Kampf um das globale Geldsystem

Schwellenländer: Die Gründung der „New Development Bank“ könnte das globale Finanzsystem ins Wanken bringen. Neue Spieler drängen auf den Markt. Sie werden zwar freundlich begrüßt, doch unter der Oberfläche brodelt es.

Die Welt nahm kaum Notiz davon. Europa war noch mit Griechenland beschäftigt. Die USA feierten die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zu Kuba. Doch im fernen Shanghai wurde am Dienstag in einer Zeremonie ein Plan vollendet, der den Beginn einer neuen Epoche einleiten könnte. Fünf Länder – Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – gründeten dort nach mehrjähriger Vorbereitungszeit die „New Development Bank“ (NDB).

Frank Stocker berichtet: In den offiziellen Statements hieß es zwar, dass man sich nicht als Konkurrenz zu den althergebrachten Institutionen wie Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) verstehe. „Unser Ziel ist es nicht…..

China tritt besonders selbstbewusst auf

Und schließlich setzt China selbst noch eines drauf. Erst Ende Juni wurde in Peking feierlich die Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB) gegründet. Diese wiederum ist eine Konkurrenz zur Asian Development Bank, die zwar ihren Sitz in Manila hat, aber ebenfalls westlich dominiert und in ihren Machtstrukturen zementiert ist. An der Spitze steht dort stets ein Japaner.

Mit der AIIB gelang Peking ein besonderer Coup. Denn ursprünglich war dies eine rein chinesische Initiative, doch dem Land gelang es letztlich, dass insgesamt 50 Staaten mitmachen. Die AIIB startet nun mit einem Kapital von 100 Milliarden Dollar, wozu China rund 30 Prozent beisteuert. Gleichzeitig hält Peking aber auch über 26 Prozent der Stimmrechte. Und die USA und Japan sind außen vor

Hier hat China also gezeigt, wozu es mit seinen über 3000 Milliarden Währungsreserven im Rücken inzwischen fähig ist. Und mit AIIB und NDB festigt das Land nicht nur seine Macht an den internationalen Finanzmärkten. Es stützt gleichzeitig seine heimische Wirtschaft. Denn China hat zu Hause in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine gigantische Fläche durch den Bau von Infrastruktur erschlossen. Es hat die Firmen und die Kompetenz dafür.

„Sie wollen das nun ins Ausland exportieren“, sagt Zhang Zhiwei, Chefökonom bei der Deutschen Bank in Hongkong. Schließlich gebe es in Asien aber auch in Afrika einen riesigen Bedarf für die Entwicklung der Infrastruktur. Allerdings tun sich chinesische Firmen bislang noch schwer, da sie sich im Ausland oft teuer finanzieren müssen. „Mit der AIIB wird die Finanzierung nun wesentlich günstiger“, so Zhang.
Jetzt beginnt der Kampf um das globale Geldsystem
AIIB

Jüngere Frauen zählen oft auf, was sie nicht können

Siemens-Vorstand Janina KugelJanina Kugel

Sie ist für 341.000 Mitarbeiter weltweit zuständig: Siemens-Personalvorständin Janina Kugel. Im Interview spricht sie über Werte, Kompromisse, Netzwerke und darüber, wie ein Mann Kanzlerin werden kann.

Lisa Seelig berichtet:  Wir treffen Janina Kugel in Berlin. Dorthin ist sie gereist, um eine neue Initiative vorzustellen, die sich für ein ausgewogenes Verhältnis von Männern und Frauen in Führungspositionen einsetzen will. „Chefsache“ nennt sich der Zusammenschluss von Unternehmen wie Siemens, Allianz, McKinsey, Bayer und Bosch. Auch der Mittelstand, die Sozialwirtschaft, die Medien und die Politik wollen mitmachen – die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die sich in ihrer Zeit als Familien- und Arbeits- und Sozialministerin schon immer für Frauenförderung eingesetzt hat, sitzt ebenfalls auf dem Podium.

