China: Wechselkurspolitik unter Verdacht

Yuan wird unberechenbarer

Norbert Hellmann, Schanghai berichtet: Chinas Wechselkurspolitik unter Verdacht
Amerikaner knöpfen sich den Yuan vor. Der Streit um Chinas Wechselkurspolitik geht in eine neue Runde. Die USA vermuten hinter der Yuan-Schwäche gezielte Manöver und verlangen Gegenmassnahmen. Die Chinesen zeigen sich wenig beeindruckt.
Für die Amerikaner, die seit Jahren eine Stärkung des Yuan gegenüber dem Dollar fordern, ist der jüngste «Schwächeanfall» des Yuan ein Ärgernis. Seit Januar hat die chinesische Währung etwa 4% verloren, eine Entwicklung, hinter der gezielte Manöver der chinesischen Zentralbank vermutet werden. Die Chinesen pochen darauf, dass der Yuan nach der im Februar veranlassten Erweiterung der zulässigen Schwankungsbreite zum Dollar von 1% auf 2% im nun freieren Spiel der Marktkräfte unter Druck geraten ist.
Chinas Wechselkurspolitik unter Verdacht
China Wechselkurspolitik

Droht Japanisierung Europas?

In einer Reihe von Aspekten ist die Euro-Zone heute vergleichbar mit Japan in den 1990er Jahren. Halten diese Ähnlichkeiten an, droht eine anhaltende wirtschaftliche Stagnation.

Das unter den Erwartungen gebliebene Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone im ersten Quartal 2014 hat nach an den Märkten weitverbreiteter Ansicht die Wahrscheinlichkeit neuer monetärer Lockerungsmassnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) erhöht. Die konjunkturelle Erholung habe sich abgeschwächt, sei sogar festgefahren, betonen Kommentatoren. Einer der wenigen Lichtblicke sei die Entwicklung in Deutschland, wobei nicht nur das vergleichsweise kräftige Wachstum von Bedeutung sei, sondern auch die Tatsache, dass die positiven Impulse allein von einer stärkeren Binnennachfrage statt vom Aussenhandel stammten. Sollte sich ein Trend entwickeln, könnte dies ein überfälliger Beitrag zur notwendigen Verbesserung des strukturellen Gleichgewichts der Region werden.
Es stellt sich die Frage, ob der Privatsektor sich rascher erneuern und mit Innovationen Wohlstand schaffen könne, als Regierungen und Zentralbanken diesen zerstörten.
Die drohende Japanisierung Europas
Droht Japanisierung Europas?

Scheich aus Katar wird Grossaktionär bei Deutsche Bank

Banken-Krise: Herrscherfamilie aus Katar wird Großaktionär bei der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank muss sich aufgrund der mageren Erfolge der Bank im Brot-und-Butter-Geschäft mit dem Golfstaat Katar einen neuen Großaktionär ins Haus holen. Katar ist bereits massiv bei Volkswagen investiert. Der Golfstaat ist wegen der unmenschlichen Bedingungen bei der Vorbereitung der Fußball-WM in die Kritik geraten.

Die Deutsche Bank will mit der zweitgrößten Kapitalerhöhung ihrer Geschichte rund acht Milliarden Euro einnehmen und holt sich dazu Katar an Bord. Die Herrscherfamilie des Golfstaates habe Aktien im Volumen von 1,75 Milliarden Euro übernommen, teilte Deutschlands größtes Geldhaus am Sonntagabend mit. Mit einem Anteil von zunächst knapp sechs Prozent steigen die Kataris damit zum neuen Ankerinvestor auf. Die übrigen bis zu 300 Millionen Papiere sollen bis Ende Juni auf den Markt geworfen werden.

Die beiden Co-Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen wollen angesichts immer strengerer Vorgaben der Regulierer wieder in die Offensive kommen.

Bei dem Investor aus Katar handelt es sich um eine Investmentgesellschaft im Besitz von Scheich Hamad Bin Jassim Bin Jabor Al-Thani. Er zeichnet zunächst ein Sechstel der neuen Aktien, kann seinen Anteil aber über die Bezugsrechte noch deutlich steigern, wenn er auch an der übrigen Kapitalerhöhung teilnimmt. Der Scheich gilt als zweitreichster Mann des Landes und ist über andere Vehikel auch schon an anderen Banken beteiligt. Die Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht für die Altaktionäre läuft voraussichtlich bis zum 24. Juni. Katar ist wegen seiner Rolle bei der Fußball-WM ins Zwielicht geraten: Menschenrechtsorganisationen hatten den Umgang der Baufirmen mit Gastarbeitern angeprangert: Die Arbeiten würden, wie verschiedene Berichte zeigen, mitunter wie Sklaven behandelt.

