Geld anlegen : Ihr nach!

Frauen erkämpfen sich mehr Platz in der Finanzwelt. Das ist überfällig, weil sie mit Geld anders umgehen als Männer – und mindestens genauso erfolgreich.

Deborah Steinborn berichtet: Es waren die späten achtziger Jahre, Susanne Kazemieh war eine junge, verheiratete Mutter in Hamburg, und sie wollte sich um die Familienfinanzen kümmern. Die Lehrerstochter, die Sonderpädagogik studiert hatte, kannte sich nicht aus und ging zu einem Finanzberater in der Nachbarschaft.
„Irgendwas stimmte nicht“, erinnert sie sich heute, „eine merkwürdige Atmosphäre war das.“ Sie fühlte sich ahnungslos, und so behandelte der Mann sie auch. Trotzdem schloss sie eine Haftpflichtversicherung für ihre Familie ab – „mit einem Zehnjahresvertrag, so wie das damals war, und viel zu teuer“. Der Mann redete mit ihr von oben herab in seiner Fachsprache und drückte ihr schließlich die Versicherung einfach in die Hand.

Friss oder stirb.
Damals galt es in der gesamten Finanzbranche als ausgemacht, dass Frauen keine Ahnung hätten. Nicht von Versicherungen. Nicht von der Geldanlage. Ein paar Standardversicherungen, ein Sparbuch, damit wären sie noch am besten bedient. Alles andere war Männersache.

Eine Firma für Frauen
Doch da kannten die Finanzmänner Susanne Kazemieh schlecht. Sie begann, sich die Geldbranche genauer anzusehen. Bekannte bemerkten, dass Susanne etwas über diese fremde Welt lernte, was sie nicht wussten. Mehr und mehr von ihnen baten sie um Hilfe bei ihren Finanzen. Zuerst eine befreundete Hebamme, die dann Kolleginnen vermittelte, dann Yogalehrerinnen. Wie von selbst bekam das Ganze unerwartet Schwung.
Susanne Kazemieh kehrte dem Lehrerberuf den Rücken, um der komischen Männerwelt eine Alternative entgegenzusetzen….
Geld anlegen – Ihr nach

Aleksi Siirtola

Aleksi Siirtola

Peking mit neuer Wechselkurspolitik?

People's Bank of China China heizt Spekulationen an. Bisher war China auf Gedeih und Verderb an den Dollar gebunden. Dies hatte zur Folge, dass der Yuan gegenüber wichtigen Handelspartnern zugelegt hat. Peking stellt nun die Wechselkurspolitik neu auf. China will sich von der Abhängigkeit vom Dollar lösen.

Künftig werde man den Wechselkurs des Yuan gegenüber einem Währungskorb veröffentlichen, teilte die People’s Bank of China (PBoC) am späten Freitagabend Pekinger Ortszeit mit. Nach offizieller Lesart ist das bereits bisher der Fall, doch de facto wird dieser Korb mit einem Anteil von mehr als 90% von der amerikanischen Währung dominiert. Als in den vergangenen Monaten der Dollar auch wegen der Zinsspekulationen kräftig zugelegt hat, gewann der Yuan gegenüber den Währungen der wichtigsten Handelspartner an Wert.

Allein gegenüber dem Dollar hat er leicht verloren. In China heisst es denn auch immer, der Yuan sei inzwischen – handelsgewichtet – «überbewertet». Der Schritt kurz vor dem Zinsentscheid der amerikanischen Notenbank signalisiert, dass China offenbar nicht länger gewillt ist, im Schlepptau mit dem Dollar an Wert zu gewinnen und sich in der Währungspolitik emanzipieren will. Es wird erwartet, dass die amerikanische Währung in den kommenden Monaten weiter zulegen wird.
Peking mit neuer Wechselkurspolitik

Claudio Munoz www.w-t-w.org/en/claudio-munoz/
Claudio Munoz
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Südafrika in Turbulenzen

Ministerentlassung stürzt Südafrikas Finanzmärkte in Panik. Die plötzliche Entlassung von Finanzminister Nhlanhla Nene hat zu den größten Verwerfungen am Anleihemarkt in der Geschichte Südafrikas geführt. Mit einer schnellen Erholung rechnet niemand.
Entlassung des Finanzministers setzt Finanzmärkten stark zu. Ob es Nene Schuld oder die Schuld der allgemeinen Korruption in unserer Regierung ist, derzeit ist die Wirtschaft auf dem Weg zu einer Verschlechterung.