Die Bundeskanzlerin hat die Schirmherrschaft der Initiative übernommen und lässt es sich trotz 17 Stunden Verhandlungsmarathon zu Griechenland in Brüssel nicht nehmen, in einer launigen Rede für mehr Frauen in Führungspositionen und neue Arbeitszeitmodelle zu werben. Ihre beiden Sekretärinnen würden sich den Job teilen, und im Kanzleramt könnten die Mitarbeiter mittlerweile auch mit Kind einen Führungsjob behalten – die Welt sei davon noch nicht untergegangen.
Juengere Frauen zaehlen oft auf, was sie nicht koennenFrauenteam

Schweizer Finger in malaysischem Korruptionsskandal

Gesperrte Konten in Singapur
Die Regierung in Kuala Lumpur zieht alle Register, um den grössten Korruptionsfall des Landes zu vertuschen. Singapur hat Bankkonten blockiert. Ein in Bangkok inhaftierter Schweizer ist Kronzeuge.

Manfred Rist berichtet: Im Zusammenhang mit laufenden Ermittlungen zum 1MDB-Skandal in Malaysia haben die Behörden in Singapur zwei Konten auf einer Schweizer Privatbank gesperrt. Gemäss Angaben der Polizei geht es um die Abklärung vermuteter Geldwäscherei. Zwischen den Singapurer Behörden und den Untersuchungsausschüssen in Kuala Lumpur, die sich mit dem Schuldenloch beim Staatsfonds und den suspekten Millionentransfers zugunsten des malaysischen Ministerpräsidenten Razak Najib befassen, bestehen seit geraumer Zeit enge Kontakte. Ein Gesuch um Aufklärung an die Adresse der malaysischen Zentralbank trägt die Unterschrift des Chefs des Singapurer Suspicious Transaction Reporting Office, Chua Jia Leng.

Eine politische Zeitbombe
Um welches Geldinstitut es sich handelt, bei dem Konten eingefroren wurden, ist offiziell nicht genau bekannt. Bekannt ist indessen, dass 1,1 Mrd. $, die von den Cayman-Inseln auf ein Konto bei der schweizerischen BSI Bank in Singapur überwiesen wurden, derzeit im Fokus der Ermittlungen stehen. Die Gelder bzw. Assets stammen aus dem Umfeld des 33-jährigen malaysischen Immobilieninvestors Jho Low. Es handelt sich um einen Busenfreund des malaysischen Regierungschefs, dem er 2009 bei der Errichtung des 1MDB-Staatsfonds zur Seite stand; 1MDB sitzt derzeit auf einem Schuldenberg von umgerechnet rund 11 Mrd. $.
Schweizer Finger in malaysischem Korruptionsskandal
Sarawakreport
Sarawak

Offshore-Geschäft der Schweizer Banken

Steuerstreit mit Deutschland: Strategien zur Abwehr der «Kavallerieattacken»
Deutsche Staatsanwälte wollen Informationen zum Offshore-Geschäft der Schweizer Banken. Es gibt verschiedene Wege, wie mit den Drohgebärden umgegangen werden kann.

Es gibt verschiedene Wege, wie mit den Drohgebärden umgegangen werden kann.
Drohanrufe aus Deutschland schüren seit Wochen bei Schweizer Banken die Angst, dass ein zweiter «Fall USA» aufzieht. Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) wird in den nächsten Tagen erneut wegen der Druckversuche deutscher Staatsanwaltschaften an den Bundesrat herantreten. Der Branchenverband wird den Bundesrat damit zum zweiten Mal auffordern, offiziell in Berlin gegen das Vorgehen der Ermittler zu intervenieren und darauf zu pochen, dass diese für ihre Erkundungen den bilateralen Weg über Amts- und Rechtshilfe einhalten.

Die Angst ist berechtigt. Hintergrund sind Telefonanrufe, die eine ganze Reihe von Schweizer Banken erhalten hat. Deutsche Staatsanwälte, Ermittler oder als Vermittler agierende Anwälte verlangten die Lieferung von Datenmaterial zum grenzüberschreitenden Offshore-Geschäft mit deutschen Kunden. Werde dieses nicht geliefert, so die Drohung, würde Bankern in Deutschland eine Untersuchung wegen Beihilfe zu Steuerhinterziehung und eine Busse wegen des Verstosses gegen das deutsche Ordnungswidrigkeitengesetz drohen. Gleichzeitig wurden einzelne Schweizer Banker brieflich informiert, dass gegen sie in Deutschland eine Untersuchung wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung läuft.

