Integrationsprozess vorantreiben und verbesserte Bankenaufsicht

EZB-Bankenaufseherin Sabine Lautenschläger «Wir hebeln nicht die Marktwirtschaft aus»

Als Mitglied des EZB-Direktoriums und Bankenaufseherin wirbt Sabine Lautenschläger für ein besser integriertes Europa. Dazu gehört für die Deutsche eine starke, aber prinzipienbasierte Bankenaufsicht.

Peter A. Fischer berichtet: Mit dem heutigen Zustand der Euro-Zone ist Lautenschläger nicht zufrieden. Sie ist in verschiedener Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung: Sabine Lautenschläger ist nicht nur die einzige Frau im sechsköpfigen Direktorium der Europäischen Zentralbank EZB, sondern auch die Einzige, die sowohl im für die Vorbereitung geldpolitischer Entscheidungen verantwortlichen EZB-Direktorium sitzt als auch in der Europäischen Bankenaufsicht eine leitende Funktion innehat. Dies, obwohl gerade sie sich immer für eine Trennung von Bankenaufsicht und Geldpolitik ausgesprochen hat.

Die prinzipiell denkende Juristin will das aber nicht als Paradox sehen, sondern als Konsequenz davon, dass es in der Praxis manchmal gilt, unideologisch Lösungen zu finden, um den Prozess in die richtige Richtung voranzubringen. Nun sage sie halt öfters: «Aus der Sicht der Bankenaufsicht . . .», oder: «Aus der Sicht der Geldpolitik . . .», erzählt die stellvertretende Vorsitzende des Einheitlichen Aufsichtsmechanismus (Single Supervisory Mechanism, SSM) bei der EZB am Rande des Luzerner Europaforums. Aufsicht verstehen und erklären….
EZB-Bankenaufseherin Sabine Lautenschläger
EZB-Rat oberstes Beschlussorgan der Europaeischen Zentralbank
EZB Direktorin Lautenschlaeger

Saudi-Arabiens Pläne

Warum der saudischen Vision die große Blamage droht.  Um seinen Reichtum zu sichern, will und muss sich Saudi-Arabien vom Öl emanzipieren. Doch die Pläne der Scheichs werden von den Märkten offenbar nicht ernst genommen.

Nando Sommerfeldt berichtet: Die Botschaft des Thronfolgers wird nicht gehört. Mohammed bin Salman, der als kommender Herrscher im Königreich Saudi-Arabien gilt, verkündet seit Monaten, dass sein Land sich vom Öl lossagen will. Die „Vision 2030“ hat er jüngst präsentiert – den Plan, wie Saudi-Arabien seinen Wohlstand zu sichern hofft, wenn eines Tages die Rohstoffquellen versiegen oder niemand mehr das Öl braucht.

Noch aber spielt das schwarze Gold eine entscheidende Rolle in der Welt und für das Schicksal der Scheichs. Und weil ein Barrel noch immer deutlich weniger als 50 Dollar kostet, verbrennt das Königreich viel Geld…
Warum der saudischen Vision die große Blamage droht
Klima und Fauen

Rentenlücke

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Herri.

Das Vorsorgesystem in der Schweiz gehört zum Besten was es gibt. Das ändert nichts an der Tatsache, dass sehr viele Leute bei Pensionierung eine Rentenlücke aufweisen, über die es sich lohnt, sich frühzeitig Gedanken zu machen. Je früher desto besser.

Dr. Jan Tomaschoff www.w-t-w.org/en/dr-jan-tomaschoff/

Dr. Jan Tomaschoff
www.w-t-w.org/en/dr-jan-tomaschoff/

Videos Kategorie Finanzkompetenz

Finanzbranche warnt vor Brexit

Die Chefin des IWF, Lagarde, hat in London eindringlich vor den Folgen eines Brexit gewarnt. Ein Austritt könnte die Konjunktur spürbar bremsen. Auch Londons Rolle als größter Finanzplatz in Europa sei in Gefahr. Die Briten stimmen nächsten Monat über den Brexit ab.Britische Banken und der Brexit.

Interview von Gerald Hosp
Die City of London Corporation ist das Sprachrohr der Finanzbranche. Mark Boleat, Leiter der Politikabteilung, sagt, welche Banken ein Brexit am stärksten treffen würde, warum die Sache für Hedge-Funds anders aussehe und welche Rolle die Boni-Deckelung spiele…
Finanzbranche waere am meisten betroffen

Arend van Dam www.w-t-w.org/en/arend-van-dam/

Arend van Dam
www.w-t-w.org/en/arend-van-dam/

Ist der Crash schon voll im Gange?

