Pagenstecher, Reuß, Neger, Geltmacher, Pocher: Viele historische Berufsbezeichnungen leben nur noch als Familien- und Straßennamen weiter – und geben Rätsel auf. Ein Germanist erklärt sie nun alle.
Matthias Heine berichtet: Der Bergbau war lange Zeit Quelle großen Reichtums in Deutschland. Entsprechend ausdifferenziert war dort das Spezialistenwesen – vom Flutner, über den Pocher und den Haldenmann bis zum Freigrübler.
Belauschen wir doch mal eine Familie um 1700 bei einem Berufsberatungsgespräch am Abendbrottisch: „Was wollt ihr eigentlich mal werden, Kinder?“
„Augenschneider, da kann man den Menschen helfen.“
„Aber dafür muss man studieren, als Zinsköter kann ich dir kaum ein Studium finanzieren. Wie wär’s mit einem Handwerk?“
„Russe oder Neger würde mir auch gefallen. Wenn alle Stricke reißen, schlage ich mich als Bönhase oder Freigrübler durch.“
„Und du? Du zeichnest doch so gerne, du könntest Briefmaler oder Illuminist werden.“
„Ich möchte mich lieber als Geltmacher selbstständig machen.“
Crowdfunding: Trotz explosivem Wachstum ist Crowdfunding in der Schweiz noch ein kleines Phänomen.
Für einen kommerziellen Erfolg ausschlaggebend ist, dass das «Spenden»-Image abgelegt wird.
Für die meisten Geldgeber geschieht Spenden und Investieren aus völlig unterschiedlicher Motivation. In den kotierten Märkten werde kaum mehr eine Mehrrendite generiert, sagte Denes Ban, Geschäftsführer von
Our Crowd, bei der Präsentation der israelischen Crowdfunding-Plattform in Zürich.
Das Modell des Börsengangs laufe aus. So zögen die US-Gesellschaften Uber und Airbnb einen solchen gar nicht erst in Betracht, erklärte Ban und fügte hinzu, dass erstere Firma bereits mit 60 Mrd. $ bewertet werde. Viel Geld, so die Botschaft, verdiene man dagegen mit Investitionen in junge Unternehmen. Dazu benötigt ein Investor aber Beziehungen und ein grosses Startkapital, um als Risikokapitalgeber in entsprechenden Fonds zu investieren.der Schwarm-Finanzierung über das Internet, dem sogenannten Crowdfunding, ist dies auch für Kleinanleger zu gleichen Konditionen wie für Grossinvestoren möglich .
Our Crowd hat in weniger als drei Jahren 200 Mio. $ von über 11 000 Investoren in 90 Jungunternehmen angelegt. Von solchen Zahlen können Schweizer Crowdfunding-Anbieter nur träumen. Schwarm-Finanzierung noch in den Kinderschuhen
Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März hat die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC 3.937 Berufstätige – davon 2.285 Frauen – aus 40 Ländern zu ihren Erfahrungen mit beruflichen Auslandsaufenthalten und diesbezüglichen Erwartungen befragt (Deutschland: gesamt 243, davon 135 Frauen). Gleichzeitig befragte PwC 134 Führungskräfte, die für Auslandsaufenthalte und die weltweite Mobilität der Mitarbeiter verantwortlich sind.
Mehr Frauen denn je erwarten Auslands-Entsendung im Job
PwC-Umfrage offenbart jedoch Missverhältnis zwischen Wunsch und Wirklichkeit im Unternehmen
– 64% (Deutschland 61%) der Frauen finden Arbeitgeber attraktiver, die Möglichkeiten zu Entsendungen ins Ausland bieten
– Jedoch sagen viele der befragten Frauen, dass ihr aktueller Arbeitgeber ihnen nicht dieselben Chancen zu Entsendungen bietet wie ihren männlichen Kollegen.
– Die Annahme, dass Mütter generell nicht im Ausland arbeiten
wollen, wird in Frage gestellt.
– Arbeitgeber nutzen internationale Einsätze als Talentschmiede für zukünftige Führungskräfte – jedoch versuchen nur 22% der Unternehmen aktiv, den Frauenanteil bei Auslandseinsätzen zu erhöhen. Mehr Frauen denn je erwarten Auslands-Entsendung im Job
Fünf Konzerne aus dem Spitzensegment Dax gehörten 2015 nach einer Auswertung der DSW-Anlegerschützer zu den größten Kapitalvernichtern an den Börsen.
