Wall-Street-Notizen-IT Sicherheit

Ohne IT-Sicherheit keine Zukunft. Apple hat bekanntgegeben, dass der App-Store des Technologiekonzerns von Hackern überfallen wurde. Zu Schaden kam dabei niemand.

Apple hat übers Wochenende bekanntgegeben, dass der App-Store des Technologiekonzerns von Hackern überfallen wurde. Offenbar wurden Hunderte von Applikationen (Apps) mit «schmutziger» Software beladen. Apple hat zum Glück klargestellt, dass bis dato niemand dadurch Schaden genommen hat. Das Unternehmen hat die betroffenen Apps vom App-Store gelöscht. Die Episode zeigt, wie zentral die Sicherheit in der Informatik geworden ist. Sicherheit bedeutet allerdings viel. Zum einen geht es darum, dass niemand unrechtmässigen Zugang zu Daten erhält. Es geht aber auch darum, dass niemand das Verhalten von Individuen unrechtmässig verfolgen kann. Das Problem ist so bedeutend, dass führende Technologievertreter im Silicon Valley bereits davon ausgehen, dass die grossen Informatikunternehmen nur dann bestehen können, wenn sie auch das Sicherheitsproblem lösen…

Insofern werden nur diejenigen Technologieunternehmen langfristig erfolgreich sein, deren Kerngeschäft im Bereich der Sicherheit liegt. Aus Sicht der Anleger lohnt sich daher ein genauer Blick auf die Sicherheitsstrategie von Technologieunternehmen. Wer keine hat, dürfte laut spitzen Zungen bald auch keine tragfähige Zukunft haben.
Ohne IT-Sicherheit keine Zukunft

Kostas Koufogiorgos

Kostas Koufogiorgos

 

Value ist langweilig

Finanzkompetenz oder „Financial Literacy“ Verbessern Sie Ihr Finanzwissen. Finanzwissen im Brennpunkt Prof. Dr. Heri.

Wir beleuchten die Hauptargumente von Growth-Investoren und vergleichen sie noch einmal mit der Value-Philosophie. Wahrscheinlich gilt auch hier, dann man am besten nicht die ganze Wette nur auf ein (Anlagestil) Pferd setzt.
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Katze aus dem Sack? Lohndumping

Eigentlich ist Deutschland auf der Suche nach mehr qualifizierten Facharbeitern. Jetzt schlägt das Münchner Ifo-Institut vor, den Mindestlohn abzusenken, damit Flüchtlinge in deutschen Betrieben beschäftigt werden können. Eine erstaunliche Forderung: Denn damit würden die Flüchtlinge zum Hebel für Lohndumping, das am Ende auch die deutschen Arbeitnehmer trifft.

Nach Einschätzung des Münchner Ifo Instituts sind die meisten Flüchtlinge nicht gut genug für den deutschen Arbeitsmarkt qualifiziert. Damit die Flüchtlingskrise den Steuerzahler jedoch nicht dauerhaft überlaste, müssten die Zuwanderer so schnell wie möglich bezahlte Jobs annehmen, erläuterten die Wirtschaftsexperten in einer Mitteilung vom Sonntag: «Es steht zu befürchten, dass viele von ihnen bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro keine Beschäftigung finden, weil ihre Produktivität schlicht zu gering ist.» Das Institut plädiert deshalb dafür, den Mindestlohn abzusenken.
Mindestlohn absenken, um Flüchtlinge in Arbeit zu bringen
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Verhält die Fed verhält sich lächerlich?

Kein Ökonom studiert die Politik der US-Notenbank schon so lange und intensiv wie Allan Meltzer. Jetzt geht er hart mit den Währungshütern unter Präsidentin Janet Yellen ins Gericht.

Der renommierte Ökonom Allan Meltzer übt harsche Kritik am Kurs der US-Notenbank unter ihrer Präsidentin Janet Yellen. „Die Fed hätte schon längst Fakten schaffen und die Leitzinsen anheben müssen. Dass sie seit zwei Jahren darüber diskutiert, aber dann doch nicht liefert, ist lächerlich.