Fassungslosigkeit, Wut und höchste Verunsicherung: Südafrikas Finanzmärkte sind über Nacht in eine der schwersten Krisen ihrer Geschichte gerutscht. Ein Ende ist auch am Freitag nicht in Sicht gewesen, die Landeswährung verlor weiter an Wert, die Kurse der Bankenaktien gaben nochmals um bis zu 10 Prozent nach. Am Mittwochabend hatte Staatspräsident Jacob Zuma ohne Angabe von Gründen den hoch geschätzten Finanzminister Nhlanhla Nene abgesetzt. Der Rand stürzte daraufhin ab, verlor innerhalb weniger Stunden mehr als 5 Prozent gegenüber dem Dollar. Allein die Banken büßten 112 Milliarden Rand (6,6 Milliarden Euro) an Börsenwert ein. An den Anleihenmärkten kam es zu den größten Panikverkäufen jemals.
Entlassung des Finanzministers setzt Finanzmaerkten stark zu
Our turn to eat

Super-Unternehmen mit mehr als 90 Mrd. Dollar Umsatz?

Mega-Fusion in der Chemiebranche. Die beiden US-amerikanischen Chemiegiganten Dow Chemical und Dupont fusionieren. Sie verdrängen damit BASF vom weltweiten Spitzenplatz.

Die Mega-Fusion der US-Chemiegiganten Dupont und Dow Chemical wird die Branche weltweit kräftig durchwirbeln. Die beiden Konzerne haben einen Börsenwert von jeweils knapp 60 Mrd. Dollar (54,6 Mrd. EUR). Es entsteht ein Super-Unternehmen mit mehr als 90 Mrd. Dollar (82 Mrd. EUR) Umsatz. Der deutsche Konkurrent BASF wird verliert damit seine Position als größter Chemiekonzern der Welt.

Die bisherigen US-Rivalen wollen nach der Fusion neue schlagkräftige Einheiten für Agrochemie, Spezialchemikalien und Kunststoffe bilden. Diese dürften auch den europäischen Konkurrenten wie Bayer und Syngenta kräftig einheizen. Denn bei dem Deal in den USA geht es nicht nur um schiere Größe. So sieht der Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Marijn Dekkers, durch die mögliche Fusion der US-Giganten den Trend zur Fokussierung bestätigt. Diesen Trend sehe die Branche schon lange, sagte Dekkers, der auch Bayer-Chef ist, vor wenigen Tagen auf einer Pressekonferenz des Verbands. Es sei für die Firmen sehr schwierig, sehr breit aufgestellt zu sein. Bayer selbst habe in den vergangenen Jahren entsprechende Schritte mit der Abspaltung von Lanxess vor zehn Jahren und dem Börsengang von Covestro im laufenden Jahr bereits vollzogen.

Einen anderen Weg geht der bisherige Branchenprimus BASF. Dieser setzt auf einen engen Verbund der Anlagen und damit eine optimale Ausnutzung. Die Produktpalette ist entsprechend breit. Sie reicht von Chemikalien, Kunststoffen, Veredlungsprodukten und Pflanzenschutzmitteln bis hin zu Öl und Gas. 2014 setzten die Ludwigshafener so mit mehr als 113.000 Beschäftigten rund 74 Mrd. EUR um.

Der Druck zur Fokussierung ist in den USA inzwischen besonders hoch, da dort aktivistische Aktionäre Druck auf die Unternehmen ausüben. Sie fordern bei den US-Giganten bereits seit Jahren eine Abspaltung einzelner Geschäftsteile. So soll sich der Wert der Unternehmen erhöhen. Auch die Analysten von Bernstein lobten einen möglichen Zusammenschluss von Dow und Dupont zuletzt. Die Experten rechnen mit Milliarden-Synergien bei dem möglichen „Dream Deal“.
Der Branche bereitet vor allem das Kunststoffgeschäft Kopfschmerzen. Überkapazitäten sorgen bei einer abflauenden Nachfrage in vielen Bereichen für Druck auf die Preise. Auch im Agrarchemiegeschäft gibt es weltweit viel Bewegung.

