Geldwäschereiaffäre: Streit um Hunderte von Millionen geht in nächste Runde

Mit der grossen Betrugs- und Geldwäschereiaffäre um die Privatisierung eines tschechischen Kohlekonzerns muss sich auch das Bundesgericht befassen. Die erstinstanzlich verurteilten tschechischen Geschäftsleute und ein belgischer Berater haben das Urteil des Bundesstrafgerichts in diesen Tagen angefochten, wie von den Anwälten zu erfahren ist. Die Bundesanwaltschaft wird gemäss eigenen Angaben hingegen nicht rekurrieren.

Das Bundesstrafgericht hatte im letzten Herbst fünf Tschechen zu unbedingten Freiheitsstrafen zwischen 36 und 52 Monaten verurteilt. Ein weiterer tschechischer Beschuldigter ist im Laufe des Verfahrens gestorben. Der belgische Berater erhielt eine bedingte Geldstrafe. Das 591 Seiten dicke schriftliche Urteil wurde den Parteien Ende Mai zugestellt; diese Woche läuft die Frist für den Weiterzug ans Bundesgericht ab. Den früheren Verwaltungsräten und Managern des ehemaligen Bergbaukonzerns Mostecka Uhelna Spolecnost (MUS) in Nordböhmen wird vorgeworfen, bei der Privatisierung des Staatsunternehmens Gelder abgezweigt und riesige illegale Profite kassiert zu haben. Über ein internationales Netz von Briefkastenfirmen landete ein grosser Teil des Geldes auf Konten in der Schweiz. Rund 660 Millionen Franken wurden im Strafverfahren der Bundesanwaltschaft beschlagnahmt. Die Richter in Bellinzona sprachen eine Ersatzforderung zugunsten der Eidgenossenschaft von 718 Millionen Franken aus. Auch Tschechien will das Geld Am Geld ist auch der tschechische Staat interessiert – bisher allerdings erfolglos.
Geldwäschereiaffäre
Tschechischer Kohlekonzern

Wenn Orderfehler Anleger um den Verstand bringen

Einige Anleger verlieren nicht nur Geld, wenn die Kurse fallen, sondern bereits beim Kauf. Ein kleiner Fehler, und sie ordern Papiere nicht wie geplant für 500 Euro, sondern für 50.000 Euro. Ein Insider erzählt.

Es ist zum Verzweifeln: Täglich vertauschen Anleger beim Kauf von Papieren die wichtigsten Zahlen wie WKN, Briefkurs oder Stückzahl.

Pro Monat werden an der Börse Stuttgart Hunderttausende Orders im Euwax-Segment abgewickelt. Zwar unterstützen Computer an der Börse die Ausführung der Transaktionen, doch zunächst geben Anleger oder Bankberater die notwendigen Daten wie Stückzahl, WKN oder den gewünschten Kaufpreis ein. Und weil Menschen Fehler machen, verlieren manche Anleger durch falsche Eingaben viel Geld, wie Norbert Paul, Handelsexperte an der Börse Stuttgart, aus langjähriger Erfahrung weiß.
Wenn Orderfehler Anleger um den Verstand bringen
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Wall Street nervös: Massive Verkäufe wegen schlechter Zahlen bei Unternehmen

Börsen

Wall Street nervös: Massive Verkäufe wegen schlechter Zahlen bei Unternehmen
Die Party an den Börsen neigt sich dem Ende zu: Weil die US-Notenbank weniger Geld verschenken will, schauen die Anleger wieder genauer auf die Zahlen der Unternehmen. Und plötzlich werden Befürchtungen laut, dass etwas „fundamental nicht stimmen“ könnte.
Massive Verkaeufe wegen schlechter Zahlen bei Unternehmen

Schley

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Österreich: Insiderdeals bleiben sehr oft ungestraft

