Gesundheit ist „IN“ am Aktienmarkt.

Das Gesundheitswesen boomt, hunderte Startups dringen mit ihren Produkten in die StoeckemannSchnittstelle zwischen Digital und Medizin. Im Interview mit Focus-Online erklärt der Investor Klaus Stöckemann, welche Startups es schaffen und warum Vertrauen so wichtig ist.

Gesundheit ist in – auch am Aktienmarkt. Klaus Stöckemann gehört zu Deutschlands führenden Risikokapitalgebern am Gesundheitsmarkt. Im FOCUS-Online-Interview gibt er Tipps, wie Anleger vom Medizin-Trend profitieren.
Darauf kommt es beim Investieren wirklich an
Risikokapital

Royal Bank of Scotland raus aus Griechenland

Verkauf der Schiffsfinanzierung

Die Royal Bank of Scotland (RBS) dampft laut Reuters-Informationen im Rahmen ihrer strategischen Neuausrichtung ihr Geschäft in Griechenland ein. Die dortige Sparte für Schifffahrtskredite solle zum Verkauf gestellt werden, verlautete es am Freitag aus Branchenkreisen. Die britische Grossbank ist seit Jahrzehnten einer der grössten Kreditgeber für die internationale Schifffahrt. Die Filiale in Griechenland mit ihren rund 60 Mitarbeitern spielt dabei eine zentrale Rolle. Das Kreditportfolio der Sparte beläuft sich auf 5 Mrd. $. Für die griechische Regierung kommt die Entscheidung zur Unzeit: Ministerpräsident Alexis Tsipras kämpft derzeit gegen die Staatspleite. Für Griechenland sind Reedereien ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Die RBS verfolgt die Strategie, sich von Geschäften etwa im Nahen Osten, Afrika, Asien sowie auch in Teilen Europas zu trennen. Stattdessen will sie sich stärker auf dem Heimatmarkt positionieren.
RBS

Wenn die Ikone der Wall Street stillsteht

Fragen nach dem Ausfall der NYSE

Der mehrstündige Ausfall der Aktienbörse NYSE vom Mittwoch bringt ein erstaunliches Ergebnis: Die zunehmende Komplexität des US-Aktienmarktes hat auch ihr Gutes.

Christiane Hanna Henkel berichtet:  3 Stunden und 38 Minuten lang und damit während über der Hälfte des Handelstages konnten Investoren am Mittwoch keine Aktien an der New Yorker Börse NYSE kaufen oder verkaufen. Doch der Stillstand der Ikone der Wall Street hat den Betrieb im New Yorker Finanzzentrum kaum beeinträchtigt. Dass ein solcher Totalausfall einer der weltweit ältesten und renommiertesten Börsen – an der 2300 Firmen mit einer Marktkapitalisierung von insgesamt 27 000 Mrd. $ kotiert sind – den amerikanischen Aktienhandel kaum beeinträchtigt, ist auf die zunehmende Deregulierung und die damit einhergehende Fragmentierung des Aktienmarktes zurückzuführen.
Da sich in den letzten Jahren immer mehr Handelsplätze etablieren konnten, ist der Marktanteil der NYSE stark gesunken, nämlich von 80% Ende der neunziger Jahre auf nur noch rund 20%. Mittlerweile finden rund 40% des Aktienhandels in «Dark Pools» – über die meist grosse Aktienpakete gehandelt werden – und auf anderen alternativen Handelsplattformen statt. Den Rest teilen sich elf Börsen auf, darunter neben der NYSE die Börsen der Nasdaq OMX und der in Lenexa im Gliedstaat Kansas beheimatete Newcomer BATS…..

Von einigen Beobachtern wird befürchtet, dass im Zuge der Kostenkürzungen zu stark gespart wurde und der Ausfall vom Mittwoch auf dadurch entstandene Schwachstellen zurückzuführen sein könnte. ICE hat dahingehende Vorwürfe natürlich zurückgewiesen und auf hohe Investitionen in die NYSE verwiesen. Gemäss ICE-Angaben vom Donnerstag ist der NYSE-Ausfall auf einen Software-Fehler zurückzuführen, der beim Installieren von neuen Programmteilen aufgetreten ist. Die Börsenaufsicht SEC wird nun ihre Untersuchungen aufnehmen.
Fragen nach dem Ausfall der NYSE
NoWolvesOnWallStreet

Verstößt Bargeld-Verbot gegen die Verfassung?