Schließlich geht es um eine Anhebung von gerade mal 0,25 Prozentpunkten“, sagte Meltzer der „Welt am Sonntag“ (20. September). So schaffe die Fed nur neue Unsicherheiten.

Selten zuvor habe die Notenbank so schwach agiert wie momentan, sagte der 87-Jährige Ökonom weiter. Er sieht sogar die Unabhängigkeit der Fed unter der aktuellen Präsidentin gefährdet. „In diesem Jahr ist Fed-Präsdentin Janet Yellen schon 45-mal im Weißen Haus eingekehrt. Es ist alles andere als hilfreich, wenn die Zentralbank den Wünschen der Politik zu viel Gehör schenkt.“
Die Fed verhält sich lächerlich
Yellen Dove

EZB «Wir sind mit unserer Politik erfolgreich»

Peter Praet, der oberste Volkswirt der EZBDer Chefökonom der EZB im Interview
Peter Praet, der oberste Volkswirt der EZB,
ist stolz darauf, dass die Notenbank in der Krise Verantwortung übernommen hat. Und er schliesst nicht aus, dass sie noch mehr tun muss.

Interview von Claudia Aebersold Szalay, Peter A. Fischer
Herr Praet, Sie sind nun seit vier Jahren Chefökonom der EZB. In dieser Zeit hat sich an der Politik der EZB einiges geändert.

Macht es einen Unterschied, wer Chefökonom der EZB ist?
Sowohl der Präsident als auch der Chefökonom haben gewechselt, aber was sich in dieser Zeit vor allem geändert hat, ist das wirtschaftliche Umfeld, in dem wir uns befinden. Als die Krise 2007 ausbrach, dachte man noch, man habe es lediglich mit einem externen Liquiditätsschock zu tun. Entsprechend haben die Notenbanken weltweit reagiert, auch die EZB hat sich damals darauf konzentriert, den Banken Liquidität zur Verfügung zu stellen. Ich erinnere mich noch an die Schlagzeilen von damals. 100 Mrd. € Liquidität stellte die EZB zur Verfügung, das schien zu jener Zeit eine unglaubliche Summe zu sein.
Die Krise weitete sich aber trotzdem aus…
Wir sind mit unserer Politik erfolgreich
ECB

Neuausrichtung des Sachverständigenrechts

Expolizist Horst Glanzer, hat durch seine jahrelange intensive und hartnäckige Intervention erreicht, dass am 16.09.2015 im Bundeskabinett endgültig der Gesetzesentwurf zur Neuausrichtung des Sachverständigenrechts beschlossen wurde.
Sachverständigenrecht
Horst und die Gutachter
Pressemitteilungen Neuausrichtung des Sachverstaendigenrechts
Referentenentwurf des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz

Gutachten
Die 1. Justizopfergrosskundgebung am 7.5.2015 in München wurde von Herrn Glanzer  initiiert um den Justizopfern in Deutschland eine Plattform zu bereiten.
Psychiatrieopfer: Entlassen und allein gelassen

Kontakt & Hilfe für volks- engagierten Bürger,
Horst Glanzer

 

Mit Deutschlands Ideen verdienen andere Geld?

Deutschland hat die Ideen, andere verdienen das Geld. Einblick. Zum achten Mal erscheint der globale Innovationsindex und Deutschland liegt nur auf Platz 12. Fast nirgendwo ist es schwieriger, ein Unternehmen zu gründen.

Frank Schmiechen berichtet: Mit Rankings ist es immer so eine Sache. Da werden häufig Dinge miteinander verglichen, die nicht richtig vergleichbar sind. Oder die Kriterien der Bewertung sind nicht ganz klar. Im Fall des Global Innovation Index 2015 ist es anders. Hier liegt umfangreiches Datenmaterial vor, das deutlich macht, an welcher Stelle genau es in einem Land in Sachen Innovation hapert. In Deutschland gibt es in zwei zentralen Bereichen Probleme, die uns in Sachen Erneuerung ausbremsen.

