Grexit würde auch die Schweiz hart treffen

Falls das verschuldete Griechenland und die Geldgeber sich nicht auf eine Verlängerung des Hilfsprogramms einigen, würde das auch die Schweiz spüren. Nicht direkt, aber durch ein Erstarken des Frankens.

Werner Grundlehner berichtet: Das griechische Schulden-Drama bewegt auch den Schweizer Bondmarkt. In den vergangenen Tagen zogen die Kurse von sicheren Anleihen wieder an, nachdem sie in den Wochen zuvor zur Schwäche geneigt hatten. Die Volatilität blieb allerdings überdurchschnittlich hoch. Seit dem 10. Juni hat sich die Rendite, die sich gegenläufig zum Obligationenkurs bewegt, von 10-jährigen Schweizer Staatsanleihen von 0,20% auf 0,09% reduziert. Die Rendite vergleichbarer deutscher Staatspapiere sank im gleichen Zeitraum von 0,98% auf 0,80%.
Pleite Griechenlands wuerde auch die Schweiz hart treffen
Grexit Franken

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Natürlich sind Diversifikation, Indexierung und Disziplin die wesentlichen Erfolgsfaktoren bei der Geldanlage. Deswegen muss man aber nicht dogmatisch sein. Träume, Originalität und Spass haben im Rahmen sogenannter Core/Satellite-Ansätze immer auch Platz in einer vernünftigen Anlagestrategie.
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Die Gutachterrepublik – Wenn Rechtsprechung privatisiert wird

Die Story im Ersten: Die Gutachterrepublik – Wenn Rechtsprechung privatisiert wird

Gutachter haben eine große Macht. Ihre „Urteile“ über Sachverhalte und Menschen haben weitreichende Folgen für das Leben der Begutachteten. Die Dokumentation „Die Gutachterrepublik“ geht in einer akribischen Recherche Fällen nach, spricht mit Betroffenen, Experten und Insidern. Sie beleuchtet ein offenbar gut eingespieltes System: Häufig werden Gutachter eingesetzt, um Interessen zu verfolgen – oft von Institutionen, meist gegen den Einzelnen. Und wer den Gutachter auf seiner Seite hat, hat gute Chancen, seine Interessen durchzusetzen – ob vor Gericht oder in staatlichen Institutionen. Experten sprechen von sogenannten „Gefälligkeitsgutachten“. Wer den Gutachter bezahlt, bekommt Recht?
ARD-Doku ueber Gutachter- Der Richter und sein Lenker
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2016 Asien die reichste Region der Welt

Lange war der Trend absehbar, doch jetzt hat Asien Europa endgültig abgehängt. Erstmals in der Geschichte der Neuzeit haben die Asiaten mehr Geld als die Europäer. Im Wettbewerb um die Region mit den meisten Reichen und Superreichen verliert das alte Europa damit weiter an Bedeutung.

Tina Kaiser berichtet:  Mit einem akkumulierten Privatvermögen von 42,5 Billionen Dollar (37,8 Billionen Euro) lag Europa im vergangenen Jahr nur noch auf Platz drei der reichsten Gegenden der Erde. Der asiatische Raum (ohne Japan) landete mit 47,4 Billionen Dollar auf Platz zwei. Platz eins verteidigt weiterhin Nordamerika mit 50,8 Billionen Dollar.

Das ergab die Studie „Wealth-Report-2015„, in der das Beratungsunternehmen Boston Consulting Group (BCG) alljährlich die Welt der Reichen und Superreichen untersucht. Dafür befragen die Berater Vermögensverwalter nach dem Vermögen ihrer Kunden. Es werden jedoch nur Finanzvermögen vom Tagesgeldkonto bis zum Investmentfonds berücksichtigt, nicht aber etwa Immobilien, Firmenvermögen oder Kunst. Die Untersuchung gibt deshalb nur einen Ausschnitt der tatsächlichen Vermögensverhältnisse der Haushalte weltweit wieder.

Glaubt man den Berechnungen der BCG-Analysten, wird Asien schon im kommenden Jahr auch Nordamerika abhängen – und damit endgültig zur reichsten Region des Erdballs aufsteigen. Für das Jahr 2016 prognostiziert die Beratungsfirma ein Privatvermögen von 57 Billionen Dollar für Asien und 56 Billionen Dollar für Nordamerika. 2019 könnten asiatische Haushalte schon ein Drittel des globalen Reichtums besitzen.
Asien wird 2016 die reichste Region der Welt sein
Global Wealth Report 2015

Vergebliche Investition?

Fossile Brennstoffe als Anlegerrisiken. Um eine übermässige Erwärmung der Erdatmosphäre zu vermeiden, darf ein grosser Teil der bekannten fossilen Energiereserven nicht verbrannt werden. Das wird Wertverluste zur Folge haben.