Alexey Bannykh

Alexey Bannykh

Hamburg hat sehr teure Entscheidung getroffen

Dieser Tag wird in die Geschichtsbücher der Stadt eingehen: Die Bürgerschaft hat am Mittwoch die größte Rettungsmaßnahme aller Zeiten beschlossen. Die schwer angeschlagene HSH Nordbank soll Kredite in Höhe von gut 16 Milliarden Euro erhalten. Wenn dieses Geschäft schiefgeht, ruiniert es die Stadt.

Bis 2018 müssen die HSH-Eigner Hamburg und Kiel das angeschlagene Institut abstoßen. Es dürfte die teuerste Einzelentscheidung der Hamburgischen Bürgerschaft überhaupt gewesen sein: Wegen der Finanzdramen um die angeschlagene HSH Nordbank hat das Parlament zur vorläufigen Rettung der Bank am Mittwoch mit den Stimmen von SPD und Grünen Kreditermächtigungen über 16,2 Milliarden Euro beschlossen. Forderungen aus CDU und FDP, die Kredithöhe zu reduzieren, lehnte Rot-Grün ebenso ab wie eine von den Linken verlangte ordentliche Abwicklung der Bank. Da Hamburg und Schleswig-Holstein zusammen Haupteigentümer der Bank sind, steht kommende Woche die gleiche Entscheidung noch einmal im Landtag in Kiel an…

Ähnlich äußerte sich Grünen-Fraktionschef Anjes Tjarks: Es gehe um die Frage, die HSH Nordbank entweder sofort abzuwickeln oder die Verständigung mit der EU-Kommission anzunehmen. „Unser Ziel war und ist, die Vermögensposition der Stadt zu schützen. Die Zustimmung zur Verständigung mit der Europäischen Kommission ist aus unserer Sicht die beste Entscheidung in diesem Sinne.“ Die FDP sprach dagegen von schwerwiegenden Mängeln in der Senatsvorlage. „Die Anhebung der Verschuldungsgrenzen für die „hsh finanzfonds AöR“ von 500 Millionen Euro auf 10 Milliarden und die Ermächtigung, für die gegründete „hsh portfoliomanagement AöR“ bis zu 6,2 Milliarden Euro aufzunehmen, stellen ohne klare Privatisierungsszenarien eine inakzeptable Risikoinflation dar“, sagte der FDP-Wirtschaftsexperte Michael Kruse.
Milliardenschwere Kredite fuer HSH Nordbank
HSH Nordbank Krisenmanagement Regierung

Frauen verdienen immer noch viel weniger als Männer

Die weltweite Lohnungleichheit hält nach einem Bericht des Weltwirtschaftsforums weiter an: Frauen verdienen heute so viel wie Männer vor einem Jahrzehnt. Wenn der Wandel im gleichen Tempo wie jetzt weitergeht, wird die vollständige Gleichstellung von Mann auf Frau erst in 118 Jahren erreicht werden.

Bei gleichbleibendem Tempo verdienen Frauen in 118 Jahren so viel wie Männer.
Rund 250 Millionen Frauen haben einer Studie zufolge seit 2006 neu Zugang zu den globalen Arbeitsmärkten erhalten, jedoch hält die Lohnungleichheit weiter an. „Frauen verdienen heute so viel wie Männer vor einem Jahrzehnt“, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Weltwirtschaftsforums (WEF) zur weltweit anhaltenden Ungleichheit zwischen den Geschlechtern auf dem Arbeitsmarkt und in weiteren Bereichen der Gesellschaft.