Immerhin belegt Deutschland im Index den zwölften Platz weltweit. Das ist nicht richtig gut, aber auch nicht so schlecht. Die Macher des Rankings sagen, dass es in unserem Land nicht an kreativen Ideen mangele. Doch die Bildungsausgaben relativ zum BIP, die Zahl der Unternehmensgründungen sowie die Trainingsausgaben in Unternehmen hinkten international hinterher. Ein paar andere Zahlen zu unserer heimischen Wirtschaft sind allerdings erschreckend. Bei der Frage, wie einfach es ist, ein Unternehmen zu gründen, liegt Deutschland weltweit abgeschlagen auf Rang 93; im Bezug auf die tatsächliche Anzahl von Unternehmensgründungen je tausend Einwohner nur auf Rang 59.

Was Unternehmen für Fortbildungen ausgeben, ist ebenfalls vergleichweise niedrig. „Gleichzeitig müssen mittelständische Unternehmen Innovationen immer schneller auf den Markt bringen“, sagt Kai Engel, Partner bei der Beratungsfirma A.T. Kearney, die an der Studie beteiligt war. Kleine und mittelgroße Unternehmen verfügen jedoch oft noch nicht über genügend Know-how im Innovationsmanagement, um Planung, Realisierung und Markteinführung innovativer Produkte zielgerichtet zu steuern.

Ein weiteres, spezifisch deutsches Problem ist es, dass aus unserem Land viele Patente und Ideen stammen, diese aber nur selten in Produkte umgesetzt werden. Mit deutschen Ideen verdienen häufig Firmen aus dem Ausland viel Geld. Bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung schneidet die Bundesrepublik mit 2,85 Prozent des BIP verhältnismäßig gut ab. Auch bei den Patentanmeldungen je 100.000 Einwohner liegt die deutsche Industrie recht weit vorn. Es mangele bei uns aber am Wissen, wie man die Ideen und Patente zu Produkten fortentwickelt, die am Markt bestehen können, analysiert die Studie.

Die Spitzenposition des Index 2015 nimmt die Schweiz ein, gefolgt von Großbritannien und Schweden. Finnland ist von Rang 4 im Vorjahr auf den sechsten Platz abgestiegen. Hierdurch rücken die Niederlande und die USA auf Rang 4 beziehungsweise 5 auf.

Innovationsfähigkeit sei der Gradmesser für die Zukunftsfähigkeit einer Volkswirtschaft, sagen die Macher des Index. Das haben auch Teile der deutschen Politik verstanden. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zuletzt auf zwei Veranstaltungen zum Thema Digitalisierung gesprochen und betont, wie wichtig die Startup-Szene in Deutschland sei. Denn genau hier passiere Innovation. Hoffen wir, dass die Kanzlerin und ihre Regierung Taten folgen lassen und endlich bürokratische Hürden bei der Gründung eines Startups abbauen.
Global Innovation Index 2015
Press Release
Glühlampen Idee

USA Milliardenstrafe für VW?

Volkswagen droht in den USA eine Strafe von bis zu 18 Milliarden Dollar wegen mutmasslicher Verstösse gegen Umweltschutzauflagen. Die Aufsichtsbehörde EPA verdächtigt VW, vorsätzlich Abgasvorschriften bei zahlreichen Diesel-Fahrzeugen umgangen zu haben.

Die Umweltbehörde EPA warf Volkswagen am Freitag vor, dass in VW- und Audi-Modellen eine Software eingesetzt worden sei, mit der die gesetzmässige Verringerung bestimmter Abgasemissionen im normalen Fahrbetrieb ausgeschaltet werden könne.

Durch das Programm soll es möglich sein, das Abgas-Kontrollsystem nur bei offiziellen Emissionstests zu aktivieren. Das würde bedeuten, dass die Luftverpestung in Wirklichkeit viel höher wäre. Die Rede ist laut EPA, dass die Autos die Emissionslimiten um das bis zu 40-Fache übersteigen.

