Zeit für Argentinien und sein Schuldenproblem

Buenos Aires. Im Schuldenstreit mit Hedgefonds hat Argentinien etwas Zeit gewonnen. Die Regierung wies zwar an, Staatsanleihen-Zinsen über 832 Millionen Dollar zu zahlen, die am Montag fällig werden. Das zuständige US-Gericht entschied am Donnerstag aber, die Zahlung zu blockieren.

Damit erhält das Land nun eine 30-tägige Frist, um sich mit den Hedgefonds zu einigen. Diese hatten sich nicht an den beiden Schuldenschnitten beteiligt, die Argentinien 2005 und 2010 mit 93 Prozent seiner Gläubiger vereinbart hatte. Das Oberste US-Gericht hatte zuletzt ein Urteil der Vorinstanz bestätigt, wonach der Staat erst die Hedgefonds auszahlen muss, bevor die anderen Gläubiger bedient werden können.

Beide Zahlungen gleichzeitig kann sich das Land nach Angaben des Wirtschaftsministeriums nicht leisten. Fließt das Geld nicht, wird das als sogenannter technischer Zahlungsausfall gewertet und Argentinien stünde erneut vor der Pleite.
Streit mit Hedgefonds
Argentina

Chinas umstrittene Antikorruptionskampagne

Erschütterungen im Machtgefüge

Die Antikorruptionskampagne des chinesischen Staats- und Parteichefs fordert immer neue Köpfe. Sie ist auch ein machtpolitisches Disziplinierungsinstrument. Der Grat zwischen Stärkung und Schwächung der Partei ist dabei sehr schmal.
Erst war es nur ein Gerücht, dann kam am Mittwoch die Bestätigung: Su Rong, einer von 23 stellvertretenden Vorsitzenden der Politischen Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes, ist wegen «Verstössen gegen die Disziplin» abgesetzt worden. Dahinter verbergen sich Ermittlungen wegen Korruption. Diese werden zunächst innerhalb der Kommunistischen Partei durchgeführt. Mit grosser Wahrscheinlichkeit folgen darauf Parteiausschluss, Anklage und Verurteilung.
Neue «Tiger»
Die Konsultativkonferenz ist ein beratendes Gremium parallel zum Nationalen Volkskongress, die Vizevorsitzenden sind meist Funktionäre auf dem Abstellgleis ihrer Karriere. Trotzdem ist Su, der bis 2013 nacheinander Parteichef in drei Provinzen gewesen war, der bis jetzt höchste Amtsträger, gegen den im Rahmen der Antikorruptionskampagne offiziell vorgegangen wird.

Das macht Su zu einem neuen Vorzeigebeispiel für das Bonmot des Staats- und Parteichefs Xi Jinping, der Kampf gegen Bestechung und Bereicherung werde Opfer unter «Tigern» (hohen Beamten) und «Fliegen» (niedrigen Chargen) fordern. Ein anderer «Tiger», der ehemalige stellvertretende Vorsitzende der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission, Liu Tienan , der im Mai 2013 seinen Posten verloren hatte, wurde am Dienstag formell wegen Bereicherung angeklagt. Wenige Tage vorher war bekanntgeworden, dass mit Ling Zhengce ein hoher regionaler Funktionär aus der Provinz Shanxi wegen Korruption abgesetzt worden war, der mit dem inneren Pekinger Machtapparat verbunden war. Sein jüngerer Bruder, Ling Jihua, war langjähriger Sekretär und Vertrauter des früheren Staats- und Parteichefs Hu Jintao, war aber im Zuge eines Skandals um den Unfalltod seines Sohnes in einem Ferrari auf einen weniger einflussreichen Posten abgeschoben worden.
Der Zugriff auf Ling Zhengce dürfte ein Zeichen sein, dass die Nähe zu Parteigrössen nicht vor Verfolgung schützt und dass auch Ling Jihua von den Umständen seiner Versetzung doch noch eingeholt werden könnte. Die Unberechenbarkeit und wohl auch Willkür, welche die Kampagne auszeichnet, spiegelt sich in diesen Fällen. Im Unterschied zum Vorgehen gegen die Seilschaften des ehemaligen obersten Sicherheitschefs und Mitglieds im Ständigen Ausschuss des Politbüros der KP, Zhou Yongkang , vor allem in der Provinz Sichuan und in der Erdölindustrie scheint Su, Liu und Ling wenig zu verbinden. Aber die Frage bleibt, weshalb es wen zu welchem Zeitpunkt trifft, wenn davon auszugehen ist, dass das gesamte System von Korruption durchzogen ist und kaum ein Parteifunktionär seine Hände in Unschuld waschen kann.
Erschütterungen im Machtgefüge
china

Rohstoffhandelsgrossmacht Schweiz ein intransparentes schwarzes Loch

Regeln gegen Korruption
Vorerst halbe Transparenz im Rohstoffbereich

Davide Scruzzi berichtet: Offenlegungspflicht im Bereich Rohstoffe: Die Wirkung der Transparenz und die tatsächlichen Interventionsmöglichkeiten von Politik, Behörden und Organisationen müssen sich erst noch zeigen. Der Bundesrat will Firmen im Rohstoffabbau verpflichten, Zahlungen an Staaten zu deklarieren. Kritiker bemängeln, diese Regelung werde kaum Auswirkungen haben.