Eugen Stamm berichtet: Studenten in Jeans und Turnschuhen, manche mit selbstgemalten Plakaten in der Hand, demonstrieren gegen die Anlagestrategie ihrer Universität. Das ist ein Bild, das sich dieses Jahr unter anderem in Harvard, Oxford und Edinburgh gezeigt hat. Das Ziel der Proteste war, den Ausstieg aus Geldanlagen in fossilen Energieträgern zu erreichen. Begründet wird die geforderte Devestition damit, dass der Welt eine Klimaerwärmung droht und es darum notwendig ist, Aktien von Firmen zu verkaufen, die Erdöl, Erdgas oder Kohle fördern.

Bewegte Bankiers
Die Aktivisten erhalten Sukkurs von Finanzfachleuten in dunklen Anzügen, die mittels Powerpoint-Präsentationen und Research-Berichten die gleiche Botschaft verbreiten. Sie verhallt nicht ungehört. Eine Plattform von institutionellen Investoren, die sich für den Klimaschutz einsetzen (IIGCC), zählt bereits über 400 Mitglieder, die Vermögen von insgesamt 24 000 Mrd. $. verwalten. Die Ankündigungen von konkreten Devestitionen häufen sich in der jüngsten Vergangenheit: Die Versicherungsgruppe Axa beispielsweise wird Anlagen in einer Grösse von 500 Mio. € verkaufen, die einen Bezug zu Kohle aufweisen.
Im September gab der Rockefeller Brothers Fund bekannt, sich von fossilen Brennstoffen zu verabschieden, ein Schritt von bedeutender Symbolik. Der Reichtum des Funds wurde vom gleichnamigen Gründer von Standard Oil geschaffen, dem lange Zeit grössten Ölkonzern der Welt. Es liegt auf der Hand, dass Devestitions-Entscheide von professionellen Anlegern nicht auf blindem Idealismus basieren…
Fossile Brennstoffe als Anlegerrisiken

© Thomas Plaßmann

© Thomas Plaßmann

 

Norwegens Sparschwein

Norwegens «Ölfonds» Oslos phänomenale SchatztruheNorwegen
Seit 1996 legt Norwegen die Einnahmen aus dem Ölgeschäft für künftige Generationen auf die Seite. Dieser Staatsfonds, der grösste seiner Art weltweit, ist zu einem schwergewichtigen Investor geworden.

Rudolf Hermann berichtet: Metallisch schimmernd, ohne Türgriffe, sich wie von Geisterhand bewegt öffnend und schliessend – ein bisschen sieht der Eingang des Gebäudes an der Adresse Bankplassen 2 in Oslo aus, wie wenn sich dahinter eine Schatzkammer versteckte. Was in gewisser Hinsicht ja auch stimmt. Denn hier sitzt nicht nur Norges Bank, die norwegische Zentralbank, sondern auch der von ihr verwaltete Government Pension Fund Global (GPFG), im Volksmund kurz «Oljefondet» (der Ölfonds) genannt. Ein gewaltiges Vermögen.
Oslos phaenomenale Schatztruhe
Norwegen

Eine emanzipierte Frau auf bulgarischen Geldschein?

Bulgarien präsentiert auf seinen Banknoten auschließlich Männer – mit einer Ausnahme. Kirche von BojanaAuf einem Schein von 1991 war das Porträt einer Frau zu sehen. Doch heute ist sie verschwunden.

Frank Stocker berichtet:  Die Emanzipation hat in den meisten Ländern der Welt längst auch auf Banknoten Einzug gehalten. Wenn darauf Persönlichkeiten abgebildet werden, so sind es längst nicht mehr nur Männer, sondern meist ebenso oft Frauen.
Ausnahmen sind einerseits viele muslimische Länder, andererseits die USA. Und Bulgarien. Das Land präsentiert auf seinen aktuellen Geldscheinen ausschließlich Männer. Und auch in früheren, kommunistischen Zeiten fanden Frauen nur in Form von Symbolgestalten den Weg auf einen Lew-Schein, als fleißige Bäuerinnen bei der Wein-, Tabak- oder Blumenernte.

Bekannte Bulgarinnen kamen und kommen nicht vor – mit einer einzigen Ausnahme. Doch diese umgibt gleichsam etwas Mysteriöses. Zu sehen war das Porträt auf dem 20-Lewa-Schein, der 1991, nach der Wende, herausgegeben wurde.
Wann lebte die Frau auf dem Schein?

Es zeigt eine junge Frau mit Krone, die jedoch selbst den meisten Bulgaren völlig unbekannt ist. Als Bezeichnung steht daneben: „Desislava Sevastokratoritsa Ktitoritsa“. Desislava ist ein alter bulgarischer Name, der wohl auf die altbulgairschen Wörter „desiti“ (erreichen) und „slava“ (Ruhm) zurückgeht.

Die „Ruhmreiche“ wurde als Ergänzung mit zwei Titeln bedacht. Ein Sevastokrator entsprach etwa einem Herzog, ein Ktitor ist ein Stifter. Desislava war offenbar eine Herzogin und Stifterin. Doch wann lebte sie, und was war ihr Verdienst? Die Rückseite des Scheins gibt darüber Aufschluss, denn dort ist die Kirche von Bojana zu sehen, die im gleichnamigen Sofioter Stadtteil steht. Sie wurde ab dem zehnten Jahrhundert erbaut und gehört heute zum Unesco-Weltkulturerbe, vor allem wegen der im 13. Jahrhundert entstandenen Fresken.

