Nord-Süd-Gefälle bei Europas Banken. Faule Kredite und zu wenig Kapital
Der europäische Bankensektor ist gespalten. Während nordeuropäische Institute oft gute Bewertungen erhalten, leiden einige spanische und italienische Banken unter faulen Krediten und zu wenig Kapital.
Michael Ferber berichtet: Laut EZB sind Kennzeichen von «Zombie-Banken» eine hohe Quote an faulen Krediten und anhaltend niedrige Erträge. Die Lage bleibt bei vielen europäischen Banken stark angespannt. Studien belegen ein anhaltendes Nord-Süd-Gefälle, wie bereits die Stresstests der Europäischen Zentralbank (EZB) im vergangenen Oktober gezeigt hatten. Diese Spaltung des europäischen Bankensektors dürfte sich in den kommenden Jahren noch verstärken.
Toxische Aktiva
Die Kluft im europäischen Bankensektor zeigt sich deutlich bei der Qualität der Aktiva der Banken. So hat die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in ihrem Jahresbericht darauf hingewiesen, dass einige europäische Banken – explizit nennt sie grosse italienische und spanische Finanzhäuser – zum wiederholten Mal vergleichsweise hohe Verluste durch faule Kredite verbucht hätten. Gemäss der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) lag das Volumen an notleidenden Krediten bei den Banken in der Euro-Zone mit 9,2% des Bruttoinlandprodukts (BIP) Ende 2014 doppelt so hoch wie 2009. Laut Christian Götz, Analytiker der LBBW, haben die europäischen Banken in den vergangenen Jahren auf ihren toxischen Krediten geringere Abschreibungen vorgenommen als die US-Finanzhäuser; auch die Vorsorgerückstellungen seien kleiner.
Die Bandbreite beim Bestand fauler Kredite ist unter Europas Finanzhäusern hoch. Faule Kredite und zu wenig Kapital
OECD: Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bescheinigt Österreich Fortschritte bei der Steuertransparenz und beim Austausch von Steuerinformationen.
Die dafür zuständige Teilorganisation Global Forum on Transparency and Exchange of Information for Tax Purposes hat Österreich zugestanden, dass die Bedingungen der Organisation inzwischen „im Wesentlichen erfüllt“ seien. 2013 waren die Kriterien erst „teilweise erfüllt“. Sieben von zehn Kriterien voll erfüllt
Das globale Forum für Transparenz und Austausch von Steuerinformationen hat zehn Kriterien definiert, von denen Österreich nun sieben voll erfüllt und drei „im Wesentlichen“. Volle Punkte bekommt Österreich nun unter anderem beim Zugang zu heimischen Bankdaten und bei der Wahrung der Vertraulichkeit. Verbesserung bei Datenaustausch
Vor zwei Jahren war ein zentraler Kritikpunkt, dass Inhaberaktien nicht konkreten Personen zugeordnet werden konnten. Da die Registrierung aber erst seit Anfang 2014 verpflichtend sei, müsse noch die Wirkung geprüft werden. Deshalb erfüllt Österreich hier erst „im Wesentlichen“ die Kriterien.
Zudem kann Österreich inzwischen vom Großteil der Partnerländer, mit denen es einen Informationsaustausch gibt, Bankinformationen erhalten. Auch hier gibt es ein „Im Wesentlichen“ erfüllt. „Im Wesentlichen“ in Ordnung ist auch das Netz von Abkommen über den Informationsaustausch.
Innerhalb von zwölf Monaten soll der nächste Bericht über weitere Fortschritte Österreichs vorliegen, Ende 2015 ist die nächste Überprüfung von Österreichs Gesetzgebung gegen Geldwäsche und im Kampf gegen die Finanzierung von Terrorismus vorgesehen.
Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat den Ausblick für die Europäische Union auf negativ gesenkt. Die Bonitätsnote bleibe bei AA+, teilte Standard & Poor’s (S&P) am Montag mit. Damit erhöht sich für die EU die Gefahr einer Herunterstufung innerhalb der nächsten zwei Jahre. Bislang war der Ausblick stabil. Insgesamt seien die Risiken für die Finanzlage der EU gestiegen, hieß es zur Begründung.
