Tritt die Wirtschaft in der Euro-Zone auf der Stelle?

Deutschland und Frankreich schwach

Die Wirtschaft in der Euro-Zone hat im Frühjahr überraschend nur stagniert. Vor allem eine Flaute in den drei grössten Volkswirtschaften sorgte dafür, dass das Bruttoinlandprodukt (BIP) im Währungsraum zwischen April und Juni auf dem Niveau des Vorquartals verharrte, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Plus von 0,1% gerechnet. In Deutschland schrumpfte die Wirtschaft überraschend um 0,2% und damit so stark wie seit gut einem Jahr nicht mehr. In Frankreich gab es nur eine Stagnation. Und Italien rutschte mit einem Minus von 0,2% zurück in die Rezession.
Wirtschaft in der Euro-Zone tritt auf der Stelle
Auf der Stelle treten

Diese Frau gewinnt die Fields-Medaille für Mathematik

Die in Teheran geborene Maryam Mirzakhani ist seit 2008 Professorin an der Stanford University gewinnt den „Nobelpreis für Mathematik“

Maryam Mirzakhani von der Stanford University ist die erste Frau, die mit der begehrten Fields-Medaille ausgezeichnet wird – nach 52 Männern. Sie hat eine wichtige Theorie weiterentwickelt.
Es gibt keinen Nobelpreis für Mathematik. Doch es gibt die seit 1936 verliehene Fields-Medaille, die in der Fachwelt ein großes Prestige genießt, das dem eines Nobelpreises durchaus vergleichbar ist. Deshalb wird diese Würdigung nicht selten als „Nobelpreis für Mathematik“ bezeichnet.

Bislang durften 52 Mathematiker die alle vier Jahre an zwei bis vier Wissenschaftler vergebene Fields-Medaille entgegennehmen. Diese 52 Mathematiker waren allesamt Männer. Keine Frau hat es bislang geschafft, in den Olymp der Mathematik aufgenommen zu werden.
Diese Frau gewinnt den Nobelpreis fuer Mathematik
Maryam-MirzakhaniMaryam Mirzakhani (37) von der Stanford-Universität forscht im Bereich der riemannschen Geometrie. Mithilfe dieser im 19. Jahrhundert von Bernhard Riemann begründeten Theorie lassen sich Winkel, Längen, Abstände und Volumen messen.

In einem riemannschen Raum gelten überraschende Gesetze: So sind die kürzesten Strecken zwischen Punkten nicht zwingend Geradenstücke, sondern können gekrümmt sein. Was Mirzakhani erforscht, ist auch im Zusammenhang mit Albert Einsteins Relativitätstheorie entscheidend.

Finanzwissen im Internet: Social Media und das Thema Finanzen

Finanzwissen im Internet: Social Media und das Thema Finanzen

Finanzprodukte werden immer komplexer und auch komplizierter. Der deutsche Anleger investiert, wenn er denn überhaupt sparen will oder kann, zurzeit in unlukrative Anlageinstrumente. Der Grund ist sicherlich die niedrige Rendite, jedoch spielen immer auch ein Mix aus Risiko, Sicherheitsgedanke und fehlendes Know-how für Finanzthemen eine Rolle. Über Social Media Plattformen könnten Anbieter und Dienstleister potenzielle Kunden – bilden.

Bildung in der Schule hat nicht viel mit der Vermittlung ökonomischer Prinzipien zu tun. Weder haben wir ein ausgeprägtes Bildungssystem zum Verständnis unternehmerischen Handelns noch werden Zusammenhänge von Finanzmärkten vermittelt. Nicht nur seit Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 und der Eurokrise haben Sparer Sorge um ihr Geld. Neben Vertrauensbildung spielt Wissen eine große Rolle, um nachvollziehbare und profunde Entscheidungen in finanziellen Angelegenheiten zu treffen.
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Social Media und das Thema Finanzen

Social Media und das Thema Finanzen

 

Trader wetten auf die Kurserholung

Anstieg am Aktienmarkt

Michael Rasch berichtet: Für Trader besonders interessant erscheint der DAX. Erstens ist er prozentual am stärksten gefallen und könnte sich somit auch am stärksten erholen. Für Trader besonders interessant erscheint der DAX. Erstens ist er prozentual am stärksten gefallen und könnte sich somit auch am stärksten erholen.