In der Debatte um die Schattenseiten von Aktivitäten der Rohstoffbranche in Entwicklungsstaaten geht es oft um Korruption wie auch um das undurchsichtige Versickern von Abgaben und Steuern, die in diesen Ländern von Firmen geleistet werden. Dieses Problem will nun der Bundesrat angehen, wenn in die auf Ende Jahr hin angekündigte Vorlage zur Aktienrechtsrevision auch neue Transparenzbestimmungen integriert werden sollen.

Neu sollen Zahlungen an staatliche Stellen im Zusammenhang mit der Förderung von Mineralien, Öl, Gas und Holz jährlich offengelegt werden. Die Regelung soll dabei für börsenkotierte sowie «grosse in der Rohstoffförderung tätige Unternehmen» gelten, wie der Bundesrat in einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt. Durch eine gezielte Angleichung der Schweizer Regulierung an jene der USA und der EU soll vermieden werden, dass der Schweiz Standortnachteile erwachsen – ein konstantes Anliegen des Bundesrates. Rohstoffhändler werden in diesem Sinne explizit von der Regelung ausgenommen, der Bundesrat würde aber die gesetzliche Kompetenz erhalten, die Regelungen bei einer Erweiterung der internationalen Standards auch auf Handelsfirmen auszudehnen.

Weil die neue Regelung also – zumindest vorerst – auf Unternehmen beschränkt sein soll, die Rohstoffe direkt abbauen, dürften die Auswirkungen auf die Schweiz sehr limitiert sein. Die meisten hierzulande ansässigen Firmen der Rohstoffbranche sind nämlich im Handel tätig. Ein hier ansässiges Förderunternehmen wie Glencore Xstrata wird indes ohnehin von solchen Transparenzrichtlinien erfasst, weil es im EU-Raum an der Börse kotiert ist. Nicholas Turin vom Bundesamt für Justiz gibt aber zu bedenken, dass zunehmend Handelsunternehmen in Förderaktivitäten einsteigen, so dass der Kreis der betroffenen Firmen auch in der Schweiz anwachsen könnte.
Die Nichtregierungsorganisationen «Erklärung von Bern» und Swissaid bezeichnen den bundesrätlichen Bericht und das Vorgehen als «schizophren». Einerseits werde richtigerweise festgestellt, dass aufgrund undurchsichtiger Finanzflüsse in den Förderstaaten deren Bevölkerung oft nicht aus der Armut herauskomme, andererseits bleibe mit der Beschränkung auf Förderfirmen die «Rohstoffhandelsgrossmacht Schweiz» ein «intransparentes schwarzes Loch».
Die Wirkung der Transparenz und die tatsächlichen Interventionsmöglichkeiten von Politik, Behörden und Organisationen müssen sich erst noch zeigen; derzeit haben weder die EU noch die USA die Regelungen umgesetzt.

Aufnahme: Verschmutzung durch Kupferabbau, Geamana, Rumänien / NZZ
Rohstoffe

Spuren der Finanzkrise

Resultate aus der EZB-Forschung
Der Finanzkrise auf der Spur

In einem grossangelegten Forschungsprojekt haben die Ökonomen des Euro-Systems Europäische Zentralbank EZB und nationale Notenbanken der Währungsunion) die Ursachen der jüngsten Finanzkrise analysiert sowie nach neuen Ansätzen für die makroprudenzielle Aufsicht gesucht. Die Resultate der vierjährigen Forschungsarbeit, die über 160 wissenschaftliche Aufsätze umfasst, wurden am Montag von der EZB veröffentlicht. Im Begleittext zur Studie äusserte die Notenbank die Hoffnung, das Werk der europäischen Notenbank-Ökonomen möge helfen, Krisen in Zukunft frühzeitig zu erkennen.  Key dates of the financial crisis
Der Finanzkrise auf der Spur
Press release ECB publishes final results of Macro-prudential Research Network
Report on the macro-prudential research network
Report on the macro-prudential research network

 

Lässt Europa seine arbeitslose Jugend im Stich?

Vor einem Jahr beschlossen die EU-Staaten, jedem arbeitslosen Jugendlichen eine Beschäftigung anzubieten. Doch die Milliarden dafür bleiben ungenutzt. Nur ein Land hat bisher ein Programm vorgelegt

Die vor einem Jahr groß angekündigte Jugendgarantie, die Millionen jugendlichen Arbeitslosen zu einer Perspektive verhelfen sollte, ist bis heute nur ein leeres Versprechen geblieben. Seit September stehen die insgesamt sechs Milliarden Euro bereit, doch nur Frankreich hat der Europäischen Kommission einen konkreten Plan vorgelegt, den die Behörde Anfang Juni genehmigt hat. So kann das Land die ihm zustehenden 432 Millionen Euro abrufen.