Dazu gehörten die neuen Hilfen für Griechenland, hieß es in der Mitteilung von S&P. Zudem droht Großbritannien, dem zweitgrößten Beitragszahler, der Entzug der Spitzenbonitätsnote. S&P senkte erst vor kurzem für Großbritannien ebenfalls den Ausblick auf negativ. Ein weiterer Faktor ist den Angaben zufolge der milliardenschwere Investitionsplan von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Dafür soll ein neuer europäischer Fonds für strategische Investitionen (EFSI) aufgesetzt werden, der über drei Jahre insgesamt 315 Milliarden Euro mobilisieren soll. S&P geht davon aus, dass die EU im Zusammenhang mit der Finanzierung das Erstrisiko tragen könnte.
Die Finanzwissenschaftlerin Anat Admati
hat in einem Vortrag schonungslos aufgezeigt, dass es jederzeit wieder zu einem Crash kommen könnte. Denn die Finanzindustrie und die Politik haben keine wirksame Regulierung des Finanzsektors vorgenommen. Das Problem liegt in einer bemerkenswerten Blindheit für die Gefahren. Außerdem gibt es viel Feigheit: Viele schwiegen, weil sie sich ihre Karriere nicht verbauen wollen.
Stanford-Professorin Anat Admati ist eine der angesehensten Forscherinnen der Welt auf dem Gebiet der Finanzwissenschaft. Ihr gemeinsam mit Martin Hellwig verfasstes Buch „Des Bankers neue Kleider“ gilt als das wichtigste Buch zur Banken-Krise. Die Autoren haben nüchtern und schonungslos aufgezeigt, dass eine strenge Regulierung dr Finanzindustrie für die Gesellschaft von größter Bedeutung ist. Die Autoren erläutern, dass Regulierung auch relativ einfach machbar wäre. Allerdings ist es der Finanzindustrie erfolgreich gelungen, die Politik von einer nachhaltigen Regulierung abzubringen.
In einem brillanten Vortrag für das Institute for New Economic Thinking rechnet Admati mit dem Versagen bei der Regulierung ab. Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten dokumentieren die Rede als leicht gekürztes Manuskript mit freundlicher Genehmigung von Prof. Admati. Die Grafiken entstammen einem Vortrag von Admati in Stanford, bei dem sie das Thema im Detail vertieft hat.
Ihr Hauptthema ist die Governance. Dieser etwas schwer zu übersetzende Begriff bedeutet: Es gibt ein Regelwerk von ethischen Grundsätzen, das sicherstellt, dass verantwortliche Manager ihre Machtpositionen nicht dazu ausnutzen, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Governance bedeutet auch, dass es Regeln gibt, die Korruption, Vorteilnahme, Betrug oder Begünstigung unterbinden.
Ich arbeite als Finanzwissenschaftlerin. Vor der Finanzkrise habe ich über die Finanzmärkte und das Vertragswesen geforscht. Ich habe über Corporate Governance geforscht. Ich habe künftigen Managern und Unternehmern Finanzen beigebracht. Bevor ich in die technischen Details eingestiegen bin, etwa die Bewertung von Aktien, Bonds, Derivaten und Unternehmen, habe ich meinen Studenten immer gesagt: Das Finanzsystem ist wirklich nützlich für eine Gesellschaft, weil es hilft, Geld über einen Lauf von Zeit zu bewegen, Risiken zu bestimmen und produktive Investments zu finanzieren.
Mein Leben begann sich Ende 2008 zu verändern. Ich hatte das Glück, weder meinen Job noch mein Haus zu verlieren. Ich forsche noch immer über Finanzen, aktuell über die Kräfte, die die Unternehmensfinanzierung Entscheidungen beeinflussen, und wie sie zum exzessiven Schuldenmachen und zur großen Ineffizienz führen können. Aber ich bin nicht länger in meinem Silo geblieben. Ich habe begonnen, zu viel mehr Leuten, Akademikern und Nichtakademikern, zu sprechen. Ich unterrichte einen Kurs mit dem Titel: Finanzen und Gesellschaft. Dort werden verschiedene Entwicklungen berücksichtigt, aus ganz unterschiedlichen Bereichen: Finanzen, Wirtschaft, Buchhaltung, Recht, und politische Wissenschaften. Sogar Psychologie, Philosophie und Soziologie können wichtige Einsichten bringen.
Mein Leben hat sich vor allem dadurch geändert, dass ich erkannt habe: Schlechte Forschung und falsche oder irreführende Behauptungen, auch von Akademikern, haben konkreten Einfluss auf die Politik. Unschuldige Menschen, machtlos und oft nicht wissend, worum es eigentlich geht, werden von einer schlechten Politik geschädigt.
