China als größte Konsumgütermarkt der Welt

Steigende Kaufkraft macht die Verbraucher in den Schwellenländern zu einer Wirtschaftsmacht. Bald wird China der größte Konsumgütermarkt der Erde sein. Für die Industrie bricht eine neue Epoche an.

Laut einer Prognose sollen im Jahr 2022 knapp 80 Millionen Haushalte in China mehr als 35.000 Dollar im Jahr verdienen. Dem stehen jedoch 184 Millionen gegenüber, die sich mit weniger als 10.000 Dollar jährlich begnügen müssen.

China wird für westliche Markenhersteller wie Miele, Procter & Gamble oder Henkel bald zum wichtigsten Markt der Erde. Das ist nach den Ergebnissen einer Studie der Beratungsfirma Ernst & Young klar vorgezeichnet.
Für Auto- oder Waschmittelhersteller, die Kosmetikbranche oder Sportschuhproduzenten gelte gleichermaßen: „Wer auch in 20 Jahren noch Global Player sein will, muss heute massiv in den Schwellenländern, vor allem in China investieren“, wie Mitautor Thomas Harms sagte. Die Studie liegt der „Welt“ exklusiv vor.
Die Ergebnisse signalisieren einen historischen Umbruch für die Konsumgüterindustrie. Seit mehr als hundert Jahren hat sie sich voll auf die Bedürfnisse der westlichen Kundschaft eingestellt – zunächst die der USA, nach dem Krieg auch auf Westeuropas Konsumenten. Derzeit verfügen diese Haushalte zusammen über 58 Prozent des weltweit verfügbaren Haushaltseinkommens.
China wird wichtigster Konsumgütermarkt der Welt

Konsum

Dubai: Aktienmärkte des ersten Quartals

Die besten Aktienmärkte des ersten Quartals
Dubai auf dem Siegertreppchen

Kurz vor Quartalsende haben Schwellenländer-Indizes zu einer Aufholjagd angesetzt. Die Leitbarometer der westlichen Welt präsentieren sich anämisch.
Janet Yellen ist ihrem Ruf als geldpolitische «Taube» einmal mehr gerecht geworden. Die US-Wirtschaft werde trotz der jüngsten Erholung noch einige Zeit aussergewöhnliche monetäre Unterstützung benötigen, sagte die US-Notenbankchefin zu Wochenbeginn in Chicago. Die Aktienmärkte quittierten die – als Hinweis auf entgegen vorherigen Mutmassungen noch länger niedrige Leitzinsen interpretierte – Aussage mit steigenden Notierungen, vor allem bei Valoren aus Schwellenländern.
Dubai auf dem Siegertreppchen
Macht die Menschheit Fortschritte?

Euro-Krise: Bedroht Deflation den Aufschwung?

In Athen feiern Europas Finanzminister die neuen Erfolge der Krisenstaaten: Griechenland Draghiund Portugal scheinen über den Berg. Doch großen Teilen der Währungsunion droht schon eine neue Abwärtsspirale aus sinkenden Preisen.

So optimistisch klangen die Euro-Herrscher in Sachen Griechenland schon lange nicht mehr: „Große Fortschritte“ sah der Chef der Euro-Gruppe, der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem. Auch Mario Draghi schien guten Mutes: Das Land habe in der Vergangenheit zwar sehr gelitten, konstatierte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), doch nun seien erste Erfolge zu sehen.

Der Ort für die warmen Worte hätte nicht besser gewählt sein können. Zum ersten Mal seit Beginn der Euro-Krise im Jahr 2010 tagten die Finanzminister der Währungsunion am Dienstag in der griechischen Hauptstadt Athen. Und die Besucher hatten gute Neuigkeiten mitgebracht: Nach monatelanger Verzögerung wird die nächste Tranche des europäischen Hilfspakets für Griechenland freigegeben, insgesamt 8,3 Milliarden Euro. Weitere 1,8 Milliarden sollen voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte fließen.
Geht es nach den Griechen, könnte es dann auch schon vorbei sein mit den Hilfen der Euro-Partner. Die Regierung in Athen plant offenbar, bereits in den kommenden Monaten selbst wieder Geld am Finanzmarkt aufzunehmen. Laut „Wall Street Journal“ sollen so vier bis fünf Milliarden Euro in die Staatskasse kommen. Ein weiteres Hilfspaket, von dem bisher alle Beteiligten ausgegangen waren, wäre damit womöglich obsolet.
Euro-Krise Deflation bedroht den Aufschwung

David Simonds

David Simonds

Gewisse Bescheidenheit sollten Anleger mitbringen

Nach der Rally sind Aktien nicht mehr billig, meint Tilmann Galler. Der Anlageexperte erklärt, wo Anleger jetzt noch Schnäppchen machen können und warum es gefährlich ist, nur auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis zu schauen.