Wird eine hiesige Bank derart angegangen, gibt es drei mögliche Reaktionen. Die einen entscheiden sich, nichts zu tun und abzuwarten. Das kann dann einen Sinn ergeben, wenn die Bank ihr deutsches Offshore-Geschäft aufgearbeitet hat und weiss, dass es keine bis wenig Anzeichen für eine aktive Beihilfe zur Umgehung deutscher Steuerpflichten gibt. Andere Banken verhandeln direkt mit den deutschen Behörden. Auch hier ist nicht bekannt, wie viele das sind. Derartige Verhandlungen können schneller und ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten anderer Banken geführt werden. Die bisher bekanntgewordenen, selbst verhandelten vier Vergleiche wurden zwar mit der jeweiligen Staatsanwaltschaft geschlossen, gelten aber für ganz Deutschland.

Am grössten ist wohl die dritte Gruppe. Weit über 30 Institute haben die SBVg um Hilfe gebeten. Dies sind mehrheitlich Banken, die in der Deutschschweiz und in Grenznähe ansässig sind, unabhängig davon, ob eine Bank aktiv bei der Steuerumgehung half oder einfach deutsche Gelder offshore betreute. Generell ist davon auszugehen, dass die meisten der betroffenen Banken deutlich mehr deutsche als amerikanische Kunden betreuen.

Auch wenn klare Unterschiede zum «Fall USA» bestehen – unberechtigt ist die Angst vor einem weiteren Steuerstreit nicht. Auch goutierten die deutschen Ermittler die Bemühungen der Schweizer Banken bisher nicht, möglichst viele deutsche Steuersünder in die Selbstanzeige zu begleiten.

Eine Anfrage aus Bern, ob ein Programm zur Bereinigung der Vergangenheit ähnlich dem US-Programm gewünscht werde, wurde von der SBVg dennoch entschieden abgelehnt. Mit einem solchen würde die Schweiz implizit eingestehen (so wie im Fall USA geschehen), dass eine grosse Zahl von Schweizer Banken deutschen Kunden aktiv bei der Umgehung der Steuerpflichten half – und dies unabhängig von der jeweiligen Situation der einzelnen Bank. Das wollen sowohl der Bund als auch die Banken verhindern.
«Riesenwirbel» der Banken…….
Strategien zur Abwehr der Kavallerieattacken

Silvan Wegmann www.w-t-w.org/en/silvan-wegmann/

Ist „Crime Enabling“ ein behördlich geschütztes Schweizer Geschäftsmodell?
Frauen und Kinder leiden unter Korruption

Griechenland: überfällige Justizreform ist durch

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras hat in einer Woche mehr umstrittene Beautiful GreeceReformen durch das Parlament gebracht als alle seine Vorgänger. Es gilt: Erst muss das Hilfsprogramm stehen, dann sind die Abweichler dran.

Die zweite Eilvorlage war für die griechische Regierung einfacher als die erste. Jedoch bleibt der Widerstand des linken Flügels in der Regierungspartei Syriza gegen die Politik von Ministerpräsident Alexis Tsipras groß. Vor einer Woche hatten noch 39 der 149 Abgeordneten von Syriza nicht für weitere Steuererhöhungen und neue Ausgabenkürzungen gestimmt. In der Nacht zum Donnerstag verweigerten noch 36 Syriza-Abgeordnete der Reform des Justizwesens und der Einführung der EU-Bankendirektive die Gefolgschaft – ebenso wie die Abgeordneten der Kommunistischen Partei und der faschistischen Goldenen Morgenröte. 230 der 300 Abgeordneten stimmten für die Vorlage der Regierung; eine Woche zuvor waren es 229….

In der Nacht zum Donnerstag beschlossen die Abgeordneten die Übernahme der EU-Bankenrichtlinie (BRRD). Sie ist eine Folge der mit der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers im Jahr eskalierten Finanzkrise und legt die geregelte Abwicklungen von Banken fest, ohne dass Staat und Steuerzahler als erste Retter herangezogen werden. Nun müssen zunächst die Aktionäre und Gläubiger der Banken auf ihre Ansprüche verzichten. Einlagen sollen bis zu einer Höhe von 100.000 Euro sicher sein. Wer mehr auf dem Konto hat, könnte aber künftig herangezogen werden, wenn seine Bank in Schieflage gerät.

Die Übernahme dieser Direktive ist wichtig, weil die vier großen Geldhäuser des Landes nach Schätzungen der EU mit bis zu 25 Milliarden Euro aufgepäppelt werden müssen. Immer wieder machen Spekulationen die Runde, dass zwei Institute abgewickelt oder mit anderen fusioniert werden könnten.