Ich war davon ausgegangen, dass wenigstens Akademiker und Politiker das Engagement begrüßen würden, mit dem man die richtige Politik machen könnte. Doch ich habe mich geirrt. Die Leute wollen nicht handeln, wenn andere Erkenntnisse ihre Sichtweisen und Handlungen infrage stellen. Sie ignorieren die Einwände und versuchen zu entkommen. Ich bin Zeuge nicht nur von blinden Stellen, sondern von absichtlicher Blindheit, geworden. Zornige US-Ökonomin über Politik und Banken (Vortrag in deutscher Übersetzung)
Anat Admati Search: mit zahlreichen Artikeln bei W-T-W
Neue Hiobsbotschaften aus China. Die chinesische Industrie ist im Juli so stark geschrumpft wie seit zwei Jahren nicht mehr. Kann das die Anleger noch schocken?
Der Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex lag den am Montag veröffentlichten, endgültigen Daten zufolge bei 47,8 Punkten – und damit auf dem tiefsten Stand seit Juli 2013.
Bereits das fünfte Mal in Folge notierte das Stimmungsbarometer unterhalb des Grenzwerts von 50. Unterhalb der kritischen Marke von 50 ist von einem Schrumpfen der Wirtschaft auszugehen, darüber von Expansion.
Kann man der Regierung trauen? Der am Samstag veröffentlichte offizielle Einkaufsmanagerindex für die Branche hatte dagegen mit einem Wert von 50 Punkten genau auf der Linie zwischen Wachstum und Rückgang gelegen. Neue Hiobsbotschaften aus China
Automatisiertes Anlegen. Ist „Robo-Advice“ ein Spielzeug, welches die Kundschaft verführen soll, mit ihrem ersparten Vermögen zu „spielen“? In der Hoffnung, dass der Kunde mit seinem Vermögen umsatzträchtiger umgeht, als das den treupflichtigen Bankbetreuern konventionell gelingt.
Das Private Banking ohne Berater kommt
Die Banken beschweren sich: Anlagekunden unter 500 000 Franken Vermögen sollen sich nicht mehr lohnen. Im Ausland weichen Kunden auf ein «automatisches» Private Banking oder auch «Robo Advice» aus.
Claudia Gabriel berichtet: Der Name klingt futuristisch, doch kompliziert ist das Konzept nicht: Robo-Advice oder «automatisches» Private Banking. Der Anlagekunde betreibt das Private Banking mit dem Computer als Gegenüber. Auf dem Bildschirm klickt er sich durch die Fragen, die das persönliche Risikoprofil ermitteln. Je nachdem können auch ein paar grundsätzliche persönliche Anlagepräferenzen eingespeist werden. Es sind ähnliche Fragen, wie sie sonst der Bankberater im ersten Kundengespräch stellt. Mit diesen Mausklicks ist automatisch bereits den zukünftigen Kundenschutz-Vorschriften (Pflicht zur Protokollierung der Gespräche usw.) entsprochen.
Kein Platz für Sonderwünsche
Sodann erstellt der Computer eine persönliche Anlagestrategie, die mit Fonds – meist günstigen Indexanlagen wie Exchange-Traded Funds (ETF) – ausgeführt wird. Das Portfolio wird automatisch angepasst, wenn der Kunde Geld einzahlt oder abzieht oder wenn sich die Situation an den Märkten ändert. Korrespondenz wird über die Investments keine geführt, allenfalls erhalten die Kunden automatisierte Erklärungen bei Bewegungen an den Finanzmärkten, und sicher erhalten sie Support bei technischen Problemen. Bezahlt wird eine relativ niedrige prozentuale Gebühr.
Robo-Advice ist somit abzugrenzen von Online-Brokerage-Angeboten wie von der Migros-Bank, der Saxo Bank oder von Swissquote. Dort entscheiden die Kunden selber, in was sie investieren wollen, und führen es auch eigenhändig am Bildschirm aus. Beim Robo-Advice erhalten sie hingegen eine fertige, diversifizierte Anlagestrategie, die sie nachträglich nur noch in grundsätzlichen Zügen, aber nicht auf der Basis von Einzel-Investments anpassen können. Es ist also nicht möglich, beim Robo-Advisor zum automatisch generierten, breit diversifizierten Portfolio noch seine drei Lieblings-Einzelaktien dazuzukaufen. Das Private Banking ohne Berater kommt
Griechenland: Athener Börse öffnet wieder. Der Ausverkauf beginnt: Am ersten Handelstag nach ihrer fünfwöchigen Zwangspause ist die griechische Börse eingebrochen. Der Leitindex verlor fast 23 Prozent.
