Verblasst das asiatische Erfolgsmodell?

Tieferes Wachstum in Singapur:  Singapur Finanzdistrikt
Nach den Jubiläumsfeiern in Singapur sind Wolken am Konjunkturhorizont aufgezogen. Die Quartalszahlen zeigen auf, dass sich das Wirtschaftswachstum stärker als erwartet abgeschwächt hat  Der Finanzdistrikt von Singapur, das vor kurzem sein fünfzigstes Jubiläum der Unabhängigkeit feierte.

Manfred Rist berichtet:  Die schlechten Quartalszahlen per Ende Juni kommen zwar nicht unerwartet, doch sie zeigen eine klare Tendenz auf: Das Wirtschaftswachstum hat sich nochmals abgeschwächt und erreichte im zweiten Quartal nur noch 1,8%. Angesichts des Einbruchs gegenüber dem Vorquartal um 4% könnte sich im zweiten Halbjahr sogar eine technische Rezession einstellen. Es handelt sich um ein Szenario, das durch die überraschende Abwertung der chinesischen Währung in der vergangenen Woche und den tiefen Taucher des malaysischen Ringgit noch etwas wahrscheinlicher geworden ist.
Künstliche Verknappung
Das tiefere Wachstum des Kleinstaats, das sich vor allem bei der Industrieproduktion manifestiert, ist indessen auch auf innenpolitische Weichenstellungen zurückzuführen. Im vergangenen Jahr trat die Regierung bei der Zuwanderung hart auf die Bremsen, was Engpässe und Kostensteigerungen zur Folge hatte. Erhielten im Jahr 2011 noch 80 000 ausländische Arbeitskräfte neuen Zugang zum Arbeitsmarkt von Singapur, waren es im vergangenen Jahr nur noch deren 26 000. An diesen Restriktionen, die mit Blick auf die Wahlen versprochen wurden, dürfte vorderhand festgehalten werden…
Das asiatische Erfolgsmodell verblasst
Singapur Wolken am Konjunkturhorizont

Wird der zu erwartende Zinsanstieg Aktien das Genick brechen?

Folgen einer Geldverteuerung. Dass die Leitzinsen
in den USA bald erhöht werden, gilt Bricht Zinsanstieg Aktien das Genickunter Experten als ausgemachte Sache. Laut Lehrbuchmeinung sollte dies negativ für Aktien sein. Die Realität sieht jedoch meist anders aus.

Zyklische Aktien wie die von Autoherstellern sollten bei einem Zinsanstieg zusätzlichen Schwung erhalten.  Michael Schäfer berichtet: Dieses Mal scheint es ernst zu werden. Nach mehreren Jahren, in denen die Mitglieder der US-Notenbank (Fed) davon sprachen, die Zinsen in absehbarer Zeit zu erhöhen, haben sich in den letzten Wochen die Signale verdichtet , dass es nun tatsächlich bald so weit sein wird. Kaum noch Dissens herrscht bei den Experten über das Ob, lediglich das Wann gibt noch Anlass zu Diskussionen. Während ein Lager den ersten Zinsschritt nicht vor Dezember erwartet, ist die Gruppe derer, die mit einem solchen bereits im September rechnen, nach jüngst positiv ausgefallenen US-Arbeitslosenzahlen nochmals gewachsen. Damit ist absehbar, dass an den Finanzmärkten bald eine grosse Weiche neu gestellt wird.

Wenn in den USA erstmals seit Sommer 2006 wieder die Leitzinsen erhöht werden, liegt es nahe, dass dies direkte Auswirkungen auf die Preise von Obligationen haben wird, denn steigende Zinsen bedeuten für diese grundsätzlich fallende Kurse. Unbestritten ist auch, dass der «Preis des Geldes» die Aktienkurse in vielfacher Weise massgeblich beeinflusst. Die UBS etwa vermutet in einer wenige Wochen alten Studie, dass die Anhebung der Leitzinsen durch das Fed in den kommenden Monaten einer der grössten Treiber an den Finanzmärkten sein werde.
Allerdings ist nicht immer ganz klar, wie sich steigende Zinsen auf Aktienkurse auswirken…
Bricht der erwartete Zinsanstieg Aktien das Genick
Freude machen

Wer berät Tsipras in Finanzfragen?