In der am Mittwoch vorgestellten Negativliste von 50 deutschen Aktiengesellschaften mit besonders hohen Kursverlusten finden sich neben den Kreditinstituten Deutsche Bank und Commerzbank noch die Energieversorger RWE und Eon sowie der Rohstoffkonzern K+S aus Kassel. Für die Anleger seien auch Investitionen in große Gesellschaften mit vermeintlich erprobten Geschäftsmodellen nicht mehr zwingend sicher, erläuterte der Hauptgeschäftsführer der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Marc Tüngler, in Frankfurt…. Versorger und Großbanken unter den groeßten Kapitalvernichtern 2015
Scheichs der arabischen Halbinsel kaufen ganze Landstriche
und errichten neue Städte.
Die Bosniaken, Kroaten und Serben in Bosnien-Herzegowina beginnen sich zu fürchten: Mit Milliardenkapital ausgestattet, kaufen Scheichs der arabischen Halbinsel das halbe Land zusammen und bauen neben Moscheen auch gigantische Siedlungen. Sie bringen auch Zigtausende Wahhabiten ins Land. Dieser puristisch-traditionalistischen Richtung des sunnitischen Islam können aber die moderaten Muslime Bosniens überhaupt nichts abgewinnen.
Wilhelm Theuretsbacher berichtet: Die Kaufwut der arabischen Milliardäre geht aber weit über Sarajevo hinaus. Die Firma AWilhelm Theuretsbacher berichtet: rdh Al-Jazeera aus Kuwait baut in den Ortschaften Sokolovic Kolonija und Dobrosevici insgesamt 50 Luxus-Villen. Auch in Lužani, Lokve, Crepljani und Osenik sind arabische Ferienanlagen im Entstehen.
Die Menschen in Bosnien-Herzegowina betrachten die arabische Investitionswelle mit gemischten Gefühlen. Einerseits ist es gut, wenn Geld ins Land kommt. Denn aus der EU investiert kaum jemand in dem Staat, der 20 Jahre nach seiner Gründung noch immer nicht funktioniert. Doch die Motive der Araber sind völlig unklar.
Für Verunsicherung sorgt vor allem die Einseitigkeit der Interessen. Die Investoren engagieren sich nicht in der bosnischen Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie. Auch an der Automobilbranche und dem Energiesektor sind sie überhaupt nicht interessiert. Ihr Hauptaugenmerk liegt angeblich nur auf dem Tourismus. Außerdem bauen sie Moscheen und Schulen quasi am Fließband.
Die Bosnier stehen der Investitions- und Einwanderungswelle ratlos gegenüber. Nicht vergessen sind jene wahhabitischen und El-Kaida-nahen Saudis, die während des Krieges von 1992 bis 1995 Waffen lieferten. Deren Missionierungseifer wurde bald als Bedrohung empfunden. Es war sehr schwer, sie wieder loszuwerden. Das Land ist nun voll mit Gerüchten. Wollen sich die Araber einen Stützpunkt in Europa für die Zeit nach dem Öl sichern? Wollen sie einen Stützpunkt für die „Missionierung“ Europas einrichten? Oder wollen sie wirklich nur hier Urlaub machen?.. Ein Wahhabiten-Stuetzpunkt in Europa Vor den Toren Europas- Radikale Islamisten kaufen Land in Bosnien
Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“. Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.
Die Zinskurve bildet die unterschiedlichen risikolosen Zinssätze über die (Lauf)Zeit ab. Sie enthält interessante Informationen über die Erwartungsbildung, die geldpolitische Strategie und den generellen Zustand einer Volkswirtschaft.
Meine Damen und Herren, was ist eine Zinskurve? Ich zeige Ihnen am besten das Bild einer Zinskurve oder Zinsstrukturkurve. Hier unten die Haltedauer eines Wertpapiers oder die Laufzeit einer Anleihe. Sie geht von einzelnen Tagen über Monate oder Jahre bis hin zu Jahrzehnten. Hier sehen sie den Zins bzw. die Ertragsrate für den Anleger. Das ist die Ertragsrate p.a. für die unterschiedlichen Laufzeiten. Dies nennt man Zinsstrukturkurve. Wie sieht die Zinsstrukturkurve üblicherweise aus? Wie wir hier gesehen haben, steigt sie normalerweise positiv an und verflacht sich gegen hinten. Wir haben verschiedene Theorien, welche diese Form der Kurve erklären können. Ein Ansatz ist die sogenannte Erwartungstheorie. Diese geht davon aus, dass in der Zinsstrukturkurve bestimmte Erwartungen über die künftige Entwicklung der Zinsen abgebildet werden. Andere Ansätze basieren auf Liquiditäts- oder Risikoprämien. Beispielsweise werden Sie, je länger Sie ihr Geld auszuleihen bereit sind, einen zunehmend höheren Zins verlangen – mit anderen Worten eine Risikoprämie. Das ist eine der Erklärungsmöglichkeiten dafür, dass die langfristigen üblicherweise über den kurzfristigen Zinsen liegen. Je nach Marktsituation kann sich dies aber relativ rasch ändern, weil die Erwartungsbildung sehr erratisch sein kann.