Im Fokus der Ermittlungen stehen laut EPA Vier-Zylinder-Modelle der Jahre 2009 bis 2015. Ein VW-Sprecher in den USA erklärte, der Konzern kooperiere mit den Ermittlern.

Für jedes Fahrzeug, das nicht den US-Abgasnormen entspreche, könne eine Strafe von 37’500 Dollar verhängt werden, hiess es weiter. Unter Verdacht stünden 482’000 Autos, die seit 2008 verkauft wurden.

Wenn bei jedem einzelnen Fahrzeug Verstösse gegen die Umweltauflagen festgestellt würden, könnte sich die Gesamtstrafe auf 18 Milliarden Dollar belaufen, führte Giles aus. Allerdings ist völlig unklar, ob dieses theoretische Höchstmass ausgeschöpft würde.

Laut ihrer Behörde geht es um die Modelle Jetta, Beetle und Golf von VW und den A3 der Tochter Audi aus den Jahren 2009 bis 2015 sowie den VW Passat aus diesem und dem vergangenen Jahr. Die Fahrzeuge müssten vorerst nicht in die Werkstätten zurückgerufen werden, betonte die EPA. Der VW-Sprecher in den USA sagte, das Unternehmen könne sich zu diesem Zeitpunkt nicht näher äussern.

Volkswagen tut sich eher schwer auf dem US-Markt und kämpft schon lange mit schwachen Verkaufszahlen. Vor diesem Hintergrund stellen die Ermittlungen der Umweltbehörde einen grossen Rückschlag dar, denn die Diesel-Fahrzeuge galten als Lichtblick und gehören in den USA zu den Verkaufsschlagern von VW.

Der Konzern bewirbt die Modelle massiv. Mit einer gross angelegten Marketing-Kampagne für die sogenannten „Clean Diesel»-Autos sollten die US-Verbraucher von der Umweltfreundlichkeit der Fahrzeuge überzeugt werden. Doch inzwischen sind vom offiziellen Youtube-Kanal von VW alle dieser Werbeclips gelöscht worden.

Die umstrittene Funktion bezeichnet die EPA als Abschalteinrichtung („defeat device»). Mit dem Verbot einer solchen Abschalteinrichtung für die in Autos eingebaute Systeme zur Emissionsminderung geht einher, dass die Abgasbegrenzung nicht nur unter Prüfbedingungen, sondern unter allen normalen Nutzungsbedingungen auf der Strasse funktionieren muss und nicht abgeschaltet werden darf.

Schon vor Jahren hatte die EPA andere Autohersteller wegen solcher Verstösse im Visier. Nach Angaben der Behörde aus dem Jahr 1998 endeten Ermittlungen gegen Honda und Ford mit Vergleichszahlungen von 267 Millionen und 7,8 Millionen Dollar.
VW-Auspuff

China der verkannte Wachstums-Riese?

Nach Börsenkorrektur und Abwertung in China.  Die Ereignisse in China haben viele Investoren in Panik versetzt. Doch so, wie früher nicht alles gut war, ist nun nicht alles schlecht – China befindet sich vielmehr im Wandel.

Werner Grundlehner berichtet: Yuan-Abwertung und sinkende Aktienpreise haben die Investoren in jüngster Zeit verunsichert. Die Abwertung des Yuan und die Schwäche der Aktienbörse in China in den vergangenen Wochen haben die Märkte aufgeschreckt. Die Meinung im Westen war schnell gemacht: Das Riesenreich rutscht in eine Wachstumsschwäche und reagiert verzweifelt und unkoordiniert. Doch mittlerweile zeichnet sich unter Analytikern und Strategen eine Neubeurteilung der Lage ab.
Kreditklemme verhindert