Schulden-Krise: Die Geldpolitik der EZB bringt Europa einem Finanz-Crash immer näher. Niedrigzinsen, gefährdete Renten und marode Banken sind erst der Anfang, so der Ökonom und Bestsellerautor Matthias Weik. Das Konstrukt der gemeinsamen europäischen Währung ist nicht länger tragbar. Wenn nicht bald ein völlig neues Geldsystem eingeführt wird, droht der völlige Zusammenbruch der Finanzwelt.

Interview: Deutsche Wirtschafts Nachrichten: DWN
Sie gelten als die „Crash-Propheten“ – und nun ist er bisher nicht eingetreten. Haben Sie sich geirrt?

Matthias Weik und Marc Friedrich: Nein, der Crash wird kommen. Die Frage ist nicht ob, sondern nur wann der Crash kommt.

Wenn wir ehrlich sind, ist der Crash schon im vollen Gange – er tritt scheibchenweise auf: Wir haben eine Nullzinsphase, Riester ist gescheitert, Griechenland ist immer noch pleite, Italiens Banken sind marode. Viele unserer Prognosen sind in der Zwischenzeieingetroffen und wir befürchten, dass leider auch der Rest eintreten wird. Bisher hat man lediglich auf globaler Ebene teuer Zeit gewonnen. Die Frage stellt sich lediglich, um welchen Preis? Nach wie vor wird auf globaler Ebene versucht, Schulden mit Schulden zu bezahlen, was weder nachhaltig ist, noch auf Dauer funktioniert. Seit 2008 hat sich die globale Verschuldung auf 200 Billionen US-Dollar verdoppelt….
Schulden-Krise- Der Crash ist schon voll im Gange

Kriminelle Spekulanten und ahnungslose Politiker haben ein nachhaltiges Wirtschaften verdrängt. Der Mensch ist in den Hintergrund geraten und wir mussten erkennen:
Finanzkapitalismus ist schlicht und einfach schlechter Kapitalismus. In Kapitalfehler erklärt das Bestsellerduo Weik/Friedrich allgemein verständlich, wie ein vernünftiger Kapitalismus wirklich funktionieren kann, und es scheut sich nicht, Fehlentwicklungen, die verbrecherischen Banken sowie die wahren Abzocker klar zu benennen. Denn nur wenn sich jetzt etwas ändert, können wir unser Geld retten.

Register soll Geldwäsche eindämmen

Schwarzgeld: David Cameron und seine Kriegserklärung gegen Korruption. Londons Regierung schmiedet ein internationales Bündnis gegen Geldwäsche und Bestechung. Doch sind die Briten glaubwürdig?

Der Zeitpunkt für solch ein Treffen hätte nicht besser gewählt sein können und doch war er reiner Zufall. Vor wenigen Wochen erst empörten die Panama Papers die Welt: Steueroasen, Briefkastenfirmen, Geldwäsche – ein Recherchenetzwerk hat einen globalen Finanzskandal enthüllt. Der Anti-Korruptions-Gipfel war zu dieser Zeit längst geplant. Auf Einladung des britischen Premierministers David Cameron kamen hochrangige Vertreter aus rund 40 Staaten sowie verschiedene Nichtregierungsorganisationen in London zusammen, um ein deutliches Zeichen zu setzen.

Korruption als „Krebsgeschwür“. Cameron bezeichnete Korruption als „Krebsgeschwür“, das für viele Probleme dieser Welt verantwortlich sei. „Absolute Transparenz“ dagegen nannte er als Schlüssel. „Korruption zerstört Staaten ebenso wie einige der Extremisten, die wir bekämpfen“, befand US-Außenminister John Kerry. Laut IWF belastet Korruption die Konjunktur mit umgerechnet 1,3 bis 1,75 Billionen Euro jährlich, was einer Schwächung der globalen Wachstumskraft von rund zwei Prozent entspreche. Gerade Terroristen und Extremisten spiele Korruption in die Hände, beharrten Cameron und US-Außenminister Kerry. „Korruption kann ganze Staaten zerstören – genau wie es die Extremisten tun, die wir bekämpfen“, sagte Kerry. “

Die Entwicklungsorganisation Oxfam kritisierte die Beschlüsse als unzureichend.

