Warum der plötzliche Absturz der Weltbörsen?

An den Aktienmärkten beschleunigt sich der Ausverkauf. Auch der Dax kommt nicht ungeschoren davon. Die Börsen nähern sich gefährlich einem Punkt, an dem die Verluste sich verselbstständigen könnten.

Daniel Eckert berichtet: Mitten in der Ferienzeit glühen vielen Vermögensverwaltern und Investmentbanken plötzlich die Telefone. „Wie ernst ist es?“ lautet die Frage, die den Finanzprofis tausendfach gestellt wird. Mit „es“ meinen die besorgten Anrufer die um sich greifenden Kursverluste an den Aktienbörsen.

Was vor ein paar Wochen noch ein chinesischen Problem zu sein schien, hat inzwischen fast die ganze Welt erfasst. Minuszeichen längst nicht mehr nur an den Schwellenländerbörsen und an den Rohstoffmärkten, sondern auch bei uns in Europa. Die Börsen nähern sich dem Punkt, wo die Verluste sich verselbstständigen könnten.
Am Donnerstag verzeichnet der Deutsche Leitindex Dax einen weiteren Tagesverlust von am Ende 2,3 Prozent. Auch die Börsen in Paris und Mailand schlossen im Minus. Abwärts ging es auch in Asien und in den USA.

Plötzlich ist der Ertrag eines Börsenjahres vernichtet. Der Goldpreis schoss hingegen nach oben. China wackelt, Krise in Russland und Brasilien und Risiken für Exportnation Deutschland…..
Was hinter dem ploetzlichen Absturz der Weltboersen steckt

Rudolf Schuppler www.w-t-w.org/en/cartoon/rudolf-schuppler
Rudolf Schuppler
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Gläubiger fordern von Tsipras Einhaltung der Sparauflagen

Deutsche Politiker haben den zurückgetretenen Premier aufgefordert, trotz Neuwahlen nicht vom Sparkurs abzuweichen. Der linke Syriza-Flügel will sich abspalten.

Wenn Europa dennoch Geld überweist, ist die Währungsunion in der Liga des politischen Glücksspiels angekommen. Tsipras will bei den Neuwahlen wieder antreten und strebt nach eigenen Worten ein neues, „starkes“ Regierungsmandat an. Jetzt, wo das neue milliardenschwere Hilfspaket unter Dach und Fach sei, wolle er gestärkt mit den internationalen Geldgebern über eine Umstrukturierung des Schuldenbergs verhandeln, sagte er.

Führende Politiker haben den zurückgetretenen griechischen Regierungschef Alexis Tsipras aufgerufen, den zugesagten Reformkurs auch nach den Neuwahlen beizubehalten. Auch eine neue Regierung müsse alle Vereinbarungen mit den Geldgebern einhalten. Andernfalls werden die Kredite nicht ausbezahlt. An der engmaschigen Kontrolle ändere sich nichts.
Griechenland Glaeubiger fordern von Tsipras Einhaltung der Sparauflagen
Gläubiger fordern von Tsipras Einhaltung der Sparauflagen

Kasachstans Währung auf 17-Jahres-Tief

Kursfreigabe wegen Billig-Öl20140421190525

Als Reaktion auf den starken Ölpreisverfall und die Rezession im Nachbarland Russland hat Kasachstan am Donnerstag den Wechselkurs der Landeswährung freigegeben. Der Kurs des Tenge sackte daraufhin um 23 Prozent ab und damit auf den niedrigsten Stand seit 17 Jahren.

Ministerpräsident Karim Massimow kündigte an, dass die Regierung nicht mehr in den Devisenmarkt eingreifen und Währungsschwankungen eingrenzen werde, sondern den Wechselkurs freigebe. Dies sei eine Reaktion auf die düsteren Preisprognosen für Rohöl, Kasachstans wichtigstes Exportgut.

Notenbank und Regierung hätten beschlossen, mit sofortiger Wirkung eine neue Währungspolitik einzuführen, die die Inflation bekämpfen werde, sagte Massimow. Präsident Nursultan Nasarbajew begründete den Wechsel in der Währungspolitik mit Forderungen von Exporteuren und sprach bei einem Treffen mit Unternehmern in der Hauptstadt Astana von einem „notwendigen Wechsel“.