Weil die Kommunikation der chinesischen Behörden weniger koordiniert war als bisher, hat dies bei Beobachtern zu Verunsicherung und Fehlinterpretationen geführt – auch weil die Märkte keine Überraschungen lieben. Bezüglich Bewältigung der Krise am Aktienmarkt hätten die chinesischen Behörden einen guten Job gemacht, denn sie hätten die Blase entschärft, erklärt Mansfield Mok, Manager des New Capital China Equity Fund. Auf dem Gipfel des Aktienbooms haben ausstehende Fremdfinanzierungen im Aktienmarkt 2200 Mrd. Yuan betragen, dieser Wert hat sich auf unter 1000 Mrd. Yuan reduziert. Damit seien auch die Ängste vor einer Kreditklemme verschwunden.

Die Bedeutung des Aktienmarktes in China darf nicht überschätzt werden: Zwar sind 85% der Aktien im Besitz von Privatinvestoren, am Vermögen der Haushalte machen Dividendenpapiere aber nur 10% aus – im Westen sind es rund 30% bis 40%.

Die chinesische Regierung hat gemäss Mok in der jüngsten Krise das Verhalten der USA im Jahr 1987 kopiert. China erhöhte die Liquidität im System durch mehrere Massnahmen, gleichzeitig wurde die Nachfrage nach Aktien stimuliert und das Angebot eingeschränkt, beispielsweise durch die Aussetzung von Börsengängen und das Verbot des Verkaufs eigener Aktien für staatliche Gesellschaften. Zudem wurde die Liquidität erhöht, indem grosse staatliche Fonds neue Anteile auflegten.

China habe zudem noch geldpolitischen Handlungsspielraum und könnte die Zinsen senken, fügt Iain Lindsay, zuständig für das Fixed-Income-Geschäft bei Goldman Sachs Asset Management, an. Ein derartiges Vorgehen mögen die Märkte nicht unbedingt, das habe man jüngst nach der Abwertung der Währung gesehen. Der Markt habe aber mehr in das Signal hineininterpretiert, als dass sich wirklich verändert hätte.

Es gibt laut Mok keinen Grund, die chinesische Währung weiter abzuwerten. Der chinesische Leistungsbilanzüberschuss ist von 10% des BIP im Jahr 2007 auf rund 2% gefallen. Der Yuan sei nun angemessen bewertet. Zudem begrüsste der IMF das Vorgehen Chinas, weil nun den Marktkräften mehr Einfluss auf die Wechselkursentwicklung gewährt wird. Auch mit Blick auf eine Aufnahme des Yuan in den Korb mit Sonderziehungsrechten sieht der IMF das Vorgehen als begrüssenswert.
Einfache, aber falsche Sicht

Die westlichen Finanzmärkte hätten einen sehr vereinfachten Blick auf China und könnten die Entwicklungen in ihrer Tiefe nicht erfassen, fügt Iain Lindsay an. Aus wenigen Daten wie dem Wechselkurs, dem Kupferpreis und der Stromproduktion werde ein vereinfachtes Bild der Entwicklung abgeleitet. Damit erfasst man aber nur einen Teil des Landes – das alte China der Fabriken mit rauchenden Kaminen. Doch das Reich der Mitte befindet sich in einer Transformation, der Dienstleistungssektor ist mittlerweile grösser als der Industriesektor, denn dort wurden viele Produktionsbetriebe in günstigere Nachbarländer verlagert. Diese Entwicklung zu besser entlöhnten Jobs ist erwünscht. Denn mittlerweile gibt es wegen der Ein-Kind-Politik mehr Stellen als Werktätige. Die Fortschritte lassen sich laut Joep Huntjens, Head of Asian Fixed Income bei NN Investment Partners, am Markit Services PMI ablesen, der im Juli seinen höchsten Stand seit elf Monaten erreicht hatte. Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes, das 41% zur Wirtschaftsleistung beiträgt, ist hingegen konstant gefallen.
Günstiger in Hongkong

Dieser Prozess bremst zwangsläufig das Wachstum. Auf kurze Sicht betrachtet sind schmerzhafte Anpassungen bei Strukturreformen unvermeidlich. Iain Lindsay weist aber darauf hin, dass ein Wachstum von 6% im laufenden Jahr die gleiche Wirkung auf die globale Wirtschaft habe wie eine Expansion von 12% vor einigen Jahren.