Wenn alles wie geplant durchgeht, hat die Deutsche Bank seit 2010 insgesamt 21 Milliarden Euro frisches Kapital eingesammelt. Die bislang größte Kapitalerhöhung des Instituts fand im Zusammenhang mit der Postbank-Übernahme statt.
Dt. Bank holt für Mega-Kapitalerhöhung Scheich ins Boot
NZZ zum Thema: Deutsche Bank erhöht Kapital

Harm Bengen / Text W-T-W www.w-t-w.org/en/harm-bengen www.harmbengen.de

Harm Bengen / Text W-T-W

Lohnt sich ein Bezahlstudium?

In zwölf Jahren hat sich die Zahl der privaten Hochschulen versechsfacht. Die Studenten suchen dort individuelle Betreuung. Doch die Ausbildung an den oft jungen Schulen birgt auch Risiken.
An privaten Hochschulen waren im Wintersemester 2011 rund 125.000 Studenten eingeschrieben – an öffentlichen 2,2 Millionen. Trotzdem zahlten alle privaten Studenten zusammen im Jahr 2011 nur rund 300 Millionen Euro weniger Beiträge als alle öffentlichen Studenten zusammen.
Nach zwei Semestern hatte Anne Dittmann genug. Sie studierte Wirtschaftspsychologie an der TU Dresden, aber sie lernte wenig. „In der Vorlesung saßen 700 Leute, ich konnte nicht mal den Dozenten verstehen“, sagt sie. Sie brach ihr Studium ab und wechselte: die Stadt, das Fach und gleich auch die Hochschulart. Jetzt studiert sie Journalismus und Unternehmenskommunikation in Berlin. Als eine von vielen hat sie sich für eine private Hochschule entschieden.

Qualität über Akkreditierung ablesbar
Damit die Qualität sichergestellt ist, müssen in Deutschland sowohl die Hochschulen als auch ihre Studiengänge akkreditiert werden. Einen Mindeststandard müssen alle erfüllen. Wie die Qualität einer Hochschule darüber hinaus eingeschätzt wird, kann man daran ablesen, ob sie gleich für zehn Jahre akkreditiert wird – oder nur für drei. Die Gutachten stehen für alle zugänglich auf der Website des Wissenschaftsrats.
Lohnt sich ein Bezahlstudium wirklich
Private Hochschulen

Modi will «Mutter Ganges» säubern

Indiens designierter Premierminister Narendra Modi ist am Tag nach seinem triumphalen Wahlsieg in der Hauptstadt Delhi mit Jubel empfangen worden. Seine hindu-nationalistische Bharatiya Janata Party (BJP) hatte sich in der Parlamentswahl alleine die absolute Mehrheit gesichert.

Der amerikanische Präsident Barack Obama lud Modi nach Washington ein – seit 2005 hatten ihm die USA wegen seiner Haltung als Regionalpolitiker in blutigen Unruhen die Einreise verweigert. Nach Angaben des Weissen Hauses telefonierte Obama nach dem Wahlsieg mit Modi. Dabei habe Obama die strategische Partnerschaft beider Länder betont und angekündigt, die Zusammenarbeit zu vertiefen.

Gewinnmitnahmen nach dem Höhenflug
Turbulenzen an der indischen Börse

Die Mumbaier Börse hat in Erwartung des Wahlsieges des wirtschaftsfreundlichen Narendra Modi diese Woche stark zulegen können. Nach Verkündung der Resultate kam es dann aber erst einmal zu Gewinnmitnahmen.
Turbulenzen an der indischen Boerse
Narendra Modi

 

 

Warum diese Niederlage ein Erfolg werden könnte!

US-Gesundheitsreform
Das Comeback von Obamacare
Über kein Projekt wurde in den USA so gestritten wie über die Krankenversicherung für alle. Der Start war eine Katastrophe. Doch die Reform könnte nun ein Erfolg werden.

Mit erheblichen Schwierigkeiten war der Affordable Care Act im vergangenen Jahr gestartet. Obama versprach, seine Reform verschaffe mehr Amerikanern Zugang zu bezahlbarem Krankenversicherungsschutz und verhelfe auch jenen zu einer Versicherung, die in der Vergangenheit wegen kostspieliger Vorerkrankungen abgelehnt wurden. Doch immer wieder wurde der Start nach hinten verschoben; erst, weil einzelne Passagen in letzter Minute umgeschrieben wurden, dann, weil die Webseite, auf der die Amerikaner ihre Policen aussuchen sollten, nicht funktionierte. Für die Konservativen im Land stand schnell fest: Obamas wichtigstes politisches Unterfangen ist zugleich seine größte Niederlage.