Die Volatilität ist in die Märkte zurückgekehrt – schlägt nun die Stunde der Trader? Seit Anfang Juli sind DAX, SMI und Dow Jones in der Spitze um etwa 10%, 6% und 4,5% gefallen. Nach diesen deutlichen Abschlägen sind die Indizes tendenziell überverkauft, und einige Beobachter nehmen an, dass der Markt reif für eine Erholung sei. Diese hat am Freitag in den USA und am Montag in Europa auch bereits eingesetzt.
So wetten Trader auf die Kurserholung

Wetten

Wetten

Exot unter Gleichen

Wirtschaft im Gespräch

Yvonne Helble berichtet: Auf die Frage, warum gerade ein Inder, für Schweizer Verhältnisse immer noch eher ein Exot, das Executive-Search-Unternehmen Egon Zehnder leite, gebe es keine einfache Antwort, sagt Firmenchef Rajeev Vasudeva. Vielmehr habe sich das so im Laufe der Jahre ergeben. Ausgerüstet mit Bachelor-Abschlüssen in Ökonomie und Rechtswissenschaften vom St. Stephen’s College bzw. von der Universität Delhi sowie einem MBA der Universität Michigan, wählte Vasudeva zunächst den Einstieg ins Consulting-Geschäft bei der Gesellschaft Touche Ross in Detroit. Der ehemalige Wirtschaftsprüfer gründete dann 1986 in Delhi seine eigene Beratungsfirma, die primär internationale Konzerne beim Markteinstieg auf dem Subkontinent unterstützte. Um auf dem lokalen Absatzgebiet zu reüssieren, waren seine Kunden auf hochqualifizierte Führungskräfte angewiesen. Deshalb erweiterte Vasudeva 1988 die Palette an Services und bot zusätzlich Executive-Search-Dienstleistungen an. Angesichts der zunehmenden globalen Konkurrenz, der dieser Sektor in Indien in den neunziger Jahren ausgesetzt war, beschloss er jedoch 1995, sich mit einem der führenden Unternehmen der Branche zusammenzuschliessen.
Exot unter Gleichen
Exoten

Volatilität als Weckruf

Weltwirtschaft und Finanzmärkte : Steigende Volatilität als Weckruf

Andreas Uhlig berichtet: Die Verschärfung der geopolitischen Spannungen, die schwächere Entwicklung des Wirtschaftswachstums in Europa und der neuerliche Zahlungsausfall Argentiniens hinterlassen Spuren an den Märkten.

Die Volatilität an den Finanzmärkten hat wieder zugenommen. Marktkommentatoren weisen auf Folgen der Krisenbekämpfung und notwendige Änderungen der Politik hin.

Notenbankern und Marktkommentatoren hatten in den vergangenen Monaten die fallende Volatilität der Finanzmärkte und die geringe Beachtung, die Anleger und Händler anscheinend den gestiegenen Risiken entgegengebracht hatten, wachsendes Unbehagen bereitet. Nun aber haben die Verschärfung der geopolitischen Spannungen, die schwächere Entwicklung des Wirtschaftswachstums in Europa und der neuerliche Zahlungsausfall Argentiniens Spuren hinterlassen.
Steigende Volatilitaet als Weckruf

 Volatilität als Weckruf

Teuer und lästig internationale Geldtransfer

Zahlungsverkehr: Banken und Geldtransfer-Unternehmen machen beim
Geldwechsel gerne einen „guten Schnitt“.
Christof Leisinger berichtet: Banken und andere Dienstleistungsunternehmen verlangen für die Übermittlung von Geld über Ländergrenzen hinweg oft hohe Gebühren und Wechselkurszuschläge. Langsam aber kommen innovative Konkurrenten auf.
Europa mag in Bezug auf seine bürokratischen Institutionen keinen besonders schmeichelhaften Ruf haben, manchmal jedoch täuscht er. Denn die Einführung von Sepa , der Single Euro Payments Area beziehungsweise dem einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum, ist ein Fortschritt. Sie standardisiert Zahlungen über die Grenzen hinweg und macht sie im Vergleich zur Vergangenheit und auch mit anderen Regionen im besten Fall einfacher, günstiger und schneller.
Internationale Geldtransfers – oft teuer und laestig
Giving money

