Finanziellen Selbstverteidigung

Kommentar: Wenn das Papier-Wertesystem kollabiert, dann sind Bargeldbestände unter der Matratze nur noch Altpapier. Möglich, dass es wieder zum Tauschhandel kommt: Ein Perserteppich für einen Zentner Kartoffeln. Der nichts hat oder nur Papier, der hat Pech.

Anlegen in der Schuldenkrise: Strategien zur «finanziellen Selbstverteidigung»
Staaten drohen in der Krise auf die Vermögen von Sparern zuzugreifen.

Michael Ferber berichtet: Geschlossene Banken, nur noch 60 € am Tag am Bancomaten und Kapitalverkehrskontrollen – in Griechenland ist dieses Schreckensszenario Realität geworden. Aus Sicht der europäischen Sparer war das ein weiterer negativer Höhepunkt in der Schuldenkrise. In den vergangenen Jahren haben auch die Regierungen in Zypern und Spanien auf die Gelder von Sparern zugegriffen. Vieles spricht dafür, dass solche Nachrichten die Anleger auch in den kommenden Jahren begleiten werden.  Ratschläge von Vermögensverwaltern (sofern sie unabhängig sein sollten), wie eine Anlagestrategie der «finanziellen Selbstverteidigung» für Anleger und Sparer aussieht, können den einen oder anderen Denkanstoss geben.
Sparguthaben im Fokus.
Strategien zur finanziellen Selbstverteidigung
Self Defense

Ältere Frauen haben weniger Geld

Ältere Frauen in Hamburg sind wesentlich ärmer als ihre männlichen Altersgenossen. Nach Angaben des Statistikamtes Nord haben 24 Prozent der Seniorinnen über 64 Jahre ein monatliches Nettoeinkommen von unter 700 Euro. Bei den männlichen Senioren sind es lediglich fünf Prozent. Ein Monatseinkommen zwischen 700 und 1100 Euro haben 22 Prozent der Frauen, aber nur 16 Prozent der Männer. Demgegenüber verfügen über mehr als 1700 Euro zwar 42 Prozent der Senioren, aber nur 19 Prozent der Seniorinnen. Die gestern veröffentlichten Daten stammen aus dem Mikrozensus 2014.
Älter werden und jung bleiben ist keine Kunst, wenn man eine Frau ist.

Verschwendung unserer hart verdienten Erträge

Der Neue: Deutsche-Bank-Chef John CryanJohn Cryan

Erfolg im Investmentbanking: Deutsche Bank verdreifacht Gewinn. Deutschlands größtes Geldhaus kommt langsam aus der Krise: Gut laufende Investmentgeschäfte steigern den Gewinn der Deutschen Bank deutlich. Ihr neuer Chef John Cryan will sie dennoch radikal neu ausrichten.

John Cryan ist noch nicht einmal einen Monat an der Spitze der Deutschen Bank. In einer E-Mail an die Mitarbeiter spricht er nun schon Klartext. Was darin steht, dürfte kaum einem der Banker gefallen.

Die Beschäftigten der Deutschen Bank müssen sich unter dem neuen Co-Vorstandschef John Cryan auf harte Einschnitte einstellen. In einer am Donnerstag versandten E-Mail an die gut 98.000 Mitarbeiter kündigte der seit Anfang Juli amtierende Cryan „eine Reihe wichtiger Veränderungen“ noch in diesem Jahr an.
Verschwendung unserer hart verdienten Ertraege
John Cryan

Sollte Deutschland den Euro verlassen?

„Statt Griechen sollten Deutsche den Euro verlassen“
An den Finanzmärkten wird zunehmend ein Euro-Austritt Deutschlands diskutiert: der „Gexit“. Würde die Bundesrepublik die Euro-Zone verlassen, so IWF-Experten, „gäbe es keine Verlierer“.

Das Kunstwort „Grexit“ hat es in den vergangenen Wochen endgültig in den aktiven Sprachschatz der Deutschen geschafft. Nach mehr als sechs Monaten Schuldenstreit zwischen Athen und den internationalen Kreditgebern war der Austritt Griechenlands aus dem Euro – aus Greece und Exit setzt sich Grexit zusammen – so nahe wie nie zuvor und das Wort damit in aller Munde. Nachdem sich Griechenland mit seinen Geldgerbern aber doch noch geeinigt hat, und damit ein Grexit vorerst vom Tisch ist, könnte jetzt eine neue Wortkreation Karriere machen: der Gexit.
Statt Griechen sollten Deutsche den Euro verlassen

Waldemar Mandzel www.w-t-w.org/en/waldemar-mandzel/ www.w-t-w.org/de/cartoon/

Waldemar Mandzel www.w-t-w.org/en/waldemar-mandzel/

 