Die Form der Zinskurve kann sich aber auch aus anderen Gründen rasch ändern, z.B. wenn die Zentralbank entsprechend interveniert. Diese Zusammenhänge werden wir uns in einem späteren Video noch einmal ansehen. Für heute nur soviel: Die Zinskurve ist nicht selten ein Steuerungsinstrument der Zentralbanken und sie gibt sogar Hinweise auf künftige Konjunkturentwicklungen. Wir werden auf all diese Elemente zurückkommen.
Hier noch einmal: die normale Zinsstrukturkurve steigt positiv von unten links nach oben rechts. Wenn sich Erwartungen über künftige Zinsentwicklungen ändern oder die Zentralbankpolitik eine abrupte Änderung erfährt, kann sich die Kurve verflachen oder im Extremfall gar invers werden. Invers heisst dann, dass wenn Sie ihr Geld kurzfristig ausleihen, Sie einen höheren Zins bekommen als wenn Sie langfristige Ausleihungen tätigen. Wir werden einige dieser Zinsstrukturkurven nachher noch im Detail diskutieren.
Hier die Abbildung unterschiedlicher Zinsstrukturkurven zu unterschiedlichen Terminen in Deutschland. Eine davon, die Rote, vom 31. Januar 1973, eine andere, positive geneigte, aktueller, auf tieferem Niveau vom Dezember 2013. Oder eine völlig flache Kurve, die Gelbe, vom Februar 1990, oder eine der beschriebenen Extremphasen, eine inverse Zinsstruktur vom Dezember 1991. Im Prinzip gibt es natürlich jeden Tag eine neue Zinsstrukturkurve, da die Zinsen über alle Laufzeiten ja jeden Tag neu erfasst werden. Die Kurven ändern aber nicht sehr erratisch von einem Tag zum anderen.
Lassen Sie mich zusammenfassen: Die Zinskurve bildet die unterschiedlichen risikolosen Zinsen über die Laufzeit ab. Von einem Tag bis hin zu 30, 40, 50 Jahren. Sie enthält interessante Informationen über die Erwartungsbildung in einem Land, die verfolgte geldpolitische Strategie und generell den Zustand der Volkswirtschaft. In nachfolgenden Videos werden wir die entsprechenden Signale mit Ihnen diskutieren. Sie müssen einfach wieder kommen.
Videos Kategorie Finanzkompetenz
Steigende Ungleichheit durch risikoscheues Anlageverhalten
Kleinanleger besitzen im Vergleich mit Wohlhabenden kaum Immobilien und investieren kaum in Aktien. Doch gerade diese Anlagen profitieren von der Geldpolitik. Das dürfte die Ungleichheit verstärken.
Michael Rasch berichtet: Laut Bundesbank besassen 2014 gerade einmal 10% der Haushalte direkt Aktien. Die herrschende Geldpolitik sorgt nicht nur über Nullzinsen und negative Realzinsen für eine heimliche Enteignung von Sparern und Rentnern, sondern bewirkt auch eine Umverteilung des Vermögens in der Gesellschaft. Dies lässt sich jedenfalls aus einem am Montag veröffentlichten Bericht der Deutschen Bundesbank herauslesen, in dem sie das Vermögen privater Haushalte in Deutschland analysiert hat. Danach konzentrierte sich der Immobilienbesitz im Jahr 2014 vor allem bei den Vermögenden. Von den 20% der Haushalte mit dem höchsten Vermögen besitzen über 90% eine selbstgenutzte Immobilie. Der Anstieg der Immobilienpreise kommt also primär den Wohlhabenden zugute. Ähnlich verhält es sich beim Aktienbesitz, der in Deutschland nach wie vor gering ist…. Geldpolitik macht Reiche noch reicher
Gesundheit geht durch den Magen. Auf der Suche nach Alternativen zum traditionellen Nahrungsmittelgeschäft ist Nestlé auf ernährungsbasierte Therapien gestossen. Das Gebiet ist neu, birgt aber auch erhebliche Risiken.
Neue Ideen bei Nestlé: Entwickelt wurde beispielsweise eine App, die feststellen kann, ob eine Person beim Essen die physiologisch notwendigen Nährstoffe aufnimmt.