Wie geht es weiter an den Märkten? Tilmann Galler, Portfolio-Manager und Stratege bei JP Morgan Asset Management in Frankfurt, ist optimistisch, auch wenn seine Euphorie nachgelassen hat. S&P 500 und auch Dax notieren nahe ihrer Allzeithochs. Wie geht es weiter? Ich erwarte eine Aufholjagd. Eine Aufholjagd?
2013 war ein exzellentes Jahr für Aktie. Die Märkte haben allerdings viele Vorschusslorbeeren verteilt. 2014 müssen die Unternehmen liefern. Und die Konjunktur muss weiter anziehen, denn auch das haben die Märkte bereits vorweggenommen. Jetzt müssen Unternehmen liefern und die Konjunktur sollte Tritt fassen.
Gewisse Bescheidenheit sollten Anleger mitbringen
Gewisse Bescheidenheit sollten Anleger mitbringen

Schleichender Abstieg eines einstigen Musterknaben

Brasiliens Wirtschaft

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff hat das Vertrauen der Wirtschaft verspielt. Wird sie nach ihrer wahrscheinlichen Wiederwahl die dringend notwendigen Reformen vornehmen?

Dilma Rousseff mag es nicht, wenn sie auf Flügen in Turbulenzen gerät. Die brasilianische Präsidentin kontrolliert deshalb vor jedem Flug mit der Präsidentenmaschine persönlich die Wetterprognose auf der Route. Drohen Gewitter, verlangt die Volkswirtin Kursänderungen. Kommt es dennoch zu Turbulenzen, zitiert sie den diensthabenden Brigade-General aus der Kabine des Piloten zu sich und liest ihm die Leviten.
Der schleichende Abstieg eines einstigen MusterknabenSchleichender Abstieg eines einstigen Musterknaben

Was sind Hochfrequenz-Deals?

Umstrittene Hochfrequenz-Deals:
Die geheime Welt der High-Speed-Händler

Der heißeste Trick an der Wall Street heißt Hochfrequenzhandel: Mit blitzschnellen Computerprogrammen verschaffen sich Insider in Millisekunden Milliardenvorteile zu Lasten regulärer Anleger. Jetzt schildert ein Enthüllungsbuch die dubiose Praxis.
Etwas stimmte nicht. Jedes Mal, wenn Brad Katsuyama Aktien kaufen wollte, wurden sie teurer. Und jedes Mal, wenn er Aktien verkaufen wollte, wurden sie billiger. „Ich verstand nicht, was da los war“, erinnert sich der damalige US-Cheftrader der Royal Bank of Canada (RBC). „Ich fand keine Antworten.“
Die geheime Welt der High-Speed-Händler

High Speed Traders

Abgeordnetenbestechung wird härter bestraft

Bislang machen sich Mitglieder gewählter Volksvertretungen vom Gemeinderat bis zum Bundestag nur im Fall von Stimmenkauf strafbar. Wenn also ein Mandatsträger Zuwendungen für ein bestimmtes Abstimmungsverhalten entgegennimmt, etwa beim Votum über ein konkretes Gesetzesvorhaben, erfüllt das den Straftatbestand der Abgeordnetenbestechung gemäß Paragraf 108e des Strafgesetzbuches.

Die neuen Regeln dehnen den Begriff der parlamentarischen Korruption hingegen auf alle unsauberen Verhaltensweisen bei der Ausübung eines Mandats aus, also auch auf den Versuch, Gesetzesinitiativen im Sinne eines spendablen Lobbyisten auszugestalten, so das Justizministerium. Das entsprechende Gesetz befinde sich derzeit in der Verkündungsphase und könne Anfang bis Mitte April – am Tag nach der Verkündung – in Kraft treten.