Enrico Bertuccioli www.w-t-w.org/en/enrico-bertuccioli www.e-bert.blogspot.ch/p/cartoons

Enrico Bertuccioli
www.w-t-w.org/en/enrico-bertuccioli
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IWF: Korruption verursacht gigantische Kosten

IWF schlägt Alarm: Korruption macht der Weltwirtschaft schwer zu schaffen, wie ein neuer Bericht des IWF zeigt. Gigantische Summen gehen dadurch verloren, doch das ist nur einer der Negativeffekte.

Die rund um den Globus grassierende Korruption ist nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) eine schwere Belastung für die Konjunktur. Jährlich würden dadurch 1,5 bis zwei Billionen Dollar (1,3 bis 1,75 Billionen Euro) verschlungen, heißt es in einem IWF-Bericht, der vor einem Anti-Korruptions-Gipfel in London veröffentlicht wurde. Dies entspreche einer Schwächung der globalen Wachstumskraft von rund zwei Prozent.

Die negativen Effekte der Korruption sind dem Bericht zufolge vielfältig. Sie befördere die Steuerflucht und schwäche somit die Handlungsfähigkeit von Staaten, da Steuereinnahmen fehlten. Die Korruption trage auch zu sozialen Ungleichheiten bei und schrecke Investoren ab.

Die Unternehmen suchten sich Länder aus, „wo sie sicher sein können, dass sie nach einer einmal getätigten Investition nicht erpresst werden, Bestechungsgelder zu zahlen“, betonte IWF-Chefin Christine Lagarde in einem Redemanuskript für die Londoner Konferenz. Kein Geld für soziale Programme….N-TV berichtet:
IWF Corruption : Costs and Mitigating Strategies

Dad, ich möchte eine Karriere in der organisierten Kriminalität machen. Regierung oder privaten Sektor?

Dad, ich möchte eine Karriere in der organisierten Kriminalität machen. Regierung oder privaten Sektor?

 

Finanzwissen gesucht

Stellen Sie sich vor, Sie hätten etwas Geld. Wäre es sicherer, dieses Geld in nur ein Geschäft oder Investment zu stecken, oder besser, es auf verschiedene zu verteilen? Eine einfach zu beantwortende Frage? Stellen Sie sich weiterhin vor, Sie müssten sich 100 US-Dollar leihen. Welcher wäre der niedrigere Betrag, den Sie zurückzahlen müssten: 105 US-Dollar oder 100 US-Dollar plus drei Prozent? Ebenfalls leicht?

Moritz Kraemer berichtet: In einer weltweiten Studie, die Standard & Poor’s Ratings Services zusammen mit dem Gallup-Institut, Forschern der Weltbank und der George Washington Universität durchgeführt hat, wurden mehr als 150.000 Erwachsene in über 140 Ländern der Erde nach grundlegendem Finanzwissen befragt. Insgesamt fünf Fragen waren zu beantworten, zu einfachen Rechenfähigkeiten, zum Verständnis von Risikodiversifizierung, zur Wirkung von Inflation und dem Effekt von Zins und Zinseszins.

Eine Person gilt im Rahmen der Studie als kompetent in Finanzfragen und hat den Test bestanden, wenn sie in der Lage war, mindestens drei von fünf Fragen richtig zu beantworten (entsprechend den vier Finanzkonzepten:
1. Risikodiversifizierung; 2. Inflation; 3. Rechenkompetenz/Zinsen; 4. Zins- und Zinseszins).

Die Herausforderung, für bessere Bildung in Finanzfragen zu sorgen, betrifft Industrienationen genauso wie Entwicklungsländer. In der EU, wo chronisch zu wenig für das Renten­alter gespart wird, besitzt die ältere Bevölkerung nicht genug Finanzkompetenz, um erfolgreich mit den wirtschaftlichen ­ Herausforderungen mit Blick auf die Rente umzugehen. Von den EU-Bürgern, die sagen, dass sie nicht für das Alter sparen, verfügt nicht einmal die Hälfte über das grundlegendste Finanzwissen. Viel Nachholbedarf also für die politischen Entscheidungsträger, wenn sie Altersarmut bekämpfen wollen.
Financial Literacy around the World:
Financial Literacy