„GR for Growth“? Tag eins nach der Zwangsschließung: Am Wertpapiermarkt in Athen wird ab Montag wieder gehandelt. Börsianer erwarten einen starken Kursverfall.
Rund fünf Wochen war der Aktienhandel in Griechenland ausgesetzt. Am Montag öffnet die Athener Börse nun wieder. Der entsprechende Erlass sei von Finanzminister Euklidis Tsakalotos unterzeichnet worden, teilte das Finanzministerium in Athen mit.
Für den ersten Handelstag erwarten Analysten einen starken Einbruch. „Die Wahrscheinlichkeit, dass auch nur eine einzige Aktie steigen wird, ist gleich Null“, sagte ein griechischer Händler. Vor allem die Papiere von Banken dürften unter Druck geraten. „Realistisch ist ein Preisabschlag von 15 bis 20 Prozent zur Markteröffnung“, sagte der Vermögensverwalter eines griechischen Fonds.
Die Inhaber griechischer Aktien hätten über Wochen nicht auf schlechte Nachrichten reagieren können und daher gebe es nun entsprechend Nachholbedarf, sagten Händler. Allerdings können griechische Staatsangehörige vorerst Aktien nur mit Geld von Auslandskonten oder mit Bargeld bezahlen. Für ausländische Investoren sollen keine Einschränkungen gelten.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte der Wiedereröffnung des Aktienmarktes bereits Anfang vergangener Woche zugestimmt. Die Börse in Athen wurde im Zuge der Finanzkrise am 26. Juni geschlossen. Damals wurden auch die Banken des Landes dichtgemacht, weil Kunden aus Sorge vor einer Staatspleite ihre Konten räumten. Um die Kapitalflucht zu begrenzen, wurden Kapitalverkehrskontrollen eingeführt. Mittlerweile sind die Banken seit zwei Wochen wieder geöffnet, es gelten aber noch Einschränkungen.
Griechenlands Chefstatistiker tritt zurück Griechenland- Athener Boerse oeffnet wieder
Ein Jahr Sanktionen: Vor einem Jahr sind die Sanktionen gegen Russland bedeutend verschärft worden. Die Wirkung ist markant. Ein Ende ist nicht in Sicht, Washington zieht jetzt sogar die Zügel an.
Ebenso wenig wie ein Ende des Ukraine-Konflikts ist ein Ende der westlichen Sanktionen gegen Russland absehbar. Die USA haben in der Nacht auf Freitag ihre Strafmassnahmen ausgeweitet, die sie wegen Moskaus völkerrechtswidriger Annexion der Halbinsel Krim und der militärischen Aggression in der Ostukraine verhängt hatten. Washington baute die Liste leicht aus und nahm mehr Personen sowie vor allem Tochtergesellschaften bereits sanktionierter Unternehmen aufs Korn – dies rund ein Jahr, nachdem die bis heute schwersten Strafen gegen das Schwellenland erlassen worden waren. Der Preis, den Russland durch die Auflagen zahlen muss, ist markant.
Relativ harmloser Beginn
Der Ukraine-Konflikt spitzte sich langsam zu, das Sanktionsregime ebenso. Auf den Anschluss der Krim reagierten Brüssel und Washington im vergangenen Frühjahr schrittweise mit primär personenbezogenen Strafmassnahmen. Von Mitte März bis Mitte Juli 2014 wurden immer mehr ukrainische Separatisten und russische Politiker, aber auch russische Magnaten und einflussreiche Freunde Präsident Wladimir Putins zu Zielpersonen. Inzwischen stehen über einhundert Personen auf den Listen. Ihre Konten in der EU und den Vereinigten Staaten (sofern sie welche besassen) wurden eingefroren, Geschäftsbeziehungen mit ihnen untersagt.