Die chinesische Valoren sind in Hongkong günstiger bewertet als an der Festland-Börse. China sei weiterhin ein mehr oder weniger geschlossener Kapitalmarkt, trotz den jüngsten Börsenkooperationen. Bei Hongkong und China handle es sich um zwei verschiedene Geldpools. Das Festland wird von Kleinanlegern dominiert, wohingegen in Hongkong mehr institutionelle Anleger aktiv sind. Die Konvergenz dieser beiden Märkte wird Zeit brauchen; derzeit sei noch keine effiziente Art der Arbitrage möglich.

Am Aktienmarkt würde der Offshore-Markt in Hongkong (H-Aktien) profitieren und der hoch bewertete A-Share-Markt werde etwas konsolidieren, sagt Mok. Er mag Gesellschaften, deren Produkte in China noch eine tiefe Marktdurchdringung aufweisen, dazu gehörten Firmen aus den Sektoren Pharma, Logistik und Versicherungen. Bankaktien sind laut Mok nur auf den ersten Blick günstig, denn die Regierung wolle den Anteil von Bankkrediten von 80% am Kreditvolumen zugunsten von festverzinslichen Papieren deutlich reduzieren. Die staatlichen Unternehmen seien dagegen aus historischen Gründen nicht attraktiv. Wegen der laufenden Restrukturierungen werde jedoch eine Neubewertung einsetzen, das mache die Aktien für Anleger wieder attraktiver.
China

US-Zinsen bleiben ultraniedrig

Dollar schwächelt – US-Zinsen bleiben ultraniedrig … Die Aussicht auf zunächst weiter niedrige Zinsen in den USA hat den Dollar belastet. Mit ihrem Nullentscheid dürfte die Notenbank vor allem auf internationale Konjunktur sowie auf die Rückschläge an den Finanzmärkten reagiert haben.

Die amerikanische Notenbank belässt ihren Leitzins, den Tagesgeldsatz für Federal Funds, bei null Prozent. Die Notenbank notiert in ihrem Statement, dass der Wirtschaftsgang moderat sei und die Inflation unter 2 Prozent liege. Sie weist aber auf eine deutlich Verbesserung am Arbeitsmarkt hin. Sie werde die Zinsen anheben, wenn die Beschäftigung weiter zunähme und die Inflation in Richtung 2 Prozent zurückkehre.

Das Federal Market Committee beachte eine große Anzahl von Beschäftigungsindikatoren sowie die Daten über Inflation und Inflationserwartungen. Ferner ziehe es auch die internationale Finanzmarkt- und Konjunkturentwicklung in Betracht. Mit ihrem Nullentscheid dürfte die Notenbank vor allem auf internationale Konjunktur sowie auf die Rückschläge an den Finanzmärkten reagiert haben.

Das Statement stellt aber den Arbeitsmarkt in den Vordergrund. Bei einer weiteren Verbesserung der Arbeitsmarktlage dürfte die Zentralbank die Zinsen anheben. Schließlich signalisiert die Notenbank, dass selbst eine Zinsanpassung graduell sein dürfte und die Zinsen länger unter einem normalen Niveau lägen.

Denn die Fed hat auf lange Sicht keine Alternative zur Zinswende. Die Alternative ist nämlich allen gängigen Modellen zufolge eine massive Inflation. Das kann die Notenbank nicht riskieren, weil ihr dann der Kontrollverlust über die Geldpolitik droht.

Eine Zinswende in den USA könnte allerdings zu einer Pleite-Welle von US-Unternehmen führen. Wenn der Leitzins steigt, müssen Unternehmen höhere Zinsen für Unternehmens-Anleihen aufbringen.
Generationen Zinseszins