Tsipras überließ Ex-Lehman-Banker die VerhandlungenGlenn Kim
Glenn Kim, ein Ex-Geschäftsführer von Lehman Brothers, war beim dramatischen Euro-Krisentreffen im Juli Mitglied der griechischen Delegation. Der Amerikaner machte Schäuble auch Gegenvorschläge.

Bei den großen Krisen der vergangenen Jahre war Glenn Kim oft dabei. Der Amerikaner hat mehr als 20 Jahre lang für Lehman Brothers gearbeitet, nach der Pleite der Investmentbank half er zwei Jahre bei der Abwicklung. Als nach Ausbruch der Euro-Krise die Rettungsschirme EFSF und ESM aufgespannt wurden, war Kim als Berater dabei – im Auftrag der staatlichen Deutschen Finanzagentur. Und zuletzt entwickelte er für die isländische Regierung einen Plan, wie die 2008 im Zuge einer Staatspleite verhängte Kapitalverkehrskontrollen wieder abgebaut werden können.

Aktuell ist der 52-Jährige als Berater der Regierung von Alexis Tsipras tätig. Nach Information der „Welt am Sonntag“ nahm der griechische Premier den amerikanischen Investmentbanker am 12. und 13. Juli sogar mit zum dramatischen Euro-Krisengipfel nach Brüssel.

Bei dem Treffen, das den Weg zu einem dritten Hilfspaket für Griechenland eröffnen sollte, hat Premier Alexis Tsipras dem Banker kurzzeitig sogar die Verhandlungsführung überlassen, berichten Teilnehmer. Konkret war Kim bei dem Krisengipfel daran beteiligt, einen Kompromiss zu dem geplanten griechischen Privatisierungsfonds zu formulieren…

In griechischen Medien ist in den vergangenen Monaten wiederholt über Kims gut honorierte Beratertätigkeit für die Regierung Tsipras berichtet worden. …..
Tsipras ueberließ Ex-Lehman-Banker die Verhandlungen
Griechenland

Yuan wichtiger auf der Weltbühne?

Der IMF hat sich am Freitag sehr zuversichtlich gezeigt was die jüngsten Entwicklungen in China angeht. Sie würden den Yuan besser positionieren als Kandidat für den Währungskorb der Sonderziehungsrechte.

Christiane Hanna Henkel berichtet: Der Yuan könnte im finanzpolitischen Weltsystem an Bedeutung gewinnen. Die Entwicklungen in China treiben derzeit Unternehmern, Konzernlenkern und Investoren die Sorgenfalten auf die Stirn. Droht Chinas Wirtschaftswachstum ein abruptes Ende und damit einer wichtigen Lokomotive der weltweiten Konjunktur der Stillstand? Was hat der starke Kurszerfall am chinesischen Aktienmarkt zu bedeuten? Und schliesslich: Deutet der im Zuge der jüngst eingeleiteten Reform der Wechselkursfixierung auf einen von China beabsichtigten Währungskrieg hin?
Die Sorgenfalten ein bisschen zu glätten, das vermochte zum Wochenende hin der Internationale Währungsfonds (IMF): In einem am Freitagabend veröffentlichten Länderbericht stellte die Washingtoner Institution die jüngsten Vorkommnisse im Wesentlichen als Normalisierung dar.

Entwicklung hin zur Normalität
So sei die Abschwächung des Wirtschaftswachstums lediglich eine Entwicklung in Richtung einer neuen Normalität mit einer herangereiften Volkswirtschaft. Ähnlich verhalte es sich mit dem Kurseinbruch am chinesischen Aktienmarkt. Das sei lediglich eine Korrektur, erklärte der für China zuständige IMF-Vize-Präsident Markus Rodlauer an einer anlässlich der Veröffentlichung des Länderberichtes durchgeführten Pressekonferenz. Er sehe vom Aktienmarkt weder systemische Risiken ausgehen noch habe die Kurskorrektur Einfluss auf das Wirtschaftswachstum des Landes.