Der Verfassungsrechtler Christoph Degenhart hält ein Bargeldverbot, wie es derzeit immer wieder in die Diskussion geworfen wird, nicht nur für wenig realistisch, sondern auch für verfassungswidrig. Allerdings sieht er in der Tatsache, dass dies überhaupt gefordert wird, wie auch im Bestreben, jedenfalls den Gebrauch von Bargeld einzuschränken. eine bedenkliche Entwicklung hin zur Totalüberwachung des Bürgers und zur Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten.
Degenhart- Bargeld-Verbot verstoeßt gegen die Verfassung
Bargeld

Körper und Hirn Kapital meiner Ich-Firma

Gene Simmons, der ­Bassist der Rockband Kiss über Wege zum Erfolg, die Magie des Geldes, das ­ Musikgeschäft und warum er mit seiner Band nicht an die Börse will.

Was nützt das schon, wenn ein 20-jähriges Mädchen einen 25-jährigen Kerl heiratet? Da kommt plötzlich jede Menge Stress auf. Er versteht nicht, wie eine Hypothek funktioniert, sie hat keine Ahnung, wie ein Autokredit abgewickelt wird. All diese essenziellen Fragen – wie teuer kommt mich ein Kind, was wird mich die Scheidung kosten, wie viel Geld knöpft mir das Steueramt ab, was genau ist ein Offener Investmentfonds -, das alles lernt man nicht in der Schule. In meinem Buch geht es genau darum. Es ist einfach gehalten, es gibt keine Tabellen und Grafiken, ich rede nicht über den Dow Jones Index oder Anleihen, obwohl darüber jeder Bescheid wissen sollte. Ich beschreibe einfach meinen Weg.

Mehr Geld macht glücklicher.
Haben Sie dafür ein Rezept?
Die Leute wollen das Geheimnis meines Erfolgs herausfinden, sie wollen die zehn Regeln erfahren, wie auch sie reich werden können. Das ist natürlich Unsinn.

Aber so lautet der Untertitel Ihres aktuellen Buches: „Mein Erfolgs­rezept“.
Yes, that’s auf Deutsch. Im Englischen ist es treffender formuliert: „Die Ich-Firma – Wie du den Rockstar in dir selbst freisetzen kannst“. Wobei ich Ihnen natürlich schon sagen kann, wie Sie umgehend Ihr Vermögen verdoppeln.

Wie denn? Das müssen Sie uns erklären.
Du musst einen feindlichen Take-­over auf dich selbst starten.

Wie bitte?
Das Erste, was eine Firma bei einer feindlichen Übernahme macht, ist doch, Leute zu feuern. Man beginnt mit dem üblichen Downsizing-Programm und schneidet das Fett ab. So verdient man ganz bestimmt mehr Geld.

Man soll eine Sparübung an sich selbst durchexerzieren?
Jetzt haben Sie es kapiert. Man kann die Unfriendly-Takeover-Sache ganz einfach auf sein Leben übertragen. Streiche all die Ausgaben, die nicht nötig sind. Kauf weniger Kleider. Gib weniger Drinks aus. Heirate nicht zu früh – du kannst als Mann locker bis 40 warten. So kommst du schnell zu mehr Geld. Es ist nun mal so: Ein Penny, den du nicht ausgegeben hast, ist ein gesparter Penny. Das Leben ist ein großes Business…..
Kiss-Rocker Simmons- Geld ist alles

Kiss

Seid umschlungen, Millionen!

US–Datendiebstahl übertrifft alle Befürchtungen

Hacker haben aus der Bundesverwaltung der USA die Unterlagen von mehr als 21 Millionen Menschen gestohlen. Und zwar von solchen, die sich für sicherheitsrelevante Stellen bewarben.

Auf 18 Millionen bezifferten die einen angeblichen Insider die Zahl von Personaldossiers, die in einem zweiten Hackerangriff auf die amerikanische Personalverwaltung (Office of Personnel Management, OPM) gestohlen worden seien. Es waren noch viel mehr. Mehr als 21 Millionen. Mindestens.

Lange Erntezeit
Ab Mai 2014 sollen Hacker ein Jahr lang Zugang zu jenen Informationen gehabt haben, die man der Bundesverwaltung liefern muss, wenn man sich um eine Stelle mit erhöhtem Sicherheitsrisiko bewirbt. Es geht um frühere und gegenwärtige Angestellte der Verwaltung sowie um Kandidaten, die das werden wollten. Und zwar mehr als 19 Millionen von ihnen. Und um zwei Millionen Verwandte, die irgendwo in den rund 100 Seiten starken Fragebogen namentlich aufgeführt worden waren.

