Einbußen der Superreichen in Ländern, die in besonderem Maße vom Ölexport abhängen, waren demnach offenbar signifikant. manager-magazin
Wem nützt die Deutsche Bank?
Hohe Gebühren, niedrige Zinsen, Kurssturz an der Börse: An der Deutschen Bank leiden viele – Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter. Einer bestimmten Personengruppe hingegen hat das Geldhaus viel Geld beschert.Wie konnte es dazu kommen?
Hermann-Josef Tenhagen berichtet: 24,4 Milliarden Euro hat die Deutsche Bank allein von 2009 bis 2015 ihren (vor allem leitenden) Mitarbeitern an Boni gezahlt. Für die exzessiven Jahre 2006 bis 2008, als einzelne Banker 80 Millionen Euro Bonus erhielten, nennt die Bank auf Anfrage keine Zahlen. An Dividenden jedenfalls hat die Bank im gesamten Zeitraum von 2006 bis 2015 knapp 5,2 Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausgeschüttet.
Leicht zu sehen, wo das Geld geblieben ist.
Das verblichene Management um Anshu Jain und Jürgen Fitschen hatte in seiner Verzweiflung über die Vergangenheit recht. Es geht um kulturelle Fragen. Der damalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann reckte im Jahr 2004 die Finger zum Victory-Zeichen, als er vom Vorwurf der Untreue freigesprochen wurde, weil er seine Pflichten zwar verletzt hatte, aber eben gerade nicht so gravierend, dass dies für eine Verurteilung reichte.
Wenig später, zu Beginn der Finanzkrise 2007, erklärte Ackermann in einer deutschen Talkshow, dass Verbraucher in Deutschland selbstverständlich vor seinen cleveren Bankern geschützt seien, nicht aber die (vermeintliche) Bankkonkurrenz von der kleinen Düsseldorfer IKB, denn das seien Vollkaufleute.
Die Deutsche Bank profitierte von der Dummheit und dem Beinahe-Kollaps der IKB. Und der Steuerzahler – also wir – durfte über den Umweg der bundeseigenen KfW die IKB retten. Die Rede ist von acht Milliarden Euro, die bilanzwirksam versenkt wurden. Dann wurde die IKB für einen Apfel und ein Ei an eine texanische Heuschrecke mit dem schönen Namen Lone Star verscherbelt. Spiegel.de
Nel Ioan Cozacu www.w-t-w.org/en/nel-ioan-cozacu www.nelcartoons.de
Erleichtertes Aufatmen bei der Deutschen Bank und an den Finanzmärkten: Das Finanzinstitut hat eine deutliche Absenkung seiner in den USA anstehenden Strafzahlung erreicht.
Wie die Nachrichtenagentur AFP am Freitag aus mit dem Dossier vertrauten Kreisen erfuhr, soll die Deutsche Bank nur noch rund 5,4 Milliarden Dollar (4,8 Milliarden Euro) statt der ursprünglich geforderten 14 Milliarden Dollar zahlen. Die Anleger reagierten begeistert.
Die Verringerung der Strafzahlung wegen der einstigen Geschäfte mit faulen Hypotheken habe die Bank in Verhandlungen mit dem US-Justizministerium erreicht, erfuhr AFP von einem Insider, der mit dem Verlauf der Gespräche vertraut ist. Die Einigung sei zwar noch nicht definitiv, werde aber möglicherweise schon in den nächsten Tagen verkündet.
Die Höhe der Strafzahlung könne noch von den genannten 5,4 Milliarden Dollar abweichen, aber nur leicht, hieß es weiter. Die Deutsche Bank, das Bundesfinanzministerium wie auch das US-Justizministerium lehnten eine Stellungnahme zu den AFP-Informationen ab.
Die ursprüngliche Forderung von 14 Milliarden Dollar (12,5 Milliarden Euro) hatte Sorgen nicht nur um die Existenz der Deutschen Bank, sondern auch um einen erneuten Banken-Crash wie im Jahr 2008 ausgelöst. In der Folge wurde heftig über einen möglichen Notfallplan der Bundesregierung spekuliert. Die Bank verfügt nicht über die Reserven, um eine derartig hohe Summe zu zahlen. Sie hat 5,5 Milliarden Euro für Rechtsstreitigkeiten zurückgelegt.
Auch die jetzt genannte Summe von umgerechnet 4,8 Milliarden Euro wird die Deutsche Bank zwar nicht ohne Schwierigkeiten aufbringen können. Die Reserve ist für die Abdeckung von weltweit rund 8.000 Rechtsstreitigkeiten gedacht. Jedoch sei nun ein staatlicher Nothilfeplan „viel weniger wahrscheinlich“ geworden, schrieb der Analyst Jasper Lawler von CMC Markets, einer Londoner Firma für Derivategeschäfte.
Die Deutsche Bank hatte sich von Anfang zuversichtlich gezeigt, dass sie die 14 Milliarden Dollar nicht zahlen muss. Sie verwies darauf, dass die Strafen wegen der Deals mit faulen Hypothekenpapieren für andere ausländische Banken deutlich niedriger ausgefallen waren. Die 14 Milliarden Dollar wären die höchste jemals gegen eine ausländische Bank in den USA verhängte Strafe gewesen.
Der Rechtsstreit bezieht sich auf die Zeit vor der Finanzkrise 2008. Der Deutschen Bank wie anderen Großbanken wird vorgeworfen, Investoren jahrelang über die Risiken von hypothekenbesicherten Wertpapieren getäuscht zu haben. Die Käufer dieser komplexen Anlageprodukte erlitten Milliardenverluste, als der US-Immobilienmarkt kollabierte.
Nach Bekanntwerden der ursprünglichen 14-Milliarden-Dollar-Forderung war die Deutsche Bank in einen Abwärtsstrudel geraten, der sich diese Woche nochmals beschleunigt hatte. Nach einem Absturz am Donnerstag war der Aktienkurs der Bank am Freitagmorgen weiter abwärts gerauscht – zum ersten Mal notierte der Kurs unter zehn Euro. Grund war auch, dass einige Hedgefonds-Kunden sich von der Bank abgewendet hatten. Vorstandschef John Cryan suchte daraufhin nochmals, die Gemüter zu beruhigen. In einer E-Mail an die Mitarbeiter schrieb er, zu keinem Zeitpunkt in den vergangenen zwei Jahrzehnten sei Deutschlands größte Bank so sicher gewesen wie heute. Am Markt seien „Kräfte“ unterwegs, die das Vertrauen in die Bank schwächen wollten.
Cryan unterstrich, dass die Bank über ein „starkes Fundament“ verfüge: Sie erfülle die Eigenkapitalanforderungen und habe Liquiditätsreserven von mehr als 215 Milliarden Euro, was ein „überaus komfortablen Puffer“ sei.
Bereits nach Cryans Statement bewegte sich der Aktienkurs der Bank wieder etwas nach oben. Nach der Nachricht über die stark herabgesetzte Strafe schnellte der Kurs dann hoch. Zum Handelsschluss in Frankfurt am Main notierte die Aktie 6,39 Prozent im Plus und kostete 11,57 Euro. NEW YORK (AFP)