Österreich: Insiderdeals bleiben sehr oft ungestraft
Wenn Manager ihr Insiderwissen für Aktiengeschäfte nutzen, kann die Justiz dagegen derzeit wenig tun, kritisiert die Finanzaufsichtsbehörde FMA

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Seit Gründung der FMA 2002 haben die Aufseher in 20 Fällen Anzeige wegen des Verdachts auf Insiderhandel bei der Staatsanwaltschaft eingebracht. Gerade einmal in zwei Fällen sind die involvierten Manager gerichtlich verurteilt worden. Insgesamt hat die FMA in dem Zeitraum eine gerichtliche Verurteilung von fünf Personen erwirkt.

Diese Ausbeute ist für die Finanzaufsicht zu wenig, weshalb sie nach einer dringenden Gesetzesreform verlangt. Denn laut FMA-Vorstand Klaus Kumpfmüller sind es die zu strikten Anforderungen im Börsegesetz, die eine Verfolgung von Insidergeschäften in Österreich derzeit nahezu unmöglich machen.

Kursbeeinflussung

Als Insiderinfos gelten öffentlich nicht bekannte, genaue Informationen über ein am Kapitalmarkt engagiertes Unternehmen. Die Informationen müssen dazu geeignet sein, den Kurs eines Wertpapieres zu beeinflussen. Im Börsegesetz ist festgelegt, dass sich jemand strafbar macht, der eine Insiderinformation „mit dem Vorsatz ausnützt“, sich zu bereichern. Die Justiz interpretiert die Passage laut FMA so, dass die Transaktion durch die Insiderinformation motiviert sein muss.

Sprich: Wenn ein Manager eigene Aktien kauft, weil er größere interne Bilanzentwicklungen kennt, die einen Kurssprung verursachen werden, begeht er eine Straftat. Kann der Manager aber belegen, dass er die Aktien ohnehin erworben hätte – etwa, weil ihm ein Berater dies empfohlen hat – fehlt der Vorsatz.
Schwieriger Nachweis

Ein Nachweis vor Gericht ist nur schwer möglich, so Kumpfmüller, der Spielraum für Missbrauch und Absprachen sei zu groß. Die Regel müsse daher nachgeschärft werden. Österreich habe überhaupt eine EU-Richtlinie aus 2003 über den Marktmissbrauch ungenau umgesetzt. Denn laut Richtlinie und der jüngsten Interpretation der Rechtslage in Europa durch den Europäischen Gerichtshof sei ein Insiderhandel schon anzunehmen, wenn jemand mit Geheiminformationen bestimmte Aktiendeals tätigt.

Die FMA verlangt aber zusätzlich eine Neuregelung des Strafrahmens. Wer durch ein Insidergeschäft einen Vermögensvorteil von bis zu 50.000 Euro erzielt, dem droht derzeit eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Vor Gericht schaffe dies laut FMA Probleme. Etwa dann, wenn der Gewinn durch den illegalen Aktiendeal bei ein paar tausend Euro liegt, der beschuldigte Manager aber mehrere Millionen pro Jahr verdient. Angesichts des strengen Strafrahmens und der Relationen falle den Richtern eine Verurteilung schwer, so die FMA.

Die Aufsicht will ein neues System: Bis zu einem eingesetzten Vermögen von 500.000 Euro sollte ein Insiderdeal ein Verwaltungsstrafdelikt sein. Erst darüber solle das Strafrecht greifen.

Rudolf Schuppler www.w-t-w.org/en/cartoon/rudolf-schuppler www.grafik-schuppler.at

Rudolf Schuppler

Schweizer «verschenken» 24 Milliarden

Tipp für Anleger: Wer sich für eine Strategie entschieden hat, sollte an dieser festhalten, auch wenn die Kurse sich zeitweise nicht so entwickeln wie gewünscht.