Ausgangslage
Es gibt Nahrungsmittel und Arzneimittel, und dazwischen gibt es noch die ernährungsbasierten Krankheitstherapien – ein noch wenig erforschtes Gebiet, dem sich Nestlé Health Science NHSc verschrieben hat. Der Grosskonzern hat diesen separaten Geschäftsbereich 2011 gleichzeitig mit dem Nestlé Institute of Health Sciences gegründet, um ein neues Tätigkeitsfeld zu erschliessen, von dem man sich schnelleres Wachstum und höhere Margen verspricht als im traditionellen Food-Geschäft. Der Gesamtkonzern steht nach eigenem Bekunden im Zeichen von «Nutrition, Health & Wellness», und die Erwähnung der «Gesundheit» ist ein Indiz für eine neue strategische Facette. Nestle zwischen Food und Pharma
Petra Kaster www.w-t-w.org/en/petra-kaster www.petrakaster.de
Die Bundesbank hat zum zweiten Mal das Vermögen der Privathaushalte in Europa untersucht. Als die Bundesbank vor drei Jahren ihre erste Studie über die Vermögenssituation der Privathaushalte in Deutschland veröffentlichte, war die Empörung groß. Ausgerechnet inmitten der Euro-Krise – als mit deutscher Hilfe milliardenschwere Rettungspakete für Griechenland geschnürt wurden – stellte sich heraus, dass das Vermögen der Deutschen im europäischen Vergleich geringer und zudem besonders ungleich verteilt war.
Anja Ettel berichtet: Mittlerweile liegt die zweite Studie dieser Art vor. Die bereits verfügbaren Ergebnisse für Deutschland und Italien legen nahe, dass sich an dem Befund von vor drei Jahren nichts Wesentliches geändert hat. „Die Vermögen sind weiterhin – gemessen an anderen Ländern im Euro-Raum – relativ ungleich verteilt“, urteilen die Bundesbank-Ökonomen in ihrer Analyse, die jetzt im aktuellen Monatsbericht der Zentralbank erschienen ist… Reichtum und Armut in Deutschland 2016_03 Vermögen Finanzen private Haushalte
Onkologen und Reha-Mediziner beobachten ein neues Problem bei Krebspatienten: Dank besserer Therapien überleben immer mehr Menschen ihre Erkrankung. Für die Betroffenen ist das aber häufig auch mit negativen Folgen während und nach der Therapie verbunden: Sie erleiden beispiellose finanzielle Abstürze, so beobachten die Mediziner, die zum Teil als belastender als die Krankheit selbst erlebt werden. REPORT MAINZ liegt ein bislang unveröffentlichte Langzeitstudie der German Hodkin Study Group vor: Danach leiden 35 Prozent der Patienten unter finanziellen Problemen. Das ist ein riesiges Problem, was bisher weder im Gesundheitssystem, in der Politik noch in der der Öffentlichkeit die nötige Aufmerksamkeit gefunden hat.
Krankenkassen treiben Krebskranke in die Armut
Der Leiter des Sozialdienstes am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, Jürgen Walther, hat den Umgang von Krankenkassen mit erwerbstätigen Krebspatienten scharf kritisiert. Betroffene würden teils wenige Monate nach der Diagnosestellung in die Erwerbsminderungsrente gedrängt, sagte er am Donnerstag in Heidelberg. Ihr Armutsrisiko steige dadurch erheblich.
Jährlich gingen rund 20 000 Krebspatienten in Erwerbsminderungsrente. Dies passiere teilweise, ohne dass die Menschen das wollten, sagte Walther, der auch stellvertretender Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Soziale Arbeit in der Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft ist. Die Kassen forderten die Betroffenen auf, einen Reha-Antrag zu stellen. Die wenigsten wüssten, dass dieser Antrag jederzeit in einen Rentenantrag umgewandelt werden könne, wenn der Patient voraussichtlich länger als ein halbes Jahr erwerbsgemindert sei. Dies sei jedoch bei der Mehrheit der Tumorpatienten der Fall.
Für die Betroffenen sei es ein Desaster, wenn eine Kasse so vorgehe, warnte Walther. Zur Belastung durch die schwere Krankheit kämen dann noch enorme finanzielle Sorgen hinzu. Zudem werde der Rückweg in die Erwerbstätigkeit erschwert. Generell sei Krebs ein Armutsrisiko. Während die Einnahmen der Patienten schrittweise sinken würden, stiegen die Ausgaben teils erheblich – unter anderem durch Anfahrtskosten zu Behandlungen, Zuzahlungen zu Medikamenten, Pflegekosten und Betreuungskosten für Kinder.