Längst überfällig ist auch die beschlossene Reform des Justizwesens und der Zivilprozessordnung, die zum 1. Januar 2016 in Kraft treten wird  Sie soll die Dauer von Gerichtsverfahren erheblich verkürzen. Prozesse haben in der Vergangenheit drei bis vier Jahre länger gedauert als etwa in Deutschland und Frankreich. Das schreckt natürlich viele ab, die sonst vielleicht gerne in Griechenland investieren würden.

Nun soll sich das ändern. Die Kläger und Beklagten sollen künftig nicht mehr viele Jahre auf ein Urteil warten. Dazu dienen zwei Maßnahmen: Mündliche Verhandlungen sind nicht mehr verpflichtend; allein dies hatte in der Vergangenheit zu Verzögerungen geführt. Künftig können Gerichte alleine auf der Grundlage schriftlicher Dokumente entscheiden. Natürlich können sie aber auch weiterhin Zeugen vorladen.
Griechenlands Schuldenkrise: Die längst überfällige Justizreform ist durch

Arend van Dam  www.w-t-w.org/en/arend-van-dam/

Arend van Dam
www.w-t-w.org/en/arend-van-dam/

 

Banken- und Staaten- Rettung schwächt Vorsorgesysteme

Auf dem Weg in die Pensions-Krise?
Die Geldschwemme der Zentralbanken treibt Pensionskassen und Lebensversicherer in riskantere Anlagen. Dies könnte in vielen Ländern Schäden bei der Altersvorsorge anrichten. Was droht den Bürgern?

Michael Ferber berichtet: Die von den Zentralbanken künstlich niedrig gehaltenen Zinsen dürften weltweit die Altersvorsorge von Hunderten von Millionen Bürgern schmälern. Diese bezahlen so indirekt die Zeche für die Rettung von maroden Banken und Staaten. Wird sich daraus eine ausgewachsene «Pensions-Krise» entwickeln? Diese Frage beschäftigt zunehmend Ökonomen und Finanzexperten. Schliesslich wird die demografische Entwicklung die Probleme der Altersvorsorgesysteme in den kommenden Jahren noch verschärfen.

Schwierige Wiederanlage
Die anhaltend niedrigen Zinsen bedrohten die Zahlungsfähigkeit von Pensionsfonds sowie Versicherungen und schüfen erhebliche längerfristige Risiken, hat die OECD in ihrem Ende Juni vorgestellten «Unternehmens- und Finanzausblick» mitgeteilt. Vorsorgeeinrichtungen und Lebensversicherer könnten die Renditeversprechen aus Zeiten mit hohen Zinsen nur dann gewährleisten, wenn sie auf ertragsstarke Anlagen auswichen. Derzeit legen Pensionsfonds und -kassen in vielen Ländern im Durchschnitt rund 40% ihrer Gelder in Obligationen an, Versicherungen sogar noch mehr. Da als sicher geltende Anleihen im derzeitigen Umfeld kaum Zinsen bringen, ist die Wiederanlage von Geldern schwierig, wenn bestehende Bonds auslaufen.

Die Nullzinspolitik, mit der die Zentralbanken marode Banken und Staaten stützen, hat so zur Folge, dass Investoren geradezu in riskantere Anlagen wie Aktien oder alternative Anlagen wie Private Equity, Hedge-Funds oder Rohstoffe getrieben werden. Die «Suche nach Rendite»….
Rettung von Banken und Staaten schwächt Vorsorgesysteme

Nel / Ioan Cozacu www.w-t-w.org/en/nel-ioan-cozacu/

Nel / Ioan Cozacu
www.w-t-w.org/en/nel-ioan-cozacu/

 

Weltwirtschaftskrise?

Mächtigste Bank der Welt legt Mandat zur Rettung der Weltwirtschaft zurück

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIZ räumt in ihrem Jahresbericht ein, dass die Politik des billigen Geldes gescheitert ist All die Billionen hätten kein Wachstum in der Realwirtschaft erzeugt. Die Zentralbanken können die Wirtschaft nicht retten. Die Regierungen der Welt müssen nun die Krise lösen.