Erwartungen übertroffen
Seitdem hat sich viel getan. Acht Millionen Amerikaner haben sich bis zum Stichtag am 15. April über die offizielle Webseite HealthCare.gov versichert – das übertraf sogar die selbst gesteckten Ziele des Weißen Hauses.

Für die Demokraten könnte das angesichts der Kongresswahlen im November zu spät sein. Denn egal, wie die Ergebnisse aussehen – die Republikaner hätten bereits jetzt einen sehr guten Job darin gemacht, das Gesetz schlecht darzustellen, sagt Gruber. „Der Sieg für die Bürger„, schrieb die New York Times mit Blick auf die Wahlen im November, „könnte zu einer politischen Niederlage für die Demokraten führen“.
Das Comeback von Obamacare
Obamacare

Brasilien: Im Schaufenster Angaben von Raten

Der Aufstieg Brasiliens ist gebremst, dieBrasilien Flag
Industrieproduktion stockt. Auch im Vorfeld der Fußball-WM will keine Stimmung aufkommen.

Aufstrebende Mittelschicht, steigende Exporteinnahmen – mit diesen Themen hat Brasilien viele Jahre Anleger gelockt.

Zuletzt stürzte die Währung ab, die Inflation stieg. Was ist passiert?
Brasilien hat den Plafond erreicht

drmakkoy

drmakkoy

Österreich: Budgetsanierung?

Budgetsanierung: Spindelegger sagt EU weitere Milliarde zu

Neue Strafe bei Selbstanzeigen von Steuersündern – Kürzungen bei Förderungen und Ministerien

Wien – „Wir führen im Parlament die Verhandlungen, und gleichzeitig lässt uns der Finanzminister dumm sterben“, ärgert sich der grüne Budgetsprecher Bruno Rossmann über Michael Spindelegger. Auf der Homepage des Finanzministeriums hat Rossmann den bisher unbekannten Brief Spindeleggers an EU-Kommissar Siim Kallas entdeckt, in dem der Minister auf die Budgetrüge aus Brüssel reagiert. Der Brief ist im englischsprachigen Teil der Homepage gut versteckt und birgt durchaus Diskussionstoff: Spindelegger kündigt darin Nachbesserungen beim Budget im Ausmaß von einer knappen Milliarde Euro für das Jahr 2014 an.

In den acht Punkten ist etwa eine zusätzliche Kürzung aller Ausgaben, auch der Ermessensausgaben der Ressorts um bis zu 350 Millionen Euro angeführt, aber auch Kürzungen der Transfers an ausgegliederte Staatsunternehmen, die Vertragsänderungen bedingten und noch gar nicht verhandelt sind. Ausmaß der vorgesehenen Kürzungen: 50 Millionen Euro.

Die EU-Kommission hat noch am Freitag auf Spindeleggers Vorschläge reagiert. In einem Brief wird das Vorhaben Österreichs anerkannt, vom Budgetpfad nicht signifikant abweichen zu wollen. Vorausgesetzt sei, „dass die Maßnahmen strikt und zeitgerecht umgesetzt werden“. Dennoch bleibt für die Kommission das Risiko, dass Österreich 2014 den Euro-Stabilitätspakt nicht erfüllen kann.
Budgetsanierung

www.martirena.com

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Wer sind diese Menschen?

Steuerhinterziehung
Wenn das Gewissen zu sehr quält
Seit dem Fall Hoeneß sind Selbstanzeigen für Anwälte ein lukratives Geschäft. Jeden Tag melden sich Reumütige. Wer sind diese Menschen?

Anrufer sind auf Anonymität erpicht: Sie nennen ihren Namen nicht. Oder verstecken sich hinter der Geschichte eines angeblichen Schwagers, der gerade in Schwierigkeiten steckt. Sie haben Angst, sie schämen sich. Und doch wollen sie alle reinen Tisch zu machen.

In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der Klienten verdoppelt. Wenn zum nächsten Jahr noch schärfere Voraussetzungen für eine Selbstanzeige in Kraft treten, werden es noch mehr. Das ist jetzt schon klar.

Es ist der Hoeneß-Effekt. Deutschlands Steuerkanzleien werden von reumütigen Steuerhinterziehern gestürmt: Nie zuvor zeigten sich mehr Menschen selbst an. Im ersten Quartal dieses Jahres verdreifachte sich ihre Zahl im Vergleich zum Vorjahr.
Sie alle brauchen fachlichen Beistand, um eine wasserdichte Selbstanzeige zu formulieren, denn der Gesetzgeber hat sehr detaillierte Anforderungen, wie diese aussehen muss. Manche Anwälte würden 80 oder 90 Stunden pro Woche arbeiten.
Wenn das Gewissen zu sehr quaelt

Eine Sünde in Ähren