Baldiger Börsen-Start in Athen

Schon mehr als vier Wochen ist die Börse in Athen geschlossen. Ebenso lange ruht der Handel im einzigen europäischen Griechenland-ETF. Die Anleger nehmen es gelassen.
„Bald“ sollte die Börse Athen wieder geöffnet werden, hiess es in Agenturberichten von Anfang dieser Woche. Doch bisher dauert das Warten noch an – auch für die Anleger im einzigen europäischen Griechenland-ETF (Exchange Traded Fund). Als die Athener Börse am vergangenen 26. Juni infolge der Schuldenkrise geschlossen wurde, schloss auch der Anbieter Lyxor seinen ETF auf den Börsenindex FTSE/Athex Large Cap.
Anleger warten auf Boersen-Start in Athen

www.schwarwel.de

 

Kinderbetreuung von der Steuer absetzen

Kosten für die Kinderbetreuung können von der Steuer abgesetzt werden. Das gilt für ein Au-Pair oder Kindermädchen. Und auch für Eltern, die das Betreuungsgeld in Anspruch nehmen.

Wer sein Kind zu Hause betreut, kann einen Anspruch auf Betreuungsgeld haben. Wird zeitweise beispielsweise ein Au-pair oder ein Babysitter beauftragt, den Nachwuchs zu betreuen, können diese Kosten als Sonderausgaben die Steuer mindern.

„Eltern müssen nicht befürchten, dass der Sonderausgabenabzug wegen des Betreuungsgeldes gekürzt wird“, stellt Constanze Grüning vom Bund der Steuerzahler klar und macht auf eine entsprechende Kurzinformation des Finanzministeriums Schleswig-Holstein aufmerksam.

Für Kinder, die nach dem 1. August 2012 geboren wurden, können Eltern Betreuungsgeld beantragen, wenn sie sie zu Hause betreuen. Eltern, die sich gelegentlich externe Hilfe für die Kinderbetreuung holen, können die dafür anfallenden Aufwendungen in der Steuererklärung als Sonderausgaben angeben. So können jährlich maximal 6000 Euro an Betreuungskosten geltend gemacht werden. Davon werden Zweidrittel der Betreuungskosten, also höchstens 4000 Euro, steuerlich berücksichtigt.

Zu beachten ist, dass ein Au-Pair oder Kindermädchen nicht bar bezahlt wird. Kinderbetreuungskosten können steuerlich nur berücksichtigt werden, wenn die Bezahlung über ein Konto der Betreuungsperson oder der Betreuungseinrichtung erfolgt. Dies hat auch der Bundesfinanzhof bestätigt.
Kinderbetreuung

BGH keine Bankgebühr für Rücklastschriften

Der Bundesgerichtshof hat sich erneut auf die Seite der Kunden gestellt: Banken dürfen auch Geschäftsleuten nicht jede Buchung berechnen. Die Liste der unberechtigten Gebühren wird immer länger.

Der Bundesgerichtshof BGH machte in einer Grundsatzentscheidung deutlich, dass Banken auch bei Konten von Geschäftskunden nicht jede Buchung berechnen dürften. Die obersten Richter erklärten eine entsprechende Klausel in den allgemeinen Geschäftsbedingungen der Sparkasse Baden-Baden Gaggenau für unwirksam
(Az.: XI ZR 434/14).
BGH verbietet Bankgebuehr für Ruecklastschriften
Bankgebühr

Kunsthandel – Genf wäscht am weißesten

Kaum etwas ist so undurchsichtig wie der Kunstmarkt: Ein Bericht der Schweizer Regierung offenbart nun die listigen Methoden, mit denen Geld durch Kunst gewaschen wird. Sie decken sich mit der Praxis des Kunstberaters Yves Bouvier.

Was haben der Kunstmarkt und der internationale Terrorismus gemein? Der Verkauf geplünderter Schätze durch den „Islamischen Staat“ ist da ein Nebenaspekt. Die Analogie besteht in der undurchsichtigen Finanzierung. Seit die Banken den strengen Gesetzen gegen die Geldwäsche unterliegen, hat sich diese auf den Kunstmarkt verlagert. Wie sie funktioniert, kann man in einer von der Schweizer Regierung veröffentlichten Studie auf 150 Seiten nachlesen: „Bericht über die nationale Beurteilung der Geldwäscherei- und Terrorismusfinanzierungsrisiken in der Schweiz“.

Überall verlieren die Zollfreilager an Bedeutung. Nur die „Ports Francs“ in Genf werden dank ihrer „Spezialisierung auf die Lagerung hochwertiger Güter“ immer größer: „Wertvolle Weine, Schmuck, Kunstwerke, Kulturgüter“. Es können auch „Banknoten, Münzen, Diamanten und Edelsteine, Edelmetalle, Schmuck, Alkoholika und Spirituosen, Tabak, Kunstgüter und Antiquitäten“ sein, für die inzwischen eine „Bestandesaufnahme“ vorgeschrieben ist. „In Genf kommt der Uhrenhandel hinzu“, schreiben die Verfasser. Bis 2007 galten Zollfreilager als „ausländisches Territorium“, das hieß: sie waren mehr oder weniger rechtsfreie Räume.