Bis auf die Unterhosen.
Zu den Daten, die den Hackern in die Hände fielen – informell werden die Chinesen beschuldigt, die natürlich von allem nichts wissen wollen –, gehören neben den Nummern der Sozialversicherung die berufliche Laufbahn, Adressen der Betroffenen und von Verwandten, frühere Kontakte mit Drogen und vereinzelt selbst medizinische und psychiatrische Probleme in der Vergangenheit. Von mehr als einer Million Betroffener wurden auch die Fingerabdrücke im aufgebrochenen Daten-Safe des OPM gespeichert. Nicht routinemässig, aber fallweise, waren auch der Leumund oder die finanzielle

Vorgeschichte der Betroffenen gespeichert.
Die Betroffenen selber erhalten vom OPM zwar Hilfe, um sich vor einem allenfalls existenzbedrohenden Identitätsdiebstahl zu schützen. Doch sie sind selber dafür verantwortlich, jene Personen zu warnen, die sie in ihren Formularen zur Sicherheitsüberprüfung als Angehörige, Berufskollegen oder Referenzen genannt hatten.
Kompromittierendes Material

Dieser zweite Datendiebstahl kommt im Windschatten eines anderen, bei dem bereits mehr als vier Millionen Sozialversicherungsnummern im OPM gestohlen worden waren. Das einzige Trostpflaster, das die Personalverwaltung am Donnerstag verteilen konnte, war die Aussage, es gebe gegenwärtig keine Anzeichen dafür, dass die gestohlenen Daten zu kriminellen Zwecken missbraucht oder auf dem Schwarzmarkt angeboten würden.

Das wiederum lässt die Befürchtung der Sicherheitsdienste in den USA wachsen, dass die Daten von einer feindlichen Macht für nachrichtendienstliche Zwecke missbraucht werden sollen. Offensichtlich gibt es in den gestohlenen Dossiers vieles, das trefflich zur Erpressung dienen könnte: von dunklen Seiten in der persönlichen Biografie bis zu Namen und Adressen von Verwandten im Ausland – ob in China oder anderswo.
Datenschutz

Reformliste aus Athen

Griechenland hat bei Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem eine 13-seitige Reformliste eingereicht. Im Gegenzug hofft die Regierung in Athen auf ein neues, dreijähriges Rettungsprogramm im Umfang von 53,5 Milliarden Euro.

Nach dem Eingang der neuen Reformliste aus Athen müssen jetzt die EU-Kommission, Europäische Zentralbank (EZB) und Internationalen Währungsfonds (IWF) die Vorschläge prüfen. Die Brüsseler EU-Kommission hatte eine knappe Stunde nach der Sprecher von Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem den Eingang des Dokuments aus Athen bestätigt. Der Kabinettschef von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, Martin Selmayr, erklärte kurz nach 23 Uhr per Twitter: „Nun erhalten. Unterschrieben. Drei Institutionen werden nun prüfen.“ Zuvor hatte er dort betont, es werde ein Schreiben mit Unterschrift benötigt.

Was auffällt: Viele Vorschläge sollen erst Ende 2016 oder gar 2019 wirksam werden. In ersten Kommentaren heißt es, der Vorschlag Athens, Ausgaben fürs Militär zu senken, bleibe deutlich hinter den Forderungen der Geldgeber zurück: Dieses Jahr 100 Millionen Euro, nächstes Jahr 200 Millionen Euro. Die Gläubiger wollten Einsparungen im Volumen von 400 Millionen Euro.
Reformliste aus Athen
Griechenland Reformliste

Haftstrafen für alle Oppenheim-Banker

Urteil in Köln Vier Oppenheim-Banker verurteilt, einer muss ins Gefängnis

Im Strafprozess gegen die frühere Führung des Bankhauses Sal. Oppenheim sind alle vier angeklagten Ex-Chefs wegen Untreue zu Freiheitsstrafen verurteilt worden. Nur Ex-Manager Friedrich Carl Janssen muss aber ins Gefängnis.

Im Strafprozess um den Niedergang der Privatbank Sal. Oppenheim hat die 16. Große Strafkammer des Kölner Landgerichts nach mehr als zwei Jahren und 128 Verhandlungstagen das Urteil gesprochen und vier ehemalige Bankgesellschafter zu Haftstrafen wegen Untreue verurteilt.