Wer also künftig einen ungerechtfertigten Vorteil für sich oder einen Dritten als Gegenleistung dafür fordert, sich versprechen lässt oder annimmt, dass er bei der Wahrnehmung seines Mandats eine Handlung im Auftrag oder Weisung vornimmt oder unterlässt, wird nach dem neuen Gesetz mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Gesetzlich erlaubte Parteispenden sind von dem neuen Gesetz nicht betroffen.

Schon vor etwa zehn Jahren unterzeichnete Deutschland eine Konvention der Vereinten Nationen gegen Korruption. Doch jahrelang blockierten vor allem Politiker der früheren schwarz-gelben Bundesregierung die Ratifizierung der Konvention im Bundestag.

170 Staaten haben die UNO-Maßnahme schon umgesetzt. Neben Deutschland zählten nur Staaten wie Nordkorea, Syrien oder Saudi-Arabien zu den Blockierern. Die Gesetzesänderung ermöglicht nun die Ratifizierung.
rodrigocartoon
* 14 . United Nations Convention against Corruption / New York, 31 October 2003
Check yourself, who signed, ratified and implemented
(ratified = national parliament)

Korruption zerstört Zukunft

 

Was ist eigentlich eine Firmenanleihe?

Europas Firmenanleihen als Verkaufsschlager

Die Versprechungen von Europas Notenbankern, die Jagd nach Rendite und die Krise auf der Krim machen Firmen-Bonds der europäischen Peripheriestaaten zu Objekten der Begierde.
Seit Beginn des Jahres haben europäische Unternehmen Anleihen im Wert von 261 Mio. € ausgegeben. Das Emissionsvolumen ist damit so gross wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Emittenten locken die nach wie vor sehr attraktiven Finanzierungskonditionen an den europäischen Kapitalmärkten. Die durchschnittliche Rendite für Firmenanleihen im spekulativen Segment (Rating von «BB+» und schlechter) ist auf 4,4% gesunken und damit so niedrig wie nie zuvor. Für Anleger ist dies aber in Anbetracht der niedrigen Zinsen auf Staatsanleihen eine verlockende Rendite.
Europas Firmenanleihen als Verkaufsschlager

www.burkhard-mohr.de

www.burkhard-mohr.de

 

Schuldenrückzahlungen

Staatliche Kreditaufnahme
Anschlussfinanzierung als grösstes Risiko

In den nächsten drei Jahren komme auf viele Staaten eine Welle von Schuldenrückzahlungen zu, meldet die OECD. Steigende langfristige Zinsen und ein schwaches Weltwirtschaftswachstum setzen staatlichen Bond-Emittenten schon jetzt zu.
Die Verschuldungsquoten zahlreicher Länder dürften 2014 weiter steigen und in den nächsten Jahren auf einem hohen Niveau verharren. Zu diesem Ergebnis kommt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem jüngsten Bericht zur staatlichen Kreditaufnahme («Sovereign Borrowing Outlook 2014»). Demnach dürfte der Anteil der Schulden am Bruttoinlandprodukt (BIP) für einige Staaten stark zunehmen und gar auf einen historischen Höchststand von mehr als 116% klettern. Damit läge die Verschuldungsquote über der während des Zweiten Weltkriegs erreichten.
Anschlussfinanzierung als groesstes Risiko
Outlook 2014. Summary in German

Dr. Jan Tomaschoff  / Slovakia www.w-t-w.org/en/dr-jan-tomaschoff www.cartoongallery.eu

 

Schäuble erwartet Ende der Niedrigzinspolitik

Die Bundesregierung erwartet nach «Spiegel»-Informationen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) schon bald die Leitzinsen anhebt. Das gehe aus einem internen Vermerk des Bundesfinanzministeriums hervor, schreibt das Magazin.
Weil die Staatsschuldenkrise zunehmend in den Hintergrund rücke und die Konjunktur anziehe, sei von der EZB «ein aktiver Beitrag zur Überwindung der Niedrigzinspolitik zu erwarten».
Dies führe nach Einschätzung der Experten von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) dazu, dass der deutsche Staat bereits in einem Jahr mehr für Kredite zahlen muss als derzeit, so der «Spiegel». Demnach seien «zum Beispiel bei den zehnjährigen Renditen für Bundesanleihen moderate Zinssteigerungen auf über zwei Prozent möglich».
Schaeuble erwartet Ende der Niedrigzinspolitik
Schaeuble