Schon am Mittwoch hatte Nasarbajew angekündigt, das Land müsse den Gürtel enger schnallen und sich auf einen Ölpreis zwischen 30 und 40 Dollar einstellen. Die zentralasiatische Republik Kasachstan galt wegen ihrer großen Öl- und Gasvorkommen lange als Erfolgsgeschichte im Gegensatz zu anderen ehemaligen Sowjetrepubliken.

Hohe Reserven und ein großes Angebot schicken derzeit die Ölpreise weiter auf Talfahrt: Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) erreichte am Donnerstag ein neues Sechseinhalb-Jahres-Tief und fiel auf 40,21 Dollar (35,89 Euro) pro Barrel, die Nordseesorte Brent rutschte weiter ab auf 46,31 Dollar pro Barrel.

Zum erneuten Preisrückgang trugen die überraschend hohen Reserven der USA bei, die nach Angaben des US-Energieministeriums in der vergangenen Woche gestiegen waren. Experten rechnen mit einem anhaltend schwachen Ölpreis – vermutlich sogar unter der 40-Dollar-Grenze. Gründe sind die nachlassende Nachfrage aus China und das hohe Angebot aus Erdöl exportierenden Ländern sowie das Atomabkommen des ölreichen Iran mit dem Westen.
Karim Massimow

 

Iran für Unternehmen nicht mehr tabu

Diese deutschen Unternehmen drängen in den Iran

Jahrelang war der iranische Markt für deutsche Unternehmen tabu. Mit der Atom-Einigung hat sich das geändert. Zahlreiche deutsche Konzerne wittern das große Geschäft.

Freude nach dem Atom-AbkommenIran
Die Erwartungen wachsen allerdings nicht in den Himmel: Vor den Sanktionen 2005 importierte der Iran Waren „Made in Germany“ im Wert von nur rund 4,4 Milliarden Euro. 2014 waren es weniger als 2,4 Milliarden – Rang 50 der deutschen Handelspartner. Am deutlichsten gelitten hätten vor allem Maschinen- und Fahrzeugexporte. Die Hoffnungen aber sind groß. Der Iran ist ein reiches Land, gemessen an der Kaufkraft lag die Wirtschaftsleistung 2014 hinter Spanien und der Türkei weltweit auf Rang 18. Das Land hat zudem laut US-Energieagentur die weltweit viertgrößten nachgewiesenen Erdölreserven.

Siemens: „Wir reden hier über 80 Millionen Menschen, die Energieversorgung benötigen, die natürlich auch Gesundheitsversorgung brauchen, die im Öl- und Gasgeschäft wieder auf die Beine kommen wollen“, sagte Siemens-Chef Joe Kaeser. Chancen habe der Elektrokonzern durchaus. Ab 2010 hatte Siemens keine neuen Aufträge aus dem Iran mehr angenommen – das Umsatzvolumen wurde damals auf rund eine halbe Milliarde Euro beziffert.

Die deutschen Autohersteller geben sich vorsichtig. Man sei erst am Anfang, heißt es bei BMW, bei VW werden erste Gespräche auf politischer Ebene geführt. Laut Daimler-Chef Dieter Zetsche sind die Nutzfahrzeuge der Stuttgarter im Land begehrt. Branchenkenner sind aber skeptisch, ob deutsche Oberklassewagen im Iran schnell viele Käufer finden.

Die deutsche Chemie bewertet die jüngste Entwicklung wohlwollend. Es könne sich „nur belebend“ auswirken, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Utz Tillmann. Die Branche habe in der Region eine „lange Tradition“. Das gilt seit den 1970er-Jahren auch für den Konsumgüterkonzern Henkel. „Derzeit erwirtschaften wir in dem Land einen dreistelligen Millionenumsatz und sind zuversichtlich, dass wir dort auch weiter wachsen werden“, sagte Vorstandschef Kasper Rorsted. Henkel ist Rorsted zufolge im Iran führend bei Waschmitteln, aber auch gut im Rennen im Geschäft mit Klebstoffen. Auch Software Konzerne, Dienstleister und der Maschinenbau stehen in den Startlöchern.

Iran

Aktienmärkte im Griff der Bären

Die einst hochgelobten Schwellenländer haben bei Anlegern nicht mehr viele Symapthien. Schwache Währungen führen für Schweizer Anleger zu beachtlichen Wertverlusten.