Im November 2008 begann die Federal Reserve in den USA damit, Wertpapiere in Milliardenumfang aufzukaufen, um den Markt nach der Pleite von Lehman Brothers zu stabilisieren. Später kaufte die Fed auch US-Staatsanleihen auf und senkte die Leitzinsen auf ein Rekordtief von null bis 0,25 Prozent. Damit löste sie ein weltweites Abwertungsrennen aus, denn über die Weltwährung Dollar exportierte die Fed die negativen Effekte ihrer Geldpolitik in andere Staaten. Als Folge dessen haben allein zwischen dem 1. Januar und dem 12. März 2015 insgesamt 20 Notenbanken ihre Leitzinsen gesenkt. Zuletzt trat auch China in diesen Währungskrieg ein. Die chinesische Zentralbank lockerte ihre Geldpolitik in teilweise leichtsinniger Weise und entfachte damit eine kreditgetriebene Aktienhausse, die im größten Kurseinbruch seit 20 Jahren endete.

Die in Basel ansässige Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) gilt als die „Zentralbank der Zentralbanken“. Sie wurde 1930 ursprünglich dafür gegründet, die deutschen Reparationszahlungen nach dem Ersten Weltkrieg abzuwickeln. Heute vernetzt die BIZ die Notenbanken aus aller Welt miteinander und verwaltet in ihrem Auftrag Teile der globalen Goldreserven. In ihrem 85th Annual Report analysiert die Institution die Lage des globalen Finanzsystems sieben Jahre nach der Krise. Ein ganzes Kapitel widmet die BIZ dabei den Mängeln des internationalen Währungs- und Finanzsystems. Statt ein nachhaltiges und ausgewogenes Wachstum der Weltwirtschaft zu fördern, bestehe die Gefahr, dass dieses System das Wachstum untergrabe.

Die lockere Geldpolitik der Notenbanken habe kein nennenswertes Wachstum in der Realwirtschaft erzeugt.
Maechtigste Bank der Welt legt Mandat zur Rettung der Weltwirtschaft zurueck
Weltwirtschaftskrise-1929

Glücksspiel – Alles auf null

Die Regulierung der deutschen Glücksspielbranche droht erneut zu scheitern. Die EU-Kommission kritisiert die in Deutschland geltenden Glücksspielgesetze.

Es gibt sie in jeder Stadt, die Menschen, die ihr Geld in blinkenden Automaten in Spielhallen und Kneipen versenken. Die guten alten Roulette-Teller in Spielbanken, die überwachten Blackjack-Runden und Pokertische. Doch was an diesen Orten gespielt wird, findet zunehmend auch im Netz statt, völlig unreguliert und grundsätzlich verboten – wie so vieles nicht erlaubt ist, wenn es in Deutschland um Glücksspiel geht. Nicht erlaubt zwar, aber auch nicht effektiv unterbunden.

Was legal ist, schreiben die von den Bundesländern ausgehandelten Glücksspielregeln vor, die in ihrer aktuellen Fassung Mitte 2012 in Kraft traten. Oberste Ziele sind laut Gesetz der Spieler- und Jugendschutz sowie das Verhindern von Geldwäsche und Betrug. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung hegt die EU-Kommission jetzt erhebliche Bedenken gegen dieses Gesetz: gegen die Konzessionsvergabe an private Sportwettenanbieter, die mangelhafte Regulierung verbotener Online-Kasinospiele und die zweifelhafte Kohärenz der Regulierung – letztlich also daran, ob die Bundesländer mit dem Staatsvertrag dessen Ziele erreichen. Sollten sie diese Bedenken nicht ausräumen können, droht Deutschland wegen der Glücksspielregulierung ein Vertragsverletzungsverfahren. Nicht zum ersten Mal könnte das gesamte Konstrukt der deutschen Glücksspielregulierung kippen.
Alles auf null

Spielbude

In der Not frisst der institutionelle Investor Fliegen

Schweizer Kapitalmarkt:  Die neu aufliegenden Bonds werden den Emittenten trotz rekordtiefen Coupons aus den Händen gerissen. Doch später wird das zu Problemen führen.

NZZ berichtet:  Bondanleger blicken im Ärger zurück. Von den wichtigsten Anlageklassen haben Obligationen in den vergangenen drei Monaten gemäss «Moody’s Asset Price Monitor» am schlechtesten abgeschnitten. Obwohl die Renditen sich von ihren historischen Tiefstständen abgesetzt hätten, notierten sie noch weit unter dem 10-Jahre-Durchschnitt, schreibt die Agentur. Vor allem in Europa seien die Bondkurse noch auf erhöhtem Niveau, obwohl die Deflationsrisiken abgenommen hätten und die Risikoprämien in vielen Ländern zugenommen habe.