Ex-Banksprecher Matthias Graf von Krockow (66) hat eine Haftstrafe von zwei Jahren erhalten. Christopher Freiherr von Oppenheim (49) wurde zu einem Jahr und elf Monaten verurteilt. Für den ehemaligen Risikomanager Friedrich Carl Janssen (71) lautet das Urteil auf zwei Jahre und zehn Monate. Der für das Investmentbanking zuständige Ex-Banker Dieter Pfundt (62) erhielt auch zwei Jahre. Die Strafen gegen Krockow, Baron Oppenheim und Pfundt wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Ex-Banker bei der missglückten Rettung des Arcandor-Konzerns im Herbst 2008 und der Rückabwicklung eines Oppenheim-Esch-Fonds zum Erwerb und der Sanierung einer Immobilie im Frankfurter Bankenviertel einen Schaden in Millionenhöhe angerichtet haben.

Der Troisdorfer Immobilienunternehmer Josef Esch wurde wegen des Verstoßes gegen das Kreditwesengesetz zu einer Geldstrafe von knapp 500.000 Euro verurteilt. Die Vorsitzende Richterin Sabine Grobecker wird das Urteil im Laufe des Tages ausführlich begründen. Das soll bis zu sechs Stunden dauern.Off to jail.

Zünglein an der Waage für Griechenland

EZB verliert bei Notkrediten die Geduld. Bank of Greece auf dem Weg zur Bankbesitzerin

Ohne Notkredite funktionieren die griechischen Banken nicht, ohne Banken funktioniert das ganze Land nicht. Die Europäische Zentralbank ist zum Zünglein an der Waage geworden.

Claudia Aebersold Szalay berichtet: In die Verhandlungen zur Lösung der Griechenland-Krise ist Tempo gekommen, seitdem die europäischen Spitzenpolitiker Athen unverblümt eine Frist gesetzt haben. Die Europäische Zentralbank (EZB) ist womöglich nicht ganz unschuldig daran, dass es nun zu einer Art Ultimatum gekommen ist. Die Tatsache, dass EZB-Präsident Mario Draghi ohne eine baldige politische Lösung des Konflikts zwischen Athen und seinen Gläubigern die Notkredite der griechischen Zentralbank an das griechische Bankensystem nicht mehr weiter zulassen will, stellt eine glaubwürdige Drohkulisse dar.
Druck aus Frankfurt.

Die Notkredite, für die allein Griechenland haftet und nicht die anderen Euro-Staaten, sind zum Schlüsselfaktor in der Krise geworden, denn ohne sie überleben die griechischen Banken nicht. Da sich die EZB, die die Nothilfe der griechischen Notenbank bewilligen muss, seit gut zehn Tagen weigert, das bisherige Volumen von knapp 90 Mrd. € weiter zu erhöhen, können die griechischen Banken ihre Schalter nicht eröffnen. Um funktionstüchtig zu sein, wären deutlich höhere Liquiditätshilfen nötig. Die Währungshüter in Frankfurt hatten die Notkredite bisher aber lediglich gutgeheissen, weil sie eine politischen Lösung zwischen Athen und seinen internationalen Geldgebern nicht verunmöglichen wollten.
Das Referendums-Nein der griechischen Bevölkerung hat die Wahrscheinlichkeit einer Einigung verringert, weshalb die EZB nun nicht mehr länger stillhalten will. Am Montag hatte sie bereits die Sicherheitsanforderungen für die Kredite erhöht, was zwar keine unmittelbaren Folgen für das griechische Bankensystem hatte, aber ein deutliches Signal war, dass sie eine härtere Gangart einschlagen würde. Nun mahnt sie auch in Brüssel zur Eile, denn die Liquiditätslage griechischer Banken ist mittlerweile so miserabel, dass die Barbestände trotz geschlossenen Schaltern bald aufgebraucht sein dürften.
Achillesferse Banken

Was aber, wenn die Forderung Draghis nach einer Lösung ungehört bleibt? Sollte sich bis Sonntag keine gemeinsame Linie zwischen Athen und seinen Gläubigern andeuten, die eine Einigung in absehbarer Zeit realistisch erscheinen lässt, würde die EZB wohl die Notkredite (Emergency Liquidity Assistance, ELA) untersagen. Das Szenario eines Stopps der Nothilfe ist für das griechische Finanzsystem und letztlich für die gesamte griechische Wirtschaft verheerend…..

Die griechischen Banken sind im Fall eines ELA-Stopps nicht mehr in der Lage, ihren Geschäftsbetrieb wieder aufzunehmen. Das nicht funktionierende Finanzsystem Griechenlands ist zur Achillesferse des Landes geworden. Ohne Einigung mit den Geldgebern wären wohl die Banken das schwächste Glied in der Kette, das einen Grexit erzwingen würde, auch wenn er politisch nicht gewollt wäre.
EZB verliert bei Notkrediten die Geduld
Ancient Greece Bank

Lieben Fondsanbieter unerfahrene Sparer?