Der für den 11. Juli geplante Jobgipfel in Turin, auf dem die Staatschefs die Umsetzung der Garantie besprechen wollten, ist von der italienischen Ratspräsidentschaft kurzfristig auf das Ende des Jahres verschoben worden.
Europa laesst seine arbeitslose Jugend im Stich
Jugendarbeitslosigkeit

Aber ist dann alles nur Zufall?

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“
Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt
Prof. Dr. Erwin W. Heri

Zufallsprozesse – natürlich nicht der Zufall an sich – spielen eine wichtige Rolle bei der Analyse von Finanzmärkten. Ein häufig unverstandenes Phänomen, das sich aus einer effizienten Verarbeitung von Information ergibt. Wir fassen heute die Theorie effizienter Märkte noch einmal zusammen und diskutieren die Konsequenzen für die Anleger.
Zufällig bin ich auch CartoonistVideos / Kategorie / Finanzkompetenz

Die Reichsten der Welt horten Bargeld

Vermögen: Cash ist sicher:
Super-Reiche horten riesige Bargeld-Vermögen zu Hause

Die Reichsten der Welt halten bis zu 40 Prozent ihres Vermögens in bar. Nach der Finanzkrise haben viele ihr Geld vor den Märkten in Sicherheit gebracht. Sie wissen nicht, wo sie investieren sollen und trauen den Banken offenkundig nicht.

Private Geldspeicher sind bei den Superreichen derzeit sehr beliebt.
Die Aktienkurse klettern auf immer neue Höchststände, doch die mit dem meisten Geld in der Tasche gucken nur zu. Die Superreichen haben die Rally von Dax, Dow & Co. verpasst. Sie sitzen auf hohen Bargeldbeständen – und die verlieren ständig an Wert, weil die Mini-Zinsen auf Sparguthaben unter der Inflationsrate liegen. Einer Studie von CapGemini und RBC Wealth Management zufolge halten die zwölf Millionen Reichsten der Welt 28 Prozent ihres Vermögens in bar, nur 26 Prozent in Aktien und 20 Prozent in Immobilien.

Vor allem seit dem Ausbruch der Finanzkrise horten sie ihr Geld, statt in volatile Märkte zu investieren: Vor 2008 lag die Barquote nur etwa halb so hoch wie heute.
Zum Vergleich: Profi-Investoren und Fondsmanager halten etwas mehr als der Hälfte ihres verwalteten Vermögens in Aktien, 36 Prozent in Anleihen und nur rund sechs Prozent in bar. Die Reichen hätten den richtigen Zeitpunkt zum Einstieg verpasst, erklärt Anlagestratege Brian Jacobsen von Wells Fargo Asset Management. Die US-Bank schätzt, dass ihre reichsten Kunden sogar 40 Prozent ihres Vermögens in Cash vorhalten.
Super-Reiche horten riesige Bargeld-Vermoegen zu Hause
Die Reichsten der Welt horten Bargeld

Präsident Xi Jinping China, kurbelt mit staatlichen Investitionen die Wirtschaft an.

Massive Staats-Intervention verhindert Absturz der Wirtschaft

Die chinesische Regierung pumpt massive Mittel in die Erneuerung des Schienennetzes und den öffentlichen Wohnungsbau. Damit verhindert Peking den Absturz und kann ein Wirtschafts-Wachstum melden. Der Preis: Die Staatsausgaben sind um fast 25 Prozent gestiegen.

Die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt war im ersten Quartal mit 7,4 Prozent so langsam gewachsen war wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. 2013 kühlte sich die Konjunktur bereits auf ein Plus von 7,7 Prozent ab. Schwächer war die Wirtschaft in der Volksrepublik seit 1999 nicht mehr gewachsen. Für dieses Jahr peilt die Regierung rund 7,5 Prozent an. Sie will die Wirtschaft umbauen und unabhängiger vom Export machen und nimmt dafür auch schwächere Wachstumsraten in Kauf, solange genügend Arbeitsplätze entstehen.
President Xi Jinping China, kurbelt mit staatlichen Investitionen die Wirtschaft an.

 

Sollten Anlegerinnen Ihre rosa Brille lieber abzulegen?

Was Investment-Experten jetzt Anlegern raten

Lauren R.Rublin berichtet: Die Märkte haben sich in der ersten Jahreshälfte 2014 für einige Anleger in überraschend Richtungen bewegt. Während es an den Aktienmärkten wie zumeist erwartet leicht nach oben ging – in den USA um gut 5 Prozent, in Deutschland etwas weniger – zogen die Kurse an den Anleihemärkten für viele überraschend an.

Vor diesem Hintergrund hat das Wall Street Journal jetzt zahlreiche bekannte Investmentexperten nach den künftigen Aussichten befragt. Denen zufolge wird es für die Anleger Mitte 2014 Zeit, Ihre rosa Brille lieber abzulegen. Die Bullen unter ihnen rechnen für die zweite Jahreshälfte 2014 mit einem weiteren mageren Zuwachs von 5 Prozent im S&P-500, die anderen erwarten volatile Monate, in denen der US-Leitindex um mindestens 10 Prozent fallen könnte.
Was Investment-Experten jetzt Anlegern raten

www.artflakes.com/de/shop/ideenkueche Johann Müller

Johann Müller