An vielen Märkten stehen die Kurse unter Druck
Die einst hochgelobten Schwellenländer haben bei Anlegern nicht mehr viele Sympathien. Das lässt sich relativ leicht erklären. Denn während die Aktienmärkte in den Industriestaaten trotz allen nur denkbaren Wirren und technischen Warnzeichen bisher erstaunlich robust blieben, befinden sich einige Börsen in den an sich mit überhöhten Wachstumserwartungen konfrontierten Staaten im Griff der Bären – vor allem auch dann, wenn man Währungseffekte berücksichtigt.

Auf Sicht eines Jahres haben die Aktienmärkte in Kasachstan, Griechenland, Peru, Russland, Zypern, Nigeria und Kolumbien mit Kurseinbussen in lokalen Währungen zwischen 27% und 39% am stärksten unter den Konsequenzen nationaler Misswirtschaft oder problematischer äusserer Rahmenbedingungen gelitten. Bezieht man Wechselkursverluste im Verhältnis zum Schweizerfranken in die Betrachtung ein, so zählen die Aktienmärkte Kolumbiens, der Ukraine, Griechenlands, Brasiliens, Perus, Nigerias, Malaysias, Russland s und nicht zuletzt auch der Türkei zu den schwächsten. Der Rubel, der kolumbianische Peso, der brasilianische Real, die türkische Lira und sogar die norwegische Krone haben in den vergangenen 12 Monaten zum Franken zwischen 21% und 42% nachgegeben.

Dafür sind stark fallende Rohstoff- und Energiepreise verantwortlich, welche die Staatseinnahmen in den exportierenden Staaten schrumpfen lassen. Diese legen die Problematik der in der Vergangenheit überbordenden Staatsbudgets ebenso offen wie die strukturelle Misswirtschaft in Ländern wie Brasilien und Russland. Inflationär auftretende Berichte über Kapitalabflüsse aus den Schwellenländern deuten darauf hin, dass sich inzwischen eine sehr schlechte Stimmung sowie eine Eigendynamik nach unten entwickelt haben. Ob diese antizyklisch agierenden Schnäppchenjägern bald günstige Einstiegschancen bietet oder die negative Stimmung bald auch auf die etablierten Märkte übergreifen wird, ist umstritten. Skeptiker halten sich bedeckt.

Aktienmärkte im Griff der Bären

Aktienmärkte im Griff der Bären

Droht eine globale Rezession?

Konjunkturabkühlung in China. Chinas-Slowdown
Die panisch anmutende Währungs-
abwertung in China sorgt an den Finanzmärkten für Nervosität. Die Konjunktur im Reich der Mitte harzt seit langem. Droht der Welt ein neuerlicher Konjunkturabschwung?

Michael Rasch berichtet: Als die amerikanische Notenbank (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB) ihre jeweilige Währung schwächten, indem sie die Zinsen senkten oder sogar die Notenpressen anwarfen, reagierten die Aktienmärkte jeweils mit einem starken Rally. In China war es nun genau umgekehrt: Statt dass es zu einem Kursaufschwung kam, gingen die führenden Leitindizes auf Talfahrt. Finanzmarktteilnehmer waren zwar überrascht von der Massnahme, jedoch keineswegs positiv beeindruckt. Einige reagierten sogar geschockt, vermutlich weil sie etwas anderes hinter der Abwertung vermuteten, als offiziell deklariert wurde.

Die weisungsgebundene People’s Bank of China verkaufte die Abwertung der Währung damit, dass sich die Preisfestsetzung des Wechselkurses stärker als bisher nach Angebot und Nachfrage richten solle. Dies wäre natürlich grundsätzlich zu begrüssen. An den Finanzmärkten befürchteten aber viele Ökonomen, dass es sich um eine Panikreaktion von Peking handeln könnte, weil jüngst etliche Konjunkturdaten alles andere als erfreulich ausfielen. So waren die Exporte im Juli im Jahresvergleich um 8,3% gesunken. Dies dürfte nicht nur mit der harzenden Konjunktur im Reich der Mitte zu tun haben, sondern auch damit, dass der Yuan seit 2012 um rund 60% gegenüber dem Yen gestiegen ist und um rund 24% gegenüber dem Euro.