Finanzwelt voller Blasen

Risikoforscher Sorbette: „Die Finanzwelt ist voller Blasen“

Der Schweizer Didier Sornette zählt zu den weltweit führenden Risikoforschern und leitet den Lehrstuhl für unternehmerische Risiken an der Technischen Hochschule Zürich.
€uro am Sonntag: Herr Sornette, wie definieren Sie eine Blase?
Didier Sornette: Wir sprechen von Blasen, wenn wir superexponentielles Preiswachstum feststellen. „Super“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass im mathematischen Sinne die Wachstumsrate der Wachstumsrate wächst.
Können Sie das konkret erklären?
Wenn etwa die relative Preisänderung für Gold im ersten Jahr fünf, dann 15 und im dritten Jahr um 25 Prozent beträgt, dann ist die Gefahr einer Übertreibung gegeben.
Die Finanzwelt ist voller Blasen
Finanzwelt voller Blasen

Rezession erschreckt Euroraum

Draghi nimmt Italien ins Gebet – Rezession erschreckt Euroraum

Einen Tag nachdem Daten zeigten, dass die drittgrößte Volkswirtschaft des Euroraums im vergangenen Quartal überraschend geschrumpft ist, hat der Präsident der Europäischen Zentralbank auf die unzureichenden Strukturreformen seines Landes und Hemmnisse für Investitionen verwiesen. Zuvor hatte er in seinen einleitenden Bemerkungen die ungleichmäßige Erholung in der Region beklagt.

„Ich sage immer wieder dasselbe – ich meine bezüglich der Reformen am Arbeitsmarkt, an den Produktmärkten, beim Wettbewerb, im Rechtswesen und so weiter und so weiter“, sagte Draghi, der früher Präsident der italienischen Notenbank war, am Donnerstag in Frankfurt. Der EZB-Rat hatte auf seiner Sitzung die Leitzinsen unverändert auf Rekordtiefs belassen. „Das wären Reformen, die in der Tat kurzfristig Nutzen bringen und dies unter Beweis gestellt haben.“

Die Kommentare erhöhen den Druck auf den italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi, eine Wende herbeizuführen in einer Volkswirtschaft mit einer Jugendarbeitslosigkeit von mehr als 40 Prozent und einer Rezession, welche die aufkeimende Konjunkturerholung in der Währungsunion abwürgen könnte. Die Kommentare des EZB-Präsidenten zu seinem Heimatland waren unverblümter als sonst, was den Unterschied zu Ländern wie Spanien, die mehr Strukturanpassungen durchgeführt haben, erhöht.

„Draghi hat nachdrücklich Strukturreformen gefordert und darauf verwiesen, dass es nun reichliche Belege gibt, dass Länder, die Wirtschaftsreformen durchgeführt haben, eine stärkere konjunkturelle Entwicklung aufweisen als der Rest der Eurozone“, sagt Riccardo Barbieri, Chefökonom Europa bei Mizuho International Plc in London. „Das klingt nach einer starken Ablehnung des Konzepts, das Italiens neuer Ministerpräsident verfolgt.“

„Ich stimme Draghi vollkommen zu“, sagte Renzi gegenüber dem Fernsehsender La7 laut der Nachrichtenagentur Ansa. „Was der EZB-Präsident gesagt hat, ist unantastbar; wir müssen Italien wieder auf Kurs bringen, um es wettbewerbsfähiger zu machen.“

Der italienische Ministerpräsident, der vierte seit 2011, hatte, als er im Februar das Amt übernahm, umfassende Reformen bei Wirtschaft und politischem System versprochen. Der 39jährige hatte Veränderungen angekündigt, um den Arbeitsmarkt flexibler zu machen, das Rechtssystem voranzubringen und die öffentliche Verwaltung effizienter zu gestalten.

Indes hat die italienische Notenbank im vergangenen Monat ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr auf 0,2 Prozent gesenkt, weniger als ein Drittel ihrer vorherigen Schätzung.

Draghi ließ durchblicken, dass die mangelnden Reformen Investoren abschrecken, und er verwies auf Italiens sehr niedriges Niveau an Privatinvestitionen. Er sagte, dass dies zwar für den Euroraum insgesamt gelte, verglichen mit anderen Teilen der Welt, es jedoch teilweise auf unzureichende Strukturreformen zurückzuführen sei.

„Gewiss sind es nicht die Kapitalkosten, da die Zinsen, die nominalen und die realen Zinsen, niedrig sind und in einigen Teilen des Euroraums seit einiger Zeit negativ sind“, erklärte der EZB-Präsident. „Diese generelle Unsicherheit, die durch mangelnde Strukturreformen entsteht, ist ein sehr mächtiger Faktor, der von Investitionen abschreckt.“

Harm Bengen www.w-t-w.org/en/harm-bengen www.harmbengen.de

Harm Bengen
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