Adrian Baer berichtet:  Anleger sind meist davon überzeugt, rational zu handeln – doch das ist leider meist nicht so. Oft wird anhand des Bauchgefühls entschieden, und das führt zu hohen Verlusten oder entgangenen Gewinnen, wie mehrere Studien nachweisen. Ein verbreiteter Fehler ist, dass Anleger lange von der Seitenlinie beobachten und erst nach einer längeren Hausse einsteigen. Das Gleiche geschieht in der umgekehrten Richtung – nur dass die Aktien dann im eigenen Depot liegen. Die Kursrückschläge werden vom Investor so lange nur zur Kenntnis genommen, bis sie zu gross erscheinen. Verdienen mit Nichtstun.
Schweizer verschenken 24 Milliarden
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Finanz-Eliten fürchten die Folgen der Kluft zwischen Arm und Reich

Feudal-System

In London haben 250 Super-Reiche über die Frage beraten, welche Folgen die ungleiche Verteilung des Reichtums der Welt für sie haben könnten. Beobachter stellen fest, dass die Finanz-Eliten in Erwartung von sozialen Unruhen verbal linke Positionen übernehmen. Sie haben Angst, dass sie als Teil des Problems identifiziert werden könnten. IWF und Vertreter der Zentralbanken unterstützen die Finanz-Eliten bei der Suche nach Auswegen.
Finanz-Eliten fuerchten die Folgen der Kluft zwischen Arm und Reich
Sparplatte

EU-Illegaler Bitcoin-Handel aufgeflogen

Zum ersten Mal in EU

Verdächtige in Frankreich hatten keine Zulassung der Behörden.

Erstmals in Europa ist ein illegaler Internethandel mit der virtuellen Währung Bitcoins aufgeflogen: Die Polizei in Südfrankreich nahm drei Verdächtige fest, die illegal im Internet und ohne Überprüfung durch die Bankenaufsicht mit der Währung gehandelt haben sollen, wie die Behörden am Montag in Foix, Frankreich, mitteilten. 388 Bitcoins in einem Wert von fast 200.000 Euro wurden beschlagnahmt.

Als Betreiber der Internetseite wurde ein 27-Jähriger genannt, der bereits wegen bandenmäßigen Betruges verurteilt worden war. Ihm wird nun unter anderem illegale Ausübung des Bankierberufs vorgeworfen. Sein 36-jähriger Komplize soll die Bitcoins „geliefert“ haben. Auch die Freundin des 27-Jährigen wurde vorübergehend festgenommen. Im Rahmen der Aktion hatten die Ermittler auch Durchsuchungen in Cannes, Nizza, Toulouse und im belgischen Brüssel vorgenommen.

Keine Genehmigung
Die Internet-Seite zum Austausch der Bitcoins verfügte über keinerlei Genehmigung der französischen Banken- und Versicherungsaufsicht ACPR. Die Behörden schlossen die Plattform und beendeten zugleich Pläne für ein Internet-Kasino. Die französische Finanzmarktaufsicht AMF hatte die Banken des Landes erst kürzlich vor den Risiken durch Bitcoins gewarnt.

Die virtuelle Währung Bitcoin war im Jahr 2009 als Antwort auf die Finanzkrise erfunden worden. Geschaffen hat sie ein unbekannter Programmierer, der eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung wollte. Das virtuelle Geld wird durch komplexe Verfahren berechnet. Der Wechselkurs zu echten Währungen schwankt stark.

Verhaftungen in Deutschland

politicalgraffiti.wordpress.com

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Der Staat kassiert von den Deutschen immer mehr

DWO-FIN-Steuerbelastung-db-AufmBrutto verdienen die Bundesbürger zwar gut. Netto landen sie aber nur im internationalen Mittelfeld. Kaum irgendwo anders kassiert der Staat so viel. Vor allem eine Bevölkerungsgruppe muss bluten.