Insgesamt habe sich die Chancengleichheit in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Wirtschaft und Politik in den letzten zehn Jahren zwar leicht verbessert, jedoch sei das Tempo, mit dem sich die ökonomische Schere zwischen den Geschlechtern schließe, noch viel zu gering. Wenn dafür nicht mehr getan werde, könne die vollständige Gleichstellung von Mann auf Frau in Arbeitswelt, Bildung und Politik nach den Kriterien des „Global Gender Gap Report 2015“ erst in 118 Jahren erreicht werden, also im Jahr 2133.
Einmal mehr verzeichnen nordische Länder die meisten Fortschritte bei der Gleichstellung der Geschlechter. Im „Global Gender Gap Index“ des WEF rangiert Island an erster Stelle, gefolgt von Norwegen, Finnland, Schweden und Irland. Deutschland verbesserte sich im WEF-Gleichstellungsranking gegenüber 2014 um einen Platz auf Rang 11.
The Global Gender Gap Report 2015

Equal Pay

54 deutschen Multimillionäre haben ihr Geld in die Schweiz geschafft

Kontostände: 125 Millionen bis 8,5 Milliarden Franken. Deutsche Milliardäre bunkern Vermögen in der Schweiz.

Die Schweiz gilt als das Land der Millionäre. Dabei sind längst nicht alle Vermögenden auch Eidgenossen. Viele Superreiche kommen aus Deutschland, darunter auch zwei Formel-1-Fahrer. Welche deutschen Millionäre in der Alpenrepublik leben und wie viel sie auf dem Konto haben.
Seit dem Franken-Hammer ist die Schweiz ein teures Pflaster für Bundesbürger. Zumindest für die meisten. Sehr vermögende Ausländer haben mit der teuren Schweizer Währung allerdings kein Problem. Im Gegenteil: Sie strömen in Scharen in das Land. Die niedrigen Steuersätze locken besonders deutsche Milliardäre und Multimillionäre in die Alpenrepublik.

Reiche Unternehmer, Erben und Sportler schätzen die Schweizer Vorzüge
Der vermögendste Deutsche mit Schweizer Domizil ist der gebürtige Hamburger Klaus-Michael Kühne. Bekannt wurde der 78-Jährige durch seine Millionenhilfe für den Fußballverein Hamburger SV. Wie Kühne leben viele vermögende Deutsche bei unserem südwestlichen Nachbarn. Kaum einer legt sich auf die faule Haut, die meisten lassen ihr Geld arbeiten, wie die Schweizer Wirtschaftszeitung „Bilanz“ herausgefunden hat.
Deutsche Milliardäre bunkern Vermögen in der Schweiz.
54 deutschen Multimillionaere haben ihr Geld in die Schweiz geschafft

www.trumix.de

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Automatischer Austausch von Finanzinformationen

Die neue Welt für Steuerpflichtige. Die EU-Finanzminister haben das Abkommen mit der Schweiz zum automatischen Informationsaustausch AIA gutgeheissen. Der AIA kann für Steuersünder bis 2014 oder früher zurückwirken.

Hansueli Schöchli berichtet: Nun ist es amtlich: Die EU-Finanzminister haben am Dienstag den Vertrag mit der Schweiz zum automatischen Austausch von Finanzkundeninformationen (AIA) definitiv gutgeheissen. Im Grundsatz ging es nur noch um Formalitäten. Das gilt auch für die Schweiz. Fundamentalopposition meldet in Bern nur die SVP an – und dies im komfortablen Wissen, dass sie in der Minderheit bleiben wird. Das Parlament hat über die Rahmenregeln zur Umsetzung des AIA fast fertig diskutiert, und die Schweiz dürfte wie vorgesehen Anfang 2018 mit Daten für 2017 loslegen können. Schon seit 2014 in Kraft ist das Fatca-Gesetz, mit dem sich die Schweiz von Washington automatische Datenlieferungen in die USA aufzwingen liess.

Datenflut ab 2018
Für den AIA mit anderen Ländern braucht es aber zusätzlich noch konkrete Abkommen. Unterzeichnet hat Bern derzeit Abkommen mit Australien und der EU, Verträge mit weiteren Ländern dürften folgen. Ende November hat der Bundesrat die Botschaft zum EU-Abkommen ans Parlament geschickt; alles andere als eine deutliche Ja-Mehrheit wäre eine Überraschung.