Wie bereits zur Wochenmitte begrüsste der IMF am Fretiagabend abermals die Reform der Wechselkursfixierung. Die People’s Bank of China (PBoC) hatte zu Wochenbeginn bekanntgegeben, dass sie bei der Festlegung des Wechselkurses künftig auch den Schlusskurs des Vortages berücksichtigen würde; damit ist der Yuan nun den Marktkräften stärker ausgesetzt und der Kurs hat ein grösseres Schwankungspotenzial. Das sei ein wichtiger Schritt in Richtung eines flexibles Wechselkurssystems. Ein solches könnte China in zwei bis drei Jahren erreichen, erklärte Rodlauer. Das sei für das Land von enormer Wichtigkeit: China sei aufgrund seiner Öffnung immer stärker auf eine unabhängige Geldpolitik angewiesen, diese sei aber bei fixierten Wechselkursen und Kapitalkontrollen nicht möglich. Stärkere Bedeutung im Weltsystem….
Yuan könnte auf der Weltbühne wichtiger werden
PEOPLES REPUBLIC OF CHINA / Report

China’s Transition to Slower But Better Growth

China’s Transition to Slower But Better Growth

Warum Geld zu Hause bunkern?

Schweizer bunkern Bargeld zu Hause. 1000 Franken Schein
Die Nachfrage nach Tausend-Franken-Scheinen ist seit Einführung der Negativzinsen in der Schweiz sprunghaft angestiegen. Aus Misstrauen gegenüber den Banken horten die Reichen ihr Geld lieber bar zu Hause statt auf dem Konto. Tresorhersteller leisten Überstunden.

Der 1000-Franken-Schein ist der wertvollste Geldschein der Welt und bei den Schweizern derzeit äußerst beliebt. Seit die Schweizerische Nationalbank am 15. Januar Negativzinsen eingeführt hat und nun auch auf Vermögen Zinsen erhebt, suchen die Schweizer nach Alternativen Aufbewahrungsmöglichkeiten für ihr Geld. Dabei vertrauen sie immer weniger auf die Banken sondern horten lieber Bargeld in den eigenen vier Wänden.
So stieg allein der Wert der ausgegebenen Tausend-Franken-Scheine – der wertvollste Geldschein der Welt – im Mai um 41,6 Milliarden Franken und ist damit dreizehn Prozent höher als noch 2013 und sogar doppelt so hoch als noch vor zehn Jahren. Das Schweizer Magazin cash.de zitiert dazu die Sprecherin der Schweizerischen Nationalbank (SNB) Silvia Oppliger: „Unsicherheiten und auch das tiefe Zinsumfeld der letzten Jahre haben das Halten von Bargeld attraktiver gemacht“. Insbesondere nach der Beschließung der Negativzinsen Ende 2014 gab es einen sprunghaften Anstieg bei der Nachfrage. Laut SNB deute der hohe Anteil der grossen Noten darauf hin, dass die Banknoten nicht nur als Zahlungs-, sondern in erheblichem Umfang auch als Wertaufbewahrungsmittel verwendet würden.

Diese Theorie wird durch einen weiteren Trend belegt: Denn zusammen mit der Bargeld-Nachfrage steig auch der Umsatz der Tresor-Hersteller in der Schweiz seit Jahresbeginn kräftig, berichtet cash.de. Der Anbieter Dianit beispielsweise könne der gestiegenen Nachfrage derzeit nur mit Überstunden und Neu-Einstellungen nachkommen, was ihm seit Jahresbeginn 25 Prozent Umsatz-Wachstum beschert habe.
Die Schweizer horten die Tausender-Scheine also bevorzugt in den eigenen vier Wänden, wohingegen Bank-Schliessfächer keine höhere Nachfrage verzeichnen.
Schweizer bunkern Bargeld zu Hause
Geld bunkern

Finanzbildung: Auf die Eltern kommt es an

Finanzielle Bildung und Finanzverhalten

Auf die Eltern kommt es anGeld zaehlen. Eine Studie des DIW belegt, was viele schon ahnten: Um die finanzielle Bildung zu fördern, ist nicht nur die Schule gefragt. Wichtig ist auch, dass die Eltern ihren Kindern zeigen, wie Sparen funktioniert.

Geld zählen. Katharina Schneider berichtet: Früh übt sich, wer später mal ein Finanzprofi werden will.  Wer nichts weiß, muss alles glauben. Das gilt bei der Geldanlage ganz besonders. Wer sich nicht auskennt, dem droht ein Vermögensverlust. Die typischen Extreme: Der Finanzlaie lässt sein Geld entweder auf dem Sparbuch versauern, wo es von der Inflation aufgefressen wird. Oder er gerät an den falschen Berater und steigt in hochriskante Finanzprodukte ein – die sein Geld häufig ebenfalls vernichten. Um das zu vermeiden hilft nur eins: finanzielle Bildung.