Der wirtschaftliche Schaden war zunächst gering: Igor Setschin, Putin-Vertrauter und Chef des weltgrössten börsenkotierten Erdölproduzenten Rosneft, mag auf der US-Liste stehen – aber das allein hielt amerikanische Konzerne juristisch nicht davon ab, mit Rosneft Geschäfte zu machen. Auch die kurzweilige Sperrung der Visa- und Mastercard-Kreditkarten einer Bank, die sanktionierte Anteilseigner hat, sorgte eher für Verwirrung und Unmut als für ökonomische Turbulenzen. Der Fall des Putin-Freundes Gennadi Timtschenko blieb die Ausnahme: Er verkaufte einen Tag, bevor er im März 2014 Ziel der US-Sanktionen wurde, seinen Anteil am Rohstoffhändler Gunvor , um das Unternehmen zu schützen.
Der Chef der einst größten Bitcoin-Börse der Welt, Mark Karpeles, wurde in Tokio festgenommen. Er soll Abrechnungsdaten gefälscht haben. Viele Bitcoin-Anleger haben Geld verloren. Die japanische Polizei hat Medienberichten zufolge am Samstag den Chef der in Turbulenzen geratenen Bitcoin-Plattform Mt. Gox festgenommen.
Wie die Nachrichtenagentur Kyodo und der Sender NHK berichteten, wird Mark Karpeles vorgeworfen, sich Zugang zum Computersystem der Börse verschafft und Abrechnungsdaten gefälscht zu haben. Mt. Gox hatte im Februar vergangenen Jahres den Tausch von Bitcoins in reale Währungen ausgesetzt, kurze Zeit später verschwand die Handelsplattform dann aus dem Internet.
Das Unternehmen begründete den Stopp mit einem Softwarefehler. Karpeles sagte damals wenige Wochen nach dem Verschwinden der Börse aus dem Internet, dass Mt. Gox deshalb Opfer von Hackerangriffen geworden sei. Zudem hieß es, dass Bitcoins im dreistelligen Millionenwert verschwunden seien.
Die virtuelle Währung war im Jahr 2009 als Antwort auf die Finanzkrise erfunden worden. Geschaffen hat sie ein unbekannter Programmierer, der eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung wollte. Das virtuelle Geld wird durch komplexe Verfahren berechnet, der Wechselkurs zu echten Währungen schwankt stark.
Fast ein Drittel sieht Geldverdienen als Aufgabe der Männer
Eine Studie im Auftrag des Familienministeriums zeigt, dass Partnerschaftlichkeit für Österreicher wichtig ist
Im Engagement für Gleichstellung und Chancengleichheit erhält Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) Unterstützung von Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP). Diese will unter anderem mit einer Kampagne den Geschlechterstereotypen den Kampf ansagen. Dass Männer in Karenz als Weicheier und berufstätige Frauen oft als Karrieristinnen dargestellt werden, will Karmasin nicht länger akzeptieren.
Katrin Burgstaller berichtet: Die vorherrschenden Stereotype seien „unseres Landes nicht würdig“, denn sie würden Optionen verhindern. Eingeschränkte Optionen würden etwa sichtbar, wenn man den Frauenanteil in Top-Führungspositionen betrachte. Dieser liegt derzeit bei sechs Prozent. Ebenso kritisierte Karmasin, dass für gleiche Leistungen Frauen oft weniger verdienen als Männer.
Wunsch nach Partnerschaftlichkeit
Die Ergebnisse einer Market-Studie im Auftrag des Familienministeriums – befragt wurden im Monat Juli 1.000 Frauen und Männer zwischen 16 und 60 Jahren – präsentierte Karmasin im Rahmen eines Hintergrundgesprächs als Beleg dafür, dass die Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher mit den gängigen Geschlechterstereotypen nichts mehr am Hut haben wollen. So stimmten 83 Prozent der Frauen und 82 Prozent der Männer der Aussage zu, dass Frauen und Männer zum Haushaltseinkommen beitragen sollen.
77 Prozent der Frauen und 74 Prozent der Männer gaben an, dass das Familienleben darunter leidet, wenn „sich Männer zu sehr auf die Arbeit konzentrieren“. Ebenso gaben drei Viertel der befragten Frauen und Männer an, es sei gut, wenn beide Elternteile abwechselnd in Karenz gehen und zu Hause bleiben. Und 95 Prozent der Frauen sowie 94 Prozent der Männer stimmten zu, dass Männer genauso für die Kindererziehung verantwortlich sind wie Frauen. Fast ein Drittel sieht Geldverdienen als Aufgabe der Maenner