Dies weckte darüber hinaus Ängste, dass nun auch China trotz gegenteiligen Bekundungen in den Abwertungswettlauf der führenden Währungen einsteigt. In den letzten Jahren hatten erst die USA, dann Japan und schliesslich auch die Euro-Zone durch eine Nullzinspolitik, laufende Notenpressen und durch eine entsprechende Rhetorik die eigene Währung stark geschwächt. Dies geschah natürlich immer unter dem Deckmantel von angeblich geldpolitisch notwendigen Massnahmen.

Marktteilnehmer stellen sich inzwischen die Frage, wie stark sich ein etwaiger Wirtschaftsabschwung in China auf die Konjunktur in den USA sowie in Europa auswirkt und ob der Weltwirtschaft eine Rezession droht. Trotz zwei Tagen mit deutlichen Verlusten in der vergangenen Woche hat sich am grossen Bild der führenden Indizes in den USA und Europa nicht viel geändert. Die Leitbarometer laufen seit vielen Monaten seitwärts. ….
Droht jetzt eine globale Rezession
Die Konjunkturabkühlung in China und gemischte Frühindikatoren werfen Fragen über die Entwicklung der Weltwirtschaft auf

Oligarchen Frauen

Die Lage der russischen Gesellschaft lässt sich wohl nirgends so gut ablesen wie in ihrer Keimzelle: der Familie. Filmemacher Alexander Gentelev schaut hinter die Fassade der Oligarchen-Ehe. Dabei gelang es ihm, die Ex-Frau von Wladimir Potanin, dem reichsten Mann Russlands, zu interviewen. Außerdem begegnete er jungen Russinnen, die alles daran setzen, einen Oligarchen zu heiraten.

Mascha Sobol ist 22 Jahre alt, diplomierte Juristin und hat einen großen Traum: in Moskau einen reichen Mann zu finden und mit ihm eine Familie zu gründen.

Natalia Potanina war mit so einem Mann verheiratet: Wladimir Potanin hat riesigen Einfluss im Land und ein ebensolches Vermögen. Auf der Forbes-Liste der reichsten Russen steht er an erster Stelle. Geschätztes Gesamtvermögen: 15,4 Milliarden Dollar. Nach 30 Ehejahren verließ der Oligarch seine Frau wegen einer Jüngeren – so weit, so banal. Doch mit welchen juristischen und persönlichen Mitteln fortan um die Aufteilung des gigantischen Vermögens gestritten wird, gibt einen interessanten Einblick in das Kampfgebaren russischer Oligarchen und zeigt, wie es um das Land bzw. seine Geld-Elite derzeit bestellt ist. Alena Nowa ist Besitzerin eines angesagten Clubs, in dem die reichen Moskauer feiern. Sie hat am eigenen Leib den „Abstieg“ in die Mittelschicht erlebt und weiß, dass frau in Russland gut daran tut, gegen den Ex-Mann, einen reichen FSB-Funktionär, kein Gerichtsverfahren anzustreben. Der Dokumentarfilm von Regisseur Alexander Gentelev verwebt die Geschichten dieser Frauen zu einer Parabel auf das Geschlechterverständnis und die Stellung der Frau in der modernen russischen Gesellschaft, auf die Bedeutung von Geld und Macht, und er zeichnet die gegenläufige Entwicklung des kometenhaften Aufstiegs russischer Oligarchen zum Verfall ihrer persönlichen Beziehungen als Kriegsschauplatz. Gentelev ist es gelungen, erstmalig und exklusiv Natalia Potanina zu interviewen, deren Ex-Mann einem der größten Wirtschaftsimperien vorsteht und aus dessen Privatleben bislang kaum etwas an die Öffentlichkeit gelang.
Arte.tv/Oligarchenfrauen

Frau könnte erste Chefin an der Wall Street werden

Hier sind die heißesten Kandidatinnen für den ersten CEO-Posten an der Wall Street –
Nahe dran waren schon einige, doch geschafft hat es bisher noch keine Frau: An die Spitze eines Wall-Street-Unternehmens. Die erste Frau, die eine der 22 größten amerikanischen Investmentbanken und Finanzfirmen führen wird, könnte eine Verhaltensforscherin, eine Mathematikerin oder eine Ingenieurin sein. Die drei Frauen, die aktuell als erste Chefin an der Wall Street in Frage kommen.
Eine dieser drei Frauen könnte erste Chefin an der Wall Street werden
wall-street