Die wird immer wichtiger, denn spätestens seitdem die staatliche Rente zur Finanzierung des Lebensabends nicht mehr ausreicht, gehört erfolgreiche Geldanlage zur fundamentalen Aufgabe für jeden Einzelnen. Zugleich ist diese Aufgabe angesichts der Niedrigzinsen bedeutend schwieriger geworden – das Geld einfach auf’s Sparbuch legen bringt schließlich keine Rendite mehr. Doch Finanzwissen hilft nicht nur bei der Geldanlage, es hilft auch die Folgen von Verschuldung zu verstehen, Verträge zu durchblicken und eine finanzielle Schieflage zu vermeiden.

Taschengeldtabelle der Jugendämter
Die deutschen Jugendämter empfehlen für vier- bis fünfjährige Kinder ein wöchentliches Taschengeld von 0,50 Euro.Der Zusammenhang ist wissenschaftlich bestätigt: Je besser die Finanzbildung, desto besser auch die Finanzentscheidungen. Häufig wird deshalb das Schulfach Wirtschaft gefordert. Doch das alleine reicht nicht. Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt: Die finanzielle Erziehung durch die Eltern sowie Kindheitserfahrungen mit Geld haben einen größeren Einfluss auf die finanzielle Bildung als die Schule.

„Finanzielle Sozialisierung spielt eine wichtige Rolle für das Finanzverhalten“, sagt Antonia Grohmann, DIW-Ökonomin und Mitautorin der Studie. Dabei gehe es nicht allein um Wissen, sondern auch darum, Normen und Verhaltensweisen zu lernen. „Diese wiederum beeinflussen dann das finanzielle Verhalten“, so die Wissenschaftlerin. „Wenn ein Kind ein Bankkonto führt, trainiert dies ein Verhalten, das sich bis ins Erwachsenenalter fortsetzen kann. Kinder zum Sparen und Budgetieren anzuhalten, kann also viel bewirken.“
Wirtschaftsunterricht in der Schule und die allgemeine Qualität der Bildung wirken sich nur indirekt auf die Finanzbildung aus – indem sie die Rechenfertigkeiten fördern. In der Studie wurde der Grad der finanziellen Bildung daran gemessen, ob eine Person ein Verständnis für Zinsen, für Inflation und für die Bedeutung von Diversifikation hat. Eine Frage lautete etwa: „Es ist sicherer, nur eine Aktie zu kaufen als einen Fonds – wahr oder falsch?“

Finanzkompetenz für Kinder:  Wenn der Goldesel streikt
Woher kommt eigentlich das Geld? Und was kann man damit machen? Schon Kleinkinder verstehen, dass Spielsachen Geld kosten und die Eltern dafür arbeiten müssen. Wie aus dem Nachwuchs kleine Finanzexperten werden. mehr…

Zugleich zeigte sich in der Studie aber auch ein direkter Zusammenhang zwischen Schule und Finanzverhalten. „Es gibt also zwei Kanäle, durch die Finanzverhalten beeinflusst wird: die elterliche Erziehung, die die Finanzbildung erhöht, und die Schule“, sagt Grohmann. Die Effekte von Finanzbildung und Schule sind dabei etwa gleich stark.
Ob jemand ein gutes Finanzverhalten an den Tag legt, wurde daran gemessen, wie stark er sein Geldvermögen über mehrere Anlageformen streut. Die Studienautorin gibt jedoch zu: „Dies ist nur ein sehr grobes Maß, da auch das konkrete Portfolio der Anleger und die persönlichen Präferenzen eine wichtige Rolle spielen.“
Kinder früh in Finanzentscheidungen einbeziehen

Staatliche Finanzspritzen für Eltern
Unabhängig von ihrem Einkommen haben Eltern Anspruch auf ein monatliches Kindergeld oder einen jährlichen Kinderfreibetrag. Der Freibetrag wird von dem zu versteuernden Einkommen abgezogen und senkt dadurch die Steuerlast. Ab einem jährlichen Bruttoeinkommen von 33.000 Euro lohnt sich dies mehr als der monatliche Zuschuss. Das Finanzamt prüft automatisch, was für die Eltern günstiger ist. Aktuell bekommen Eltern für ein Kind jährlich 2.208 Euro Kindergeld.
Finanzbildung Auf die Eltern kommt es an
DIW / Studie

Finanzkompetenz für Kinder Wenn der Goldesel streikt Woher kommt eigentlich das Geld? Und was kann man damit machen? Schon Kleinkinder verstehen, dass Spielsachen Geld kosten und die Eltern dafür arbeiten müssen. Wie aus dem Nachwuchs kleine Finanzexperten werden.