Somit wird die Schweiz voraussichtlich ab 2018 einmal jährlich mindestens bei Kunden von Schweizer Finanzinstituten aus den EU-Ländern und Australien unter anderem Namen, Zinserträge, Dividendenerträge, Verkaufserlöse auf Finanzvermögen sowie Kontoguthaben in die Herkunftsländer der Betroffenen liefern. Eine Datenflut ist zu erwarten. Im Gegenzug wird die Eidgenössische Steuerverwaltung entsprechende Daten über Schweizer Steuerpflichtige aus den Partnerländern erhalten und die Daten an die kantonalen Veranlagungsbehörden weiterleiten. Viele Brücken sind gebaut…
Automatischer Austausch von Finanzinformationen
Data Analysis

IMF kommt Kiew entgegen

Im Ukraine-Konflikt ändert der internationale Währungsfonds (IMF)  Kredit-Regeln zugunsten der Ukraine. Moskau ist über die Entscheidung aus Washington empört und protestiert. IMF-Chefin Lagarde will dem ukrainischen Premier Arseniy Yatsenyuk helfen, den Staatsbankrott zu verhindern.

Der Internationale Währungsfonds (IMF) kommt der Ukraine im Schuldenstreit mit Russland wohl zur Hilfe. Der IMF will seine Kredit-Regeln ändern, um Länder weiter finanziell unterstützen zu können, die bei ihren Gläubigern in Zahlungsrückstand geraten, wie ein Sprecher des Fonds am Dienstag mitteilte. Das IMF-Exekutivdirektorium habe eine Abkehr von der jetzigen Politik beschlossen. Details dazu würden in den kommenden Tagen bekanntgegeben. Der russische Finanzminister Anton Siluanow erklärte umgehend, die Entscheidung richte sich gegen die Regierung in Moskau.

Russen-Bond als Zankapfel
Russland pocht bei der Ukraine auf die Rückzahlung von Schulden in Höhe von 3 Mrd. $ und leistet damit Widerstand gegen eine von der Regierung in Kiew geplante Umschuldung von insgesamt 15 Mrd. $. Russland weigert sich, dem mit privaten Gläubigern vereinbarten Forderungsverzicht beizutreten und argumentiert, die noch im Dezember fällige Fremdwährungsanleihe müsse als zwischenstaatlicher und nicht privater Kredit behandelt werden.
IMF kommt Kiew entgegen

Paresh Nath

Paresh Nath

Grundeinkommen die Vereinfachung des Sozialsystems?

Finnland will ein bedingungsloses Einkommen von 800 Euro für alle Bürger einführen. Im Gegenzug sollen alle staatlichen Zuschüsse wegfallen. Die Mehrheit der Finnen unterstützt das Vorhaben. Die Regierung will mit diesem Schritt vor allem die Arbeitslosenzahlen reduzieren. Knapp neun Prozent aller Finnen waren im Oktober ohne Job.

Das Vorhaben soll bis zum November 2016 umgesetzt werden. Im Gegenzug sollen alle anderen staatlichen Zuschüsse wegfallen. „Für mich bedeutet ein bedingungsloses Grundeinkommen die Vereinfachung des Sozialsystems“, so der finnische Premier Juha Sipilä.

Allerdings könnte dieses Vorhaben dazu führen, dass Personen, die auf staatliche Zuschüsse angewiesen sind, in die Armut abrutschen. Dazu gehören Berufsunfähige und Behinderte. Diese sind oftmals auf zusätzliche staatliche Zuschüsse angewiesen. Etwa zwei Drittel der Finnen unterstützen die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Das Parlament muss dem Gesetzesvorhaben der Regierung in Helsinki noch seine Zustimmung geben, bevor das Vorhaben umgesetzt werden kann. Die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens würde den finnischen Steuerzahler jährlich 46,7 Milliarden Euro kosten.
Finnland arbeitet an 800 Euro bedingungsloses Grund Einkommen
Grundeinkommen