Welweites FondvermoegenWeltweit verwaltet die Fondsindustrie 74 Billionen Dollar – nie war es mehr. Teure Fonds werden vor allem an Kleinsparer verkauft. Mit Profis verdient die Branche dagegen weniger.

Karsten Seibel berichtet: Abgesehen von einer Delle zur Lehman-Krise 2008 steigt das weltweite Fondsvermögen seit 2002 – und hat nun einen Rekordwert erreicht .

Christian Sewing will in den rund 700 Filialen der Deutschen Bank in Zukunft vor allem mehr Fonds verkaufen. „Bereits in den vergangenen zwölf Monaten sahen wir einen enormen Anstieg bei den Investmentprodukten“, sagte der 45-Jährige vergangene Woche auf einer Branchenkonferenz.

Sewing ist der neue Vorstand für das Privatkundengeschäft des größten deutschen Bankhauses. Von höheren Verkaufszahlen würde nicht nur sein Bereich profitieren, sondern auch die hauseigene Fondsfabrik der Deutschen Bank. Wie wichtig Kleinsparer für die Fondsindustrie sind, zeigt eine nun vorgestellte Studie der Boston Consulting Group (BCG). Demnach verdient die Branche an jedem weiteren Privatkunden, der ein paar Tausend Euro in Fonds investiert, mehr Geld, der Gewinn für die Anbieter steigt.
Bei großen Pensionskassen und Versicherungen, die Millionen verwalten lassen, ist das nicht sicher. Die Profis achten stark auf die Kosten und entscheiden sich mehr denn je für Produkte mit niedrigeren Gebühren.

Der Unterschied ist in Deutschland besonders groß. Ein Fondsanbieter verdient hierzulande an Privatkunden durschnittlich Gebühren in Höhe von 0,62 Prozent.
Mehr Gewinn mit Privatkunden Institutionelle Investoren sind dagegen lediglich bereit, 0,15 Prozent zu zahlen – also gerade einmal ein Viertel. In Gesamteuropa ist der Unterschied nicht ganz so eklatant. Hier stehen den 0,15 Prozent der Profis im Durchschnitt 0,51 Prozent der Masse gegenüber.

„Anbieter, die sich auf Privatkunden konzentrieren, haben ein höheres Wachstum bei den Mitteln und dem Gewinn verzeichnet“, heißt es in der BCG-Studie. Insgesamt verwaltete die Branche Ende des vergangenen Jahres 74 Billionen Dollar und damit fünf Billionen Dollar mehr als ein Jahr zuvor, der Gewinn der Fondsindustrie lag bei 102 Milliarden Dollar.
Der entscheidende Punkt ist: Der Wert des Vermögens in Publikumsfonds hat sich um zwölf Prozent erhöht, der Gewinn für die Anbieter um elf Prozent. Fonds für institutionelle Anleger erhöhten ihr Volumen um acht Prozent, der Gewinn aus dieser Quelle schrumpfte allerdings um ein Prozent.

Hier zeigt sich nicht nur die größere Verhandlungsmacht der Profis. Es wirkt sich auch das andere Anlageverhalten aus. ETFs werden nicht offensiv angeboten
Statt bei den teuren aktiv gemanagten Fonds greifen Versicherungen und Pensionskassen längst sehr viel stärker bei den günstigeren passiven Fondsvarianten zu, sprich bei jenen Produkten, die einen Index oder Markt eins zu eins abbilden und damit zwar nie besser als der Durchschnitt sein können, aber auch kaum schlechter. Gemeinhin laufen diese Fonds unter dem Kürzel ETF für Exchange Traded Funds.

Das unterschiedliche Anlageverhalten überrascht nicht. ETFs werden von Filialbanken und anderen Finanzvertrieben nicht offensiv angeboten, da sie nur mit dem Verkauf aktiv gemanagter Fonds hohe Provisionen kassieren können.
Zusätzlich nutzen die Vertriebe aus, dass kaum ein Sparer von sich aus nach den günstigeren und nicht selten auch besseren Produkten fragt. Ausnahmen sind jene Kleinanleger, die ohnehin ihr Depot bei einer Direktbank haben und damit selbst über Kauf und Verkauf der Investmentfonds entscheiden.

Ja, es gibt viele Sterne, Sohn. Nicht so viele wie Aktienfonds, aber trotzdem recht viele.

Ja, es gibt viele Sterne, Sohn. Nicht so viele wie Aktienfonds, aber trotzdem recht viele.