 

Verblasst der Glanz der Brics?

Yuan-Abwertung bringt weiteres Ungemach.Brics
Mit einer Schwächung der eigenen Währung will China Exporte und Konjunktur in Schwung bringen. Den Schwellenländern als Einheit dürfte dies aber weitere Probleme bereiten.

Werner Grundlehner berichtet: Auch Russland ist in eine Rezession gerutscht. Die Lage hat sich geändert. Bis zur Finanzkrise ruhte die Hoffnung für die Weltkonjunktur auf den Bric-Ländern (Brasilien, Russland, Indien und China). Die dynamischen Volkswirtschaften galten als Gegenmodell zu den tendenziell stagnierenden Industriestaaten. Diese litten in der Folge zwar stärker unter der Finanzkrise und der anschliessenden Rezession, erholten sich aber dank Liquiditätsspritzen der Zentralbank schneller als die Schwellenländer. Die globale Erholung verläuft dabei gesamthaft zögerlicher als ursprünglich erwartet. Gemäss Henderson Global Investors revidierten die führenden Ökonomen ihre Schätzungen zum Wirtschaftswachstum seit 2011 «mehr oder weniger durchgängig nach unten».  Kapitalfluss hat gekehrt..
Der Glanz der Brics verblasstbric

Geldwäsche-Affäre in Russland

Deutscher Bank drohen Milliarden-Bußgelder. Mitarbeiter der Deutschen Bank sollen Kunden in Russland bei der Geldwäsche geholfen haben. Behörden in vier Staaten ermitteln. Nach SPIEGEL-Informationen fürchtet man im Konzern nun Kosten von bis zu vier Milliarden Euro. Behörden in vier Staaten ermitteln

In der Deutschen Bank wächst die Sorge, dass die Geldwäsche-Affäre in Russland extrem hohe Strafen nach sich ziehen könnte. Es gibt Befürchtungen, die Kosten könnten sich zusammen mit einem laufenden Verfahren wegen Verstößen gegen US-Embargos gegen Iran und andere Länder auf vier Milliarden Dollar summieren.

Allein seitens der britischen Finanzaufsicht hält man in der Bank eine Strafe von Hunderten Millionen Euro für möglich, das größte Risiko liege aber in den USA. Weil sich aber die Ermittlungen noch in einem frühen Stadium befinden und die Höhe möglicher Strafen sehr unsicher ist, hat die Bank offenbar noch keine Rückstellungen dafür gebildet.

Mitarbeiter der Deutschen Bank sollen Kunden geholfen haben, in Russland gegen Rubel Aktien zu kaufen und gleichzeitig für diese Kunden in Großbritannien Aktien gegen Dollar verkauft haben. Über solche Spiegelgeschäfte im Volumen von sechs Milliarden Dollar könnten Gelder zweifelhafter Herkunft gewaschen und ins Ausland geschafft worden sein.

Behörden in vier Staaten ermitteln offenbar nicht nur wegen Geldwäsche, sondern auch wegen möglicher Verstöße gegen Sanktionen, die Russland wegen des Ukrainekonflikts im vergangenen Jahr auferlegt worden waren. Die russischen Behörden gehen zudem dem Verdacht nach, die Bank könnte bei der Kapitalflucht geholfen haben.

Geschäftspartner für Hunderte fragwürdiger Deals waren teils offenbar eigens dafür gegründete Zweckgesellschaften. Die Bank soll in Moskau und London in manchen Fällen den gleichen Gegenparteien gegenübergestanden haben. Dennoch brachte wohl erst ein Hinweis der russischen Zentralbank die Ermittlungen in Gang.
Deutscher Bank droht neue Millionenstrafe

Siehe hierzu auch: Frauen und Kinder leiden unter Korruption

OECD rügt Steuerbehörden

Reiche sollten besser geprüft werden. Viele Industrie- und Schwellenländer tun einer Einschätzung der OECD zufolge nicht genug, um die Steuererklärungen von Reichen zu prüfen

Wirtschaftspsychologen wissen es: Bürger und Bürgerinnen fällt das Steuerzahlen viel leichter, wenn die Steuerbehörde kompetent ist. Haben er und sie das Gefühl, das System ist fair und die Behörde modern und effizient, entrichten sie ihren Obolus bereitwilliger. Eine effiziente Steuerbehörde und eine faire Verteilung der Steuerlast sind also wichtig, ganz besonders in Zeiten der strapazierten Staatshaushalte.