Über­ziehungzins privater Giro­kontos fast ein Staats­geheimnis

Über­ziehungs­zins beim Giro­konto: Die Dispozinsen von fast 1 500 Banken
Stitung Warentest. Über­ziehungs­zins beim Giro­konto Test
Noch immer sind die Dispozinsen für das Über­ziehen

des Giro­kontos viel zu hoch. Kein Wunder, dass etliche Banken ihren Zins lieber nicht klar angeben. Die Tester von Finanztest haben sich durch die deutschen Dispozinsen gekämpft. Ihr Fazit: Der Dispo ist oft immer noch viel zu hoch. Viele Banken mauern. Und manche machen sogar völlig unklare Angaben zur Zins­höhe.

Faule Ausreden der Banken

Ärgerlich ist allerdings weiter die mangelnde Trans­parenz. Vielleicht hoffen Banken und Sparkassen, die den Zins­satz nicht nennen oder verschleiern, dass Kunden auf der Suche nach einem Giro­konto nur die Höhe der Konto­führungs­gebühren berück­sichtigen – nicht aber auf die Höhe des Dispozinses achten. Das legen jedenfalls die faulen Ausreden nahe, die unsere anonym auftretenden Tester in den Filialen zu hören bekamen. „Ohne Vorlage des Personal­ausweises darf ich Ihnen nach dem Geld­wäschegesetz keine Auskunft geben.“

Ueberziehungszinsen
Test der Girokonten-Dispozinsen

Waldemar Mandzel www.w-t-w.org/en/waldemar-mandzel/

Waldemar Mandzel www.w-t-w.org/en/waldemar-mandzel/

Junger Schieferöl-Markt vom Bären verfolgt?

Der Fall des Erdölpreises setzt die Industrie unter Druck. An der Wall Street fragt man sich, ob zuerst die US-Schieferöl-Produzenten oder die traditionellen Anbieter in die Knie gezwungen werden.Im jungen Schieferöl-Markt wird ums Überleben gekämpft.

Was soll man machen, wenn man von einem Bären verfolgt wird? Die Antwort hat viele Facetten. An der Wall Street meinen viele, dass man lediglich schneller sein müsse als das Gegenüber. Diese Ansicht spiegelt die sehr spezifische Interpretation von Wettbewerb, die an der Wall Street verbreitet ist. Im internationalen Erdölgeschäft herrscht derzeit eine ähnliche Stimmung. Der Bär hier ist der Erdölpreis, der allein seit Mitte Juni um knapp 35% gefallen ist. Im letzten Jahr wurde das schwarze Gold noch für rund 95 $ je Fass gehandelt. Heute kostet das Fass knapp 40 $.

Der dramatische Fall des Erdölpreises setzt die Förderer unter grossen Druck. Betroffen sind sowohl die grossen Erdölkonzerne als auch die kleinen Förderunternehmen. Speziell im Fokus stehen die vielen sogenannten Schieferöl-Produzenten in den USA. Diese haben in den letzten Jahren mit viel Kapital und Energie eine neue Industrie aus dem Boden gestampft. Heute stehen sie mit dem Rücken zur Wand. Die Schlüsselfrage an der Wall Street ist, ob zuerst die Schieferöl-Produzenten oder die herkömmlichen Förderer in anderen Teilen der Welt vom tiefen Erdölpreis in die Knie gezwungen werden.

Auf den ersten Blick liegt die Antwort auf der Hand. Während die Schieferöl-Produzenten in Texas oder North Dakota verhältnismässig hohe Kosten haben, können die herkömmlichen Förderer in Saudiarabien oder Russland das Öl viel billiger aus dem Boden pumpen. Insofern sollten sie den gegenwärtigen Ausscheidungskampf im Erdölgeschäft für sich entscheiden. In Analytikerkreisen wird sogar spekuliert, dass die Saudi den Zerfall des Erdölpreises orchestriert haben, um die amerikanischen Schieferöl-Produzenten aus dem Geschäft zu verdrängen. Doch die Situation ist so einfach nicht….
Ueberlebenskampf im jungen Schieferoel-Markt
Schieferöl