Doch Anleihe ist nicht gleich Anleihe: Gemäss Fisch Asset Management waren im ersten Semester innerhalb der Hartwährungs-Anleihen mit Investment-Grade-Qualität die Papiere aus Schwellenländern am robustesten. Unternehmensanleihen aus diesen Regionen wiesen eine Rendite von 2,5% auf. Während amerikanische Firmenanleihen 0,3% Kursverluste verbuchten, liegen europäische mit 1,1% im Minus.

Die Staatsanleihen von «sicheren» Ländern bleiben aber weiter gefragt. Die Nachfrage nach Titeln bester Bonität übersteige weiterhin das Angebot. Nach der Einigung zwischen Griechenland und seinen Gläubigern kehrt wieder «Normalität» ein, die Risikoaufschläge für Peripherie-Staatsanleihen nahmen spürbar ab. Die Renditen für spanische und italienische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren fielen wieder unter 2%. Nach den langwierigen Griechenland-Verhandlungen dürften in den nächsten Wochen wieder andere Themen in den Fokus rücken, wie die realwirtschaftliche Entwicklung und die Zinswende in den USA.

Der abgewendete Grexit hat zwar etwas Druck vom Schweizerfranken genommen, trotzdem gibt es Ökonomen, die davon ausgehen, dass die Schweizerische Nationalbank die Zinsen noch weiter in den Negativbereich drücken muss. Ein Händler meinte dazu, mit Devisenkäufen könne man wenig ausrichten, denn mit einem «Jasskässeli» könne man nicht gegen einen Währungsraum, egal ob das Dollar, Euro oder Yen sei, antreten.

Im Primärmarkt war nur die Basler Kantonalbank aktiv. Die Emission ist auf ein sehr gutes Echo gestossen. In weniger als zwei Stunden war das angestrebte Volumen von 300 Mio. Fr. ausgeschöpft. Ein Mitarbeiter der Bank meinte dazu, nicht nur der Spread, sondern auch das Timing sei entscheidend. Die Basler Kantonalbank hat das günstige Umfeld genutzt, um bereits einen Teil der 600 Mio. Fr. zu refinanzieren, die 2016 fällig werden.

In der Not fresse der Teufel Fliegen, meinte ein Marktbeobachter dazu. Doch Pensionskassen, die jetzt Anleihen zu 3/8 Prozent zeichneten, per Reglement verpflichtet seien, 50% oder 60% in festverzinsliche Werte zu investieren und eine jährliche Rendite von 3% und mehr erzielen sollten, würden mit steigenden Zinsen – und dem damit sinkenden Wert des Bond-Portfolios – grosse Probleme bekommen.
In der Not frisst der Teufel Fliegen

Skandal-Spur der Papst-Bank führt nach Deutschland

Intrigen und Skandale. Die Vatikanbank war in der Vergangenheit in dunkle Machenschaften verstrickt. Jetzt prüfen italienische Fahnder einen neuen Verdacht. Und der führt nach Deutschland.

Kunden der Vatikanbank könnten mithilfe deutscher Kreditinstitute Schwarzgeld verschoben haben. Diesem Verdacht geht nach Informationen der „Welt am Sonntag“ die Staatsanwaltschaft in Rom nach. Insbesonde-re interessieren sich die Ermittler demnach für Transaktionen, die über die Deutsche Bank abgewickelt wurden. Nach Angaben aus Justizkreisen haben die italienischen Behörden deshalb die Staatsanwaltschaft Frankfurt um Rechtshilfe gebeten, bereits zum zweiten Mal in dieser Sache.
Die Staatsanwaltschaft in Rom ermittelt nicht gegen die deutschen Institute, erhofft sich von ihnen aber Informationen. Es geht um Kunden des als Vatikanbank bekannten Instituts für die religiösen Werke (IOR) und um den Verdacht der Steuerhinterziehung. „Und häufig steckt dahinter Schlimmeres“, sagt ein Ermittler. Das könnte beispielsweise Korruption oder organisierte Kriminalität sein.
Skandal-Spur der Papst-Bank fuehrt nach Deutschland

Papst mit Scheuklappen