Mehr Aufmerksamkeit den Wohlhabenden
Die Industrieländerorganisation OECD hat sich nun in einem diese Woche in Paris veröffentlichten Bericht (Tax Administration 2015) angeschaut, wie die Industrieländer in Sachen Steuereintreiben aufgestellt sind. Einen Punkt streicht die Organisation dabei besonders hervor: Die Superreichen brauchen mehr Aufmerksamkeit – zumindest was die Steuerbehörden angeht. Und: Die diesbezüglichen Bemühungen reichen nicht.

Viele Industrie- und Schwellenländer tun laut dem Bericht nicht genug, um die Steuererklärungen von Reichen zu prüfen. Demnach hätten 85 Prozent der untersuchten 56 Länder zwar eigene Abteilungen in den Behörden, die großen Unternehmen auf die Steuer-Finger schauen. Bei den sogenannten High Net Worth Individuals, also jenen, die über ein Vermögen von mehr als einer Million Dollar verfügen, scheinen die Länder nachsichtiger zu sein.

Nur ein Drittel der Steuerverwaltungen hätten spezielle Abteilungen für wohlhabende Steuerzahler geschaffen. Ein Umstand, auf den die OECD bereits in der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2009 hingewiesen hat.
Reichere Superreiche

Überraschend sei dies insbesondere deswegen, weil das Vermögen dieser Gruppe weltweit deutlich gewachsen sei, heißt es in dem Bericht. Für Österreich hätte es keine entsprechende Empfehlung gegeben, heißt es dazu auf STANDARD-Anfrage aus dem Finanzministerium. Mit einer Begründung tut man sich im heimischen Ministerium leicht: „Das mag vor allem daran liegen, dass sowohl die Steuerbelastung als auch die Steuerehrlichkeit in Österreich bereits sehr hoch ist. Die österreichische Steuerverwaltung arbeitet international vorbildlich.“ Darüber hinaus seien Wohlhabende per se keine komplizierten Steuerfälle, denn viele Erträge seien endbesteuert, und die Banken liefern die Steuern ab.

Tatsächlich zählt Österreich auch zu jenen Ländern, wo die Steuerehrlichkeit mit 85 Prozent recht hoch ist. Aber auch hierzulande wuchs zuletzt die Zahl der Dollar-Millionäre um 5,7 Prozent auf 114.200 Personen. Und Österreich ist auch traditionell eines der Länder, die in OECD-Vergleichen wie ein Eldorado für Reiche dargestellt werden.
Griechenland gerüstet

Auch Deutschland – ähnlich wie Österreich gehört es zu jenen Ländern, in denen die Ungleichheit bei Vermögen und Einkommen besonders ausgeprägt ist – hat keine eigene „Reichensteuerbehörde“. Glaubt man der OECD, sind überhaupt nur Australien, Indonesien, Großbritannien und die USA gut gerüstet – und ausgerechnet Griechenland. Das Krisenland habe demzufolge im Laufe des Jahres 2013 eine entsprechende Abteilung eingerichtet.  Hier geht es zum OECD-Bericht

Tax the Rich: An animated fairy tale

Griechenlands Wirtschaft auf dem Wachstumspfad?

Griechenlands Wirtschaft wächst völlig überraschend
Unmittelbar vor der Pleite, der Grexit eine realistische Option: Während die Schuldenkrise in den letzten Monaten eskalierte, wuchs die griechische Wirtschaft kräftig. Analysten haben eine Vermutung.

Die Abstimmung über das neue Hilfsprogramm zieht sich hin. Noch immer diskutiert das Parlament in Athen. Für die Regierung eine Zerreißprobe. Mehrere Syriza-Abgeordnete lehnen die Sparauflagen ab. Die griechische Wirtschaft ist im zweiten Quartal trotz zugespitzter Schuldenkrise kräftig gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von April bis Juni um 0,8 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt am Donnerstag in Athen mitteilte.

Dieses Ergebnis kommt angesichts der drohenden Staatspleite und Abschieds vom Euro völlig überraschend: Von Reuters befragte Ökonomen hatten ein Minus von 0,8 Prozent erwartet.
Griechenlands Wirtschaft waechst voellig ueberraschend

by Ron Johnson

by Ron Johnson