Auf einem dieser Fresken ist der Herzog von Sofia, der Sevastokrator Kalojan zu sehen, der die Kirche gestiftet haben soll. Und neben ihm steht seine Frau Desislava.
Kunsthistorisch gilt das Fresko vor allem deshalb als interessant, weil die Gesichter besonders lebendig und realistisch gemalt sind, was zur damaligen Zeit den Traditionen widersprach. Diese Darstellung Desislavas fand sich schließlich auch auf dem 20-Lewa-Schein wieder.
Die mysterioese Frau auf dem bulgarischen GeldscheinDesislava Sevastokratoritsa Ktitoritsa

Auf Pleite Athens eingestellt?

Der Druck auf Griechenland steigt: Der IWF bricht Gespräche vorzeitig ab, in Deutschland denkt man offenbar über Kapitalsverkehrskontrollen für den Fall eines Grexit nach.

Die deutsche Bundesregierung bereitet sich einem Medienbericht zufolge auf einen Staatsbankrott Griechenlands vor. Es gebe konkrete Beratungen, was im Fall einer Pleite Athens zu tun sei, berichtete die „Bild“-Zeitung vom Freitag unter Berufung auf mehrere mit den Vorgängen vertraute Personen. Danach sei unter anderem im Gespräch, bei einer Staatspleite Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland einzuführen. Außerdem werde ein Schuldenschnitt für das Land diskutiert. Regierungsbeamte stünden darüber in einem engen Austausch auch mit Mitarbeitern der Europäischen Zentralbank (EZB). Einen konkreten Plan, wie im Fall einer griechischen Staatspleite zu reagieren sei, habe Deutschland allerdings nicht. Vieles müsse ad hoc entschieden werden.

Tusk: Griechen sollen „Spielchen“ beenden
Am Donnerstag hatten die internationalen Geldgeber den Druck auf Athen erhöht. Der Internationale Währungsfonds (IWF) zog überraschend sein Verhandlungsteam aus Brüssel ab und begründete das mit „großen Differenzen“ bei den Gesprächen. Der Fonds betonte aber, er bleibe „voll engagiert“. Ein IWF-Sprecher sagte, die griechische Regierung suche offenbar auf politischer Ebene nach einer Lösung mit den EU-Partnern. Zuvor hatten sich EU-Spitzenvertreter noch zuversichtlich gezeigt, dass eine Einigung erzielt werden kann. Ratspräsident Donald Tusk mahnte die griechische Regierung, ihre „Spielchen“ zu beenden.
Berlin stellt sich auf Pleite Athens ein

ww.marcus-gottfried.com

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Heuschrecken nach der Finanzkrise in Europa

Gehasst, geliebt, gezähmt
Die Welt der Hedge Funds ist nicht mehr dieselbe wie vor 2007. Ein Experten-Panel hat am jüngsten Branchen-Anlass «Friends of Funds» herausgearbeitet, wie heute in diese Vehikel investiert wird.Heuschrecke

Einst von Politikern als „Heuschrecken“ verschrien, dann reguliert: Hedge-Funds als sinnvolle Portfolio-Beigabe.

Claudia Gabriel berichtet: Welche Rolle können und sollen alternative Fonds wie Hedge-Funds im Nach-Finanzkrisen-Zeitalter in Portfolios spielen? Um diese und weitere Fragen drehte sich die Diskussion am jüngsten Fonds-Branchen-Anlass «Friends of Funds». Hedge-Funds sind seit kurzem in Europa nicht mehr unregulierte Instrumente. Das Fondsmanagement wird reguliert durch die Richtlinie AIFMD bzw. ihren Nachvollzug im Schweizer Kollektivanlagengesetz KAG, der Vertrieb teilweise durch die europäische Anlegerschutzrichtlinie Mifid II, die im Schweizer Fidleg nachvollzogen werden soll.
Für das allgemeine Publikum.

Sollen Hedge Funds in der EU noch an das allgemeine Publikum und nicht bloss an professionelle Grossanleger wie Versicherer und Pensionskassen vertrieben werden, müssen sie sich überdies den Produkte-Vorschriften der UCITS-Richtlinien unterwerfen, betonte Günther Debrauz von der Beratungs- und Revisionsfirma PwC. Dies hält viele US-Hedge-Funds aus Europa fern und hat die Kosten erhöht, worunter vor allem kleine Anbieter leiden.
Hedge Funds nach der Finanzkrise in Europa
Hedgefund

Gut gemischt… (in EURO)

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Risiko und Ertrag allein genügen nicht zur Beurteilung einer einzelnen Anlageklasse. Wir zeigen, was risiko-/ertragsmässig möglich ist, wenn man bereit ist, unterschiedliche Anlageklassen vernünftig zu mischen (Portfolio-Optimierung in EURO).

Rudolf Schuppler  www.w-t-w.org/en/cartoon/rudolf-schuppler

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