Daniel Eckert berichtet: Amerikaner dürfen sich schon am 21. April frei fühlen, Briten immerhin am 2. Juni. Die Bundesbürger hingegen müssen bis zum 8. Juli warten. Erst ab diesem Tag arbeiten die Deutschen für die eigene Tasche. Bis dahin haben sie – rein rechnerisch – nur dafür gewirtschaftet, um die Ansprüche von Staat und Gesellschaft zu befriedigen. In der Bundesrepublik ist dieser „Steuerzahlergedenktag“ so spät wie in kaum einem anderen Industrieland.

Der Bund der Steuerzahler Deutschland (BdSt) ermittelt diesen Steuerzahlergedenktag jedes Jahr aufgrund der Belastungen, die ein durchschnittlicher Steuer- und Beitragszahler schultern muss. Nach Angaben des Bundes.

Der Staat kassiert von den Deutschen immer mehr

Dr. Jan Tomaschoff / Slovakia www.w-t-w.org/en/dr-jan-tomaschoff www.cartoongallery.eu

Dr. Jan Tomaschoff / Slovakia

Mutter aller Zentralbanken erhebt Warnfinger

BIZ ist skeptisch

Werner Grundlehner berichtet: Die Notenbanken hätten es mit ihrer Geldpolitik nicht mehr in der Hand, dass sich die angeschlagene Wirtschaft in Europa nachhaltig erholen werde. Das sagt nicht irgendwer, sondern die «Mutter aller Zentralbanken», die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Die Warnung der BIZ scheint auf wenig Echo zu stossen. Die jüngsten Zahlen aus der Euro-Zone zeigen jedoch, dass das Institut mit Sitz in Basel durchaus richtig liegen könnte. Obwohl die Europäische Notenbank (EZB) mit fast allen Mitteln versucht, die Verbraucherpreise und die Kreditvergabe anzuheizen, ist das Resultat enttäuschend. Die Inflationsrate betrug im Juni 0,5%, die Banken im Raum der Gemeinschaftswährung vergaben 2% weniger Darlehen. Und dies, obwohl die EZB den Zins für Einlagen der Geschäftsbanken im Juni in den Minusbereich verschob.

Mit Sorge beobachtet die Hausbank der Zentralbanken die Hausse an den Finanzmärkten und bringt das in ihrem jüngsten Bericht auch zum Ausdruck. Die BIZ nimmt eine nur noch begrenzt nachvollziehbare Abkopplung der Börsenentwicklung von den zugrunde liegenden wirtschaftlichen Entwicklungen wahr. Die Aktienkurse sind zuletzt viel schneller gestiegen, als das Wachstum der entsprechenden Unternehmen es rechtfertigen würde. Gemäss BIZ sind Aktien eindeutig zu hoch bewertet.

Die Märkte reagierten sehr stark und empfindlich auf den Kurs der Geldpolitik – oder allein auf die erwartete monetäre Entwicklung. Welche Auswirkungen das haben kann, demonstrierte der frühere Fed-Chairman Ben Bernanke im Mai 2013. Allein die Erwähnung des Wortes «Tapering» (Reduktion der Aktienrückkäufe) brachte die globalen Börsen zum Taumeln. Insbesondere die Schwellenländer kamen wegen des Abzugs von Kapital in grosse Nöte. Auch momentan setzen viele Investoren darauf, dass die EZB-Geldpolitik die Märkte entgegen der realwirtschaftlichen Entwicklung anschieben wird. Viel Geld fliesst momentan wieder in Staatsanleihen aus Peripherieländern, weil man darauf hofft, dass die von der EZB bekräftigte Geldpolitik die Kurse dieser Papiere für den Rest des Jahres beflügeln wird.

Die BIZ wird zwar oft als «Beamten-Moloch» bezeichnet, der eine Flut von Statistiken und Berichten produziere. Wegen der Nähe zu den Notenbanken und des «Insiderwissens» sollten die neuesten Warnungen des Instituts aber durchaus ernst genommen werden.Warnfinger