Im Februar wurde der „König des Genfer Zollfreilagers“ Yves Bouvier im Fürstentum Monaco verhaftet. Er ist der wichtigste Mieter und Minderheitsaktionär des Lagers (die Mehrheit gehört dem Staat). In den vergangenen Jahren hat Bouvier die „Free Ports“ in Singapur, wo der Schweizer seinen offiziellen Wohnsitz hat, und Luxemburg aufgebaut. Nach Monaco war er zu seinem Kunden Dmitri Rybolovlev gereist, dem er für zwei Milliarden Franken Kunst verkauft hatte. Die Einladung war eine Falle, die Anklage lautet auf Betrug und Geldwäsche. Bouvier war Berater des russischen Oligarchen und mit ein paar Prozenten an jedem seiner Deals beteiligt. Doch er soll die Bilder über eine eigene Gesellschaft gekauft und mit zweistelligen Millionenaufschlägen an seinen Auftraggeber weitergereicht haben. Auf Fotos aus Rybolovlevs Appartement erkannte eine der Picasso-Erbinnen Werke, die aus einem Depot gestohlen wurden. Um eine Milliarde sei er von Bouvier betrogen worden, klagt Rybolovlev.
Kunsthandel – Genf wäscht am weißesten

www.kunstprofil.com

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Kunst und Geldwäsche

Versichert und verraten?

Spiegel erhebt Vorwürfe gegen VersicherungenVersichert und verraten

Werden Schadenzahlungen von Versicherungen „verzögert, verschleppt, verweigert“? Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ fährt schweres Geschütz gegen die Versicherer und ihre Zahlungsmoral auf und berichtet von Geschädigten, die Jahre und Jahrzehnte auf Entschädigungen durch ihren Versicherer warten müssen. Außerdem sei die Rechtsfindung sozusagen in der Hand der Versicherer, weil die so genannten herrschenden Kommentare rechtswissenschaftlich von den Versicherern dominiert seien. Eine Zusammenfassung des „Spiegel“-Berichts: Und wie die Branche sich verteidigt.
Versichert und verraten
Bestens VersichertVersicherungen zahlen nicht

Wirtschaftsweise zur Eurokrise

Könnte ein gemeinsamer Finanzminister künftige Eurokrisen verhindern?

Die Wirtschaftsweisen der Bundesregierung erteilen der Idee eines eigenen Finanzministers für die Euro-Zone eine Absage: Sie sprechen von „übereilten Integrationsschritten“ und fordern eine Insolvenz-Ordnung für Euro-Staaten und die Möglichkeit des Austritts aus dem Euro.

In der Debatte um eine engere Allianz der Euro-Länder zur Vermeidung künftiger Krisen warnen deutsche Wirtschaftsexperten vor der Einrichtung eines europäischen Finanzministeriums. Derartige kurzfristig wirksame Integrationsschritte würden auf lange Sicht Gefahren bergen, schreiben vier der fünf „Wirtschaftsweisen“ in einem Gastbeitrag für die FAZ laut Vorabbericht aus der Dienstagsausgabe. Die Wirtschaftsweisen kritisieren in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Pläne der fünf EU-Präsidenten: „Das gilt insbesondere für jüngst diskutierte Vorschläge wie die Einrichtung einer Fiskalkapazität, einer europäischen Arbeitslosenversicherung oder einer Wirtschaftsregierung für die Währungsunion.“

Solche übereilten Integrationsschritte verletzten den Leitgedanken der Einheit von Haftung und Kontrolle. Es könnte zu einseitigen und dauerhaften Transferleistungen kommen, ohne gleichzeitig die demokratische Kontrolle auf die europäische Ebene zu verlagern. Die Wirtschaftsweisen lehnten den Vorschlag der Präsidenten der EU-Kommission, des Europäischen Rates, des Europäischen Parlaments, der EZB und der Eurogruppe daher ab.

Sie fordern stattdessen die stärkere Kontrolle der Einhaltung der fiskalpolitischen Regeln und die Beachtung des im Maastricht-Vertrag festgelegten No-Bailout-Gebots: „In Zukunft muss daher mehr auf das Einhalten der gemeinsamen Regeln geachtet werden. Als Ultima Ratio sollte aber auch der Austritt eines Mitgliedstaats aus der Währungsunion möglich sein.“

Die Wirtschaftsweisen sehen ihre Ablehnung in einem größeren Kontext: Es gehe jetzt „um weit mehr als Griechenland“, schreiben sie in der FAZ. Die Gemeinschaft müsse eine Handhabe bekommen, wenn sich ein Mitgliedsstaat dauerhaft der Kooperation verweigere.

Die Berater der Bundesregierung stützen damit die Sichtweise von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble: Er will eine politische Union in einem Kerneuropa nur mit Staaten, die dieselbe fiskalpolitische Orientierung verfolgen wie Deutschland.

Der von der Bundesregierung eingesetzte Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung soll am Dienstag ein Sondergutachten zu „Konsequenzen aus der Griechenland-Krise für einen stabileren Euro-Raum“ vorlegen.
Wirtschaftsweise zur Eurokrise

Die Wirtschaftsweisen im Sorgenland

Die Wirtschaftsweisen im Sorgenland